Die Folgen des Bitcoin-Wahnsinns

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Die Folgen des Bitcoin-Wahnsinns

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Welche Technik in einem Computer steckt, das ist den meisten heutzutage gar nicht klar. Ein Computer ist ein Computer. Hauptsache, er sieht schick aus und arbeitet schnell. Welche Grafikkarte arbeitet denn im Inneren? Grafikkarte? Ein großes Fragezeichen – außer bei Gamern, denn die sind auf extrem schnelle Hardware angewiesen, sonst ruckeln die Games oder man hat Nachteile im vernetzten Spiel.

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Ausverkauft – wegen Mining

Das Problem: Derzeit bekommt man kaum gute Grafikkarten zu kaufen. Der Markt ist leergefegt, Aber nicht etwa, weil immer mehr Gamer Karten kaufen oder die Hersteller von Grafikkarten Engpässe hätten, sondern wegen der Kryptowährung Bitcoin. All jene, die mit Computer neue Bitcoins errechnen (Bitcoin Miner) brauchen immer schnellere Rechner, denn je schneller die Computer rechnen, desto eher sind neue Bitcoins gefunden.

Was viele nicht wissen: Leistungsfähige Grafikkarten sind Rechenkünstler. Denn sie berechnen mehrfach pro Sekunde extrem komplexe Bilder, etwa in Games, die auf dem Monitor erscheinen. Bitcoin Miner setzen sie aber dazu ein, ihnen beim Finden neuer Bitcoins behilflich zu sein. Da ein einzelner Bitcoin derzeit gut 8.500 EUR wert ist, kann man seinen Rechner schon mal eine Weile rechnen lassen.

Bitcoin und Kryptowährungen; Rechte:WDR

Bericht über Bitcoin und Kryptowährungen in Angeklickt

China plant Stopp für Bitcoin Mining

Hersteller Nvidia empfiehlt seinen Händlern deshalb auch, Grafikkarten nur noch an Gamer zu verkaufen. Hohe Preise, geringe Verfügbarkeit: Nvidia befürchtet Imageverluste in der für ihn wichtigen Kundschaft. Nicht das einzige Problem, das Bitcoin-Miner zu verantworten haben. Sie verbrauchen darüber hinaus auch jede Menge Strom. Denn das Minen bringt die Rechner ins Schwitzen – und das kostet Energie.

So viel, dass China das in Bedrängnis bringt und plant, das Minen künftig zu verbieten. Experten schätzen, dass rund 70 Prozent aller erschürften Bitcoins in China entstehen. Der Energieverbrauch ist brutal – und nimmt ständig zu, denn je mehr Bitcoins es gibt, desto aufwändiger (und energiefressender) wird das Mining neuer Bitcoins. Und das alles für eine “Währung”, die – zumindest bislang – nur einem Zweck dient: Spekulation. Und Vertuschen illegaler Geschäfte.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Der vorangegangene Hype um Bitcoin ist in Anbetracht seiner konzeptionellen Schwächen kaum nachvollziehbar. Wie im Artikel angerissen wurde, wird das System immer langsamer, je größer es wird. Daher ist es ziemlich fragwürdig, in den “wachsenden” Bitcoin zu investieren. Bislang ist mir nur IOTA als Alternative bekannt, die durch eine andere Architektur eine hohe Skalierbarkeit gewährleisten kann, dort entfällt auch das Minen und der Energieverbrauch ist damit sehr gering. Das ganze Thema Crypto-Währung sollte man also nicht abschreiben, den Bitcoin schon.

  2. Trotz das ich selbst mitspiele im Cryptomarkt ist mir (bis jetzt) ein tatsächlicher nutzen der Coins (egal welcher) komplett verschlossen geblieben, der einzigen Anwendungsbereiche sind: Bezahlen für Verschlüsselungstrojaner, Drogen/Kalaschnikovs kaufen oder halt Spekulationsgeschäfte. Zudem ist der Markt täglich Hackerangriffen ausgesetzt zuletzt IOTA und ETH welche die Reputation dieser Coins in Otto Normalverbraucher komplett zerstören.

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