10 Jahre App-Store

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10 Jahre App-Store

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Da gibt’s doch sicher eine App für… Denken wir heute – und liegen damit meist goldrichtig. Kaum ein Thema, das nicht durch diverse Apps in den App-Stores von Apple, Google, Microsoft und Co. vertreten wäre. Apps sind das Boom-Thema schlechthin. Wer keine App hat, ist für die meisten Smartphone-User nahezu unsichtbar – auf jeden Fall aber unsexy. Apps sind für Start-Ups die ideale Startrampe, man denke nur an Instagram, Uber oder Soundcloud. Keine Frage also: Apps haben die Art und Weise verändert, wie wir das Smartphone nutzen – und das Internet.

Apples App-Store feiert 10-jähriges; Rechte: Apple

Apples App-Store feiert 10-Jähriges

Gestartet mit 500 Apps

Die Idee geht auf das Konto von Steve Jobs. Anfangs hat er noch selbst entschieden, welche Apps im iPhone vorinstalliert sind. Ein Jahr später öffnete Apple sein iPhone für andere. Der App-Store war geboren: Mit 500 Apps ist der App-Store an den Start gegangen. Eine kleine Revolution damals, denn die Möglichkeit, beliebige Apps auf dem Gerät installieren zu können, das bedeutet eben auch gleichzeitig, aus jedem Smartphone ein höchst individuelles Gerät zu machen. Heute erscheint uns das logisch und selbstverständlich – damals war die Idee brandneu.

Der erste App-Store von Apple ist am 10. Juli 2008 an den Start gegangen, auf den Tag genau vor zehn Jahren also. Für Apple hat sich die Sache definitiv gelohnt. Nicht nur, weil das Unternehmen rund 30 Prozent aller über das Portal generierten Einnahmen kassiert (etwa 50 Milliarden für Apple in den vergangenen zehn Jahren), sondern vor allem, weil die Apps die Leute an ihre Geräte binden.

Hat man sich erst mal an bestimmte Apps gewöhnt und seine Daten hinterlegt, ist es oft schwierig, in eine andere Welt (Android) umzuziehen. Wer zum Beispiel seine Fitness mit einem Tracker überwacht und die Daten in Apple Health hinterlegt, bekommt sie dort nicht mehr raus. Es gibt viele solcher Beispiele.

https://vimeo.com/279220713

Zehn Jahre App-Store: Im Video erklärte Apple damals die Vorzüge von Apps

Für Apple ein riesiger Erfolg

Außerdem fallen bei der Nutzung des App-Stores jede Menge interessanter Daten an. Ob Gesundheitsdaten, Nutzungsdaten oder Konsumdaten. Die nutzt Apple zwar weniger intensiv als Google, aber ausgewertet wird ein großer Teil davon ganz sicher. So können die Online-Riesen zum Beispiel feststellen, welche Themen gerade gut laufen und verstärkt in dieser Richtung entwickeln. App-Stores sind bequeme Marktforschungstools. Darüber hinaus haben die Betreiber der App-Stores eine ungeheure Macht. Vor allem Apple, denn was nicht im App-Store ist, kann auch nicht benutzt werden – existiert also sozusagen nicht.

Rund zwei Millionen Apps gibt es heute im App-Store von Apple. Wow, oder? Das Problem ist allerdings: 98 Prozent der Apps sind mehr oder weniger unsichtbar. Weil auch im App-Store gilt: Success feeds success. Nur die erfolgreichen Apps erscheinen in Bestenlisten, werden empfohlen und geladen. Der (große) Rest vergammelt im App-Store. Aber: Immerhin hat jeder (s)eine Chance.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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