80 Prozent der Deutschen misstrauen Amazon, Google und Facebook

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80 Prozent der Deutschen misstrauen Amazon, Google und Facebook

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Google, Facebook, Amazon: Es sind die großen Unternehmen unserer Zeit, die zweifellos das Geschehen bestimmen – und nicht umsonst die Riesen an der Börse sind. Doch wir Deutsche sind offensichtlich skeptisch, ob die Unternehmen unser Vertrauen verdient haben. Denn laut einer aktuellen Civey-Umfrage für die Next Conference, die Ende der Woche in Hamburg stattfindet, haben 80 Prozent der Deutschen wenig oder gar kein Vertrauen in Google, Facebook und Amazon.

Drei von vier Deutschen misstrauen Google, Amamzon und Facebook; Rechte: Next Conference

Drei von vier Deutschen misstrauen Google, Amamzon und Facebook

Drei von vier Deutschen misstrauen den Big Three

Drei von vier Deutschen misstrauen also den großen US-Konzernen – und wünschen sich ausdrücklich mehr Regulierung. Ich halte das für einen klaren Auftrag an die Politik: Derartige Mehrheiten gibt es heutzutage selten. DIe Menschen wünschen sich vor allem deswegen Regulierung, weil es keine oder kaum Alternativen gibt – und weil sie nicht wissen, was ihnen die Unternehmen zumuten. Vor allem, was ihre eigenen Daten betrifft.

Nun ist die Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ein schönes Beispiel dafür, wie man es nicht machen sollte. Selten hat eine EU-Verordnung so viel Durcheinander und Unsicherheit in die Bevölkerung gebracht wie diese Vorschrift – ohne einen konkreten Nutzen zu bringen. Die Machtmonopole von großen Datenkonzernen – egal, ob sie in den USA sitzen oder künftig womöglich in China – muss mit anderen Mitteln beigekommen werden.

https://vimeo.com/290429626

Es muss was passieren: Drei von vier Deutschen misstrauen den großen Konzernen

Bequemlichkeit führt zu Trägheit

Glasklare Vorschriften, was erlaubt ist, was nicht und vor allem, welche Rechte Verbraucher haben, wären doch mal ein Anfang. Laut Civey-Studie nutzen die meisten dennoch die Dienste von Google, Facebook und Amazon. Vor allem, weil keine Alterativen bekannt sind. Wir alle wissen, dass das so nicht stimmt: Es gibt alternative Suchmaschinen, vor allem gibt es jede Menge Alternativen zu Amazon. Man kann fast alles auch woanders bestellen. Es ist die Bequemlichkeit, die zu Trägheit führt.

Nur zehn Prozent der Befragten glauben, dass es Netzwerken wie Facebook gelingt, in Zukunft verantwortungsvoller zu handeln. Kein gutes Zeugnis, das die Menschen den Unternehmen da ausstellen – und der Politik, deren Aufgabe es ist, die Menschen zu schützen. Wenn drei von vier Usern das Gefühl haben, im Netz nicht sicher zu sein, so ist das besorgniserregend und sollte zu Konsequenzen führen. Doch Konsequenzen sind wohl erst zu erwarten, wenn der nächste Skandal à la Cambridge Analytica über uns hereinbricht.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

19 Kommentare

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  3. …..wie per 08/2018 schon auf https://www.urjo.de/urjo-de-aktuell/#2018_8a geschrieben:
    Da ist aktuell nun noch die Frage, ob sich Internet-Projekte , deren benanntes Ziel es ist, jedem Internetnutzer seine eigene Datenhoheit zuzuweisen und zu garantieren, wie wohl z.B. OZG-Portal , Solid , … u.ä. (Verimi & netID wohl nicht!) , diesen gesteckten Zielen entsprechen und sich (bald) massenhaft nutzen lassen ? Dafür wird aber u.a. gebraucht, endlich gesetzlich ” die Pflicht zur Interoperabilität” einzuführen, so dass u.a. jedes “Social-Media”-Netzwerk (mittels APIs) mit jedem anderen kooperieren können muss…

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    • Aleksander am

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  5. Bazalar Maribel am

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    CARLOS YAMADA per E-Mail: (carlosyamadainvestment@gmail.com) Danke.

    ihr Kontakt:
    carlosyamadainvestment@gmail.com

  6. P. Gedoehns am

    Damit diese Unternehmen nicht noch größer werden, kann man sie boykottieren und nach Alternativen suchen, die noch nicht aufgekauft wurden.
    Amazon: Stattdessen gibt es den stationären Handel und kleine Webshops, die oft von stationären Händlern parallel betrieben werden. Oder ebay, wobei es sich auch um einen amerikanischen Konzern handelt, zu dem das fragwürdige Paypal gehört. Amazon ist das einzige mir bekannte Unternehmen, welches seine Preise je nach Interesse, also Zugriffszahl eines Nutzers kurzfristig erhöht.
    Facebook: Stattdessen gibt es persönliche Gespräche, Pflege von realen Freundschaften, Telefonate oder auch Mails. Wissen sollte man, dass auch Whatsapp zu Facebook gehört und es sich dabei um eine Schnüffel-App handelt, der man vor der Installation die Freigabe zum Schnüffeln erteilen muss. Auch für Whatsapp gibt es Alternativen.
    Google: Es gibt zahlreiche Suchmaschinen und auch die diskrete, inzwischen umbenannte Ixquick der niederländischen Fa. Surfboard. Wer Schnüffler wie Google-Analytics in seinem Browser nicht blockiert, ist selber schuld. Im Handel sind Navigationssysteme erhältlich, die ohne Google-Maps auskommen und ab und an mal ein Update benötigen.
    Niemand muss also auf diese Unternehmen zurückgreifen, wenn er nicht will. Ist er allerdings zu bequem veranlagt, sieht die Sache anders aus.

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Wieder einmal: Volle Zustimmung von mir:
      Wer asoziale Netzwerke wie dieses “Facebook”, Amazon, Google und Komplicen “nutzt” (besser: sich von ihnen benutzen läßt!), ist entweder selbst schuld oder bereits so abhängig, daß kein bewußt steuerbares Verhalten mehr vorliegt – wie bei allen Suchterkrankungen. –
      Wie Sie sagen, kann man aber statt Google etliche andere, “diskrete” Suchmaschinen nutzen oder/und gleich auf den Tor-Browser umsteigen.
      Und wenigstens zum Teil drehe man – wie ich – den Spieß um:
      Ich schaue bei Amazon nach einem Gegenstand, den ich benötige, und nach dessen Produktdetails, notiere mir alles – und zwar RICHTIG, nämlich mit einem Stift auf Papier! – und kaufe es dann im stationären Einzelhandel (ich habe mir sagen lassen, das nenne sich “Amazon-Bashing” ;-) ).
      Macht Spaß und verschafft mehr körperliche Bewegung als das suchtkranke Couch-Potato-Dasein…

      • “Amazon-Bashing” klingt krass – das gefällt mir.
        Produktinfos, Datenblätter, Rezensionen nachlesen, sich vor dem Einkauf möglichst gut (online) informieren … klar, und trotzdem wollen “sie” doch alle nicht nur unser Geld, sondern auch unsere Daten.
        Sie haben geldwerte Träume von Algorithmen, KIen, Datenauswertern, die Seitenaufrufe, Klicks, Kundenverhalten und wer-weiß-was-noch-alles verlässlich interpretieren.

        Zum Datensammeln sind Kunden auch offline interessant – Stichwort: Bonusprogramme.
        Der erste Amazon-Go-Laden eröffnete dieses Jahr, der Aufschrei war in manchen Kreisen groß.
        Seit 2015 gibt es in den USA “B8ta”. Dieses Unternehmen bietet Offline-Präsenzen/Galerien zum Angucken, Anfassen, Informieren über die Ware und generiert seinen Umsatz direkt von den Herstellern, die es mit neuem Denken und viel Service hofiert.
        B8ta vermisst auch Kundenverhalten.

        Und wenn ich mitbekomme, wie in unserem Deutschland über die “Elektronifizierung” womöglich sensibelster Gesundheitsdaten diskutiert wird, denke ich doch, dass die Online-Welt viel zu lange belächelt wurde und ihr heute nur mit wirklich diktatorisch anmutenden Mitteln noch beizukommen ist.

        Mündige Bürger, regulierende Politik?
        Wie denn, was denn, wo denn ?!?
        Da kann die Bundesregierung mMn noch so viele Beiräte oder Denk-Plattformen ins Leben rufen. Sie können für mich “eigentlich” nur der Grundstock für zukünftige Legislaturperioden und Regierungen sein. Fachkundige Arbeitsgemeinschaften mit interdisziplinärem Wissen und entsprechend praxistauglichen Empfehlungen. — Nicht, dass ich unserer Angela diesen Weitblick nicht zutrauen würde.
        Die ständig neuen und raffinierteren Möglichkeiten und Schreckgespenste des Internets halte ich für zu vielfältig als dass sie innerhalb kürzester Zeit mit Hand und Fuß der vielbeschäftigten Politik und dem ebenso beschäftigten “normalen Bürger” begreiflich gemacht werden könnten.

        Die Online-Züge rasen weiter und viele von uns drücken sich mit mir die Nasen an den schmutzigen, beleuchteten Bahnhofsfenstern platt – ungläubig, entsetzt, fasziniert oder einfach nur berauscht und möglicherweise unwissend.

        Bewusste Verweigerung, Boykott oder “Amazon-Bashing” geben mir als Kunden im ersten Moment ein Mit-mir-nicht-Revoluzzer-Gefühl, die längst bestehenden Online-Strukturen werden dadurch vllt aber noch ausgefeilter und hinterhältiger programmiert: Die wehren sich ja nur, weil ich nicht so will, wie sie es gerne hätten.

        Auch geht es bei “Google” nicht uuunbedingt um die Suchmaschine.
        Da gibt es bekannte Alternativen.
        Der Teufel sitzt im Detail. Z. B. im “Google-Modul” (fonts.)googleapis für den eigenen Internetauftritt, neben anderen Google-Angeboten, versteht sich – alles schön bequem aus einer Hand, wie bei Amazon-Prime.
        Interessierten kann “Webbkoll” vllt die Augen öffnen.
        – “A long train running” fällt mir da ein, mir Michel in der Suppenschüssel.

    • Eine Nachfrage zu eBay und PayPal:
      Anfang des Jahres war noch zu lesen, dass eBay ab 2020 bevorzugt mit dem niederländischen Dienst “Adyen” arbeiten wird.
      Ist diese Info inzwischen längst überholt und völlig veraltet, wissen Sie da vllt mehr drüber?

      • P. Gedoehns am

        Vielen Dank für den Hinweis. Leider war ich noch auf dem alten Stand. Paypal wurde zwar als ebay-Tochter gegründet, ist aber inzwischen selbstständig.
        Ebay will vermutlich mit Amazon konkurrieren und arbeitet mit Adyen zusammen, die für den Verkäufer keine Gebühren erheben und zusätzliche Zahlungsmethoden anbieten.
        Sollte ebay irgendwann ähnlich arbeiten wie Amazon, sollte man seine Käufe auch dort gut überlegen und auf den stationären Handel und deren Webshops zurückgreifen.

  7. Der o. g. Facebook-“Skandal” wurde (nicht nur) hierzulande doch erst zum Skandal hochgepuscht, weil darin eine weitere Chance gesehen wurde, sich Trumps zu entledigen bzw. ihn zu stürzen. Cambridge Analytica bzw. Trumps Social Media-Team haben seinerzeit lediglich die angebotenen Facebookschnittstellen kompetenter/cleverer (aus)genutzt, als Clintons Wahlkampf-“Strategen”.
    Die damit verbundene (kurzzeitige) Kritik an Facebook war hier nur vorgeschoben, Zuckerbergs Anhörung eine lächerliche Alibi-Farce und tatsächlich rief und ruft (bis heute) kein einziger, prominenter “Journalist” oder Politdarsteller konkret dazu auf, Facebook nicht mehr zu nutzen; seltsam, nicht wahr?
    M. E. unstrittig: wäre Clinton, mit analogen Digitalmaßnahmen, Präsidentin geworden, hätte (nicht nur) hierzulande kein Hahn danach gekräht. Was über “uns hereinbrach”, wie Sie schreiben, war vielmehr eine massenmedial, hysterisch aufgeblähte Anti-Trump-Kampagne, die (wie viele andere auch) erbärmlich scheiterte! Zur Klarstellung: ich mag weder Trump noch Clinton und Facebook schon gar nicht.
    Wenn angeblich deutsche User zu 80% den o. g. Konzernen misstrauen, aber deren “Services” trotzdem nutzen, dann sind diese 80% entweder außerordentlich dämlich oder können sich schlicht dem narzistisch-gesellschaftlichen Sog der Schwarmintelligenz(/-idiotie) nicht (mehr) entziehen!? Die Antwort liegt, wie so oft, vermutlich irgendwo dazwischen…

  8. Soweit braucht man im blog nicht zurückgehen um die Ursachen zu finden:
    https://blog.wdr.de/digitalistan/besser-suchen-als-google-geht-das/
    Der dumme user wird’s schon falsch machen, inclusive Vergesslichkeit, und der user ist auch immer schuld. Hier können soviele Skandale kommen wie wollen, wirklich ändern wird sich erst etwas, wenn der user seine Daten nicht mehr tauschen muss, sondern verkaufen kann. Mit jeder Nutzung gelingt es den Herren von Android oder iOS jeden user eindeutig zuzuordnen, wenn nicht jetzt, dann eben später. Da diese Zuordnung fürs Geschäft nötig ist oder zumindest diese Notwendigkeit nicht in Frage gestellt wird, hilft auch keine DSGVO und es helfen auch keine Krokodilstränen. Microsoft hatte mal ein Bezahlmodell, als gute Software noch für gutes Geld verkauft worden ist. Da haben alle auf den Monopolisten Microsoft eingeprügelt und die software schwarz kopiert. Als jemand (Google) eine Wette auf die Zukunft eingegangen ist, hat keiner dagegen gehalten. Seitdem rennt Microsoft dem abgefahrenen Zug hinterher und versucht seine Nutzer noch mehr auszuforschen als die Konkurrenz.
    Wenn Windows-Phone nicht eingestellt, sondern gegen gutes Geld und ohne Spionage weiterbetrieben und weiterentwickelt würde, könnten die 80 % ihrem Unwohlsein vielleicht abhelfen. Durch das letzte Wahlergebnis kam Dorothea Bär zu Amt und Würden, da müssten ein 80 % Unwohlsein nach herrschendem Demokratieverständnis doch eine Steilvorlage für die drohende Landtagswahl sein. Aber weit gefehlt: 30% Ausländerphobie sind als Vorlage viel steiler…

  9. Dafür ist das alles bei den Menschen schon zu sehr verankert. Kleine Alternativen? Keine Chance oder werden dann aufgekauft. Geld regiert die (neue und alte) Welt.

  10. Misstrauen, aber dennoch nutzen: Der Klassiker. Genau wie bei Modern Talking: Keiner hat die Musik gehört, aber die Scheiben hatten Platin-Erfolge.

  11. “Doch Konsequenzen sind wohl erst zu erwarten, wenn der nächste Skandal à la Cambridge Analytica über uns hereinbricht.”
    Der Nachfolgeskandal ist schon längst da, juckt hierzulande nur kaum jemanden,
    siehe z. B.:
    fm4.orf.at/stories/2917123
    “… und der Politik, deren Aufgabe es ist, die Menschen zu schützen”.
    Schützen? Oh je, jetzt wird’s aber ein wenig blauäugig! ;)
    Und warum sollte gerade die deutsche “Politik” auf das Misstrauen der Menschen gegenüber – freiwillig(!) genutzten – US-Dienstleistern überhaupt reagieren?
    Die ist – sowohl als unmittelbarer Profiteur daraus resultierender, geheimdienstlicher Informationen als auch als eifriger Informationslieferant- bisher noch jeder vorgegebenen Marschrichtung der “Five Eyes” gehorsam gefolgt, siehe z. B.:
    netzpolitik.org/2017/neue-ueberwachungsplaene-innenminister-will-hintertueren-in-digitalen-geraeten
    oder auch
    fm4.orf.at/stories/2935353
    Nix wird sich ändern – rein gar nix!

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