Die digitale re:publica – wenn sich die Netzgemeinde nur im Netz trifft

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Die digitale re:publica – wenn sich die Netzgemeinde nur im Netz trifft

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Es war erstaunlich, wie sehr die digitale re:publica dem Original in Details ähnelte: Als zum Start gestern Vormittag die Server in die Knie gingen, fühlte es sich fast so an, als stünde man in einer der langen Schlangen vor den Vorträgen und Gesprächen in Berlin – um am Ende doch nicht mehr reinzukommen. Die Website der re:publica war zeitweise überlastet; erfolgreich war, wer es stattdessen zum Beispiel über YouTube versuchte.

Weil wegen der Coronavirus-Pandemie große Veranstaltungen verboten wurden, musste die re:publica aufs Internet umsatteln. Aus dem drei Tage langen Digitalfestival wurde ein Tag im Netz – ohne Bällebad, ohne umkippende Mateflaschen im Publikum, dafür mit vier (optisch etwas hektischen) Livestreams gleichzeitig.

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re:publica diesmal nur virtuell – rbb Abendschau

Bemerkenswert dabei: Der re:publica ist es gelungen, ihren Charme auch digital spürbar zu machen. Da wäre zum Beispiel die Spannbreite zwischen großen Namen und skurrilen Sessions: Tagsüber geben sich noch YouTuber Rezo, Außenminister Heiko Maas und Vint Cerf, der als Erfinder des Internets gilt, die Klinke in die Hand; abends gibt es im Vortrag “Alles am Internet ist super” eine Präsentation mit Screenshots aus den frühen Tagen des World Wide Webs zu sehen.

Zu den Highlights dürfte die Session zu “Fake Facts” gehören, in der die Netzaktivistin Katharina Nocun zeigt, welche Rolle Messenger wie Telegram heute spielen, wenn es um Verschwörungsmythen geht – mittlerweile auch solchen zum Coronavirus.

Auch der Leidensweg von Renate Künast, die vor Gericht gegen Hasskommentare vorgeht, gehörte zu den interessanteren Sessions. Genauso wie die Geschichten vom Versuch, die Coronakrise zu nutzen, um Schulen zu digitalisieren – und eine Reihe weiterer Sessions, die sich mit dem Coronavirus und dessen Auswirkungen auf die Gesellschaft, auf Freiheitsrechte oder auf die Techwelt beschäftigten.

Quaraoke – der Abschlusssong der re:publica als YouTube-Version

Das traditionelle Karaoke zu Queens “Bohemian Rhapsody” fand in der digitalen Version der re:publica auch statt: Deren Gründer Johnny Haeusler hat aus Einsendungen der Nutzerinnen und Nutzer eine YouTube-Version des Songs gebaut.

Doch so sehr die digitale re:publica den Charme des Originals nachahmte – eins fehlte ihr: der Innenhof der Station Berlin. Es gab zwar eine Zoom-Konferenz mit dem Namen “Hof”. Sie war aber kein würdiger Ersatz für den Ort, an dem sich Jahr für Jahr die Netzgemeinde in den Arm nimmt – und durch den zum Teil sogar die Vorträge zur Nebensache werden. Die digitale re:publica war zwar ein geglückter Ersatz – aber gleichzeitig auch traurig.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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