Den Inneren Schweinehund überlisten

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Den Inneren Schweinehund überlisten

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Der innere Schweinehund ist zweifellos tückisch. Die meisten von uns nehmen sich immer wieder etwas vor. Wir wollen unser Idealgewicht erreichen, regelmäßig(er) Sport treiben, auf unnötige Verlockungen verzichten – oder einfach mal die vielen guten Dinge tun, die wir uns vorgenommen haben. Aber klappt es immer? Eher nicht. Oft fehlt es nur am nötigen Ansporn.

Genau den möchte ein neuer Online-Dienst bieten, der Ansporner heißt. Das Konzept dahinter ist wirklich simpel: Nach der kostenlosen Registrierung definiert der Nutzer ein Ziel, die geplante Laufzeit sowie einen Geldeinsatz! Richtig: Wer sein Ziel nicht erreicht, soll einen Obolus entrichten – für einen guten Zweck. Erreicht Ihr innerhalb der festgelegten Zeit nicht das vorgegebene Ziel, geht der Einsatz an eine gemeinnützige Organisation. Der mögliche Verlust des Geldes soll den Nutzer also anspornen.

Ansporner: Motivationshilfe der anderen Art

Zudem müsst Ihr einen Freund per E-Mail als Schiedsrichter einladen. Dieser bestätigt am Ende, ob das Ziel erreicht wurde – oder eben nicht. So möchte Ansporner sicher gehen, dass Nutzer nicht mogeln, falls das Engagement letztlich doch nicht ausgereicht hat. Der eingesetzte Betrag fließt übrigens automatisch per Bankeinzug vom Anwender auf das Konto von Ansporner und von dort zu den Hilfsorganisationen.

Pro Quartal stehen mindestens drei gemeinnützige Vereine zur Auswahl. Ihr könnt selbst bestimmen, an welches Projekt das Geld gehen soll, sofern das mit dem Anspornen nicht gut genug funktioniert. Allerdings: Für Abwicklungs- und Transaktionskosten behalten die Macher der Webseite 19 Prozent der Geldeinsätze ein, weitere 16 Prozent gehen in die Weiterentwicklung von Ansporner.

Wer bei Ansporner mitmacht, sollte sich sowohl den guten Vorsatz als auch den Zeitraum ganz genau und in aller Ruhe überlegen. Nachträglich die Zielvorgabe oder die Deadline zu ändern, ist nicht erlaubt. Das widerspräche dem Grundgedanken der Webseite und würde dem inneren Schweinehund wieder zu viel Kontrolle geben. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel: Schwerwiegende Gründe, wie Krankheit oder private Härtefälle, dürfen geltend gemacht werden. Dafür muss der Nutzer den Support kontaktieren.

https://ansporner.de

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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