Das Potenzial von Microsofts Zaubermatte

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Das Potenzial von Microsofts Zaubermatte

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Manchmal sind es die kleinen Spielereien, die später die Welt verändern. Das soll keine Prognose sein für das, was ich heute vorstellen möchte, aber doch ein Appell, nicht gleich alles wegzuschmunzeln. Denn das, was Microsoft unter dem Projektnamen Zanzibar entwickelt, wirkt auf den ersten Blick – na ja, verspielt. Vielleicht sogar ein bisschen albern. Microsoft hat eine Matte entwickelt, die über spezielle Sensoren verfügt. Eine Art interaktive Spielmatte.

Eine neue Form der Dateneingabe: Zaubermatte Zanzibar; Rechte: Microsoft

Eine neue Form der Dateneingabe: Zaubermatte Zanzibar

Spielpositionen erkennen dank NFC-Chips

Man rollt die Matte aus und kann Spielfiguren darauf platzieren. Völlig frei. Die Matte erkennt genau, wo die Figuren stehen. Und wohin sie bewegt werden. Dazu sind die Spielfiguren mit kleinen NFC-Chips ausgestattet. Die Matte bekommt also nicht nur mit, wo Spielfiguren stehen, sondern auch welche. Ein interaktives Schachbrett oder ein “Mensch Ärgere Dich nicht” – mit Zanzibar gar kein Problem.

Darüber hinaus ist die Matte mit einer Elektroden-Matrix ausgestattet. Sie erkennt so mühelos jede Berührung. Auch Gestensteuerung wird unterstützt. Selbst Gesten in bis zu 30 Millimeter Entfernung werden erkannt. Ein Wischen über die Matte – und die Würfel könnten losrollen. Oder eine Pause eingelegt werden. Oder eine Spielaufgabe signalisiert. Oder, oder, oder … Eine ganz neue Möglichkeit, etwas zu bedienen. Nicht nur Spiele, auch ernsthafte Anwendungen.

https://vimeo.com/264391748

Durch die interaktive Matte ergeben sich eine Menge interessanter Möglichkeiten

Vielleicht ganz neue Art der Bedienung

In einem Video erklären die Macher der Zanzibar-Matte, wie das in der Praxis aussehen könnte. Hier werden mit NFC-Chips versehene Playmobil-Figuren auf der Matte platziert und bewegt. Jede Figur kann einen Charakter darstellen, durch die ID im Chip dauerhaft hinterlegt. Schließt man einen Monitor an die Matte an, lässt sich das Geschehen virtualisiert darstellen: Die Spielfiguren erscheinen zum Beispiel vor einer Burg – oder in freier Natur.

Man muss die Sache nur weiterdenken. Mit Hilfe so einer Matte lassen sich die Vorzüge der Virtual Reality kombinieren mit dem Bedürfnis des Menschen, Dinge im wahrsten Sinne des Wortes zu “begreifen”. Wer etwas anfassen kann, lernt schneller als jemand, der die Dinge nur sieht. Deshalb ist das Projekt Zanzibar keineswegs Spielerei, sondern ein ernsthaftes Experiment. Eins, dem wir vielleicht irgendwann eine ganze neue Art von Eingabegerät verdanken – und eine neue Art der Bedienung.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Ist doch klar: Es sollen noch mehr Menschen digital-suchtkrank und abhängig gemacht werden.

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