Das sind die „Goldenen Blogger 2017“

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Das sind die „Goldenen Blogger 2017“

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Den treffendsten Satz sagte jemand ganz am Ende: „Ein bisschen ist die Veranstaltung von ihrer eigenen Relevanz eingeholt worden.“ Die Goldenen Blogger – das war einmal eine Spaßveranstaltung aus dem Wohnzimmer mit per Livestream zugeschaltetem Publikum. Mittlerweile moderieren Franziska Bluhm, Christiane Link, Thomas Knüwer und Daniel Fiene ihn vor rund 300 Gästen im Berliner Basecamp.

Das tun sie zwar, als säßen sie noch immer auf ihrem Wohnzimmersofa in Düsseldorf. Die Goldenen Blogger sind aber in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Preise für vor allem nicht-kommerzielle Onlineprojekte in Deutschland geworden. Sie zeigen Jahr für Jahr, dass es auch in Zeiten der großen Social-Media-Plattformen unglaublich viele kleine Perlen gibt. Ausgezeichnet wurden dementsprechend nicht nur Instagram- und Twitter-Projekte, sondern auch eine Reihe klassischer Blogs.

„Blogger des Jahres“ ist die Autorin Marie Sophie Hingst mit ihrem Projekt „Read on my Dear, read on“. Sie hat damit in der Königskategorie gegen die Medienjournalisten Stefan Niggemeier und Boris Rosenkranz von Übermedien sowie gegen den Aktivisten Raul Krauthausen gewonnen, der sich seit vielen Jahren mit einer ganzen Reihe von Onlineprojekten für die Inklusion von Menschen mit Behinderung einsetzt.

Die Goldenen Blogger

Das Objekt der Begierde: die „Goldenen Blogger“.

Über die Gewinnerinnen und Gewinner wird bei den Goldenen Bloggern in knapp 20 Kategorien per Onlineabstimmung, Applausometer oder Juryvoting entschieden. Einen Sonderpreis vergab die Jury an den Journalisten Richard Gutjahr für seinen Kampf gegen Hass im Netz. Gutjahr hatte zuletzt öffentlich gemacht, wie Verschwörungstheoretiker sein Leben zur Hölle gemacht haben, nachdem er 2016 Zeuge des Terroranschlags in Nizza und des Amoklaufs am Olympia-Einkaufszentrum in München geworden war.

Für das beste Nischenblog ging der Preis an Juna Großmann von „irgendwie jüdisch“, die ans Publikum appellierte: „Leider muss ich zuletzt vermehrt gegen Antisemitismus schreiben. Es wird immer schlimmer, und ihr müsst alle eure Stimme erheben!“ Einer der bewegtesten Momente des Abends außerdem: der Preis für den Twitter-Account des Jahres an @DeinTherapeut. Der 24 Jahre alte Norman hat dank Twitter nach vielen Jahren seinen obdachlosen Vater in Hamburg wiedergefunden.

Alle Nominierten – und später auch die Preisträger aller weiteren Kategorien – findet ihr auf der offiziellen Seite der Goldenen Blogger. Was sich lohnt, denn die Liste ist Jahr für Jahr voll von Projekten, auf die man sonst nie gestoßen wäre.

Das sind die "Goldenen Blogger 2017"

(Offenlegung: Daniel Fiene ist ein guter Freund und Kollege von mir. Aber mit der Preisverleihung habe ich nichts zu tun.)

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

3 Kommentare

  1. „…für vor allem nicht-kommerzielle Onlineprojekte in Deutschland…“.
    „Nicht-kommerziell“! Genau so sollte es durchgängig sein: ein Wettbewerb für den Nachwuchs. Medien“profis“ (ohne Wertung des Schaffens, rein bezogen auf Ausbildung/Werdegang), wie z. B. Gutjahr und/oder Unternehmen, wie z. B. „Übermedien“ mit eindeutig kommerzieller (= mit Gewinnerzielungsabsicht) Ausrichtung, haben schon auf der Nominierungsliste m. E. nichts verloren.

    • Dennis Horn am

      @Florian: Nun hat Richard Gutjahr den Sonderpreis der Jury erhalten; ich weiß nicht, ob man ihn in der Liste der übrigen Nominierten sehen kann. Für die übrigen Kategorien kann ich den Kritikpunkt nachvollziehen.

  2. Davon habe ich noch nie etwas gehört, aber wenn ich mir das hier so durchlese klingt es deutlich besser als z.B. der „Webvideopreis“. Da gewinnen fast immer nur so dämliche YouTuber, die so viel Niveau wie Big Brother haben.

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