Aibo kommt wieder, jetzt mit KI

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Aibo kommt wieder, jetzt mit KI

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Kennt Ihr Aibo? Der Robotorhund von Sony war jahrelang ein niedliches Aushängeschild der japanischen Firma. Der anfangs rund 2500 Dollar teure Hightech-Wauwau konnte sich – mit Sensoren, Kamera und Mikrofon ausgestattet – einigermaßen sicher in einem Raum bewegen.

Sonys Robothunder Aibo macht es sich Zuahsue gemütlich; Rechte: Sony

Sonys Roboterhund Aibo macht es sich zuhause gemütlich

KI sorgt für deutlich mehr Regungen

Es gab zwar mehrere Modelle, doch 2006 wurde Aibo dann wieder eingemottet. Irgendwie konnte man damit nicht genug Geld verdienen. Und jetzt? Zieht Sony ein Aibo Reloaded aus dem Hut – und präsentiert ihn auf der Hightechmesse CES in Las Vegas. Dort irrt er allerdings eher unkontrolliert umher. “Die Lautstärke irritiert ihn”, sagt das Standpersonal.

Der neue Aibo kann viel mehr als seine Urahnen. Dafür sorgt die eingebaute künstliche Intelligenz (KI). Sie soll es dem Roboterhund ermöglichen, besser auf seine Umwelt zu reagieren. So erkennt Aibo nicht nur ein Lächeln im Gesicht des Herrchens (oder Frauchens) oder freundliche Worte, sondern kann auch – dank überall versteckter, zusätzlicher Sensoren – Streicheln an Kopf oder Rücken erkennen. Die KI sorgt dafür, dass sich Aibo mit der Zeit immer mehr an den Menschen anpasst. Wirft der lieber Stöckchen oder streichelt er bevorzugt stundenlang? Die KI registriert es und setzt es um.

https://vimeo.com/250240638

Rund 1.500 EUR – plus Zusatzkosten

“Wenn er sich geliebt fühlt, zeigt er seinerseits noch mehr Liebe und Zuneigung”, behauptet Sony. Es ist zwar bekannt, dass Roboter durchaus emotionale Reaktionen im Menschen auslösen und deshalb im Pflegebereich eine Hilfe sein können, aber dass ein Roboterhund “Liebe und Zuneigung” empfinden und damit zeigen kann, ist doch eher unwahrscheinlich. Nein: Es ist hochgradiger Unsinn.

Ich frage mich, wieso man 1.500 EUR zahlen soll, um sich einen Roboterhund nach Hause zu holen, dem nach zwei Stunden der Akku ausgeht? Und wieso “Künstliche Intelligenz” dafür eingesetzt wird, einem Spielzeughund so etwas wie “Leben” einzuhauchen. Haben wir wirklich keine anderen Sorgen? Doch vermutlich lotet Sony aus, was wir Vierbeiner aus Fleisch und Blut bereit sind, für Haushaltsroboter auszugeben.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

5 Kommentare

  1. Hätten Sie zu den ersten Motor-betriebenen Fahrzeugen auch “Unsinn, das wird nie ein SUV!” gesagt?

    Natürlich wird dieser Blog in Japan kaum gelesen. Dennoch missachten sie bei Ihrer Bewertung vollständig die japanische Kultur. Deshalb ist der Blog auch hier nichts wert.

    • Als Düsseldorfer ist es unmöglich, die japanische Kultur zu ignorieren. ;-) Ich profitiere davon starl, schon allein kulinarisch. Ich bestreite auch nicht, dass es auf dem japanischen Markt dafür eher Absatzchancen gibt als hier. Es ist meiner Ansicht nach aber dennoch erlaubt und sogar meine Pflicht, mir zu überlegen, welchen Wert derartige Innovationen hier haben, bei uns. Was auf dem Mars sinnvoll ist, kann auf der Erde schädlich sein.

  2. In Japan herrscht außerdem eine andere Sichtweise auf unbelebte Dinge, ihnen wird traditionell stärker eine “belebte” Seite zugesprochen als in Europa.

  3. Hier wurde sich nicht mit dem Zusammenhang zwischen der japanischen Kultur, menschlichen Empathie und das Problem das in Japan wenig Platz für die Tiere (in Städten) ist.

    Es gibt eine schöne Dokumentation, wo selbst ältere Menschen den alten aibo noch haben und traurig sind das es keine Ersatzteile gibt. In den kleinen Wohnungen in Japans Großstädten hat nicht jeder den Luxus ein Tier halten zu dürfen.
    Da finde ich den aibo doch besser, denn er soll halt das Gefühl vermitteln was ein echter hund auch tun würde. Klar es ist nicht das selbe, aber Menschen die alleine sind oder kein Tier haben können da keine Zeit sich aber gerne etwas Gesellschaft wünschen würden, für die finde ich das gut. Ob das in Deutschland sich breit verkaufen wird bezweifle ich stark. Für Japan ist das sicher eine schöne Neuigkeit.

    • Danke für den Hinweis. Ja, es stimmt, dass man in Japan aufgeschlossener ist, was den EInsatz von Robotern anbelangt. Ich habe es ja auch kurz hier angedeutet. Allerdings wird dieser Blog meines Wissens in Japan kaum gelesen, daher konzentriere ich mich auf hiesige Aspekte. :)

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