Alexa bekommt Gesellschaft – meine ersten 24 Stunden mit Google Home

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Alexa bekommt Gesellschaft – meine ersten 24 Stunden mit Google Home

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Zumindest Zickenkrieg gibt’s wohl keinen. Auf die Frage, ob sie Alexa kenne, antwortet mir die Stimme aus dem Google-Lautsprecher: „Ich finde sie super zuverlässig. Sie liefert ja immer.“ Alexa ist da etwas distanzierter und meint, sie kenne ihre Mitbewerber nur vom Hörensagen. Das hat sich nun geändert, denn wir haben einen neuen Mitbewohner: Google Home, den ersten direkten Konkurrenten für den Echo-Lautsprecher von Amazon. Jetzt gibt es das Gerät auch in Deutschland zu kaufen.

Es ist fast unmöglich, die beiden smarten Lautsprecher getrennt zu betrachten, denn dafür sind sie zu ähnlich: Mit beiden kann ich nun Musik hören, Smarthome-Geräte ansteuern, Punkte auf die To-do-Liste setzen, Timer stellen oder mir Fragen beantworten lassen, wenn ich zu faul bin, übers Smartphone oder den PC nach den Antworten darauf zu googeln.

Weil sich Amazon Echo (rund 130 Euro) und Google Home (rund 150 Euro) so ähneln, beginnen wir am besten mit den Unterschieden – und zuerst beim Design. Der Google-Lautsprecher sieht zwar verdächtig stark nach Lufterfrischer aus, ist aber definitiv unauffälliger als die Konkurrenz. Er ist nur halb so groß und wirkt nicht direkt wie ein Techgadget. Egal, wo im Haus ich ihn platziert habe – er fällt fast gar nicht auf.

Google Home

Die graue Basis des Lautsprechers lässt sich austauschen. In Deutschland geht Google zusätzlich mit den Farben „Kupfer“ und „Karbon“ an den Start, später folgen wohl weitere. Warum auch nicht – ein ordentlicher Teil der Apple-Watch-Umsätze kommt ja auch durch Armbänder zustande.

Gewöhnungsbedürftig finde ich persönlich das Touchpad auf dem Gerät. Beim Amazon Echo nutze ich im Vorübergehen recht häufig das Rad auf der Oberseite, um die Lautstärke zu verstellen – so geht es schneller als per Sprachbefehl. Beim Google Home müsst ihr dafür mit dem Finger einen Kreis auf der flachen Oberseite des Lautsprechers zeichnen. Das ist komplizierter. Gleichzeitig reicht ein Tipp, um die Audiowiedergabe anzuhalten – eine Funktion, die der Amazon-Konkurrenz fehlt.

Smarthome-Funktionen nutze ich selten – bis auf ein paar LED-Leuchten, die in meinem WLAN hängen. Umso mehr ist mir aufgefallen, wie gut deren Steuerung funktioniert. Beim Amazon Echo brauche ich hin und wieder mehrere Anläufe, bis ich über das „korrekte Sprachkommando“ auch die richtige Lampe erwische. Anders läuft es mit der Steuerung meines Spotify-Kontos – hier stehe ich mit dem Google-Lautsprecher auf Kriegsfuß, wenn es um Funktionen wie den Zufallsmodus oder Wiederholungen geht.

Der größte Unterschied aber ist der, was Google Home im Gegensatz zu Amazon Echo an Informationen ausspuckt. Immerhin kann Google auf die komplette Palette der eigenen Dienste und die unendlich großen Datenmengen seiner Suchmaschine zurückgreifen. Das Gerät kann euch beantworten, wann bestimmte Unternehmen gegründet wurden, wie oft einzelne Prominente verheiratet waren oder woraus Luft besteht.

Google Home

Mit Google Home lassen sich auch die Chromecast-Geräte von Google steuern. Damit ist zum Beispiel die Anzeige von YouTube-Videos auf dem Fernseher per Sprachsteuerung möglich.

Bei den vielen Fragen, die ich dem Gerät gestellt habe, ist mir kein einziger Fehler aufgefallen. Manche Fragen beantwortet mir das Gerät für meine Begriffe trotzdem zu knapp: „Wie groß ist Dormagen in Hektar?“ Die Antwort: „8.550 Hektar“. Aber hat das Gerät wirklich „Dormagen“ verstanden? Schließlich ist die intelligente Spracherkennung hin und wieder noch wackelig – und außerdem besteht die Gefahr, dass sich in Suchergebnisse auch Falschmeldungen oder Werbung mischen.

Faszinierend dagegen: wie gut Google Home den aktuellen Kontext erfasst. Ein Beispiel: „Okay, Google, wo ist die nächste Apotheke?“ „Die Adresse lautet Hauptstraße 4.“ „Okay, Google, hat sie geöffnet?“ „Sie ist im Moment geschlossen und öffnet am Dienstag um 8.30 Uhr.“ „Okay, Google, wie lautet die Telefonnummer?“ Das funktioniert beeindruckend gut. Nur das ständige „Okay, Google“ für jede einzelne Rückfrage nervt. Hier würde ich mir für zukünftige Updates die Möglichkeit „echter Gespräche“ wünschen.

So sehr sich bemerkbar macht, wie gut das Gerät auf die hauseigenen Google-Dienste zurückgreifen kann, so sehr macht sich an anderer Stelle übrigens bemerkbar, was es noch nicht kann. Mir fehlt zum Beispiel eine Möglichkeit, mein Android-Smartphone anzusprechen. Die Aufforderung, an einen bestimmten Kontakt eine SMS zu schicken, schlägt fehlt. Toll wäre auch, den Lautsprecher als eine Art Freisprecheinrichtung fürs Smartphone nutzen zu können. Google arbeitet daran nach eigenen Angaben.

Google Home

Kann Google Home vorerst im Karton bleiben? Potenzial hat der Lautsprecher – zurzeit ist er aber höchstens ein leicht besserer Amazon Echo.

Nach den ersten 24 Stunden mit dem Gerät wirkt Google Home für mich höchstens wie ein leicht besserer Amazon Echo: Es sieht besser aus, spuckt mir mehr und bessere Informationen aus und steuert das Smarthome etwas zuverlässiger. An anderen Stellen, die ich am Amazon-Lautsprecher lieb gewonnen habe, hakt es dagegen – vor allem bei der Musikwiedergabe. Wer also schon dafür bezahlt hat, sich mit Alexa unterhalten zu dürfen, darf das beruhigt weiter tun: Der Amazon Echo ist weiter auf der Höhe der Zeit.

Das allerdings ist nur der Status jetzt. Google Home scheint mir am Ende das größere Potenzial zu haben, allein durch den Zugriff auf verschiedene Google-Dienste und die mögliche Zusammenarbeit mit Android-Smartphones. Die Frage bleibt nur, ob man das möchte. Es ist auch bei diesem Gerät die alte Abwägung: Ist es die Bequemlichkeit wert, dass Google uns noch besser kennenlernt und an sein Ökosystem bindet?

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

23 Kommentare

  1. Sören_Ne am

    Ein schön geschriebener Testbericht. Die Diskussion rund um Smart Home und die damit verbundene Vernetzung finde ich sehr spannend. Ich bin der Meinung, dass jeder Nutzer selbst wissen muss wie er mit seinen Daten umgeht und was er Preis gibt. Für mich ist die Nutzung dieser Geräte nur eine Änderung des Nutzerverhaltens. Suchanfragen werden z.B. nicht mehr bei Google eingegeben sondern eben per Sprachbefehl erteilt. Die erfassten Daten ähneln sich und man kommt nicht drumherum Daten preis zugeben. Klar wird dann damit ein umfassendes Nutzerprofil erstellt, aber es ist eben auch hilfreich. Fragen sind schneller beantwortet.
    Wem die Produkte von Google, Amazon oder Apple nicht gefallen, der kann immer noch selbst Hand anlegen und sein eigenes System bauen. Anleitungen gibt es zu hauf im Netz und die entsprechende Technik in diversem Shops. Mit Geschick und Verstand ist dann auch eine eigenes unabhängiges Smart Home System möglich, aber ohne den Komfort einfach den Stecker einzustecken und die Konfiguration schnell vornehmen zu können. Ich denke, dass ist auch ein Aspekt der viele Nutzer dazu bewegt ihre Daten eher undurchdacht preis zugeben. Wie gesagt muss letzten Endes jeder Nutzer selbst wissen, wie er dazu steht. Die Zielgruppe dieser Geräte ist sich über Folgen meist im Klaren.

    • Dennis Horn am

      @Sören_Ne: Danke für Ihren Kommentar. Bitte beachten Sie nur unsere Blogregeln und vermeiden Sie Links zu kommerziellen Onlineangeboten, insbesondere zu Shops. Wir haben diesen Link aus Ihrem Kommentar entfernt.

  2. Es ist für mich immer wieder erschreckend festzustellen, wie schnell Menschen bereit sind, sich freiwillig der totalen „Überwachung“ hinzugeben.
    Es ist noch nicht lange her, da gingen Abertausende auf die Strassen und hatten genug von der gefühlt „allgegenwärtigen“ Stasi. Genug von Überwachung. Damals wurde es im Westen als Skandal empfunden dass die DDR Ihre Regierungsstrecke vom Alex bis Wandlitz mit Videokameras überwachte. Heute gibt es kaum noch öffentliche Orte wo wir nicht überwacht werden und niemand regt sich mehr darüber auf, natürlich icht, die neue Überwachung dient ja nur unserer Sicherheit…
    Das eine XBox Kameras besitzt die auch noch per Infrarot im dunkeln funktionieren, wen interessierts? Fragt sich wozu muss ein „Spielzeug“ sowas können? Wozu eine Mimik-Erkennung haben?
    Edward Snowdens Enthüllungen geraten immer mehr in Vergessenheit, wie alles.
    Nach Snowden sind die drei gefährlichsten Firmen Google, Facebook und Dropbox.
    Wir stellen uns heute die Abhöranlagen selber in die Wohnung, der Geheimdienst muss sie nicht mehr mühsam unter der Tapete verstecken.
    Unsere Stasiakten legen wir uns bei Facebook und Co. selber an. Mal ehrlich die Stasi wäre begeistert gewesen, wenn es damals schon Facebook gegeben hätte.
    Technik begeistert? Ja, auch ich bin von Technik begeistert, gerade im Hinblick darauf, was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Aber leider ist der Mensch ein Mensch oder besser gesagt die Herrschenden und Politiker ändern sich nicht. Es war leider schon immer so, dass alles was technisch machbar ist, irgendwann auch eingesetzt wird. Und es bleibt zu befürchten, dass sich dies nicht mehr ändern wird.
    Und die, die uns am lautesten erklären wie demokratisch sie sind und dass sie die Freiheit auf der Welt verteidigen, sind eigenartiger Weise die, die auch immer wieder bewiesen haben, dass sie alles was machbar ist auch nutzen. E gibt bisher nur ein einziges Land, das skrupellos die Atombombe gegen Menschen eingesetzt hat! Und aus diesem Land kommen oftmals die neuesten technischen Errungenschaften. Und die größte Spionage weltweit. Und genau dieses Land will allen anderen vorschreiben, was sie haben dürfen und was nicht. Die aktuelle Lage zeigt gerade drastisch wie wichtig es ist, wenn man auch mal dieses Land kritisch hinterfragt. In der damaligen DDR durfte man nichts gegen den „großen Bruder“ sagen, daran scheint sich bis heute nicht viel geändert zu haben, nur das der Big Brother heute auf der anderen Seite des Atlantik sitzt.
    Wenn wir heute nicht aufpassen, dann werden wir oder unsere Kinder irgendwann in einer Welt leben (hoffentlich noch vorhandenen) die uns nicht mehr gefallen wird. Aber solange es ein Sixpack beim Aldi gibt und Nachmittagssoaps, wird der Durchschnittsbürger zufrieden vor der Glotze hängen, er muss dann nictmal mehr selber zum Aldi sein Sixpack holen, sein intelligenter Kühlschrank erledigt dass.
    Willkommen in einer schönen neuen Welt.

    • Dennis Horn am

      @Alec: Danke für den langen Kommentar und den Beitrag zur Debatte.

      Mir fehlt in Ihren Ausführungen eine ganz wichtige Unterscheidung: die Frage, ob diese „Überwachung“ von einem Staat oder einem Unternehmen ausgeht. Sie setzen Kinect-Kamera der Xbox mit öffentlicher Überwachung gleich. Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied: Die Entscheidung, ob ich mir die Kinect ins Wohnzimmer stelle, treffe ich selbst. Die Entscheidung, ob ich durch Kameras im öffentlichen Raum überwacht werde, kann ich nicht selbst treffen.

      Zum Problem wird es, wenn sich staatliche Akteure nun Zugriff auf die von Privatunternehmen angehäuften Daten oder von Privatleuten angeschaffte Technik verschaffen. Das geschieht, wie die Enthüllungen von Edward Snowden gezeigt haben. Und da gibt es nun mehrere Möglichkeiten:

      – Wir können zum Beispiel an die Datenmonopole selbst ran, wie sie nun über die Jahre bei Facebook oder Google entstanden sind. Das ist einer meiner Vorschläge für eine Regulierung von Facebook und anderer Unternehmen, die ich letzten Monat unter https://blog.wdr.de/digitalistan/facebook-ist-kein-normales-unternehmen-und-muss-reguliert-werden/ gemacht habe. An die Datenmonopole ranzugehen, kann im Extremfall auch bedeuten, über eine Trennung von Onlinedienst und Datenspeicherung nachzudenken.

      – Wir können mit einem scharfen Blick darauf achten, was staatliche Akteure da überhaupt tun. Das passiert im Journalismus, das geschieht durch Aktivistinnen und Aktivisten, daran beteiligt sind Whistleblowerinnen und Whistleblower wie Edward Snowden. In der Berichterstattung rund um die globale Überwachungs- und Spionageaffäre musste ich aber feststellen, dass ein Teil unseres Publikums mit den Schultern gezuckt hat. „Ich habe ja nichts zu verbergen“, hieß es immer wieder – ein völlig naives und schlimmes Argument.

      – Wir können als Nutzerinnen und Nutzer dafür sorgen, möglichst umsichtig mit allem zu sein, was wir im digitalen Raum. Dazu gehören auch bewusste Entscheidungen für oder gegen manch technische Lösungen im Alltag. Im WDR wollen wir unter anderem mit diesem Blog dazu beitragen, dass Nutzerinnen und Nutzer diese Entscheidungen wohl informiert treffen können.

      Nutzerinnen und Nutzern, die in der Regel ja die Opfer von Überwachung sind, eine Schuld daran zu geben („Unsere Stasiakten legen wir uns selbst an.“), halte ich für eine Umkehrung der Verhältnisse. Unternehmen, die an technischen Lösungen für ihre Nutzerschaft arbeiten, und Nutzer, die solche Lösungen für Spaß, Information, Bequemlichkeit oder alltägliche Problemlösungen einsetzen möchten, tragen nicht die Schuld daran, dass andere diese Mittel zur Überwachung ausnutzen.

  3. Johannes am

    Zunächst würde ich mir zur Zeit weder das Sytem von Google noch das Sytem von Amazon kaufen, weil ich für mich noch keinen wirklichen Mehrwert sehe. Dennoch bin ich froh, wenn Leute wie Herr Horn die neuen Geräte testen und ihre Erfahrungen und Eindrücke mitteilen. Sich rein auf Herstellerangaben zu verlassen ist doch sehr fahrlässig, und das müssten wir in den meisten Fällen tun, wenn es diese Berichte nicht geben würde. Unabhängig wie jeder einzelne zur aktuellen Entwicklung steht, bin ich dankbar für diese Berichte und auch für die kontroversen Meinungen.

  4. P. Gedoehns am

    Je mehr ich über diese totale Vernetzung bzw. Kontrolle erfahre, desto mehr werde ich mich ihr verweigern. Mit vereinzelten, sicherlich manchmal praktischen Gimmicks werden die Käufer/Nutzer gelockt und oftmals in eine Abhängigkeit versetzt, damit sie schlussendlich permanent kontrolliert und ausspioniert werden können.
    Lautsprecherboxen von Amazon oder Google finde ich so wenig erstrebenswert wie Smartphones, Smart-Uhren, Daten-Brillen, Vernetzung in Autos, Smart-TV, Smart-Home per App, Kartenzahlung, Payback und dauernd strahlende WLan-Router.
    Ich finde diese sogenannten Errungenschaften nicht faszinierend, sondern beängstigend und deren Ziel sollte eigentlich jedem klar sein.

    Sehr geehrter Herr Horn, hier handelt es sich um eine persönliche Meinung eines Rundfunkbeitragzahlers. Bitte akzeptieren Sie diese so, wie sie ist. Vielen Dank, P.G.

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Volle Zustimmung für Sie, P. Gedoehns.
      Auch mir wird nichts von dem, was Sie aufzählen, jemals ins Haus oder in die Tasche kommen.
      Und zuallerletzt würde es mir einfallen, mich einem Ding wie dem von Dennis Horn beschriebenen auszuliefern.
      Die Menschen wähnen, sich eines Apparates zu bedienen, werden aber in Wahrheit ihrerseits von den Betreiber-Datenkraken-Konzernen benutzt.
      Die von Ihnen zutreffend als solche wahrgenommene Kontrolle soll ja gleichzeitig dazu dienen , die Menschen zu manipulieren und zu dirigieren, etwa dazu, Dinge zu kaufen, die sie eigentlich gar nicht brauchen.
      In derlei Manipulationsmöglichkeiten in den falschen Händen (gibt es überhaupt „richtige“ dafür…?) liegt dann natürlich auch eine Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit (vgl. dazu u.a. Carlo Strenger, Abenteuer Freiheit, ein Wegweiser für unsichere Zeiten, edition suhrkamp , Berlin 2017).

      • Dennis Horn am

        @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Den Versuch, Menschen zu manipulieren und zu dirigieren, etwa dazu, Dinge zu kaufen, die sie eigentlich nicht brauchen, gab es schon immer. Er nennt sich Werbung, und die gibt es auch auf Papier.

        Zu den Manipulationsmöglichkeiten in den falschen Händen und der darin liegenden Gefahr für Demokratie und Rechtsstaatlichkeit: volle Zustimmung. Aber auch hier: Das ist aus meiner Sicht kein Argument gegen die Technik an sich, sondern vor allem ein Grund dafür, über einen guten Umgang damit zu sprechen.

    • Dennis Horn am

      @P. Gedoehns: Selbstverständlich akzeptiere ich Ihre Meinung – so wie alle anderen Meinungen hier auch. Das bedeutet aber nicht, dass ich jeden Punkt unwidersprochen lasse. ;)

      Zu Ihren Ausführungen: Mit solchen Geräten ist eine weitgehende Überwachung möglich, in der Tat. Darüber müssen wir reden, und mich stört nach wie vor, dass die Diskussion über staatliche Überwachung mit Hilfe dieser Technik nach den Enthüllungen durch Edward Snowden bei weitem nicht die Dimension angenommen hat, die sie aus meiner Sicht hätte haben sollen.

      Dass solche Geräte aber mit der Absicht gebaut werden, uns zu „kontrollieren“, halte ich schlicht für übertrieben, und dabei bleibe ich. Die reine Möglichkeit der Überwachung ist für mich kein Argument gegen die Technik an sich.

      • P. Gedoehns am

        @ Dennis Horn: Gegen Technik bin auch nicht. Sehe ich aber in neuen, umworbenen Produkten für mich mehr Nachteile als Vorteile, so verzichte ich darauf und pflege meine vorhandenen Geräte noch mehr. Ein gravierender Nachteil ist für mich ganz klar die immer stärker zunehmende Datenübermittlung an wen auch immer, auch wenn ich nichts zu verbergen habe, wie es immer so schön heißt.
        So halte ich es auch beim Auto und bei Haushaltsgeräten. Werden diese immer störungsanfälliger und immer schlechter selbst zu reparieren, halte ich auch da am Bewährten fest. Nein ein Technik-Feind bin ich nicht, aber zugegebenermaßen auch nicht gerade der Traum-Konsument.

  5. Stefan Banning am

    Mich interessiert die Frage, ob diese Geräte und ihre Software für Sehbehinderte geeignet sind. Kann Alexa und Google Home Menschen nützlich sein, die aufgrund ihrer Sehbehinderung PC und Tablet nicht oder nur sehr eingeschränkt nutzen können?

    • Dennis Horn am

      @Stefan Banning: Für manch einfache Aufgabe sind diese Geräte mit Sicherheit besser geeignet, ja. Ich glaube aber, dass zum Beispiel die Frage, ob es nun wirklich zuverlässig das richtige Ergebnis ist, das ich „vorgelesen“ bekomme, wenn ich dem Gerät eine Frage stelle, auch für Sehbehinderte ein Problem darstellt. Auch die müssten im Zweifelsfall „zurück an den großen Rechner gehen“, um „richtig zu googeln“.

      • Aber es geht ja auch nicht nur um Fragen stellen und auf eine Antwort hoffen, sondern die Geräte können auch Kommandos ausführen wie: Kalendereinträge, Erinnerungen, Musik abspielen lassen, Wettervorhersage usw. Viele kleine dinge die für uns als „normal“ erscheinen, würden mit Sicherheit Behinderten Menschen sehr behilflich sein. Wenn man sie noch für Hausautomatisierung nutzt, dann um so mehr.

        • Dennis Horn am

          @Friedrich Schnell: Das meinte ich mit „einfache Aufgabe“ – was vielleicht etwas schief formuliert ist. Tatsächlich können solche Geräte da auch aus meiner Sicht wirklich hilfreich sein, ja.

    • Die wird vermutlich automatisch eingeleitet, sobald dieses Gerät (im zeitlos-schnieken DDR-Salzstreuerdesign) erstmalig mit „Hey, Siri!“ angesprochen und beleidigt wurde?! ;)

  6. Son Spionageding egal ob Siri, Cortana, Kinect, Alexa und jetzt google kommt mir erst ins Haus wenn vom Hersteller keine Thermostate mehr an Heizkörpern, keine Lichtschalter und keine Lautstärkenregler am Fehrnseher verbaut werden…

  7. „…es besteht die Gefahr, dass sich Werbung unter die Suchergebnisse mischt…“ Ach was, welch niedliche Überraschung, mit der niemals gerechnet werden konnte…

    Zudem haben wir nun nicht nur die Rechner als private Datensammelkrake, sondern auch akustische Informations-Abgreifer. Wie funktionieren die in einer großen und lauten Familie…? Brave new world oder wer´s braucht.

    Letzten Endes sollten wir langsam mal beginnen, daüber nachzudenken, wie abhängig wir uns von manchem Digitalschrott machen möchten.

    • Dennis Horn am

      @hoerblogger: Zur Werbung ist zu sagen, dass es sich hierbei nicht um eine Maßnahme von Google handelte, sondern um eine Trickserei von Burger King. Solche Tricksereien werden vermutlich immer irgendwie möglich sein, bei jeder Form von Technik.

    • „Letzten Endes sollten wir langsam mal beginnen, daüber nachzudenken, wie abhängig wir uns von manchem Digitalschrott machen möchten.“

      …. schreibt er mit seinem digitalen Device ;)

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