Der vereinte Messenger – geht der Schuss für Facebook nach hinten los?

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Der vereinte Messenger – geht der Schuss für Facebook nach hinten los?

Kommentare zum Artikel: 11

Die Messenger von Facebook, WhatsApp und Instagram sollen eins werden – der Plan hat in dieser Woche für Schlagzeilen gesorgt. Was vor allem daran liegt, dass er die Plattformen tiefgreifend verändern könnte und dass Facebook wieder einmal mit der Sorge um unsere Daten spielt. Doch eine Frage ging in der Diskussion unter: ob der Schuss für Facebook nicht auch nach hinten losgehen könnte.

Das Kalkül ist klar: Mit der Möglichkeit, über Facebook, WhatsApp und Instagram miteinander in Kontakt zu treten, würde das Ökosystem Facebook weiter gestärkt. Den Nutzern würde es noch einmal schwerer fallen, einer der Apps den Rücken zu kehren. Und einmal vereint, wären sämtliche Versuche der Politik (die vermutlich zu spät kommen wird), Facebook seine Töchter WhatsApp und Instagram wieder zu entreißen, eine gefühlt unlösbare Aufgabe.

Wenn es nun aber technisch möglich ist, Facebook, WhatsApp und Instagram eine gemeinsame Messenger-Infrastruktur zu verpassen, dann liegt vor allem eine Frage auf der Hand: Warum nimmt man sich nicht einfach diese Infrastruktur – und öffnet die Schnittstellen auch für andere Messenger wie Threema, Telegram oder Signal?

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“Facebook übertreibt endgültig”: Brigitte Baetz fordert in WDR 5 Politikum, den Konzern zu zerschlagen.

Unter dem Stichwort “Interoperabilität” gibt es dazu seit Jahren Forderungen aus der Politik – und tatsächlich wird man hier hellhörig. Bundesjustizministerin Katharina Barley hat sich zu dieser Frage gegenüber Politico recht deutlich geäußert: “Was Facebook plant, aus der Idee der Interoperabilität eine Farce zu machen.” Das Konzept müsse stattdessen darin bestehen, “dass zum Beispiel Benutzer von kleineren und sichereren Messengern Nachrichten an WhatsApp-Nutzer schicken können”.

Auch das würde Herausforderungen mit sich bringen: Wie zum Beispiel soll man bei einer durchgängigen Interoperabilität verhindern, dass Facebook auch an Metadaten von Nutzern kommt, die sich durch die Nutzung freier Messenger dem Ökosystem Facebook eigentlich entziehen wollten? Wer genau soll eine gemeinsame Infrastruktur entwickeln? Wäre das überhaupt möglich, wenn Facebook mit einer eigenen Infrastruktur einmal Fakten geschaffen hat?

Der vereinte Messenger dürfte eins der ambitioniertesten Projekte sein, das Facebook in Angriff genommen hat. Nach all den Diskussionen, die wir seit Jahren über die Macht des Konzerns führen, wird die Politik den Konzern wohl auch nicht so einfach machen lassen. Im Idealfall kommen wir damit auch in der Diskussion um eine tatsächliche Kompatibilität zwischen verschiedenen Plattformen weiter.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

11 Kommentare

  1. Ich hoffe, dass d e r Schuss nach hinten losgeht.
    Frankreich bastelt an einer WhatsApp-Alternative* für Regierung und Behörden.
    Könnte das nicht auch etwas für unsere Öffentlich-Rechtlichen sein, wenn’s denn in Frohnggreihsch einmal laufen wird. – So als Ersatz für “schreiben Sie uns über WhatsApp” …
    * “Statt Whatsapp: Frankreich wandert in die Matrix”, golem.de

    • Dennis Horn am

      @Micha: So sehr ich eine weniger mächtige Position für den Konzern Facebook für wichtig halte: Ich verspüre ein großes Unbehagen, öffentliche Gelder in die Entwicklung von Konkurrenzprodukten zu stecken, in einer Welt, in der der Netzwerkeffekt dazu führt, dass reine Konkurrenzveranstaltungen so einfach gar nicht gegen die bestehenden großen Player ankommen. Zumal solche Entwicklungen nicht zum Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks gehören.

      • Das stimmt nun auch wieder (öffentliche Gelder, Netzwerkeffekt).
        Deshalb meinte ich, dass diese Alternative vllt als “laufende Nicht-US-Gegenbewegung” (EU-weit) taugen könnte. – Hier fungieren frz. Ministerien und Behörden demnächst als “Alltagstester”.
        Ob sich das Teil mit möglichst wenig Aufwand und Änderungen überhaupt in den vorhandenen Aufbau der ÖR integrieren ließe, wäre doch vllt eine Frage wert.
        Gerade wegen des Netzwerkeffekts finde ich es wichtig, dass größere Sites überhaupt erstmal (zusätzlich?) FB-Mitbewerber als Kontaktmöglichkeit anbieten. Dass die Pflege eines solchen alternativen Auftritts mit Geld verbunden ist, das ist so. Allerdings verspricht er auch etwas Unabhängigkeit von den gaaanz großen Datenkraken. Ich kann mir vorstellen, dass Nutzer das zu schätzen
        wüssten.

  2. Im_Diggi_Tal am

    Kann mich bitte mal jemand darüber aufklären, wozu man Messenger überhaupt brauchen sollte?
    Ich für mein Teil bin jetzt über 60 Jahre lang ohne so etwas ausgekommen und kommuniziere trotzdem mit allen Menschen und Institutionen, mit denen ich kommunizieren möchte.
    Und ich treffe auch alle Menschen persönlich zu persönlichen Gesprächen.
    Wozu um alles in der Welt sollte man dann “Messenger” brauchen…?!

    • DasHeimnetzwerkDe am

      Der Bedarf an einem Messenger ist, meiner Ansicht nach, sehr individuell. Wenn Ihr sozialer Personenkreis hauptsächlich mit Telefon, E-Mail, Briefpost, persönlich kommuniziert wunderbar. Ein Messenger hat da keinen allzugroßen Mehrwert und der Mehrwert dürfte sich Ihnen auch kaum erschließen.

      Wenn Ihr sozialer Personenkreis sich aber hauptsächlich per Messenger austauscht und verabredet, dann wäre man ohne Messenger außen vor. Es dürfte dieser soziale Druck sein, der dazu führt das manche, selbst wenn Sie eigentlich vorsichtig sind, einen Messengeraccount haben und diesen aktiv benutzen. Und jetzt einfach evtl. sagen, das man sich halt andere Freunde sucht, dürfte auch etwas zu kurz gegriffen sein.

    • Dennis Horn am

      @Im_Diggi_Tal: Es ergibt sich ein schönes Gedankenspiel, wenn Sie in Ihrem Text das Wort “Messenger” gegen das Wort “Internet” ersetzen und ein paar Worte hinzufügen:

      “Kann mich bitte mal jemand darüber aufklären, wozu man das Internet überhaupt brauchen sollte? Ich für mein Teil bin jetzt über 60 Jahre lang ohne so etwas ausgekommen und kommuniziere trotzdem mit allen Menschen und Institutionen, mit denen ich kommunizieren möchte, und bekomme auch über andere Wege von allem mit. Und ich treffe auch alle Menschen persönlich zu persönlichen Gesprächen. Wozu um alles in der Welt sollte man dann das Internet brauchen…?!”

      Nun, wie würden Sie antworten, wenn Ihnen das jemand schreiben würde – Sie sind ja schließlich selbst auch im Internet!?

      • Im_Diggi_Tal am

        Sehr geehrter Herr Horn,
        gerne folge ich Ihrer Aufforderung, Ihnen – und dem Publikum – zu schreiben, was ich antworten würde:

        ERSTENS: Bitte erlauben Sie mir zunächst den Hinweis, daß es gewiß nicht zutrifft zu sagen, daß “ich” “im Internet” “sei”: Ich bin ein wirklicher Mensch aus Fleisch und Blut und sitze hier an meinem Schreibtisch – weder bin ich ein Avatar noch lebe ich in der “Matrix” (jedenfalls hoffe ich das! ;-) ). “Das Internet” betrachte ich als Werkzeug und Hilfsmittel, z.B. zu Recherchezwecken oder, wie vorliegend, zum Meinungsaustausch.
        “Ich bin drin” (Boris Becker in der Werbung) ist genau so verräterisch wie die Sätze von Automobilist*innen: “ICH stehe um die Ecke”, will sagen, “ich bin im Internet” weist auf eine gefährliche Totalidentifikation mit dem toten Gegenstand “Internet” hin, ebenso wie die erwähnten Automobilist*innen sich mit einem Haufen Blech und Plastik identifizieren.
        Auf die Gefahr, daß wir zu “Maschinenmenschen” werden könnten, hat übrigens schon vor fast 100 Jahren der größte Religionsphilosoph des 20. Jahrhunderts hingewiesen, Martin Buber in “Ich und Du”.

        ZWEITENS:
        “Brauchen” tue ich das Internet nicht.
        Ich könnte ganz sicher ohne es auskommen wie vorher auch, und tatsächlich plane ich meine Rückkehr in ein “Offline”-Dasein.
        Ich werde immer mißtrauisch, wenn mir jemand sagt: “Ich ‘brauche’ dieses und jenes aber unbedingt.”, was viele ja sogar in Beziehungen auf Menschen anwenden: “Ich ‘brauche’ Dich.”
        Nach meiner Lebenserfahrung ist so etwas schon gefährlich nah an: “Ohne X (Partner*in / Internet / Auto etc.) könnte ich nicht mehr leben.”
        Wer das wirklich denkt, fühlt, glaubt, äußert, ist abhängig.
        D.h., er oder sie hat kein Internet als Werkzeug – das Internet hat IHN (oder SIE)!
        Und tatsächlich finden sich ja on- wie offline immer mehr Äußerungen von – insbesondere jungen – Menschen, die ernsthaft und glaubhaft erklären, sie könnten sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen oder sie fühlten sich amputiert, wenn der Akku ihres Smartphones leer sei und sie es nicht nutzen könnten.
        In eine solche Abhängigkeit möchte ich von vornherein auf keinen Fall geraten.
        Deswegen plädiere ich dringend dafür, sich rational abwägend zu überlegen, welche Teile des Internet bzw. welche Anwendungen der Digitalsierung sind für mich persönlich wirklich nützlich, welche sind verzichtbar, welche sind schädlich und gefährlich?
        Um das herauszufinden, tut man gut daran, Untersuchungen, Studien oder ander publizierte Meinungen verschiedener Art zu lesen und zu werten – die Digitalistan-Artikel gehören für mich unbedingt dazu. – und, by the way: Auch IHR eigener obiger Artikel betrachtet die Messenger-Zusammenschließungspläne ja nicht unkritisch!

        DRITTENS:
        Und so kam ich zu der bewußten und abgewogenen Entscheidung, Dinge wie Messenger ebenso bewußt NICHT zu nutzen, ebensowenig wie auch nur irgendeines der (anderen) sog. “sozialen” Medien, die in Wahrheit freilich eher asozial daherkommen, wie m.W. als Erster Urban Priol bemerkte.
        Ich möchte nicht in Abhängigkeitsgefahren geraten, und ich möchte die Gefahr, überwacht, kontrolliert, ausspioniert, manipuliert zu werden zumindest minimieren, wenn ich sie schon, zugegeben, nicht völlig ausschalten kann.

        VIERTENS:
        Und das heißt für mich derzeit:
        Keine Messenger – keine (a)sozialen Medien – keine vergleichbaren Anwendungen.
        (Ebenso übrigens wie ich auch bewußt auf Alkohol, Nikotin und illegale Rauschgifte verzichte, weil ich weiß, daß sie mir schaden – desgleichen habe ich z.B. vor 20 Jahren mein Auto abgeschafft und siehe: Seither geht es mir fitneßmäßig besser!)
        Und ich bin ganz sicher:
        Bald wieder offline zu leben, mit schöner Tinte Briefe auf schönes Briefpapier zu schreiben und mich nie mehr dem Zwang auszusetzen, auf alles SOFORT antworten zu müssen, mit einem alten Wählscheibentelephon zu telephonieren – das wird eine weitere Steigerung dessen bewirken, was Erich Fromm als “well-being” beschrieben hat.

        CONCLUSIO:
        Ich appelliere an alle, ERST kritisch sich selbst die Frage zu stellen:
        “Welche Bedürfnisse habe ich denn wirklich?”, dieser Frage nachzuspüren und DANN zu entscheiden.
        Die unkritische Haltung, alles Digitale sei das allein Seligmachende führt m.E. in seelische Krankheiten wie Sucht und dazu, daß wir uns als Gesellschaft zu dumpfen, unkritischen, lenkbarn Konsumautomaten mutieren: NEIN DANKE!

        Viele Grüße
        Ein Bald-wieder-Offliner

        • Gut gebrüllt, Löwe!
          Das Internet ist für “normale Anwender” als Werkzeug, nicht als Lebensinhalt zu begreifen.
          Die entstandenen Suchtproblematiken sagen uns da leider etwas anderes.
          ——–
          Es ist z. B. eine Spielwiese und Geldscheffelmaschinerie findiger Unternehmer. Andererseits entwickeln genau einige dieser Unternehmer “das Internet” weiter, setzen Maßstäbe, legen (ihre eigenen) Regeln fest, die der “normale Anwender”, der Nutzer/Kunde zu akzeptieren hat.
          In diese Wild-West-Szenerie oder Pionierstimmung griff viel zu lange kein Sheriff bzw. keine Politik ein.
          Inzwischen ist einigen unserer Staatenlenker aufgegangen, dass sie diesen mal knallbunten, mal tiefschwarzen Selbstläufer eben nicht völlig sich selbst überlassen sollten, da er durch die fortschreitende Diggi-Tal-Isierung nicht unerheblichen Einfluss auf die Volkswirtschaften hat.
          Diese Einsicht finde ich spannend. – “Welches Internet” werden Menschen in drei oder vier Generationen nach uns vorfinden?
          U. a. deshalb möchte ich nicht auf den Meinungsaustausch mit völlig Wildfremden oder auch nur auf das bloße Lesen anderer Meinungen verzichten. Hierfür stellt mir “das Internet” locker “tausendundeine” Adresse bereit. Ebenso zum Erlernen von für mich interessanten Fähigkeiten.
          — Ich möchte damit sagen, dass dieses vernetzte “Ding” nicht z. B. auf Einkaufen, Spielen, Unterhaltung, Terminabsprachen, Datensammeln, Tracking und (Katzen-) Videos zu reduzieren ist.
          MMn ist es wichtig, dass gestandene erfahrene, selbständig denkende Menschen nicht müde werden, Entwicklungen zu verfolgen und öffentlich ihre Ansichten dazu zu sagen – wie hier in diesem Blog. – Wird Zuckerberg sein Facebook-WhatsApp-Instagram-Datensammel-Universum bauen können? Wann werden noch mehr FB-, WhatsApp- oder Instagram-Nutzer, gar Politiker hellhörig? Wird die Nutzung “freier Messenger” ansteigen? Geht Zuckerberg mit seinem neuesten (?) Vorhaben zu weit und schaufelt damit fleißig am Grab seines FB’s? Wird FB vllt einfach zu einer Sparte von vielen in “Marks Welt” deklariert werden, so wie Google eine Sparte Alphabets wurde? Wie geht der Wahnsinn weiter? Wird dem gegengesteuert werden und wenn nicht: Warum nicht? Wann wird ein Quasi-Monopol zum Monopol?
          ——
          Auch wenn Sie dieses ganze Zuckerberg-Zeug möglicherweise weniger interessiert:
          Bitte überdenken Sie Ihr Bald-wieder-völlig-offline-Vorhaben noch einmal.
          Leser, Interessierte, vermutlich sogar einige der “zufälligen Vorbei-Surfer” und natürlich ich selber möchten nicht auf Ihre Ansichten zu verschiedenen Themen verzichten, um mir eine facettenreiche Sicht auf das “große Ganze” zu ermöglichen.
          Ja, wir sind z. Zt. diggi-tal unterwegs oder auch im “Diggi-Tal”. Doch wenn wir zu möglichst ganzheitlichen Ansichten, gar Visionen befähigt werden, können wir diggi-tal einen “Diggi-Berg” erklimmen. Vllt können viele unscheinbare Benutzer den Anstoß zur Notwendigkeit einer besseren “Diggi-Welt” geben, damit einer unserer Urenkel oder Urenkelinnen einmal auf die Idee kommt, den Nutzernamen “Diggi_Tal_auf’m_Diggi_Berg_mit_tollem_Panorama” zu wählen.

        • Dennis Horn am

          @Im_Diggi_Tal: Danke für Ihre lange Antwort, das weiß ich im Sinne der Diskussion hier im Blog sehr zu schätzen!

          Was ich für problematisch halte, sind Versuche, eine sehr intensive Nutzung digitaler Mittel per se in eine Schublade möglicher Abhängigkeiten zu stecken. Dahinter liegt für meine Begriffe eine etwas eingeschränkte Sicht der Digitalisierung. Was wir zurzeit erleben, ist aus meiner Sicht auf einer Stufe mit Buchdruck oder Industrialisierung zu sehen. Ich weiß deshalb nicht, ob solche Rezepte wie “einfach weglassen” wirklich greifen, weil die Digitalisierung mehr ist als nur Geräte und Breitband und Software. Sie hat enorme Auswirkungen auf Politik, Recht, Gesellschaft. Digitalität (übrigens auch schon vor Zeiten des Internets; ich empfehle dazu das Buch “Kultur der Digitalität” von Felix Stalder) ist allumfassend und deshalb aus meiner Sicht in ihren Bestandteilen auch nicht so einfach “auszuschalten”.

          Das heißt nicht, dass es Suchtproblematiken nicht gibt; eine Spielesucht zum Beispiel ist mittlerweile anerkannt. Für die angebliche “Onlinesucht” dagegen gilt das nicht; die dahinter vermuteten Phänomene gehören aber natürlich trotzdem erforscht. An Formulierungen wie “Ich bin im Internet” (die übrigens auch aus meiner Sicht nicht so treffend sind, weil das Netz, wie Sie es schreiben, eben ein Werkzeug ist und am anderen Ende immer auch echte Menschen sitzen) oder der Nutzung bestimmter Geräte wie dem Smartphone, das ja einfach das vereint, wofür wir zuvor x verschiedene Gegenstände brauchten (Handy, Notizbuch, Landkarte, Kalender etc.), automatisch Süchte oder problematisches Verhalten festzumachen, halte ich für etwas zu platt.

          Dass Menschen sagen, dass sie sich ein Leben ohne Netz nicht mehr vorstellen können, halte ich auch nicht per se für ein Problem. Dass sie das nicht können, muss nicht automatisch bedeuten, dass sie davon abhängig sind. Sie wachsen einfach in einer Welt auf, in der das Netz nun einmal da ist. Generationen vorher haben das auch mit ganz anderen Entwicklungen erlebt – und wir sprechen bei Pendlern ja nun auch nicht von “Autoabhängigkeit”. Und ich finde, man kann das so sagen – und gleichzeitig trotzdem darüber nachdenken, wie man diese Werkzeuge bewusst einsetzt.

  3. Tim Neubert am

    Die Politik wird verschlafen, auch die Nutzer.
    Die geschädigten werden alle sein. Leider auch die, die FB und Co. nicht nutzen.

    Für mich wäre schon viel Passiert, wenn die Nichtnutzer nicht getrackt werden.
    Und zwar an keiner Stelle.

    Gruß
    Tim

    • @Tim Neubert
      “Für mich wäre schon viel Passiert, wenn die Nichtnutzer nicht getrackt werden.”
      Genau das, wollen (zumindest) Teile der Politik aber eben nicht, wie z. B. in Hessen:
      heise.de/newsticker/meldung/Hessen-Schwarz-Gruen-will-IP-Tracking-Taser-und-mehr-Videoueberwachung-4257763.html
      Dieses Beispiel ist besonders interessant, zumal im Landtagswahlkampf 2013
      von eben jenen Grünen noch gefordert wurde: “… Die hessische Landesregierung muss sich auf Bundes- und Europa-Ebene engagiert gegen eine anlasslose Vorratsdatenspeicherung stellen. In der hessischen Gefahrenabwehr darf Online-Durchsuchung nicht eingesetzt werden. Hessen muss sich dafür einsetzen, dass auf Bundesebene die Durchsuchung privater Rechner ausgeschlossen wird….”
      (Quelle: vgl. Seite 12, gruene-hessen.de/landtag/files/2013/01/KP24-NETZPOLITIK-web4.pdf )
      Contra Online-Durchsuchung, aber pro IP-Tracking?
      Muss man nicht verstehen – grüne “Logik” eben! ;)

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