Brand Detector: Plugin enttarnt Amazons Eigenmarken

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Brand Detector: Plugin enttarnt Amazons Eigenmarken

Kommentare zum Artikel: 15

Strengere Regeln in den Einkaufspassagen, immer vollere Innenstädte, gesundheitliche Risiken beim Shoppen: Machen wir uns nichts vor – in diesem Jahr kaufen vermutlich noch mehr Menschen online ihre Geschenke ein als sonst ohnehin schon. Und der Inbegriff für Online-Shopping ist Amazon. Weltgrößter Online-Händler – und für viele Menschen eine Art Suchmaschine für alles, was man kaufen kann.

Amazon hat über 150 Eigenmarken; Rechte: WDR/Schieb

Amazon hat über 150 Eigenmarken – und wer kennt die schon?

Amazon verkauft auch eigene Produkte

Was viele nicht wissen: Amazon präsentiert keineswegs nur die Waren anderer Hersteller (und im Marketplace sogar anderer Händler), sondern stellt auch selbst Waren her. Bei Hightech-Produkten wie dem digitalen Assistenten Echo (Alex) oder dem Kindle Reader weiß das auch jeder.

Doch Amazon mischt in den meisten Märkten mit. Das, was besonders gut läuft und gute Margen abwirft (und wer wüsste das aufgrund der immensen Datenmengen besser als Amazon…), das stellt Amazon gerne schon mal auch selbst her.

Unter diversen Eigenmarken. „Amazon Basics“ dürfte die bekannteste und gilt gleichzeitig auch als erfolgreichste Eigenmarke. Hier versteht jeder: OK, die Yogamatte kommt also nicht nur von Amazon, sondern ist auch von Amazon hergestellt. Doch Amazon hat über 150 solcher Eigenmarken. Teilweise lizenziert Amazon auch Produkte oder kooperiert mit anderen Herstellern. Dann finden sich Hinweis wie:

Ultrasport ist eine Amazon-Marke, die an Dritthersteller lizenziert ist. Details zu den Herstellern finden Sie in der Produktverpackung.

Amazon Brand Detector macht Marken sichtbar

Für Konsumenten ist das völlig undurchsichtig. Aber jetzt gibt es eine Lösung: Der Amazon Brand Detector von Markup ist eine kostenlose Browser-Erweiterung. Ist sie installiert, erscheint beim Durchstöbern von Amazon ein klarer Hinweis: Landet man auf einem Angebot von einer Amazon-Marke, ist dieses Produkt gut erkennbar gelb hinterlegt.

Was man mit der Info anstellt, muss jede/r selbst entscheiden. Manche wollen vielleicht auf gar keinen Fall Amazon-Marken kaufen, andere vor allem. Der Brand Detector hilft dabei. Das erspart Usern, sich auf der offiziellen Übersicht von Amazon umzuschauen, welche Marken zum Konzern gehören.

Amazon Brand Detector markiert Eigenmarken von Amazon gelb; Rechte: WDR/Schieb

Amazon Brand Detector markiert Eigenmarken von Amazon gelb

Nicht in der App, nur im Web

Das Plugin funktioniert nicht in der Amazon-App auf dem Smartphone, sondern nur dann, wenn man Amazons Shop-Seite im Browser aufruft. Die Erweiterung läuft mit Firefox, Chrome und allen Chromium-basierten Browsern wie Microsoft Edge oder Opera.

Ein hilfreiches Plugin. Sehr viel nützlicher wäre aber ein „China Shop Detector“, der Menschen beim Einkauf auf Amazon davor bewahrt, versehentlich in einem China-Shop zu bestellen. Das würde einem eine Menge Frust ersparen, der häufig durch mangelhafte Qualität, Fake-Markenprodukte, Zollgebühren und fehlende Umsatzsteuer entsteht.

Auch Saugroboter „Astro“ ist eine Amazon-Eigenmarke

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

15 Kommentare

  1. Wenn Amazons Eigenmarken gut sind, kaufe ich diese gerne. In Usa wahrscheinlich ein größeres Problem, da gibt es auch Läden wo man die Produkte in normalen Läden kaufen kann.

  2. Naja, Amazon duerfte die Sachen kaum selbst herstellen. Die rufen einfach irgendwo an, kaufen dort dort eine Million Dinge in Farbe und Form die sie haben wollen und der Hersteller macht das fuer die. (Branding) Das ist aber mittlerweile allgemein sehr verbreitet. Fragt euch mal wieso es noch Teile von Grundig und AEG gibt. Oder wieso Spuelmaschienen von Bosch und Siemens gleich aussehen.
    Am interessantesten sind derzeit Kopfhoerer. Das sind in den letzten 10Jahren die Preise/Gewinne so extrem gestiegen das wir mittlerweile 10x soviele „Hersteller“ haben wie frueher die alle irgendwo nur einkaufen und ihre Namen draufpappen lassen.

  3. Johann Moritz am

    „China Shop“ – ob der Artikel direkt aus China kommt, merkt man in der Regel schon an der Lieferzeit. Beträgt diese mehr als 2-3 Tage, ist der Versender sicher nicht Amazon. Probleme mit nachträglichen Zollgebühren gibt es aber nicht nur damit – seit einer kürzlich durchgeführten Gesetzesänderung in Zusammenspiel mit dem Brexit ist es leider auch deutlich teurer geworden, an Bücher, CDs oder DVDs aus den USA über britische Händler zu kommen. Besonders bei Fachbüchern ist das echt ärgerlich, bislang gab es die oft gebraucht für nen Appel und ein Ei, jetzt kommen obendrauf noch Zoll- und Abwicklungsgebühren, oft mehr als der Warenwert. Das gilt nun wieder gleichermaßen für billigen Kram aus Fernost – zB Kühlkörper, die von deutschen Händlern ein Vielfaches dessen kosten, was sie wert sind. Was lokale Händler angeht – da gibt es oft nicht das, was man haben möchte, besonders in der Provinz. Andererseits habe ich über Amazon schonmal, ohne das vorher zu wissen, Ware von einem kleinen Händler bekommen, dem ich fast in die Fenster schauen kann, der aber ausschließlich Onlinehandel betreibt.

    • Johann, das ist keine Gesetzesänderung, die zu den Kosten für Versände aus GB geführt hat, sondern schlicht die Entscheidung der Briten, aus der EU auszutreten. Damit ist GB nämlich zu einem „Drittland“ (wie es klassisch im Export heißt) geworden und somit gleichgestellt mit den US, China, usw. Das hat zur Folge, daß eben auch von dort Waren mit Einfuhrzöllen belegt werden. Das haben die Briten, die für den Brexit gestimmt haben, nicht bedacht oder es war ihnen egal, daß es seitdem Handelshemmnisse mit den EU-Mitgliedern gibt. Bei allem Gurken-Größen-Regelungs-Wahnsinn hat die EU tatsächlich sonst u.a. einen sehr großen Vorteil im innergemeinschaftlichen Handel: Praktisch keine Beschränkungen, keine Extrakosten. Man sollte nicht immer nur auf die EU schimpfen, sondern auch mal die Vorteile sehen.

  4. Prinzipiell kann das durchaus eine nützliche Information sein, wenn man den großen Versandhändler nicht über Gebühr unterstützen möchte. Wobei dazu natürlich am besten wäre, erst gar nicht dort, sondern bei lokalen oder kleineren Händlern zu bestellen.
    Was mich aber besonders interessieren würde: Was macht der Entwickler mit meinen Daten? Weil er bekommt ja praktisch live mit, was ich so suche im Shop. Da bin ich schon wieder mißtrauisch – wieder noch einer, der bei mir heimlich mitlesen kann…

    • Bei lokalen Händlern werden wir nicht mehr kaufen, aufgrund des Lockdowns für „Ungeimpfte“. Schade für die Handler, Online ist für uns eh bequemer. Werden wir beibehalten, ähnlich wie den wöchentlichen Lebensmitteleinkauf!

  5. „Weltgrößter Onlinehändler“ dürfte, wie schon 2019, weiterhin Alibaba sein.
    „Der größte Online-Händler der Welt hat 2020 so viel Waren umgesetzt wie Amazon, JD.com, Pinduoduo, Shopify, Ebay und Meituan zusammengenommen. Die UNCTAD verzeichnete 2020 für Alibaba ein Ergebnis von 1,1 Billionen Dollar, exakt doppelt so viel wie beim Zweitplatzierten Amazon.“
    Quelle: Capital, „Die größten Online-Händler der Welt“, 14.09.2021.

  6. Da wird etwas zum Problem gemacht, was in Deutschland nicht wirklich ein Problem ist. Mit den meisten Eigenmarken tritt Amazon in den USA auf, hierzulande spielen diese fast keine Rolle. Und selbst wenn: wen interessiert die „Marke“ beispielsweise von Feuchttüchern!?

    Und die verlinkte Fremd-Webseite listet „Bruzzzler“ als Amazon-Eigenmarke auf – eine Marke der PHW-Gruppe, auch bekannt als „Wiesenhof“.

    Der „Mehrwert“ dieser „App“ hält sich IMHO stark in Grenzen.

    • Johann Moritz am

      @Andreas Renner: Viele Dinge, die ich bei Amazon bekomme, bekomme ich hier nicht für viel Geld und gute Worte – es gibt sie einfach nicht in den örtlichen Läden, oder nicht so, wie ich sie brauche. Versuchen Sie zB mal, amerikanische Fachbücher in deutschen Buchhandlungen zu bekommen, oder einfache Kupfershims zum Kühlen von Elektronik. Überdies gibt es recht viele kleine Onlineläden, die Amazon als Portal benutzen. Einen eigenen Onlineshop würden die mangels Ressourcen und Kenntnissen im IT- und Rechtsbereich gar nicht anbieten können. Amazon bietet ihnen – natürlichgegen Gebühr – eine rechtssichere Verkaufsplattform. Ähnliches gilt für Menschen, die sich als Schriftsteller versuchen möchten – auch hier bietet Amazon die Möglichkeit, ohne Kapitaleinsatz den ersten Schritt zum Literaturnobelpreis zu wagen. Sollte es gelingen, möchte Amazon natürlich legitimerweise etwas vom Gewinn haben.

  7. Gut das sich mal jemand Gedanken über die Amazon Eigenmarken gemacht hat aber es wird wohl kaum jemanden interessieren oder ? China Wahre markieren könnte viel interessanter werden. Bei Amazon nichts bestellen ist noch besser.
    Nach längerem Ärger mit Amazon wegen fehlender Lieferung aus China und gnadenloser Geldeintreibung durch Amazon , ist es dort für mich vorbei mit bestellen. Es gibt ja auch bessere und nicht so raffgierige Versand Möglichkeiten.

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