Augmented Reality für Rettungskräfte

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Augmented Reality für Rettungskräfte

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Es gibt Dinge, an die gewöhnt man sich nicht so schnell, selbst wenn sie zum Beruf dazugehören. Für Rettungskräfte, Ersthelfer und Notärzte zählen zu diesen Dingen sehr wahrscheinlich die Großeinsätze nach Massenunfällen, Terroranschlägen oder sonstige Katastrophen, zu denen sie gerufen werden. Stress, kaum Übersicht und nur beschränkte Zeit, um die Lage unter Kontrolle zu bringen – keine alt zu beneidenswerte Aufgabe. Doch schon bald könnte eine hochtechnische Lösung für solche Situationen bereitstehen, um Rettungskräften eben diese Arbeit zu erleichtern und weniger Raum für Fehler zu lassen.

Ferndiagnose per Live-View

Das Forschungsteam „Audime“ (Audiovisuelle Medizinische Informationstechnik bei komplexen Einsatzlagen) des Universitätsklinikums Aachen hat nach ca. dreijähriger Forschung eine Datenbrille für Rettungskräfte in einem kontrollierten Szenario getestet, um den Ersthelfern vor Ort Hilfestellung bei ihren Einsätzen zu leisten. Ähnlich wie beim bekannten „Google Glass“ bekommt der Träger über einen kleinen Monitor auf dem Brillenglas relevante Informationen eingeblendet. Die Betonung liegt hier auf „relevant“, denn die Datenbrille ist alles andere als ein Spielzeug. „Wer braucht am dringendsten Hilfe?“, „Was mache ich zuerst, was zuletzt?“. Auf viele dieser Fragen, die beim Eintreffen an einem Einsatzort eine wichtige Rolle spielen, blendet die Brille eine entsprechende Checkliste ein. Für alles, was über diese grundlegenden Aspekte hinausgeht, können per Live-View sogenannte Telemediziner hinzugeschaltet werden. Diese haben Einsicht in alle nötigen Daten und können so von Fall zu Fall Handlungsanweisungen geben und Ferndiagnosen stellen.

Technik bereits jetzt erfolgsversprechend

Was die Technik auf dem derzeitigen Stand leisten kann, wurde bereits in einem simulierten Unfallszenario mit zwei entgleisten Zügen und insgesamt 16 Verletzten getestet. Eine Gruppe der Einsatzkräfte mit der Datenbrille, eine Gruppe ohne technische Unterstützung. Die Ergebnisse dieses Tests werden derzeit eingehend ausgewertet, Michael Czaplik, Arzt und Wissenschaftler an der RWTH Aachen, ist aber bereits sicher, dass die Technik bereits jetzt einen enormen Vorteil bei Großeinsätzen bietet. „Wir wissen, dass die Datenbrille zu einer deutlichen Verbesserung führt. Die Versorgungsqualität nimmt definitiv zu“, so Czaplik. 

Dass die Forschung an medizinischer Technik extrem wichtig ist, steht wohl außer Frage. In unübersichtlichen Situationen, in denen es um Leben und Tod gehen kann, ist es besonders wichtig Fehlerquellen zu minimieren. Das steht laut Michael Czaplik stark im Fokus der Forschung. „Man verlangt von den Helfern, Dinge zu tun, für die sie normalerweise gar nicht ausgebildet sind oder nicht genügend trainiert haben“. 

Wir sehen, Augmented Reality bietet viel mehr, als nur eine visuelle Spielerei für den Entertainmentbereich. Bleibt nur abzuwarten in welchen Berufsfeldern wir in Zukunft ebenfalls eine Datenbrille am Auge sehen. Ob in der Medizin oder bei Konstruktionen, eine derart genutzte Technologie kann sicher in vielen Bereichen eine sinnvolle Erweiterung und mehr als nur ein Gimmick sein, um sich durchs Netz zu klicken.

Über den Autor

Vom ehemaligen Medienkaufmann Digital & Print hat Renè nur das “Digital” übernommen. Der Rest wurde gestrichen und durch Hörfunk, Audio und Video ersetzt. Irgendwo zwischen “Digital Native” und “Digital Immigrant” macht Renè nicht nur irgendwas mit Medien, sondern möglichst alles.

1 Kommentar

  1. Hoffentlich hilft diese Technik auch, um blutgeile und asoziale Gaffer oder auch Rettungsgassenverweiger zu identifizieren und diese vorsätzlichen Behinderer der Rettungskräfte mit aller Härte zu bestrafen!

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