Das sind die wichtigsten Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019

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Das sind die wichtigsten Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019

Kommentare zum Artikel: 10

“Facebook laufen die Nutzer weg.” “Drölfzig Prozent der Deutschen hören Podcasts!” “Vergesst Instagram! TikTok ist das neue Ding!” Wie viel ist eigentlich an diesen Schlagzeilen dran, die das ganze Jahr über die Runde machen? Wenn man es zuverlässig wissen möchte, schaut man in die ARD/ZDF-Onlinestudie. Heute ist die neue Ausgabe erschienen, und das hier sind ein paar der wichtigsten Ergebnisse:

Erstens: Es gibt in den Zahlen keine großen Sprünge mehr. Rund 90 Prozent der Deutschen nutzen das Internet – so wie im vergangenen Jahr. Da scheint es nicht mehr viel Luft nach oben zu geben. Die tägliche Nutzung steigt zwar leicht: 71 Prozent der Befragten waren an einem normalen Tag online. Sie haben das Internet aber kürzer genutzt: 182 Minuten lang – im vergangenen Jahr waren es noch 196 Minuten.

Zweitens: Nur jeder Zehnte hat die “Wanze im Wohnzimmer” genutzt. Smartspeaker sind ein großes Thema in der Debatte, und tatsächlich hat jeder dritte Deutsche auch schon einmal Sprachassistenten genutzt. Die meisten Menschen tun das aber übers Smartphone und nutzen in den meisten Fällen den Siri-Sprachassisten auf dem iPhone. Einen smarten Lautsprecher haben nur zehn Prozent der Deutschen genutzt.

ARD/ZDF-Onlinestudie

Die wichtigsten Ergebnisse der ARD/ZDF-Onlinestudie 2019 auf einen Blick.

Drittens: Facebook ist weiter die Nummer eins. 76 Prozent der Deutschen nutzen täglich WhatsApp. Unter den klassischen Netzwerken ist Facebook aber nach wie vor ganz vorne: 21 Prozent der Befragten nutzen es täglich. Instagram kommt auf 13 Prozent, zeigt aber das stärkste Wachstum. Snapchat, Twitter oder TikTok folgen mit weitem Abstand. TikTok erreicht täglich 5 Prozent der 14- bis 29-Jährigen.

Viertens: Die Leute nutzen das Netz länger zum Hören. Im vergangenen Jahr haben die Deutschen das Internet im Schnitt 25 Minuten am Tag genutzt, um Dinge zu hören, und 30 Minuten, um Dinge zu lesen. Dieses Jahr hören sie 38 Minuten am Tag – lesen aber nur 28 Minuten. Audios erleben also einen Aufschwung. Trotzdem sind Podcasts noch lange kein Massenphänomen. 20 Prozent hören sie monatlich, 3 Prozent täglich.

Videoplayer

Digital Natives und Digital Immigrants – über die Unterschiede in der Internetnutzung

Für die ARD/ZDF-Onlinestudie hat das Institut “Kantar” im Frühjahr insgesamt 2.000 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren befragt. Wenn ihr euch genauer durch die Zahlen wühlen möchtet, könnt ihr das auf der Website der ARD/ZDF-Onlinestudie tun.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

10 Kommentare

  1. Den Begriff “Wanze im Wohnzimmer” finde ich sehr zutreffend. Kann nicht verstehen das sich manche einen Smartspeaker wie Alexa ins Wohnzimmer stellen können. Es wird sich immer über weniger Privatsphäre beschwert, das alles mehr und mehr überwacht wird und dann freiwillig so ein Gerät zu Hause hinstellen. Kann ich nicht verstehen.

  2. Facebook ist noch immer gut dabei. Es meldet sich auch niemand dauerhaft ab, nutzt es aber weniger. Die Leute posten deutlich weniger. Gleiches gilt mittlerweile für Instagram, das seinen Zenit auch überschritten hat. Was man beobachten kann: Es wandert mehr und mehr in die Messenger ab. Grund ist, dass man dort noch werbefrei kommunizieren kann. Jeder fünfte Beitrag bei FB oder Insta ist Werbung, damit hat man die Nutzer halt vertrieben

    • Dennis Horn am

      @Tom: In der ARD/ZDF-Onlinestudie lesen Sie: “Größter Gewinner im Jahr 2019 ist jedoch Instagram: Hier ist die tägliche Nutzung auf 13 Prozent gestiegen. Auf mindestens wöchentlicher Basis nutzt annähernd jeder Fünfte den zum Facebook-Konzern gehörenden Onlinedienst zum Teilen von Fotos, Videos oder Stories. Damit stieg die wöchentliche Nutzung bei der Gesamtbevölkerung im Vergleich zum Vorjahr um rund 20 Prozent. Instagram gehört somit mittlerweile zum Relevant Set der Social-Media-Angebote.” Ich finde, mit überschrittenem Zenit hat das nicht so viel zu tun. Und dass man in Messengern werbefrei kommunizieren kann, stimmt so pauschal auch nicht mehr.

  3. Interessant das Facebook immer noch vorne dabei. Wo man doch jeden Tag mit jemandem spricht der sich gerade von Facebook abgemeldet hat.

    • 1. wurden nur 2000 Menschen befragt,
      2. wurde die Studie von “Kantar” durchgeführt, wozu
      3. z. B. folgender Artikel (Strg+f Kantar) zu empfehlen wäre: spon . de/ae9U5

      • Dennis Horn am

        @Florian: Umfragen gelten, wenn eine Reihe von Voraussetzungen erfüllt sind, ab einer Zahl von 1.000 Befragten als repräsentativ. Wir sprechen hier nicht über eine Produktumfrage, mit der Verbraucher getäuscht werden.

        • @Herr Horn: Meine “nur 2000” bezogen sich auf die Unwahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet Personen aus dem Umfeld von User Karl (die Facebook den Rücken zukehren) befragt wurden. Ich weiß, dass es keine Produktumfage ist. Hier ging es auch mehr um das Geschäftgebaren des a.a.O. erwähnten Institutes und der sich (für mich) daraus ergebenden Vertrauenswürdigkeit.
          Über Sinn, Unsinn und Aussagekraft von Umfragen (bis hin zur auftraggeberseitig gewollten Manipulation durch Umfragen; vgl. verlinkten Artikel) könnte man ohnehin end- bis ergebnislos diskutieren. Da ich das seinerzeit und anderenorts aber schon mal zu TTIP getan habe, lassen wir das lieber. Schönes Wochenende. ;)

          • Dennis Horn am

            @Florian: Für eine repräsentative Umfrage müssen gar nicht konkret die Personen “aus dem Umfeld von User Karl” befragt werden, da die Umfrage ja repräsentativ ist. :)

          • Aber das Umfeld von User Karl muss nicht repräsentativ sein… :-)

          • PS: ich habe aber größtes Vertrauen in die ARD ZDF Onlinestudie. Die Auftraggeber sind unabhängig und höchst seriös und haben keine Ziele, die durch Manipulation der Studie verfolgt werden könnten.

            Also @Florian: no worries! :-)

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