Cebit 2017 – das sind die Highlights der Messe

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Cebit 2017 – das sind die Highlights der Messe

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Man muss in den Messehallen von Hannover schon genauer suchen, um die aufregende Bühnenshow und den großen Bombast zu finden, die es auf der Cebit einmal gab. Branchenriesen wie die Deutsche Telekom, IBM oder SAP sind zwar weiter mit riesigen Ständen vertreten. Nachdem sich zuletzt aber Microsoft mit einem großen Auftritt von der Messe zurückgezogen hat und nur noch mit einem recht kleinen Stand zur IT-Sicherheit und in Form von Partnerständen vor Ort ist, halten sich die Gerüchte, dass weitere Unternehmen folgen könnten.

Die Deutsche Messe hat diesen Weg geplant: keine Messe mehr fürs breite Publikum, sondern eine für die Businesswelt. Damit war auch klar, dass sie schrumpfen würde. Mit dem Start der Cebit 2017 gehen in Hannover heute 3.000 Aussteller an den Start. Erwartet werden 200.000 Besucher – auf diesem Level halten sich die Besucherzahlen seit dem Jahr 2014.

Auch wenn sich die Cebit mittlerweile als Businessmesse versteht: Eine ganze Reihe von Themen sind auch für uns als Normalnutzer interessant – oder deshalb wichtig, weil sie einen Blick in die Zukunft erlauben. Zum Beispiel, wenn es um Mobilität geht. IBM zeigt an seinem Stand unter anderem den Kleinbus „Olli“, der als Shuttle nicht nur seine eigene Route suchen, sondern auch Fragen seiner Fahrgäste beantworten soll.

Selbstfahrender Bus

„Olli“ ist ein autonomer Bus, der mit Hilfe von IBMs intelligentem Cloudsystem Watson auf die Fragen seiner Fahrgäste eingehen soll.

Die Telekom wiederum investiert in smartes Parken: Eine App soll in Zukunft zeigen, wo Parkplätze frei sind. Der erste Rollout ist für Hamburg geplant. Und Volkswagen zeigt ein System zur Stauvermeidung, das in Peking getestet wurde. Ein Computer rechnet dabei für alle teilnehmenden Fahrzeuge die perfekten Routen aus, so dass keins von ihnen mehr im Stau stehen muss – auch Ausweichstrecken sollen so staufrei werden.

Spannend sind außerdem die kommerziellen Anwendungen von Drohnen, die im Mittelpunkt der Cebit stehen. Intel hat auf dem Messegelände eine Ölplattform im Miniaturformat aufgebaut, um zu zeigen, wie Drohnen bei der Inspektion solcher Anlagen helfen können – neben Ölplattformen zum Beispiel auch bei Windrädern, Brücken, Solaranlagen oder Fabriken. Nicht nur Privatnutzer, bei denen das Interesse für Drohnen oft als Spielerei abgestempelt wird, sondern auch die Industrie sorgt also dafür, dass wir in Zukunft in unserem Alltag öfter auf Drohnen stoßen werden.

Als Partnerland der Cebit zeigt in diesem Jahr das roboterverzückte Japan, wohin der Weg in der Robotik geht. Dort verschwimmen vor allem Grenzen zwischen Mensch und Maschine. Gleich an mehreren Ständen ist der humanoide Roboter Pepper zu sehen. Weitere Hersteller versprechen Roboter, die Einkäufe nach Hause bringen, als Butler im Haus arbeiten oder in der Industrie nicht mehr die Menschen ersetzen, sondern mit ihnen zusammenarbeiten, indem sie ihre eigene Umgebung beobachten.

Dennis Horn und Roboter Pepper

Selfie mit Pepper. Der humanoide Roboter der japanischen Firma Softbank ist auch auf der Cebit mittlerweile Dauergast – und auch in diesem Jahr an mehreren Ständen zu sehen.

Auch Virtual und Augmented Reality sind Thema auf der Messe. In einer eigenen Halle gibt es gleich eine ganze Reihe an Einsatzmöglichkeiten. Dazu gehört zum Beispiel der Tourismus: Der Reiseveranstalter Thomas Cook hat seine deutschen Reisebüros mit Virtual-Reality-Brillen ausgestattet, mit denen Kunden ihre Lieblingsziele schon einmal vorab besuchen können.

Ein weiterer Schwerpunkt außerdem: das Thema Sicherheit. Experten wollen unter anderem an einem Industrieroboter und an einem vernetzten Haus demonstrieren, wie sich Angriffe von außen durchführen lassen. Aus dem russischen Exil wird sich wieder einmal Whistleblower Edward Snowden zuschalten, mit Holger Münch kommt der Chef des Bundeskriminalamts zum Konferenzprogramm der Cebit.

Fünf Tage läuft die Cebit nun – bis Freitag, den 24. März – und hier in Digitalistan werden wir aus Hannover weiter über die Themen der Messe berichten.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem „bösen Internet“ stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

10 Kommentare

  1. Dennis Horn am

    @Matti: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachtet die Blogregeln: Wir dulden keine Kommentare, die dazu genutzt werden, Werbung für kommerzielle Websites zu machen. Danke!

  2. Dennis Horn am

    @René: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachtet die Blogregeln: Wir dulden keine Kommentare, die dazu genutzt werden, Werbung für kommerzielle Websites zu machen. Danke!

  3. Aus meiner Sicht passt sich die CeBIT immer wieder veränderten Situationen an.

    Es war ja noch nie nur eine Leistungsschau aktueller Technologie. Immer schon lag der Schwerpunkt auf Zukunft.
    Und wenn man nicht gerade Eingeborener im Neuland ist, wird man schnell erkennen, das Computer und Handy sowas von gewöhnlich sind, dass sie auf einer innovativen Messe nichts mehr verloren haben.
    So wird die Zukunft von Technologie getragen, die eben nicht so Massenkompatibel wie PC oder Smartphone sind.

    Roboter, Drohnen und VR werden unser Leben aber mindestens genauso stark verändern.

    Ach ja, hier meine persönlichen Highlights der CeBIT 2017: https://youtu.be/4_Fu9hR6gIA

  4. E. Werner am

    Wer war eigentlich der Musiker in Halle 13 der da wirklich klasse Musik ablieferte ?
    Kam leider nicht dazu, das selbst vor Ort herauszufinden.

    Merci bien

      • E. Werner am

        Die Eingangshalle West, 13 wenn ich nicht irre, da war zwar gähnende Leere aber am Donnerstag der CeBit spielte dort ein Musiker live solo.

        • Dennis Horn am

          @E. Werner: Oha. Ich war nur einmal in Halle 13 zur Fahrt mit dem selbstfahrenden Postbus; aber nicht am Donnerstag. Vielleicht weiß die Messeorganisation da etwas?

  5. Dennis Horn am

    @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie die Blogregeln und bleiben Sie beim Thema des Blogartikels. Danke!

    • Dennis Horn am

      @Hartwig von Saß: Das klingt, als wäre gegenüber den Vorjahren nichts passiert. Als der „Rückzug“ oder das „veränderte Engagement“ (je nachdem, wie man es formulieren möchte) im vergangenen Jahr bekannt wurden, war von diesem eigenen (recht kleinen und nur der IT-Sicherheit gewidmeten) Stand aber nicht die Rede. Er tauchte auch bis zur letzten Pressemitteilung nicht auf; stattdessen wurde auf die Partnerstände verwiesen. Ich habe den Satz im Artikel aber angepasst, damit er es in dieser Form nicht falsch darstellt.

      An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass der Kollege Kroker heute für die Wirtschaftswoche die erwähnten Gerüchte um ein weiteres Unternehmen konkretisiert, das sein Engagement dem Vernehmen nach überdenkt – in diesem Fall die Deutsche Telekom: http://blog.wiwo.de/look-at-it/2017/03/20/cebit-gefluester-kam-die-deutsche-telekom-nur-noch-durch-politischen-druck-auf-die-messe/

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