Amazon Go: Wer hält den Riesen auf?

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Amazon Go: Wer hält den Riesen auf?

Kommentare zum Artikel: 19

Schon von Amazon Go gehört? Eine Art Amazon in der Fußgängerzone. Wir betreten dynamischen Schrittes den Amazon-Go-Laden, stecken die Sachen in die Tasche, die wir mitnehmen wollen – und verlassen den Laden auch ebenso schnell und zügig wieder. „Ohne Warteschlangen an der Kasse“, verspricht das PR-Video. Denn es reicht, vorher kurz den eigenen QR-Code scannen zu lassen. Weil alle Waren entsprechend präpariert sind und der Kunde beim Einkauf penibel beobachtet wird, ist es nicht nötig, die eingesteckten Waren zu scannen. Wird alles automatisch registriert – und berechnet.

Amazon Go: Einkaufen ohne Kasse; Rechte: Amazon

Amazon Go: Einkaufen ohne Kasse

Amazon will Lebensmittel verkaufen – vor Ort

Klingt nach Science-Fiction. So stellt man sich den Laden auf der USS Enterprise vor, wenn da all die Captains, Commanders und Rekruten nach beschwerlichem Arbeitstag im All einkaufen gehen müssten. Doch Amazon Go ist für uns gedacht. In der Praxis gibt es zwar noch technische Hürden, so bricht in den ersten Testläden beispielsweise das System zusammen, wenn mehr als 20 Kunden gleichzeitig shoppen gehen. Aber solcherlei Schwierigkeiten lassen sich in der Regel früher oder später in den Griff bekommen. Viel problematischer ist, dass Amazon die Sache ernst meint. Der US-Riese sucht passende Räumlichkeiten in London und versucht, Kooperationen mit Supermärkten in Frankreich einzugehen.

Riesen wie Intermarché und Système U haben ein Interesse Amazons bestätigt, jedoch nach eigenen Angaben eine Zusammenarbeit abgelehnt. Das ist sehr weise. Schließlich weiß man, mit wem man es zu tun hat. Amazon verfolgt strikt nur eine Taktik: Disruption. Motto: Alles für mich – der Rest für die anderen. Es ist das erklärte Ziel von Amazon, bestehende Branchen zu zerstören und sich als Alternative anzubieten.

Das hat Amazon auch schon mehrfach unter Beweis gestellt. Als Online-Buchversender angefangen, ist Amazon mittlerweile der größte Versandhandel der Welt. Und da Amazon von der frischen Gurke bis zur Einbauküche alles liefert, leiden nicht nur Tausende Onlinehändler unter der erdrückenden Konkurrenz, sondern auch „echte“ Händler. Man muss sich nur die Innenstädte anschauen, um zu verstehen, was ich meine. Verwaist.

Amazon zerstört gnadenlos alles

Als erstes mussten Buchläden dran glauben. Mittlerweile sind auch andere Branchen dran. Es ist unübersehbar, dass sich Amazon den riesigen Markt des Lebensmittelhandels einverleiben möchte. Grundnahrungsmittel – damit kann man wunderbar verdienen. Natürlich kommt die durch und durch pervertierte Firmenstrategie auch bei Amazon Go zum Einsatz: Der Kunde macht die Arbeit, auf Arbeitsplätze kann verzichtet werden. Auf Kassierer und Berater zum Beispiel. Anfangs werden vermutlich noch Menschen im Niedriglohnbereich die Regale befüllen, irgendwann machen auch das Roboter. Ein Amazon-Go-Laden hat dann die Lebendigkeit eines Onlineshops. Nämlich null.

Amazon Go? Nein, bitte nicht. Wir sollten dem US-Riesen, der bei uns kaum Steuern auf seine Gewinne zahlt, nicht auch noch erlauben, Kontrolle über den Lebensmittelmarkt zu bekommen. Amazon mutet seinen Lieferanten maximale Rabatte zu, kommt mit so wenig Personal wie möglich aus, und das ist – wenn man die häufigen Streiks bei Amazon richtig interpretiert – auch nicht gerade happy mit der Entlohnung. Wir haben Amazon bereits verwaiste Innenstädte zu verdanken. Jetzt sollten die verbleibenden echten Läden nicht auch noch der Kontrolle des Konzerns unterliegen.

Amazon Go? Nein danke. Amazon stopp.

 

Widerspruch von Blogger Stefan Domke: Wer auf Amazon schimpft, macht es sich zu einfach.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

19 Kommentare

  1. Wenn man solche Firmen wie Amazon mal wie jeden anderen mittelständische Einzelhändler besteuern würde, dann hätten wir so eine Situation wie jetzt nicht!
    Wenn ich in der Fuzo unterwegs bin und neben meinem Lieblingscafe – welches ordentlich seine Steuern bezhalt – seit 2 Jahren den Starbucks sehe, der so gut wie nichts an Steuern bezahlt, dann wundert es mich nicht, dass mein Lieblingscafe nun bald schließen wird.
    Solange der Staat diesen Unternehmen die ganzen legalen Steuerschlupflöcher offen lässt, wird es für den Mittelstand im Einzelhandel über kurz oder lang unmöglich werden zu überleben.

  2. P. Gedoehns am

    Amazon Go: Wer hält den Riesen auf? Ganz einfach, der Konsument!

    Möchte ich bestimmte Dinge nicht, so kaufe oder nutze ich sie nicht.
    Dazu gehören Amazon, Kartenzahlung, Facebook, Smartphones und Payback, weil ich sie von Grund auf ablehne, da sie Daten sammeln, Profile erstellen und sonstwie spionieren. Amazon lehne ich aber auch ab, weil der Umgang mit den Mitarbeitern nicht so ist, wie ich ihn mir vorstelle. So habe ich seinerzeit nicht mehr bei Schlecker gekauft. Hier haben sich scheinbar viele Menschen so verhalten wie ich, denn was aus Schlecker geworden ist, dürfte bekannt sein, auch wenn die Größenordnung im Gegensatz zu Amazon etwas anders war.
    Leider sind nur wenige Menschen so konsequent wie ich, weil bei ihnen Werbung, Beeinflussung, Gruppenzwang und Manipulation ausgezeichnet funktionieren.
    Kurzum: Passt mir Amazon nicht in den Kram, so kaufe ich dort nicht. Kaufe ich dort, so akzeptiere ich die Geschäftsmethoden und fördere Umsatz und Gewinn.

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Einmal mehr 100 % Zustimmung:
      Amazon ist ein mit frühkapitalistischen, überwunden geglaubten Methoden arbeitendes Ausbeutungsunternehmen, und zwar beutet es nicht nur die eigenen Leute aus, sondern die von Hermes und anderen Transportfirmen gleich mit, deren Fahrpersonal Tag und Nacht zu Hungerlöhnen durch die Gegend gehetzt wird, nur weil eine immer kindischer und narzißtischer und regressiver werdende Kundschaft immer alles überall sofort haben will: Haben-haben-haben-haben – und wenn noch so viele Menschen schlimm ausgebeutet werden, und wenn die Kundschaft noch so übel ausspioniert wird, und egal, wie viel alteingesessener Einzelhandel mit freundlichem, geschulten, beratenden Personal eingeht…
      P.Gedoehns hat natürlich recht: Aufhalten kann die nur der BOYKOTT, was voraussetzt, daß eine genügend große Anzahl von Menschen erst einmal aus ihrem Digital-Smartphone-Internet-Sucht-Rausch AUFWACHT!
      So lange es Amazon noch gibt, verhalte ich mich wie folgt:
      Sofern ich denn unbedingt meine – worüber ich übrigens VORHER nachdenke! – , ich brauchte einen Artikel, dann suche ich ihn bei Amazon
      und kaufe ihn dann im stationären, im RICHTIGEN Einzelhandel.
      Ich habe mir sagen lassen, daß man das „Amazon Bashing“ nennt, und empfehle es allen zur Nachahmung

  3. Ich kann dieses Gemecker über Amazon nicht mehr hören. Amazon denkt einfach mal vom Kunden her. Ich kann rund um die Uhr aus dem Wohnzimmer bestellen, habe die Ware am nächsten Tag da, bei Reklamationen und Rücksendungen absolut keinen Stress. Gut, dafür ist es teurer, zahle ich aber gerne. Jeder andere Konzern kann doch auch den Kunden in den Vordergrund stellen, wer oder was hindert die daran? Der Politik fällt doch nichts blöderes ein, als Autos aus den Innenstädten zu verbannen, kaum kostenlose Parkmöglichkeiten, dafür aber viele Politessen, jetzt diese unsägliche Diesel-Diskussion. Könnt ihr alle haben, mein Auto kommt nicht mehr in die Innenstadt, ich aber auch nicht. Ich kann mir auch schöneres vorstellen als Lebensmittel einkaufen: Wagen volladen, ewig an der Kasse anstehen, Wagen wieder aufs Band ausladen, Wettrennen mit der Kassiererin ob sie schneller scannen oder ich schneller wieder einräumen kann…. Wagen volladen und raus ist Fortschritt. Wer mitmacht konnte schon immer gewinnen, wer den Fortschritt aufhalten wollte wurde bisher immer vom Markt gefegt. Auch Jeff Bezos wird seinen Meister finden, nur Geduld.

    • P. Gedoehns am

      @ Ecki Was Sie beruflich machen, weiß ich nicht.
      Stellen Sie sich vor, Sie sind ein recht gut verdienender Filialleiter in einem Warenhaus/Supermarkt und Ihre Frau sitzt an der Kasse. Sie haben Ihr Häuschen abzuzahlen und Ihre Kinder werden älter und damit meist anspruchsvoller und dann kommt Amazon daher und fegt Ihre Existenzgrundlage vom Markt. Amazon will Sie garantiert nicht einstellen, weil wir seit geraumer Zeit genügend billige Arbeitskräfte haben.
      Na, machts klick?

      • Das ist doch hinlänglich bekannt. Die Digitalisierung wird Arbeitsplätze kosten. In absehbarer Zeit vermutlich sogar so viele, dass das bisherige Finanzierungsmodell des Staates, dass auf der Besteuerung der Arbeit basiert, nicht mehr funktionieren wird. Eine neue Gesellschaft ist im Begriff, zu entstehen, mit neuen Besteuerungskonzepten und einem zwingenden bedinungslosen Grundeinkommen für alle, die keine Arbeit mehr finden – wenn nicht alle verarmen und verslummen sollen. Es gibt eine ganze Menge zutun, aber Leute wie Sie versuchen auf Biegen und Brechen die alte Gesellschaft zu konservieren. Häuschen abbezahlen? Wie wäre es mit staatlicher Hilfe, anstatt sinnlos gewordene Jobs am Leben zu halten? Investieren Sie ihren Ehrgeiz lieber in aussichtsreichere Unterfangen.

  4. Ideen und Gründer gebe es zu genüge, aber die Umsetzungsunterstützung fehlt.

    Wer Ideen hat, der behält sie besser für sich. Wer glaubt an Unterstützer?

  5. Vielleicht sollte unsere Politik nicht die Strukturen vor Ort durch unsägliche Aufwände und kosten ausbremsen (Maut, Gebahren der Finazämter (..ist ein trockenes Brötchen ein als geldwerter Vorteil und mit 1,5x€ zu versteuern, incl Abgaben für Sozial und Religionsabgaben..?), Bürokratie zur Registrierung und Überwachung von ? allem? Buchführung (z.B. NRW 2107) nur noch digital online vom Amt abrufbar, alle Kassen bitte von außen zugreifbar, aber wenn was gehackt wird, ist der Unternehmer mit 1/10 seines Jahresumsatzes in der Haftung, für Datenmißbrauch sowieso. Wer es nicht sellbst kann, bezahlt. von der Härte des gesetzes beim berühmten 5€ Knöllchen ganz zu schweigen..)
    Ein Großunternehmen sucht sich einfach das Land , das seine Spielregeln akzeptiert (Irland, Luxemburg, Niederlande) und schert sich nicht um den Rest. versuchen Sie mal beim Amazon B2B Portal „buisiness“ eine Rechnung zu bekommen….

    Die Politik müßte zunächt für eine Gleichbehandlung, gleiche Besteuerung und ggf auch eine Erleichterung für die Schwachen sorgen (das war mal Staatsauftrag in einer vormals sozialen Marktwirtschaft..)
    Statt dessen werden, nach Protesten beim ersten Versuch (Ceta, Ttip) jetzt von der EU weiter außergerichtliche „Schiedsgerichte “ gefordert, damit Großunternhemen unabhängig von der Justiz Staaten „verklagen“ (oder ausnehmen) können.

    Die gewollten Ziele unserer D/EU Politik liegen leider nicht beim kleinen Händler, sondern beim großen Multinationalem Unternehmen..

  6. Das US-Konzerne die Fühler nach Märkten ausrichten, die nur wenig eigene Innovationen hervorbringen ist kein US-Problem, sondern eher der politischen Trägheit unserer Länder zuzuschreiben. Ein solches System könnte durchaus auch aus Deutschland oder anderen EU-Ländern kommen, wenn nicht Bürokratie und fehlende Förderstrukturen Gründer und Startups abschrecken würden. „Just do it“ gibt es bei uns nur noch in wenigen Ausnahmefällen. Ein Imperium wie Amazon oder Google hätte Probleme sich gegen Wettbewerb hierzulande durchzusetzen, wenn es den Mut und die politische Unterstützung geben würde, eigene Innovationen zu stärken. Das hätte unter anderem auch den Vorteil, dass unsere hiesigen Datenschutzbestimmungen mehr Berücksichtigung finden würden und wir uns nicht dem laschen Datenschutz anderen Länder aufzwingen lassen müssten. Also aufgrund der Alternativlosigkeit und der wettbewerbsfreien Zone ist es leicht für Unternehmen wie Amazon die Marktherrschaft kampflos zu erlangen. Es ist zu einfach zu sagen nur weil sie weniger Lohn oder Steuern zahlen haben sie Erfolg bei uns. Die Gretchenfrage lautet: Warum gibt es kein ernstzunehmenden Wettbewerb hierzulande der politisch und gesellschaftlich gewollt den Marktführern, das Leben schwer macht? Ideen und Gründer gebe es zu genüge, aber die Umsetzungsunterstützung fehlt.

    • Patricia am

      Die Idee ist cool und längst noch nicht das Ende. Warum können wir dem nichts entgegensetzen? Was hindert uns daran ähnliche Konzepte in Deutschland zu entwickeln und umzusetzen, nur besser?
      Negativer Trend: E-Autos aus den USA, Fußballübertragungsrechte gehen an ausländische Firmen, Supermarktkonzepte lassen wir uns aus den Händen nehmen.
      Es wird immer weniger „Made in Germany“ geben, dafür mehr und mehr Angebote und Innovationen aus Überseenationen, die wissen wie wenig Gegenwehr sie haben.

      • So sehe ich das auch. Welche Ideen wurden als Alternativen umgesetzt, um das Sterben der Einzelhändler zu verhindern? Warum werden deutsche Automobile immer mehr an Bedeutung verlieren? Wenn es mehr eigene Ideen geben würde, die ein Einkauf im Supermarkt kundenattraktiver gestalten würde, dann müssten wir uns auch keine Sorgen um Konzepte machen, die wir als Machtübernahme deklarieren. Beispiele für unser heutiges Technik- und Innovationsdilemma sind unter anderem PKW-Maut, das Scheitern der Gesundheitskarte, Ausbau des Stromnetzes, schlechte Infrastruktur der Bahnstrecken, schleppender Ausbau der Glasfasertechnologie, WLAN-Störerhaftung, Briefzustellung an immer weniger Werktagen, kein Budget für hochwertige medizinische Innovationen und vieles mehr. Kein Wunder wenn sich andere Länder die Hände reiben und die Chance wahrnehmen ihre Geschäftsmodelle erfolgreich bei uns mit ihren eigenen Bedingungen platzieren. Der Slogan „Deutschland ist ein Gründerland und schafft Arbeitsplätze durch neue Innovationen“ scheint nur noch eine Floskel und der übriggebliebene Wunsch zu sein. Es ist doch kein Wunder wenn die Faszination für innovative Ideen überwiegend nur noch ausländischen Konzernen zu Gute kommt.

  7. Klaus Lohmann am

    Schon geil, wie Diejenigen, die ansonsten der Bequemlichkeit der digitalisierten Dienstleistungen im Netz, der segensreichen Online-Einkaufswelt, der lockeren Verknüpfung privater Daten über jegliche Freundschaftsgrenzen hinweg permanent das Maul reden, nun wendehälsig was von „durch und durch pervertierte Firmenstrategie“ faseln.
    Herr Schieb, kündigen Sie einfach Ihren Job als „Internet-Verkäufer“ beim WDR und Sie sichern sich Ihre Glaubwürdigkeit bei solch hochmoralischen Aufreger-Themen. Und PS: verhindern werden ausgerechnet Sie Amazons Durchmarsch nicht, weil Deutschland eben viiiel zu lange gepennt hat, um noch Standards zu setzen.

    • Die Welt ist eben nicht digital. Es gibt nicht „nur dafür“ und „nur dagegen“, sondern durchaus die Möglichkeit zu einer differenzierten Betrachtung.

  8. Ich bin durchaus offen für die Zukunft und ich denke das Konzept ist interessant.

    Was mich bei Amazon stört ist die Marktmacht und der damit einhergehende Missbrauch. Zunächst agiert der Konzern zum Wohle des Verbrauchers, ich meine es hat ja einen Grund warum wir alle da einkaufen: Schnell, guter Service, gute Preise und die tollen Reviews.

    Der Missbrauch fängt für mich mit Amazon Prime an. Kürzlich hatte ich einen Artikel ausgesucht um dann festzustellen, den gibt es nur für Prime-Kunden. Und wenn ich den Frosch erst mal geschluckt habe ist es vorbei, dann wird nur noch bei Amazon gekauft. Das Ziel ist klar, Amazon will die Macht über den Verbraucher. Dazu wird dem Verbraucher erst mal gegeben was er haben will. Wenn die Macht dann da ist wird sie dazu missbraucht, dem Verbraucher zu sagen was er zu kaufen hat. Das gibt mir zu denken.

  9. Die Entwicklung ist natürlich nicht zu begrüßen, aber wohl auch nicht mehr zu stoppen – niemand wird diesen (und auch andere) „Riesen“ noch aufhalten können; jedenfalls nicht mit friedlich-zivilisierten Mitteln! Die beschriebenen („verwaisten“) innerstädtischen Leerstände werden absehbar ohnehin in (Sozial-)Wohnraum umgewandelt werden (müssen). Auch das Finanzministerium der neuen/alten Bundes-/Merkelregierung wird wohl äußerst kreative Mittel und Wege finden, die entgangenen Gewerbesteuereinnahmen auf den arbeitenden Otto-Normal-Steuerzahler umzulegen – damit hier alle gut und gerne leben … oder so ähnlich. ;-)

  10. Bis auf das hier keine Steuern gezahlt werden ist das Konzept doch ganz gut? Das wir im Jahr 2050 keine Kassierer mehr brauchen war ja eigentlich abzusehen? Kommt halt drauf an wie schnell unsere Supermärkte mit der Technik gehen.

  11. Haben sie sich auch so schützend vor die kleinen Boutiqen geworfen, als H&M, KiK u.ä. in die Städte kamen? Oder kleine Supermarktketten wie Spar dem Erdboden gleich gemacht wurden? Schon mal bei Ikea gewesen? Da können sie auch ihre Ware selbst einscannen. Die Lebensmitteldiscounter haben doch längst die kleinen erledigt. Haben sie da auch geschimpft? Und bei der Packstation? Schlechte Idee, weil die Kraft hinterm Tresen eingespart wurde? Ganz im Gegenteil, seitdem lasse ich noch mehr mit DHL versenden, weil ich es auch nach Dienstschluss in Ruhe abholen kann. Mehr Konkurrenz sehe ich jetzt nicht als böses Omen. Ich persönlich hätte auch nichts dagegen, wenn es an der Kasse schneller geht. In keinem anderen Laden habe ich bisher die von ihnen zitierte Lebendigkeit in Form von Beratung bekommen. Man geht doch heute bereits in einen sterilen Laden mit vorgegebenen Wegen und legt am Ende alles auf ein Band. Und wartet. Und wartet. Auch nicht sehr lebendig, oder? Also: Raumschiff Enterprise wir kommen! Natürlich nicht, wenn die Grünen den Verbrennungsmotor abschaffen und wir zum Mars radeln müssen.

    • Na ja, ich kann mit gutem Gewissen sagen, dass ich zB um das genannte Ikea einen großen Bogen mache. Weil dort Holz eingesetzt wird, das nicht verwendet werden sollte, weil Billiware wackelt und schnell kaputt geht, weil man alles selbst zs bauen darf und immer etwas fehlt. Ja, ich bin kritisch bei Ketten und Riesen. Dass man nicht mehr an der Kasse bezahlen muss, ist nur ein Aspekt – und nicht der wichtigste. Es kann uns nicht egal sein, wenn ein US-Konzern alle(s) platt macht. Amazon ist nicht H&M, Amazon ist diverse Konzerne und Ketten auf einmal. Das macht in meinen Augen einen erheblichen Unterschied.

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