Chip im Kopf – Smartphone per Gedanken steuern

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Chip im Kopf – Smartphone per Gedanken steuern

Kommentare zum Artikel: 7

Technik-Milliardär Elon Musk hat eine neue Vision: Er will nicht nur mit Tesla die besten Elektroautos bauen und mit SpaceX der NASA Konkurrenz machen, sondern nun mit seiner neuesten Firma Neuralink auch in den Bereich der Medizin vordringen.

Musks Unternehmen entwickelt und baut einen Chip, der in der Lage ist, Signale aus dem Gehirn auf Maschinen zu übertragen, zum Beispiel auf das Smartphone – drahtlos, per Bluetooth.

Elon Musk will das Gehirn "auslesen" können: Der Chip ist nur der erste Schritt; Rechte. WDR/Schieb

Elon Musk will das Gehirn “auslesen” können: Der Chip ist nur der erste Schritt.

Einsatz im medizinischen Kontext

Der streitlustige Unternehmer sieht verschiedene Anwendungsgebiete: Die Behandlung von Schmerzen, Sehstörungen, Hörverlust, Schlafstörungen, Hirnschäden oder Rückenmarksverletzungen etwa. Ein Chip soll erledigen, was das Gehirn aus irgendwelchen Gründen nicht (mehr) richtig macht oder kann.

Also eine Erfindung für die Medizin – erst mal. Es wäre zum Beispiel denkbar, dass Menschen nach einer Verletzung wieder gehen können – oder die Folgen von Schlaganfällen zu lindern.

Einen Prototypen gibt es bereits

Doch einen Prototypen gibt es bereits: einen runden Chip, 8 Millimeter dick und 23 Millimeter Durchmesser, der während einer Operation im Schädel eingesetzt (implantiert) wird. Extrem dünne Drähtchen verbinden den Chip mit den Stellen im Hirn, deren Informationen benötigt werden.

Musks Unternehmen hat bereits ein Schwein präsentiert, das mit einem solchen Chip ausgestattet ist. Die Sensoren übertragen Signale, wenn das Schwein seinen Rüssel bewegt oder irgendwo gegen stößt. Es ist auch messbar, wenn das Tier seine Gliedmaßen bewegen möchte (oder tatsächlich bewegt).

Elon Musk ist bekannt dafür, mit viel Energie und Risikobereitschaft Projekte voranzutreiben; Rechte: WDR/Schieb

Elon Musk ist bekannt dafür, mit Energie und Risikobereitschaft Projekte voranzutreiben

Ziel: Prothesen steuern – oder Gedanken übertragen

Es wäre also durchaus vorstellbar, dass sich mit einem solchen Chip eine künstliche Gliedmaße, eine Prothese steuern lässt, etwa Arm, Hand oder dergleichen. Doch Elon Musk hat noch mehr vor: Er will eine „Symbiose“ von Menschen und KI erreichen.

Der Mensch soll in Zukunft die Möglichkeit haben, Maschinen regelrecht per Gedanken zu steuern. Dann könnten die Menschen sogar untereinander Gedanken miteinander teilen, ohne sie aussprechen zu müssen.

Musk plant auch, dass wir Erinnerungen speichern können – und diese möglicherweise auch in einen anderen Körper oder einen Roboter übertragen können. Das klingt nicht nur spooky und beängstigend, sondern ist es auch. Forscher sind allerdings skeptisch, ob das gelingen kann, da das Auslesen von Neuronen/Hirninformationen eine sehr schwierige und komplexe Angelegenheit ist.

Die Firma Neuralink will Chips bauen, die in den Kopf implantiert werden

Einsatz im medizinischen Kontext

Elon Musk ist als Kritiker von Künstlicher Intelligenz (KI) bekannt. Sein Projekt soll helfen, dass der Mensch “die Oberhand behält” – wie das allerdings mit implantierten Chips gelingen soll, die Mensch und Maschine eher noch enger zusammenbringen, bleibt unbeantwortet.

Die Batterie im Musk-Chip hält gerade mal einen Tag – dann muss sie wieder geladen werden. Drahtlos – so wie das heute üblich ist. Das schafft Raum für neue Produktideen: Cappys, die drahtlos den Chip im Kopf mit Energie versorgen. Oder Kopfkissen, die dasselbe während des Schlafs erledigen.

Schöne neue Welt. Bei solchen Projekten muss meiner Ansicht nach unbedingt auch die Frage der Ethik gestellt werden.

 

 

 

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Kommentare

  1. Chips im Kopf – nein Danke ! Ich bin (noch) nicht Sklave der Industrie . Was ist dann der nächste Schritt – Transformers ? Nach Bedarf an und abschaltbar ?
    Robotiks ….oder Frankensteins Monster .
    Ideal für Wargames – Kriegsspiele auf gut Deutsch … mal weiter “gesponnen”.
    Verhindern Chips im Kopf auch Pandemien oder lösen sie welche aus ?
    Komplette Gedankenkontrolle wie es sich James Orewell nicht schöner hätte ausdenken können .

  2. “Dann könnten die Menschen sogar untereinander Gedanken miteinander teilen, ohne sie aussprechen zu müssen.”
    Dann hätte ich keine Lust mehr, Mensch zu sein! Der soll sich sein chipdressiertes Schweinchen unter’n Arm klemmen und in einem seiner Raumschiffe zum Mars verschwinden. Dort kann er sich an dem bedauernswerten, “armen Schwein” gerne austoben und so viel Schöpfer, Frankenstein und Uri Geller spielen, wie er lustig ist und bis ihm buchstäblich sämtliche Sicherungen durchbrennen. ;-)

    • Ute Hasenbein am

      So drastische hätte ich es jetzt nicht ausgedrückt, aber grundsätzlich bin ich Ihrer Meinung.
      Nur das arme Schwein tut mir leid!
      Ich vermisse noch meinen gestrigen Kommentar – habe ich da etwa einen Nerv getroffen?

        • Ute Hasenbein am

          Ja, ich hatte einen Kommentar mit Hinweis auf den fehlenden öffentlichen Diskurs hinsichtlich der dahinter stehenden Technologie abgesetzt und unter anderem einen Vortrag von Peter Hensinger (Verbraucherschutzorganisation Diagnose: Funk) vom 03.09.2020 als PdF verlinkt. Es geht um die fehlende Technikfolgenabschätzung und Gesundheitsrisiken sowie das mangelnde Wissen von uns Bürgern zu diesem Thema. Ich appellierte diesbezüglich auch und gerade an die Medien, denn die Politik ist auch hier sehr im Interesse der Konzerne unterwegs.

  3. Zitat: “Elon Musk ist als Kritiker von Künstlicher Intelligenz (KI) bekannt. – Sein Projekt soll helfen, dass der Mensch “die Oberhand behält” ”

    Ein Mensch mit, durch implantierte Chips, erhöhter Intelligenz, wäre dann nach Elon Musk also “natürlich”, interessante Ansicht ;-) .

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