Besser suchen als Google – geht das?

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Besser suchen als Google – geht das?

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Diese Woche wurde viel über Google gesprochen – schon allein, weil die Suchmaschine 20. Geburtstag feiert. Aber auch, weil Twitter-Fan Donald Trump sich über die Auswahlkriterien von Google und Co. aufgeregt hat. Eine Frage wurde mir in diesen Tagen häufiger gestellt – unter anderem von meinen Töchtern: Wieso macht niemand ein besseres Google?

Google Logo: Tester bewerten die Ergebnisse der Fake-Filter; Rechte: dpa/Picture Alliance

Google hat 20 Jahre Vorsprung: Das lässt sich kaum knacken

Das ganze Internet in Echtzeit

Die Frage drängt sich eigentlich auf – aber kaum einer wagt, sie zu beantworten. Offensichtlich lässt sich mit einer Suchmaschine mehr oder weniger mühelos ein Imperium aufbauen und wirklich viel Geld verdienen. Allein im vergangenen Jahr 130 Milliarden Dollar. Das sollte ausreichend Motivation sein, eine bessere Suchmaschine auf die Beine zu stellen. Allerdings: Es ist praktisch unmöglich.

Vor 20 Jahren war es noch vergleichsweise einfach, das gesamte Internet zu “scannen” und zu katalogisieren. Heute sind unfassbare Rechenkapazitäten nötig, um diese Aufgabe zu erledigen – und all die Daten zu speichern und auszuwerten. Praktisch in Echtzeit. Es sind Rechenzentren in aller Welt erforderlich – mit jeder Menge Personal, um diese zu betreiben. Das kostet ein Vermögen.

https://vimeo.com/288690272

Warum Google kaum zu kopieren ist

20 Jahre Vorsprung: Uneinholbar

Viel wichtiger ist aber das Know-how. Google hat jetzt 20 Jahre Vorsprung bei den Such-Algorithmen. Die schlauesten Köpfe der Welt arbeiten für Google: Mathematiker. Linguisten. Physiker. Informatiker. Sie alle zerbrechen sich den Kopf, wie man möglichst effektiv und präzise Suchtreffer generiert. Das lässt sich nicht einfach so kopieren. Wer eine Suchmaschine wie Google nachbauen oder es sogar besser machen wollte, bräuchte mindestens mehrere Dutzend solcher Leute. Und die sind nicht leicht zu bekommen.

Ich halte es daher schlicht für unmöglich, ein besseres Google zu erschaffen – selbst wenn diese Suchmaschine nicht, wie Google, rund drei Milliarden Anfragen am Tag bearbeiten müsste. Das ist nicht mal Microsoft gelungen, die es mit Bing versucht haben – und Microsoft verfügt über reichlich Ressourcen und gute Leute. Selbst eine öffentlich-rechtliche Suchmaschine für Europa – wie schon mal vorgeschlagen – würde eher enttäuschen.

Aus diesem Grund kann man bei der Google-Suchmaschine wohl von einem Quasi-Monopol sprechen. Es empfiehlt sich deshalb, strengere Regeln einzuführen für diesen Monopolisten. Es ist allerhöchste Zeit.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

3 Kommentare

  1. Bing is geologic process at googles marketshare, and google is afraid to let windows phone users have any google apps as a result of it’s not the default computer program on windows phone. Use no matter computer program you wish, they each get you to the identical place eventually.

  2. Ich bin etwas irritiert. Während Sie im vorliegenden Blogartikel -berechtigterweise- hinweisen,
    “Es empfiehlt sich deshalb, strengere Regeln einzuführen für diesen Monopolisten. Es ist allerhöchste Zeit.”,
    riefen Sie kurz zuvor in dem Blogeintrag
    blog.wdr.de/digitalistan/jedes-selfie-ein-kunstwerk-findet-eure-doppelgaenger
    auf: “Probiert doch mal aus, auf welche Kunstwerke Ihr auf diese Weist stoßt – und verratet mir die besten Treffer.”.
    Eben jener, heute kritisierten, Suchmaschine soll die Digitalistan-Leserschaft also die eigene Visage per Selfie frei Haus übermitteln?
    Damit die Datenkrake mit dem (neben Facebook) perfidesten Geschäftsmodell, zum jeweiligen Googleprofil (Standortdaten, Suchpräferenzen etc.) endlich auch noch das dazu passende, aktuelle Gesicht erhält und noch mehr Profit daraus generieren kann – oder wie ist Ihr Aufruf zu verstehen?

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