Das neue iPhone: ist ein Computer – kostet jetzt auch so viel wie ein Computer

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Das neue iPhone: ist ein Computer – kostet jetzt auch so viel wie ein Computer

Kommentare zum Artikel: 5

Zum traditionellen Termin im September hat Apple die neue Generation seines Smartphone-Flaggschiffs vorgestellt. Das Gerät hört auf den Namen iPhone Xs und ist eine Fortentwicklung des bisherigen iPhone X. Das heißt: Außen bleibt alles gleich, unter der Haube verspricht Apple mehr Pixel, eine höhere Geschwindigkeit, einen besseren Prozessor und schönere Fotos.

Die interessanteste Neuerung: Das iPhone Xs ist Dual-SIM-fähig, lässt sich also mit einer zweiten Telefonnummer nutzen. Es wird außerdem ein etwas größeres iPhone Xs Max geben – mit 6,5- statt 5,8-Zoll-Bildschirm. Und mit dem iPhone Xr wird es ab Oktober eine preiswertere Variante geben, die 849 Euro oder mehr kosten wird – je nach eingebautem Speicherplatz.

Womit wir bei den Preisen wären, denn mit denen hat Apple endgültig die 1.000-Euro-Schallmauer durchbrochen. Das kleinste iPhone Xs kostet 1.149 Euro. Die teuerste Version des iPhone Xs Max mit 512 GB Speicherplatz (wer auch immer zurzeit so viel braucht) bringt es auf ganze 1.649 Euro.

https://vimeo.com/279220713

 

Es ist interessant, wie gleichgültig und achselzuckend diese Preise nun die Runde machen – auch in der Berichterstattung. Noch vor ein paar Jahren hätte man Smartphone-Hersteller ausgelacht, die solche Preise verlangen.

Wir leben aber in einer Welt, in der Menschen immer weniger am großen Rechner arbeiten. Die Zahl meiner Bekannten zum Beispiel wächst, die mir sagen, dass sie einen Desktop-Computer oder ein Notebook kaum noch brauchen, weil sie alle Dinge per Smartphone oder Tablet erledigen.

Den Computer haben wir mittlerweile also in der Hosentasche. Dort ist mit Kamera, GPS-Sensor, NFC-Chip und all dem anderen Pipapo sogar “mehr Technik” an Bord. Und viele Menschen sind offenbar bereit, dafür auch so viel Geld auszugeben wie für einen “richtigen Computer”.

Tim Cook

Nicht nur an der Hosentasche, sondern auch am Arm: Neben dem iPhone hat Apple-Chef Tim Cook auch die neue Generation der Apple Watch vorgestellt.

Vielleicht müssen wir aus dieser Perspektive auch auf die Updatezyklen der großen Smartphone-Hersteller blicken. Sie stellen noch immer Jahr für Jahr neue Geräte vor, ausgerichtet an den Vertragszeiten der Mobilfunkanbieter. Die Zeit der großen Techniksprünge aber ist vorbei, es sind heute eher die Details, die sich ändern – so wie auch beim “richtigen Computer”.

Wer sich jedes Jahr ein neues Smartphone zulegt, ist praktisch selbst schuld. Bei den Preisen, die Apple und Co. mittlerweile aufrufen, erst recht.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

5 Kommentare

  1. Keine Ahnung, was Formulierungen wie “kostet JETZT auch so viel” oder “ENDGÜLTIG die 1.000-Euro-Schallmauer durchbrochen” sollen. Das Einstiegsmodell des iPhone X kostete bereits im letzten Jahr exakt die 1.149 Euro, die jetzt das Einstiegsmodell des iPhone Xs kostet – da gab es also nicht die geringste Veränderung. Aber Apple-Bashing macht sich halt immer gut.

    Ansonsten gilt wie immer: Niemand wird gezwungen, sich so was kaufen. Ich persönlich würde auch niemals einen vierstelligen Betrag für ein Handy auf den Tisch legen, aber darüber entscheiden zu wollen, ob “man” so ein Ding “braucht”, ist eine dieser typisch deutschen Eigenarten, über die man im Rest der Welt – und das zu Recht – nur den Kopf schütteln kann.

    Im Übrigen kenne ich persönlich nicht einen einzigen iPhone-User, der sich tatsächlich jedes Jahr ein neues Hand kauft. Der Witz an den Dingern ist nämlich gerade, dass man sie, Dank der jahrelangen OS-Updates und im Gegensatz zur Konkurrenz, völlig problemlos jahrelang nutzen kann – und dann on top selbst für ein älteres Gerät immer noch einen anständigen Preis für sein Gebrauchtgerät erzielt (auch das im Gegensatz zur Konkurrenz). Aber Argumente dieser Art haben den Apple-Hater ja noch nie interessiert …

  2. Dennis Horn am

    @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie unsere Blogregeln und verzichten Sie auf Kommentare immer gleichen Inhalts.

  3. P. Gedoehns am

    Wofür braucht man einen so teuren Jackentaschen-Computer für unterwegs?

    – Um heiß begehrte Daten an Werbeschnüffler zu übermitteln.
    – Um sich überwachen und kontrollieren zu lassen. (Auch mit Apple)
    – Um Gesprächspartner in einem persönlichen Gespräch ignorieren zu können.
    – Um sich nicht mit seinen Kindern beschäftigen zu müssen.
    – Um ältere Kinder ruhig zu stellen, wenn sie ein Gerät als Geschenk bekommen.
    – Um beim Autofahren Abwechslung zu bekommen.haben.
    – Um die Langeweile bei Treffen in Cafe´s oder Restaurants zu bekämpfen.
    – Um überaus wichtige Sprüche und Videos auszutauschen.
    – Um permanent über die Erlebnisse aller Bekannten im Bilde zu sein.
    – Um zu zeigen was man sich leisten kann.
    – Um seine Gehirnzellen möglichst ruhen zu lassen.
    – Um die Existenz von Psychotherapeuten langfristig zu sichern.
    – Um die Gewinne der Hersteller und Händler sprudeln zu lassen.
    – Um Afrikaner zu Dumpingpreisen um Seltene Erden zu erleichtern.
    – Um wie von oben gewünscht, alles online und gut sichtbar zu erledigen.
    – Um Dieben und Straßenräubern schnell veräußerbare Beuten zu bescheren.

    Keiner dieser Gründe konnte mich bisher zum Kauf eines I-Phone oder eines anderen Smartphone bewegen. Es geht mir übrigens gut und ich vermisse nichts.

  4. Es ist nur eine Frage der Zeit bis auch die letzten Fanboys akzeptieren, dass man solche Preise nicht mehr mitmachen darf. Völlig übertrieben und nicht gerechtfertigt. Während Apple am oberen Preisspektrum weiter aufschlägt sieht man immer bessere Geräte in der Mittelklasse. Zwischen manchen 400€ Geräten und dem neuen iPhone für über 1500€ liegen oft keine extremen Unterschiede mehr. Aber da ist dann hinten eben kein Apfel drauf.

  5. Die Preise sind mittlerweile schon ziemlich unverschämt. Als Normalverdiener kann man sich so etwas überhaupt nicht leisten.

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