Cloud aus Deutschland

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Cloud aus Deutschland

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Wenn man sich keine Gedanken über das Thema Datensicherheit machen müsste, dann wäre Speicherplatz in der Cloud uneingeschränkt empfehlenswert: Einfach Dateien, Fotos, Videos und Dokumente im Netzspeicher hinterlegen – und von überall und auf jedem Gerät abrufen. Klasse. Doch leider ist die Sache komplizierter. Denn zum einen kann man den Unternehmen, denen wir unsere Daten übermitteln, nicht uneingeschränkt trauen. Wer weiß, was sie damit anstellen. Zum anderen gibt es auch noch Gestalten, die nur zu gerne unsere gespeicherten Daten abgreifen wollen: Hacker, Cyberkriminelle, Geheimdienste. Sie versuchen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln, uns auszuspionieren.

Cloud; Rechte: Telekom

In den USA lesen die Geheimdienste potenziell mit

Das sorgt für ein mulmiges Gefühl – und das völlig zu Recht. Ob Dropbox, Google Drive, Microsoft OneDrive oder Apple iCloud: Die meisten Cloud-Dienste haben ihren Sitz in den USA. Selbst das von Snowden geschätzte Spideroak speichert die übermittelten Daten auf Servern in den USA. Mit den hinreichend bekannten Folgen: Die Geheimdienste bedienen sich ungeniert – und die Betreiber der Onlinedienste dürfen nicht mal darüber reden. Es hält sie auch niemand auf. Wer seine Daten nicht solide verschlüsselt, muss also damit rechnen, dass alles mitgelesen wird. Nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um Daten online zu speichern – zumindest für sensible Daten.

Das ist bei deutschen Anbietern anders. Der hiesige Datenschutz ist deutlich strenger als in den USA. Außerdem legen die Daten nicht so eine weite Strecke zurück, wenn sie gespeichert oder gelesen werden. Allerdings gibt es bislang kaum Online-Festplatten, die es in punkto Komfort und Funktionsumfang mit den großen Anbietern aufnehmen könnten. Doch nach dem Relaunch der MagentaCloud, wie die Telekom ihren Cloud-Dienst nennt, sind die Karten neu gemischt: Die neue MagentaCloud kann sich durchaus sehen lassen. Die neue Benutzeroberfläche ist komfortabel, der Dienst ist schnell, es gibt nützliche Funktionen und auch passende Apps für Smartphone und Tablet.

MagentaCloud Upload; Rechte: Telekom

10 GB kostenloser Onlinespeicher

Man kann MagentaCloud kostenlos nutzen. 10 GB Free-Space bekommt jeder, der sich neu bei dem Dienst anmeldet. Bestandskunden steht sogar 25 GB zur Verfügung. Für die meisten User ist das völlig ausreichend. US-Dienste bieten oft weniger Speicherplatz zur kostenlosen Nutzung an. Die neue Cloud-Lösung der Telekom bietet Funktionen, wie man sie von Dropbox, OneDrive oder Google Drive kennt – und die in der Praxis durchaus praktisch sind. Man kann nicht nur einzelne Dateien, sondern komplette Ordner mit anderen Usern teilen. Praktisch, um gemeinsam an Projekten zu arbeiten. Außerdem lassen sich jetzt versehentlich gelöschte oder überschrieben Dateien wieder rekonstruieren. Und wer mag, kann Dateien auch auf dem Smartphone offline verfügbar machen.

Es gibt natürlich keinen Grund, der Telekom uneingeschränkt zu vertrauen. Persönliche Daten sollten verschlüsselt werden – oder man richtet einen eigenen Cloud-Speicher ein, den man selbst unter Kontrolle hat. Doch das kann und will nicht jeder. Da ist ein Cloud-Speicher, dessen Server in Deutschland steht und für den das deutsche Datenschutzrecht Anwendung findet, durchaus eine nähere Betrachtung wert. Mein erster Eindruck ist positiv: Ich werde den neuen Cloud-Speicher intensiver testen – und hier berichten.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

6 Kommentare

  1. Stötzel am

    Was hat denn die Telekom mit Strato zu tun? Es heisst nämlich im Untertitel „powered by Strato“.
    Seit dem Relaunch des Mediacenters als Magenta Cloud kann ich auf meinem „Mediareceiver“ der Telekom den Zugang nicht mehr finden – wurde dort ersatzlos gestrichen.
    Alte Android Handys funktionieren auch nicht mehr mit der Magenta Cloud. Lediglich mein iPhone läuft mit der neuen APP.
    Mein Fazit: Da hat sich die Telekom wieder ein Eigentor geschossen und längjährige Nutzer verprellt. Klasse!!!

  2. Wer denkt dass auch die Telekom unsere Daten von der NSA und anderen
    abzapfen lässt hat Recht.
    naiv ist in diesem Fall nur dumm.
    Alles was technisch machbar ist wird auch gemacht. Überall.

  3. Tut mir leid Herr Schieb, aber klingt ziemlich naiv, oder wer bezahlt Sie ?
    Selbstverständlich gibt es keinen einzigen Grund diesen Cloud Anbietern, auch nicht der Deutschen Telekom zu trauen !

    Ich sage nur Finger weg,
    zu einer externen Festplatte auf die nur ich Zugriff habe habe ich mehr Vertrauen.

  4. Theoretisch ist die MagentaCloud praktisch, nur wenn man mehr als 2 GB auf einmal (z.B. ein HD-Video) zum Teilen hochladen will, heißt es sinngemäß: „Nix da, wir lassen nur 2 GB auf einmal zu!“

    Was nutzt mir da die 50 Mbit/s-VDSL-Leitung? Service ist was Anderes…

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