AR Cloud: Erweiterte Realität wie im Film

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AR Cloud: Erweiterte Realität wie im Film

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In Science-Fiction-Filmen funktioniert die AR-Technik, also die Erweiterung der Realität, ungefähr so: Jemand setzt sich eine futuristisch wirkende AR-Brille auf, läuft durch die Straßen und sieht eine Mischung aus echter Welt und künstlichen Elementen. Der Clou im Film: Die künstlichen Elemente sind persistent. Auch alle anderen Menschen mit AR-Brille können diese Elemente sehen, wenn sie an derselben Stelle stehen. Das ist aber noch Fiktion. Im Moment sieht jeder in der AR-Brille seine eigene Welt, denn es fehlt noch ein entscheidendes Stück Infrastruktur: Die sogenannte AR Cloud.

Das soll einmal eine gemeinsame Plattform sein, über die alle Menschen mit AR-Brille verschiedener Hersteller auf dieselben künstlichen Elemente zugreifen können und über die auch Daten zwischen den verschiedenen Brillen in Echtzeit ausgetauscht werden können. Dabei geht es besonders auch um die Aufnahmen der Kameras und anderer Sensoren in den AR-Brillen.

Was ist Augmented Reality? [ARD Mediathek]Was ist Augmented Reality?; Rechte: BREin praktisches Beispiel: Person A sieht in der Entfernung einen Bus an einer Haltestelle warten, erkennt aber nicht, um welche Linie es sich handelt. Lohnt es sich zu rennen oder ist das ohnehin der falsche Bus? Wenn Person B in diesem Moment mit einer AR-Brille direkt vor dem Bus steht und die Kamera der Brille eine Aufnahme der Zielanzeige über die AR-Cloud an die Brille von Person A sendet, kann die AR Brille einblenden, um welchen Bus es sich hier handelt. Das Ganze würde komplett im Hintergrund passieren, ohne dass eine der beiden Personen dafür etwas anklicken muss. In der AR Cloud soll die Welt auch millimetergenau in 3D kartografiert werden, denn viele AR-Elemente müssen in der echten Welt exakt positioniert werden. Die bekannte GPS-Technik wäre dafür viel zu ungenau.

AR Cloud: Monetarisierung vs. Datenschutz

Die AR Cloud gibt es noch nicht, aber in der AR-Szene herrscht Goldgräberstimmung. Denn sollte sich Augmented Reality in den kommenden Jahren wirklich durchsetzen, wäre die AR-Cloud Basis für alle Anwendungen. Wer hier jetzt die entscheidenden Umsetzungsideen hat, kann damit in Zukunft viel Geld verdienen.

Was ich sehr wichtig finde: Es muss transparent sein, was in dieser Cloud passiert. Denn aus einer großen Menge an Echtzeit-Daten kann man ohne Zweifel praktischen Nutzen ziehen, aber auch sehr detailreiche persönliche Profile erstellen. Die Initiative Open AR Cloud setzt sich deshalb für einen offenen Standard ein und hat kürzlich den Entwurf für ein Manifest veröffentlicht, das die Wahrung von Persönlichkeitsrechten und Datenschutz in der AR Cloud fordert. Die Initiative wird von fast 40 AR-Firmen unterstützt – große Player sind allerdings bisher nicht dabei.

Über den Autor

Elektronikbasteln hat David schon immer fasziniert. Nach BWL-Studium und WDR-Volontariat arbeitet er als Journalist für Fernseh- und Online-Redaktionen. Mit Stefan Domke hat er das Storytelling-Tool Pageflow erfunden, für das er 2014 einen Grimme Online Award bekam.

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