Anonymouse macht im Netz die Schotten dicht!

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Anonymouse macht im Netz die Schotten dicht!

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Die Aktivisten von anonymouse.org haben ihre Anonymisierungsplattform kräftig aufgehübscht während der vergangenen Monate. Im kostenfreien Bereich der Anonymisierungsplattform wird nach wie vor privates Surfen angeboten. Statt der Internet-Protokoll-Adresse des Surfers erscheint die von Anonymouse. Wer 30 Euro im Jahr für eine Mitgliedschaft bezahlt, kann schon die Verbindung vom eigenen Laptop oder PC zu anonymouse.org verschleiert aufbauen. Software für ein virtuelles privates Netzwerk macht es möglich.

Außerdem lassen sich via anonymouse.org völlig anonyme Mails schicken. Ich habe es ausprobiert und richtig viel Mühe darauf verwandt, meine eigenen Mails in einem kleinen Testaufbau zu hacken.

Dafür habe ich mich sogar in zwei Personen aufgespalten, nämlich Peter A und Peter W. Die Mails, die Peter A an Peter W geschickt hat, habe ich nach allen Regeln der Kunst auseinander genommen: Rückverfolgung der Internet-Protokoll-Adresse, Überwachungstools am eigenen Router (natürlich nur im Labor) und sogar echt fiese präparierte Antwortmails an den Remixer der Anonymisierungsplattform, über die Mails von Peter A gekommen sind.
Anonymisierungsplattformen wie anonymouse.org sind leicht zu bedienen und bieten ein hohes Maß an Sicherheit.

Es hat alles nicht geholfen! Anonymouse.org hat dicht gehalten. Die Identität des Mail-Absenders ist mit herkömmlichen forensischen Mitteln nicht herauszubekommen. Auch Netzüberwachung hilft nicht. Das hat der kleine Test-Netzaufbau im Labor deutlich gezeigt.

Mails von Anonymouse waren nicht zu hacken

Ich bin froh, dass die Tests so liefen. Denn so kann ich über anonymouse.org sogar mit türkischen Journalisten Mails austauschen, ohne dass die türkischen Sicherheitsbehörden auch nur den Hauch einer Chance haben, die Identität meiner Mailpartner zu ermitteln.

Meine natürlich schon, aber ich fahre ja erst mal nicht in die Türkei. Anonymisierungsdienste wie anonymouse.org sind so unglaublich wichtig. Denn nur so ist garantiert, dass noch unüberwachte Kommunikation stattfinden kann.

Journalisten brauchen das, um mit ihren Informanten Mails auszutauschen oder über digitale tote Briefkästen Verbindung zu halten. Nur so können wir unsere Wächterfunktion noch wahrnehmen.

Web-Anonymisierungsplattformen sind eine Alternative zu TOR

Das Anonymisierungsnetzwerk TOR hat mir da inzwischen zu viele Knoten, die von Sicherheitsbehörden betrieben werden. Außerdem ist es für einige Kollegen und Informanten in der Handhabung zu kompliziert.

Deshalb brauchen wir Plattformen wie anonymouse.org, mit denen wir unseren Informanten einen sicheren Kanal, der extrem einfach zu bedienen ist, anbieten können. Demokratie braucht freie Medien, die sich Informationen von allen Seiten beschaffen, um ausgewogen berichten zu können.

Nur dann können sich unsere Hörer, Leser, Zuschauer ein Bild machen. Wir aber brauchen unüberwachte, ungestörte, private Kommunikation, damit wir an alle Informationen herankommen, die für unsere Arbeit wichtig ist.

Journalisten brauchen Anonymisierungsplattformen

Anonymisierungsplattformen bieten genau das unseren Informanten und allen, die ein Geheimnis nur dann die weitergeben wollen, die es nach ihrem Dafürhalten auch wirklich wissen dürfen und alle anderen aus dieser Kommunikation ausschließen.

Anonyme und unüberwachte Kommunikation ist ein Menschenrecht. In diesen Zeiten der Massenüberwachung ist die nur noch mit Anonymisierungsplattformen machbar.

Über den Autor

Peter Welchering arbeit seit 1983 für Radio, Fernsehen und Print (u.a. Deutschlandradio, ZDF, verschiedene ARD-Sender, FAZ) und hat verschiedene Lehraufträge an Journalistenschulen in Deutschland und anderen Ländern. Online ist Welchering seit 1983.

2 Kommentare

  1. Anonymous am

    Nur als Info.
    Anonymous würde für so etwas niemals geld verlangen.
    Und außerdem muss ich mich meinem Vorredner anschließen, dass ist das unsicherste was es gibt. Da ist sogar Tor noch besser.

  2. Anonymous am

    Solch ein Dienst ist nicht in geringsten Ansatz sicher. Auch nicht auf einem niedrigen Level.

    https://www.privacy-handbuch.de/handbuch_22b2.htm

    (weitere Quellen in Englisch mit der Suchmaschine des nicht-vertrauenes zu finden)

    Der Autor sollte ein riesengroßes Errata verfassen.
    Wie mittlerweile fast jeder Beitragsfinanzierte Journalismus im WDR, strotzt auch dieser Beitrag nur von Fehlern und unwissen.

    „Ich (alleine) habe es getestet“ ist dann ubssinnigste Argument, dass die IT Sicherheit zu bieten hat.

    Gleichzeitig werden so die Journalistenkollegen in nur noch größere Gefahren gebracht.

    Merke, wenn eine Lösung eines Problems für den User so Banal sei, dann kann diese niemals sicher sein, weil immer ein Dritter dabei ist.

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