Abgesang auf einen Player

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Abgesang auf einen Player

Kommentare zum Artikel: 7

Es gab Zeiten, da war der Flash-Player auf fast 99 Prozent aller Desktop-Rechner im Einsatz. Ein Standard im besten Sinne: Praktisch jeder hatte die kostenlos erhältliche Erweiterung installiert. Geld verdient hat Hersteller Adobe mit Software, die das Bereitstellen von Inhalten für den Flash-Player ermöglicht hat. Und solche Tools waren und sind sehr teuer. Ein gutes Geschäft für den Flash-Erfinder Adobe.

Lange Zeit haben viele Webseiten Flash vorausgesetzt, etwa um bunte Animationen in der Menüführung anbieten zu können. Auch viele interaktive Elemente wurden wie selbstverständlich mit Flash realisiert. Selbst Werbe-Banner haben auf Flash gesetzt – weil sich Produkte so bunter und auffälliger präsentieren ließen. Später wurden auch die meisten Videos zunächst im Flash-Format abgespielt.

Steve Jobs hat Adobes Flash-Player immer abgelehnt

Steve Jobs hat Adobes Flash-Player immer abgelehnt

Steve Jobs war ein Gegner von Flash

Doch Steve Jobs hatte sich der ungeheuren Sogwirkung dieses populären Players widersetzt. Der Apple-Chef wollte sein iPhone partout nicht mit Flash ausstattten. Sein Argument: Zu unsicher. Und er sollte Recht behalten. Adobes Flash-Player ist schon lange ein erhebliches Sicherheitsrisiko, ja sogar ein Ärgernis. Unzählige Schnüffeleien und Hacks gehen auf das Konto des kostenlosen Players, der auf so vielen Rechnern installiert und deswegen für Betrüger ein attraktives Ziel ist.

Mittlerweile setzen viele HTML5 ein und verzichten vollständig auf Flash. Bei YouTube ist das schon länger so. Jetzt hat auch Facebook den Stecker gezogen: Facebook hat seinen Videoplayer komplett auf HTML5 umgestellt. Videos im Newsfeed von Facebook werden ab sofort mit HTML5 realisiert. Flash verliert dadurch immer mehr an Bedeutung. Man kann es sich heute leisten, ohne Flash auszukommen.

Der Web-Standard HTML5 wird mittlerweile von allen modernen Browsern unterstützt. Wer keinen ganz alten Browser benutzt, der kommt auch mit HTML5 klar – und das ohne Sicherheitsrisiken wie bei Flash. Ganz verzichten will Facebook aber nicht auf Flash: Viele Spiele im Facebook-Netzwerk setzen nach wie vor Flash voraus. Angeblich wollen Facebook und Adobe durch eine enge Zusammenarbeit die Sicherheit gewährleisten.

Adobe Systems Inc.; Rechte: dpa/Picture Alliance

Facebook und Adobe sind feige

Das ist ganz schön feige von Facebook. Das Social Network wäre gut beraten, komplett und vor allem konsequent auf Flash zu verzichten. Das wäre mal ein starkes Signal. Wozu warten? Adobe glaubt längst selbst nicht mehr an sein einstiges Vorzeigeprodukt. Der Softwareentwickler empfiehlt mittlerweile Entwicklern, auf HTML5 zu wechseln.

Keine Frage: Mit Flash ist kein Staat mehr zu machen. Im Grunde wäre es besser, auch Adobe würde sich endlich von seinem Grusel-Player verabschieden, den Player konsequent aus dem  Netz nehmen. Dann wäre der Weg geebnet für eine neue Ära. Flash gehört ins Museum. Hier könnte Mark Zuckerberg von Steve Jobs lernen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Comments

  1. Wolfgang am

    „Facebook und Adobe sind feige“, ach nee.. und was ist mit dem Westdeutschen Rundfunk?? auch hier laufen díe meisten Videos AUSSCHLIEßLICH!! mit „Flash“. Also lieber Jörg: erstmal vor der eigenen Türe kehren und mal die Kollegen Webmaster und Co. des WDR bekehren, OK?☺!

    • Frederic am

      Dem Kommentar von Wolfgang kann ich nur zustimmen! Herr Schieb sollte grundsätzlich mal vor seiner eigenen Tür kehren und zum Beispiel die Spam-Mails mit der Absenderadresse seiner Firma eload24.com einstellen!
      Peinlich, dass dieser Mensch mit unseren „Rundfunkbeiträgen“ finanziert wird.

  2. Ich habe eine@Adresse; Ich bin bei google u. twitter akountregistriert. Das reicht mir zur Zeit. Natuerlich kann ich ueber einige Themen im Internet Mitdiskutieren oder aber auch Monologe verfassen und mir eine Meinung bilden. Die Gedanken sind und bleiben frei, wie immer es auch sei.

  3. SUCHTFREI! am

    Es ist außerordentlich zu bedauern, dass der WDR nicht nur seinerseits einen Account in dem asozialen Netzwerk namens „Facebook“ unterhält, sondern obendrein auch noch – wie hier – mittelbar oder unmittelbar WERBUNG für dieses SUCHTMITTEL macht: Dass es ein solches ist, darf als erwiesen gelten: Herr Schieb und KollegInnen: Für Sie sollten die Titel „Digital Junkies“ von Dr. Bert Te Wildt und „Cyberkrank“ von Prof. Dr. Manfred Spitzer Pflichtlektüre sein, haben Sie doch als Mitarbeitende eines Massenmediums große Verantwortung: Sie kämen ja auch nicht auf die Idee, hier öffentlich für den Konsum von Heroin, Crack oder Crystal Meth zu werben oder sich gar als Konsumenten oder z.B. als Alkoholabhängige zu outen, oder…?
    Nicht viel anders wirken aber die Suchtphones und die asozialen Netzwerke: Die Hirnforschung hat bei Konsumenten der asozialen Netzwerke wie bei Computerspielsüchtigen nachgewiesen, dass bei Zufuhr der Droge bei ihnen exakt dieselben Gehirn-Regionen aktiv werden wie bei Alkoholikern und Cracksüchtigen bei Zuufuhr von DEREN Drogen: Gibt Ihnen das nicht zu denken…?

  4. Max Anderson am

    Die Fragen die ich mir dazu stelle ist:
    Warum ist Flash nach wie vor ein fester Bestandteil der Microsoft Betriebssysteme ?
    Und warum kann ich diese sicherheitstechnische Totalkatastrophe nicht aus diesem System verbannen (verbrennen , zerteilen , mörsern, vernichten, vertreiben, entwurzeln, löschen) ?
    Das EU Parlament beschließt zwar fleißig im Datenschutz – und Sicherheitsbereich doch letztlich führen Windows 10 und auch Flash diese Gesetze ad absurdum.
    Ein Mann im Anzug will grundsätzlich immer nur mein Geld, Microsoft und Adobe immer meine Daten.

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