Am Ende der Fahnenstange – ist das Smartphone einfach ausentwickelt?

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Am Ende der Fahnenstange – ist das Smartphone einfach ausentwickelt?

Kommentare zum Artikel: 12

Jahrelang ging es auf dem Smartphone-Markt Schlag auf Schlag. Flacher. Leichter. Größer. Schärfer. Heller. Und vollgepackt mit immer mehr Technik. Jahr für Jahr eine neue Generation. Wer aber hungrig ist auf wirkliche Innovation, der wird auf dem Mobile World Congress in Barcelona nicht mehr so schnell fündig – mein erster Gang durch die Messehallen gestern fühlte sich an wie ein Wiedersehen mit alten Bekannten.

Es ist also nicht nur das Samsung Galaxy S9, bei dem man die Unterschiede zum S8 äußerlich schon mit der Lupe suchen muss. Auch dessen Kamera, die mit der ersten mechanischen Blende in einem Smartphone glänzt und bessere Bilder bei Dunkelheit verspricht, ist für Durchschnittskäufer nicht unbedingt ein Muss. Auch an den Ständen anderer Hersteller gibt es kaum etwas, was man so nicht schon einmal gesehen hätte. Und für Google und Apple, die den Mobile World Congress traditionell schwänzen, gilt für neue Geräte seit Jahren: leichte Evolution statt großer Revolution.

Smartphones, wie wir sie heute kennen, sind ausentwickelt, und vermutlich werden sich die Geräte, die wir in fünf Jahren in der Hand halten werden, nicht groß von den heutigen unterscheiden. Ihre Funktionsvielfalt wird zunehmen: In Deutschland verbreitet sich das Bezahlen per Smartphone noch immer zögerlich. Die Geräte dienen auch immer öfter zur Identifikation per QR-Code. Smartphones werden zunehmend zur Fernsteuerung für das Internet der Dinge. Auch mit diesen Entwicklungen beschäftigen wir uns aber schon seit geraumer Zeit.

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Haben Smartphones das Ende der Fahnenstange erreicht? – WDR 5 Leonardo über den Mobile World Congress in Barcelona.

Die Smartphone-Hersteller sind dabei auch Opfer ihres eigenen enorm engen Taktes geworden. Große Modelle erhalten einmal im Jahr ein Update – mit diesem Tempo hält die Entwicklung der Smartphone-Technik aber kaum Schritt. Gleichzeitig scheint der Markt gesättigt: In meinem Umfeld nehme ich wahr, dass Menschen heute viel häufiger auf ältere Modelle setzen und – bleiben wir einmal bei den Flaggschiffen – auch heute noch mit einem iPhone 6S oder einem Galaxy S7 gut leben können. Mal ganz davon zu schweigen, wie hervorragend man auch mit der Smartphone-Mittelklasse fährt.

Es sind also die anderen Themen, die den Mobile World Congress stärker beherrschen: der neue Mobilfunkstandard 5G zum Beispiel, für dessen Umsetzung sich die Deutsche Telekom in Barcelona wieder selbstbewusst als Totengräberin der Netzneutralität hervortut. Oder das Internet der Dinge und damit die Vernetzung aller möglichen technischen Gegenstände, die uns umgeben. Beim Smartphone aber sollten wir uns daran gewöhnen, dass die größten Sprünge zurzeit erst einmal gemacht sind.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

12 Kommentare

  1. Horst Heinerle am

    Ha, und ich habe die allerneuste Neuerung die ein Smartphone nur haben kann.
    Es ist aufs wesentliche reduzierte, ein ganz einfaches Menu, schwarz weiß Display, dafür hält es zwei Wochen. Ich kann damit anrufen, und angerufen werden. Wer wirklich was will, ruft mich einfach an oder ich. Es ist klein, robust und kann auch mal runterfallen. Kostet um die 40 Euro und ist von NOKIA !
    Ich sags euch, da schmeißt ihr eue komischen Dinger weg dagegen…

  2. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    “Am Ende der Fahnenstange – ist das Smartphone einfach ausentwickelt?”
    Wie segensreich wäre es, wenn das als das Ende des Suchtphones insgesamt so zu verstehen wäre – und wie schön wäre es, wenn hier endlich damit aufgehört würde, immer weiter regelrecht für diese Sucht- und Überwachungsgeräte zu betreiben!
    Den jüngsten Sucht-Beweis berichtet der WDR heute selbst:
    https : / / www1 . wdr.de / mediathek / audio / wdr2 / audio – social – media – nutzung – abhaengigkeit – oft – vorhanden – 100 . html .
    Für Herrn Horn wahrscheinlich wieder was zum Löschen, da zu wahr…

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      “…immer weiter regelrecht WERBUNG für diese Sucht- und Überwachungsgeräte zu betreiben!” sollte es heißen, sorry!

    • @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Zur problematischen und umstrittenen Bezeichnung dieser Phänomene als “Sucht” habe ich mich ja an anderer Stelle bereits geäußert: https://blog.wdr.de/digitalistan/internetabhaengigkeit-krankheit-abhaengigkeit-droge-sucht-gesundheit-drogenbeauftragte/

      Ansonsten bleibt es bei den Ihnen gut bekannten Blogregeln. Wir sehen keine Veranlassung, Ihre Kommentare zu löschen, solange Sie sich daran halten. Danke für Ihre Verständnis.

        • Dennis Horn am

          @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Ich hoffe, dass Sie die positiven Aspekte der Social-Media-Nutzung, die dieses Dokument nennt (in dem der Begriff der “Sucht” zwar schön prominent auf dem Titel steht, im Text selbst aber ebenfalls differenziert behandelt wird) ebenfalls zur Kenntnis nehmen.

          Bitte beachten Sie dennoch, dass dies nicht Thema des Blogartikels ist – gemäß den Blogregeln löschen wir Kommentare, die sich nicht auf das ursprüngliche Thema beziehen. Sie haben Ihre Punkte dazu mittlerweile unter diversen Blogartikeln hinreichend klargemacht.

          • Dennis Horn am

            @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Blogregeln und vermeiden Sie ständige Wiederholungen des immer gleichen Inhalts – danke!

  3. Eine Neuerung finde ich schon super. Das im Bild gezeigte Smartphon ( wie eine Schutzhülle ) das man aufklappt und somit ein “Tablet ” hat ist m.E. noch nicht auf dem Markt. Oder ?

  4. Was ich mir für mein nächstes Smartphone wünsche (habe noch ein S5 und bin soweit zufrieden), wäre ein Hi-Res-Audiochip, der meine FLAC-Sammlung adäquat abspielen könnte. Eine bessere Kamera ist auch immer schön, aber sonst… die Bildschirm-Auflösungen übertreffen ja z.B. schon länger das Auflösungsvermögen des menschlichen Auges :)

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