Alte Smartphones und die Corona Warn App: Ginge auch anders!

https://blog.wdr.de/digitalistan/die-sache-mit-den-betagten-smartphones-ginge-auch-anders/

Alte Smartphones und die Corona Warn App: Ginge auch anders!

Kommentare zum Artikel: 16

Die Corona Warn App macht es aktuell überdeutlich: Millionen von Smartphones in deutschen Hosen- und Handtaschen gehören sozusagen zum alten Eisen. Selbst eine vergleichsweise simple App wie die Corona Warn App, die gerade mal 31 Megabyte groß ist und aus technischer Sicht nicht eben viel tut, überfordert viele dieser einst teuren Geräte.

Das hat Folgen: Zahlreiche Userinnen und User berichten darüber, dass ihre Smartphones sich weigern, die Corona Warn App zu installieren. Was bei der Installation der Warm-App zu beachten ist und welche Anforderungen mindestens zu erfüllen sind, haben wir bei WDR.de im Corona Warn App FAQ beantwortet.

Einige User vermuten, das sei Geldmacherei: Google und Apple, die für das Fundament unter der Warn App verantwortlich sind, wollten die Menschen zum Kauf neuer Geräte zwingen.

Keine Frage: Mit jedem Update, mit jeder neuen Funktion, mit jeder Neuheit schaffen Google und Apple Anreize, sich neue Hardware anzuschaffen. Apple mehr als Google, da Apple Hardware verkauft – Google praktisch nicht (mit dem Pixel werden keine nennenswerten Umsätze gemacht).

iOS 13.5 hat die Bluetooth-Schnittstellt für Corona-Apps eingebaut; Rechte: WDR/Schieb

Apple-User müssen wenigsten iOS 13.5 installiert haben – sofern das Modell ist zulässt

Ein Smartphone erweitern können – das wäre doch was

Klar: Man könnte sagen. dass ein fünf Jahre altes Smartphone nun wirklich ersetzt werden könnte. Auf der anderen Seite: warum? Wenn es doch noch gut funktioniert und die Ansprüche bescheiden sind, ist es doch nur gut und sinnvoll, das Gerät noch möglichst lange einzusetzen.

Wir sollten vielleicht umdenken: nicht alle zwei Jahre ein neues Modell kaufen, sondern bei Bedarf oder Interesse aufrüsten. Man muss es den jungen Leuten erklären: Früher konnte man einen PC aufschrauben – ja, da war noch nicht alles verklebt! – und neue Karten reinstecken. Aufrüsten. Ohne den ganzen PC zu entsorgen.

Tagesschau: Welche Anforderungen erfüllt sein müssen für die Corona Warn App

Hersteller müssen “überzeugt” werden

Warum ist das kein Konzept für Smartphones? Klar, weil die Hersteller auf diese Weise mehr Geld verdienen. Und weil die Menschen flache, schicke Geräte wollen.

Aber was wäre, wenn jeder Hersteller eine Mindestzahl von Modellen und Geräten anbieten und verkaufen müsste, die erweiterbar sind? Vielleicht nicht ganz so schick, nicht ganz so dünn, aber eben um- und aufrüstbar. So wie das Fairphone. Dann wäre es möglich, ein Smartphone mit mehr Speicher auszurüsten, einem schnelleren Prozessor oder neuen Funkstandards.

Dann wären auch alte Modelle für kleines Geld aufrüstbar für eine Anwendung wie die Corona Warn App gewesen.

Fairphone; Rechte: Fairphone/WDR/Schieb

Das Fairphone zeigt, dass es geht: Modulares Konzept sorgt für mehr Flexibilität

Mein Vorschlag: Quote für erweiterbare Smartphones

Nun soll mir keiner erzählen, das ginge nicht. Alles geht – wenn man will oder muss. Es wäre also Aufgabe der Politik, entsprechende Anforderungen an Hersteller und Industrie zu stellen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

16 Kommentare

  1. Vielen Dank, dass Sie einen Artikel zu diesem Thema geschrieben haben. Ich denke, der Umsatz für Smartphones ist sehr schnell und die Abfallproduktion wird vernachlässigt. Es ist eine traurige Realität. Ich freue mich darauf, mehr aus Ihrem Blog zu lesen.

  2. Mango Park am

    Danke Herr Schieb,

    sehr gute Argumentation und der Hinweis auf das Fairphone ist auch dabei.
    Übrigens ein Hersteller aus Europa.

  3. Ein _erweiterbares_, upgradefähiges, Smartphone jetzt also?
    Nein, das trägt sich nicht.

    1. Die Hersteller werden da nicht viel Lust drauf haben. Es wird sicherlich mehr Geld kosten als ein leistungstechnisch vergleichbares Gerät (bietet ja einen Mehrwert, und es macht wahrscheinlich weniger Stückzahlen). Dazu kommen die Kosten für die Ersatzteile oder Erweiterungen. Die kann man schlecht standardisieren, damit bleibt auch der Drittanbietermarkt überschaubar (oder nichtexistent).
    2. Die Kunden kaufen für das Geld lieber zweimal: alle 2-3 Jahre (oder sobald es halt langsam wird oder der Akku schwächelt) ein Gerät, das dann jeweils neu und mit Garantie ist. Und wenn’s vorher kaputtgeht, war’s ja nicht so teuer.
    3. Die Provider wollen ihren Kunden weiterhin Zweijahresverträge aufbinden und das jeweils neueste tollste Gerät bewerben können, und zwar so dass keiner merkt, dass der Vertrag ohne (vermutlich überdimensioniertes) Smartphone eigentlich viel günstiger wäre.

    Ich bin keine Ausnahme, und zähle mich zu Kategorie 2.
    Bei meinen Eltern arbeiten ein Moto G3 und ein ZTE A512. Beide 4-5 Jahre alt, mit Android 6, und sie tun’s noch – Akku gut, Leistung reicht, keine Reparaturen, Mehrpreis für erweiterbares Gerät nicht gerechtfertigt. Und wenn’s je nicht mehr reicht, kann ich es immer noch als Offline-Navi oder HUD ins Auto legen.
    Ob Corona bei denen funktioniert? Keine Ahnung. (Aber wenn man das Telefon eh meistens wo liegen lässt, ist das auch egal.)

    Was sinnvoll wäre (wie vom H. Stamm schon angesprochen): lieber weniger Modelle und weniger oft neue Modelle auf den Markt werfen, dafür Updategarantie für die übrigen. Apple bietet das so. Auch wenn die Geräte mit neueren Updates spürbar langsamer werden und die Akkuleistung schon mal mutwillig gedrosselt wird, sind deren Geräte doch langlebiger als die meisten Androiden. Dafür sind sie halt teuer. Und schlecht reparierbar.
    Aber das mit der Reparierbarkeit ist ja nach wie vor eine unlösbare Geschichte (auch wenn alles reparierbar wäre, wär’s für ältere Geräte oft nicht mehr lohnenswert… dank Ersatzteil- und Lohnkosten).

  4. Moritz D am

    Der Artikel Corona Warn App ist mir zu ungenau. Dort steht Bluetooth und GPS ließen sich nicht separat aktivieren. Wozu gibt es dann unterschiedliche Symbole? Weiter sind Standortinformationen und GPS unterschiedlich. Samsung bietet drei Einstellungen. Hohe Genauigkeit, Energie sparen und nur Telefon. GPS wird bei Hohe Genauigkeit aktiviert. Nur Telefon schaltet die Standortinformation quasi aus. Nur die Funkzelle wird ausgewertet. Mit Triangulation kann das schon recht genau sein. Bei Energie sparen kommen WLAN Informationen hinzu. Google behauptet damit sogar besser orten zu können als mit GPS. Schließlich gibt es noch eine Einstellung mit der auch Bluetooth Greräte bei ausgeschaltetem Bluetooth gefunden werden. Da Android also auf die unterschiedlichsten Arten herausfindet, wo man gerade ist, lässt sich die Standort auch ganz abschalten. Das ist das einzige, was die Corona App nicht mag. Tatsächlich funktioniert sie dann auch nicht mehr.
    Ansonsten verstehe ich die Aufregung um alte Handys nicht. Bei eBay gibt es für 30Euro ein Samsung J3 (2017) sowie vergleichbare Geräte. Überall gibt es Handy-Shops für gebrauchte Handys.

    • BreezeBlock am

      “Keine Frage: Mit jedem Update, mit jeder neuen Funktion, mit jeder Neuheit schaffen Google und Apple Anreize, sich neue Hardware anzuschaffen. Apple mehr als Google, da Apple Hardware verkauft – Google praktisch nicht”

      Google stellt hardware-produzenten ein betriebssystem zur verfügung, dass diese dann meist so weit modifizieren, dass updates von google auch erst wieder mühsam und teuer angepasst werden müssen – was dann auch schnell unterbleibt. Apple hingegen versorgt auch nach jahren noch (in meinem fall: iphone se von 2016) mobiltelefone regelmässig mit aktuellen updates – die klaglos auf der “alten” hardware laufen. Ich kann darin nicht erkennen, dass hierdurch kaufanreize geschaffen werden. Eher durch das verwehren von updates wäre das der fall.

  5. H. Stamm am

    Der Denkansatz, über Hardware und deren Fähigkeiten zu diskutieren, ist m.E. verfehlt. Es gibt im Bereich der Hardware sowohl bei Apple seit iPhone 4S, als auch bei den Smartphones mit Android ab Version 4.3 sowohl die Hardware-Plattform BLE, als auch die betriebssystemseitige Unterstützung dieses Standards. Das eigentliche Problem ist, dass diese Smartphones vielleicht noch die Grundfunktionen beherrschen, aber aufgrund der fehlenden Versorgung mit Betriebssystemaktualisierungen weder den sicherheitsrelevanten Anforderungen genügen, noch in der Lage sind, aktuelle Apps auszuführen. Die Hersteller sollten verpflichtet werden, die betriebssystemseitige Unterstützung für eine an die Lebensdauer der Hardware angepasste Zeit zu gewährleisten. Obwohl ich Microsoft nicht besonders mag, sind die 10 Jahre Unterstützung beachtlich. Selbst Linux-Kernel in der LTS-Version werden nur fünf Jahre (pauschal) garantiert mit Aktualisierungen versorgt. Bei iOS (Apple) sind es ebenfalls fünf Jahre, bei Android mit seinem überwältigenden Marktanteil im Schnitt aber nur zwei Jahre (wenn überhaupt). Das ist zugegebenermaßen eine Herausforderung, aber nicht unmöglich. Wenn sich das im Preis widerspiegelt, ist das aufgrund der höheren Nutzungsdauer auch in Ordnung. Leider schießen viele Hersteller mit ihrer Geldgier, nicht zuletzt durch die Aktionäre getrieben, hier mit Phantasiepreisen jenseits von 600€ über jegliches Maß hinaus. Fazit: es braucht keine neue Hardware, es braucht die, nicht zuletzt sicherheitsrelevante, Unterstützung durch/für die Betriebssysteme der Mobilfunktelefone.

  6. Ich glaube die Komplexität um Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten wird hier ein wenig unterschätzt.
    Es entsteht ein immenser Aufwand eine App für jede Betriebsversion anzupassen und vor allem zu testen. Je weiter man zurück geht, umso höher der Aufwand.
    Gleiches wenn man Betriebssystemversionen für ältere HW testet. Je mehr ältere HW unterstützt werden soll, um so mehr muss angepasst und getestet werden.
    Von modularen propreitären Systemen, wo es dann auch noch x Kombinationen durch Module gibt, ganz zu schweigen.
    Zur Frage “Was wäre wenn …”. Die Geräte wären exorbitant teuer, kaum jemand würde Sie kaufen, neue Hersteller können die Eintrittshürden nicht mehr nehmen, die Anwender werden verrückt weil jetzt auch beim Smartphone ständig Probleme mit irgendwelchen Modulen auftreten, die dann doch nicht 100% miteinander arbeiten.

    Anderer Vorschlag, jeder Hersteller darf global exakt ein Einstiegs-, Mittelklasse und Oberklassemodell alle fünf Jahre neu auf den Markt bringen. Immer im gleichen Jahr für alle Hersteller.

    • Ich verlange von einem Smartphone, was ich von Geschirrspüler und Waschmaschine verlange: Es soll möglichst lange gut funktionieren. Ein neues wird gekauft, wenn das alte kaputt ist. Und nicht, weil eine App ein neues verlangt. Die App muss zum Gerät passsen, nicht umgekehrt. Wie kompliziert das auch immer sein mag. Wer will, dass ich mir eine Corona Warn-App installiere, muss sie für Android 5.1.1. programmieren. Diese Firmware ist 5 Jahre JUNG.

      • Der Vergleich hinkt. Die Software für die einmal gelieferte Waschmaschine und Geschirrspüler wird in der Regel nicht jedes Jahr erweitert, die Waschmaschine ist kein Multifunktionsgerät und es gibt auch nicht Millionen von Anwendungen für die Geräte.
        Die Denkweise zeigt warum z.B. auch die Politik digitale Projekte und deren Komplexität immer wieder unterschätzt.
        Und bevor Sie mich missverstehen. Ihre Aussage respektiere ich selbstverständlich. Wer ein älteres Gerät gerne weiter nutzen möchte, kann und soll dies tun. Das Gerät kann weiterhin, wie eine Waschmaschine, genau das was es zum Zeitpunkt der Erscheinung konnte.
        Man sollte aber auch die Entscheidung respektieren und nachvollziehen das z.B. eine Warn-App nur begrenzt für alte Versionen zur Verfügung gestellt wird. Neben Aufwand, mag es auch andere Gründe geben welche wir nicht kennen, wie z.B. interne nicht mehr unterstützte Schnittstellen, änderungen in der Bluetooth-Version welche das ganze evtl. nicht mehr brauchbar machen und, und, und.

  7. Der Vergleich mit den Fairphones hinkt etwas. Auf denen läuft die Corona-Warn-App nämlich auch nicht.

    • Die Corona-Warn-App läuft auf dem Fairphone 2 (2015) und Fairphone 3 (2019) – lediglich das Fairphone 1 (2013) ist mit seinem Android 4.4. nicht kompatibel zur Corona-Warn-App.

      Dieser Artikel vermischt in Sachen Fairphone allerdings viele Fakten auf kleinem Raum: Die Fairphone-Entwickler bemühen sich zwar sehr gewissenhaft, die Firmware der Telefone auf dem aktuellen Stand zu halten (selbst das Fairphone 2 erhält in Kürze noch Android 9 – als eines von sehr wenigen Telefonen mit einem Chip dieses Jahrgangs). Das hat aber wenig mit dem modularen Aufbau zu tun, der eher das Ziel verfolgt, einzelne Bauteile (Kamera, Mikrofon, Lautsprecher, Display) leicht reparierbar zu machen. (Gegen eine modernisierte Fassung austauschen konnte man bisher einzig die Kamera des Fairphone 2.) Dass Fairphone auch Chipsätze modular austauschen und updaten wird, ist sehr unwahrscheinlich, da diese im Core-Modul verbaut sind – dem teuren Hauptbauteil des Telefons.

      In sofern: Ja, das Fairphone ist eine tolle Sache – ich habe selbst ein Fairphone 3. Deshalb schön, dass es erwähnt wird. Aber auch beim Fairphone muss man damit rechnen, dass sein Herz – der zentrale Chipsatz – nach einigen Jahren veraltet ist. Mit mindestens fünf Jahren Nutzbarkeit verspricht Fairphone dank seiner gewissenhaften Updates aber immerhin mehr als die meisten anderen Smartphones.

  8. Das Umdenken bei den Herstellern kann und muss durch die User forciert werden. Hier muss dringend gehandelt werden. Es ist sicherlich toll immer das “neueste” Modell eines Smartphones zu haben, aber die Erde hat nicht genug Resourcen, um diesen Wahnsinn weiter so zu betreiben. Früher lag jedem elektronischen Gerät , egal ob TV. Radio etc. ein Schaltplan bei, so dass diese reparabel waren. Heute sucht man Schaltpläne vergebens, da Geräte einfach entsorgt werden. Es heisst so schön, zum Recycling…doch auch das ist ein Märchen, wenn man sich die Müllberge an Elektronikschrott in Nigeria anschaut. Es muss eine Kultur der Reperatur her! Sonst geht es ökologisch weiter bergab!

    • Reparierbarkeit wird die Welt auch nicht retten.
      Denn _reparabel_ ist grundsätzlich vieles. Nur: die Wirtschaftlichkeit kippt mit dem Aufwand und den Ersatzteilkosten. Solange ich ein 110€-Smartphone kaufen kann, das gleichviel leistet wie das alte, dafür neu ist und mit Garantie, kaufe ich nicht für 70€ ein neues Display und lasse es für 30€ einbauen (und habe dann immer noch ein altes Teil mit altem Akku). Reparatur muss sich auch _lohnen_.
      Nicht dass _ich’s_ nicht zuerst versuchen würde; nur: nach der Diagnose kommt die Kalkulation – und dann wird entschieden! So ging dann z.B. auch ein grundsätzlich reparabler 32″ LCD-TV den Weg zum Container, denn das neue Netzteil und der Einbau, gerechnet gegen einen Neukauf… (zugegeben plus Mehrleistung: der externe Digitaltuner konnte wegfallen und Full-HD 1080 gab’s dann auch) – na Sie dürfen raten, allzu hoch war der Unterschied nicht mehr.
      .
      Das Grundproblem liegt vielmehr einerseits in kostenoptimierten Produkten, wo der Hersteller schon weiß, dass es nicht superlange halten wird, und der gutinformierte Kunde auch (Waschmaschinen mit Plastikscharnieren…). Denn was gar nicht erst kaputtgeht, muss auch nicht repariert (oder ersetzt) werden. Aber die alte Miele, wo nach 25 Jahren nur ein Kohlestab abgebrannt ist (und immer mal wieder Schläuche undicht wurden, jo mei), die gibt’s einfach nicht mehr. (Würde aber auch keiner mehr zahlen wollen.) (Achtung: Das ist nicht geplante Obsoleszenz – wird aber oft so verstanden.)
      .
      Der andere Grund zur Ressourcenverschwendung ist: unnötiger Ersatz. Sowohl Neukauf, wenn’s das alte Gerät noch tut, als auch verfrühter Neukauf aus Leistungsgründen (weil man das bisherige Gerät unterdimensioniert gekauft hat) sind ein großes Thema.
      Beispiel für letzteres: Das aktuelle Aldi-Laptop für 250€ ist z.B. sicher ein schönes Gerät – WENN man’s kaum benutzt. Aber Leute, die einen alten soliden Win7-Büro-PC oder Laptop (sagen wir, ca. 6-8 Jahre alt und damals Mittelklasse) mit einem neuen Laptop ersetzen wollen und das für ein tolles Angebot halten, werden bald merken, dass dem Ding früh die Luft ausgeht. Ein teureres Gerät wäre sinnvoller gewesen*.
      Nur, wie unterbindet man das? Denn jemand anderes wird mit dem Teil vielleicht glücklich und für den wäre es nachteilig, wenn es nicht so angeboten worden wäre. Information wäre wohl hilfreich, aber wer außer den Enthusiasten liest denn Benchmarkergebnisse oder technische Datenblätter (und versteht die auch einzuordnen)? Dazu bräuchte man so was wie Berater. Die könnte man in Fachgeschäften anstellen. Wenn es noch welche gäbe…
      .

      Und dass das Zeug, statt sauber recycelt zu werden, nach Afrika oder Asien verschifft wird, ist in meinen Augen ebenfalls eine große Sauerei. Die Sachen werden als “funktionierende Gebrauchtgeräte” bezeichnet, damit man sie exportieren darf – obwohl sie nicht mehr benutzbar sind. Und dann wird auch nix auseinandergeschraubt und getrennt behandelt, wie es sinnvoll wäre (bei unseren Wertstoffhöfen werde ich angepflaumt, wenn ich das tue! Aber ich baue nix wieder zusammen, was ich erfolglos zu reparieren versucht habe. Das wird getrennt, basta.), sondern alles Alu und Plastik und giftige Substanzen ungefiltert verfeuert, um ans Kupfer zu kommen. Das sind Schlupflöcher, die politisch abgestellt gehören.
      .

      * = ja, sicher: beim alten mehr RAM, eine SSD, und eine Neuinstallation, ginge auch in vielen Fällen. Aber das ginge beim Smartphone-Beispiel jetzt ja wieder nicht so gut, und dann hinkt auch der Vergleich. Und die Kernaussage sollte ja sein: Wer billig kauft kauft zweimal. Und hat dann _ein_ Gerät quasi als fabrikneuen E-Schrott gekauft.

Antworten auf /span> Kommentieren abbrechen

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Solve : *
32 ⁄ 16 =


Top