Diese Beißreflexe nach jeder iPhone-Vorstellung – müssen die sein?

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Diese Beißreflexe nach jeder iPhone-Vorstellung – müssen die sein?

Kommentare zum Artikel: 16

Eine Frage ist berechtigt: Bekommen Samsung, Google, Huawei, Sony, LG, Nokia, Motorola und all die anderen Smartphone-Hersteller immer den Platz in der Berichterstattung, den sie verdienen? Gibt es für sie einen ähnlichen Aufschlag an Livetickern, Hands-ons, Testberichten und Analysen, der Apple mit jeder neuen iPhone-Vorstellung zuteil wird? Und gibt es überzogene „iPhone-iPhone-geil-iPhone-Aktionen“ auch für Produkte anderer Hersteller?

Das ist eine Analyse wert, und deshalb habe ich mir vorgenommen, im kommenden Jahr ein bisschen Buch darüber zu führen. Denn die Qualität vieler Smartphones und der oft vorhandene technische Vorsprung gegenüber dem iPhone sind Grund genug, auch hier einen Blick auf die Entwicklungen zu werfen – so wie wir es im vergangenen Jahr hier in Digitalistan mit Google Pixel und Samsung Galaxy S8 getan haben.

Gleichzeitig gibt es etwas, das mich nach jeder Apple-Produktvorstellung zur Weißglut treibt: die immer gleichen Beißreflexe gegen Apple, gegen das iPhone, gegen die Berichterstattung. Seit fast zehn Jahren begleiten mich diese Argumente, die nicht immer, aber oft aus der Android-Nutzerschaft kommen und gefühlt eher mit Abneigung als mit Sachlichkeit zu tun haben. Dieses Jahr habe ich all diese Argumente gesammelt. Here we go.

Android

Ist die Berichterstattung über eine iPhone-Vorstellung zu viel, wenn viel mehr Smartphones unter dem Google-Konkurrenzsystem Android laufen?

„Warum diese PR für Apple? iOS hat einen Marktanteil von nur 14 %, Android von 86 %.“ Das ist richtig, aber verzerrend: Vorgestellt wurde in dieser Woche ja kein neues Betriebssystem, sondern ein neues Smartphone. Und da sieht die Statistik anders aus: Apple ist der nach Samsung zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt – wobei sich die Verkäufe bei Samsung auf eine viel größere Reihe verschiedener Modelle verteilen.

„Trotzdem ist es PR. Kein Mensch braucht einen Liveticker von einer Produktvorstellung.“ Offenbar doch, sonst wären die Klickzahlen nicht so hoch. Liveticker haben die Aufgabe, Ereignisse abzubilden, die Menschen selbst nicht direkt verfolgen können. Allein ein Liveticker macht noch keine PR, allein die Berichterstattung ebenfalls nicht. Und konkrete Belege, warum konkrete Artikel der großen Medien über die reine Themenwahl hinaus PR sein sollten, habe ich bisher nicht gesehen. Liefert ein Medium, das einen Liveticker anbietet, im Anschluss auch eine kritische Einordnung, sind beide bedient: die Freunde der Livebegleitung und die der Analyse.

„Randloses Display. Kabelloses Laden. Wie innovativ. Das gibt es bei der Konkurrenz alles schon seit Jahren.“ Dass Apple beim iPhone hinterher hechelt, ist schon seit vielen Jahren der Fall – und trotzdem bleibt es bei dem hohen Marktanteil des Geräts. Die Kunden scheint es also nicht zu stören, denn die Stärke von Apple ist eher die Software, als die Hardware – und neue Features erst dann einzubauen, wenn sie aus Sicht von Apple reibungslos funktionieren. Apple guckt nicht ab. Apple wartet ab. Die Erwartung, dass das Unternehmen um jeden Preis Innovator sein muss, kommt außerdem stärker von außen als vom Unternehmen selbst.

Steve Jobs

Mit der Vorstellung des ersten iPhones 2007 hat der frühere Apple-Chef Steve Jobs dem Unternehmen eine fast kultische Verehrung beschert – und eine gleichzeitig wachsende Abneigung.

„Android-Smartphones sind dem iPhone überlegen. In den Tests haben Samsung, HTC und Sony die Nase vorne.“ Vergleiche, die auf Benchmarktests basieren, klingen nach gutem Argumentationsmaterial. Sie sind aber schwierig, weil sie viel zu sehr auf die Hardware schielen, obwohl die Software wie weiter oben beschrieben eine große Rolle spielt. Ob ich mit iOS oder Android besser zurechtkomme, ist eine Frage der Gewohnheit, der Handgröße, des Geschmacks und des bisher genutzten Ökosystems. Hardware-Spezifikationen sind vielen Nutzern dagegen völlig egal. Nintendo-Spieler kennen diese Diskussion: „Super Mario“ und „The Legend of Zelda“ sind hervorragende Videospiele. Da können einem die PlayStation- und Xbox-Gamer noch so lange etwas von ihrer hochgerüsteten Technik erzählen.

„Merkwürdig mal wieder, dass der Windows-Abteilung keine Rechnung getragen wird.“ Der Marktanteil von Android lag weltweit zuletzt bei 86,1 Prozent, der Marktanteil von iOS bei 13,7 Prozent und der Marktanteil der anderen Betriebssysteme bei 0,2 Prozent – und dazu gehört auch Windows Phone. Dass der Windows-Abteilung so selten Rechnung getragen wird, ist also alles – aber nicht merkwürdig.

„Warum wettern kritische und aufgeklärte Menschen seit Jahren gegen die Datensammler und In-die-Privatsphäre-Eindringlinge von Google, Facebook & Co., laufen aber gleichsam wie Lemminge jedem neuen Produkt aus Cupertino hinterher?“ Diese Dinge haben nun gar nichts miteinander zu tun. Im Gegensatz zu Google, Facebook & Co. basiert das Geschäftsmodell von Apple nicht darauf, Daten zu sammeln – weshalb das iPhone relativ wenige „Daten sammelt“ und noch viel weniger davon ins Netz schickt. Ganz im Gegenteil: Bestimmte Daten, zum Beispiel für Touch ID und Face ID, werden auf den Geräten in einem Speicherbereich verwaltet, auf den nicht einmal Apple den direkten Zugriff besitzt.

Gesichtserkennung

Die Daten aus der iPhone-X-Gesichtserkennung Face ID werden in der Secure Enclave gespeichert, einem speziell abgesicherten Bereich im A11-Prozessor des Geräts. Die Secure Enclave wurde 2013 von Apple eingeführt und bis heute nicht geknackt.

Apple und das iPhone polarisieren, besonders in der Android-Welt – und mit jeder neuen iPhone-Vorstellung greifen deshalb die Beißreflexe. Es nervt. Dabei ist die Sache so einfach: Schaut auf die Software und den Preis, wägt Vor- und Nachteile auch der Hardware ab, studiert die Berichte unter anderem hier in Digitalistan, die die Geräte unter die Lupe nehmen, und entscheidet, womit Ihr am besten klarkommt und was Ihr bezahlen könnt und wollt – so einfach ist das.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

16 Kommentare

  1. Georg Mathey am

    Eine interessante Sicht der Dinge. Ich persönlich halte Bashing immer für fragwürdig. Es mag immer Situationen oder Personen geben, bei denen eben die eine oder die andere Version passen.
    Mir persönlich würde allerdings nie ein Apple-Gerät ins Haus kommen und zwar aus zwei simplen Gründen: Die Geräte sind meiner Meinung nach völlig überteuert und man ist im Apple-Ökosystem komplett gefangen.
    Als Desktop-Variante nutze ich diverse Linux-Distros und für mein Android-Gerät habe ich auch eine Lebensdauer von 7-10 Jahren kalkuliert. (Mein erstes Smartphone mit damals WinCE hatte ich 8 Jahre).
    Ja, wie in den Kommentaren bereits erwähnt: auch ich bekomme für mein 4 Jahre altes S5 (übrigens second-Hand mit 2 Jahren erst gekauft) keine Android-Updates mehr und erst recht kein Android 7 und das finde ich auch sehr sparsam. Insgesamt hält mich bei Android aber niemand davon ab das Gerät zu rooten und ein aktuelles Android zu flashen.
    Insgesamt lieber wäre mir eine Alternative jenseits von Apple, Google & Co. Vor ein paar Jahren gab es die Idee ein Ubuntu-Phone zu entwickeln – hat sich allerdings wohl nicht durchgesetzt. Das wäre interessant gewesen!

  2. Wolfgang Thuerauf am

    Bei mir geht es darauf zurück, dass Apple als Firma früher sympathisch war , weil sie mit ihrem Mac Computer ein Rebell gegen den Mehrheitsanbieter Microsoft waren. Seit dem sie aber auf dem Smartphone Markt im Prinzip den Versuch unternommen haben, das nachzuvollziehen was Microsoft im PC-Bereich hatte, nämlich eine marktbestimmende Position zu erreichen ist die Sympathie in Antipathie umgeschlagen. Und seitdem der Hype um jedes neue Super-Duper IPhone mit Warteschlangen a la Star Wars ausgebrochen ist, war es dann ganz vorbei, weil viele – meines Erachtens – das Gerät nur wollen, weil sie im Trend oder ein Trendsetter sein wollen… chic und cool.

  3. Jürgen Bräuning am

    Für mich relativiert sich der Hauptgrund für IPhone auf den ehemaligen Werbeslogan von Apple „Wenn Du kein IPhone hast, hast Du kein IPhone“.
    Es ist vermutlich einfacher schicker und bringt mehr Status, wenn man ein IPhone zücken kann. Wenn es dann das allerneuste ist, ist es besonders schick.

    • Dennis Horn am

      @Jürgen Bräuning: Das mag für einige Käufer ein Grund sein; für die meisten gibt es aber sicherlich andere Gründe, die ich im Text ja auch beschrieben habe. Dazu gehören zum Beispiel die Software oder das Ökosystem.

  4. > Offenbar doch, sonst wären die Klickzahlen nicht so hoch.

    Zumindest dieses Argument ist aber auch ein Zirkelschluss. Die Medien TM springen doch auf jede News wo Apple dran steht, weil die Klickzahlen (= Werbeerlöse) garantiert sind. Dabei sind sie bewusst in der Vergangenheit die Euphoriewelle geritten, die Heiland Jobs damals losgetreten hat und bedienen auch heute noch willig die Apple-Marketingmaschinerie. Etwas mehr Selbstreflexion und weniger Blick auf das Werbekonto wären wünschenswert; aber viele (insbesondere Tech-) Redaktionen scheinen den journalistischen Anspruch schon lange aufgegeben zu haben. Davon zeugen die zahllosen Wasserstandmeldungen, die kaum Neues berichten, aber immer wieder Apple-Produkte auf die Agenda setzen (Spekulationen, ob das nächste Gehäude nun einen mm dünner ist o.ä.). Für mich gleicht das Apple-Fantum mit seinen Runs auf jedes aktuelle Produkt einer Massenhysterie.

    • Dennis Horn am

      @nk: Zu den Wasserstandsmeldungen gebe ich Ihnen völlig recht. Für Vorstellungen neuer Gerätegenerationen sehe ich das anders.

  5. Inzwischen ist in der Berichterstattung wenigstens etwas wie eine kritische Distanz erkennbar. Vor einigen Jahren hat die m.E. noch deutlich zu wünschen übrig gelassen. Ich habe den Eindruck, dass das gros der Journalisten einfach Apple-Nutzer sind und sich u.a. deshalb mehr mit Neuerscheinungen aus Cupertino beschäftigen als von anderswo. Dass sich Android-Nutzer da manchmal etwas vergessen vorkommen, kann ich zumindest nachvollziehen. Auf dem Desktop-Markt wäre es ja auch kaum vorstellbar, dass die Vorstellung eines neuen Mac OS die gleiche Berichterstattung bekommen würde wie die über das neue iPhone.
    Und, ja, der Hinweis mit dem Marktanteil der Hersteller ist schon richtig, aber wenn es nur nach der Größe ginge, müsste über Samsung – und inzwischen Huawei, da sie, wenn mich nicht alles täuscht, Apple überholt haben und inzwischen auf Platz 2 stehen – genauso viel berichtet werden.

    • Dennis Horn am

      @JoBlum: Dass Apple-Technik unter vielen Journalisten verbreiteter ist, kann man nicht wegdiskutieren – das ist natürlich auch ein Faktor. Allerdings sind zumindest in meiner Beobachtung Geräte anderer Hersteller unter Kollegen auch recht verbreitet. Was natürlich persönliche Empirie und damit nur eingeschränkt aussagekräftig ist.

      Zum Desktopmarkt: Der Marktanteil von macOS ist niedrig einstellig – das ist eine andere Hausnummer als der Marktanteil von iOS. Apple hat auf dem Smartphonemarkt außerdem eine andere Geschichte, weil es diesen Markt mit dem iPhone im Grunde selbst begründet hat. Vielleicht hat es deshalb einfach diese zehn Jahre gebraucht, bis man Apple distanzierter, weil als „normalen“ Marktteilnehmer betrachten konnte. (Was die Größe der Hersteller angeht, war die Reihenfolge zuletzt: Samsung, Apple, Huawei, Oppo, Vivo.)

  6. > Diese Dinge haben nun gar nichts miteinander zu tun. Im Gegensatz zu Google, Facebook & Co. basiert das Geschäftsmodell von Apple nicht darauf, Daten zu sammeln – weshalb das iPhone relativ wenige „Daten sammelt“ und noch viel weniger davon ins Netz schickt. Ganz im Gegenteil: Bestimmte Daten, zum Beispiel für Touch ID und Face ID, werden auf den Geräten in einem Speicherbereich verwaltet, auf den nicht einmal Apple den direkten Zugriff besitzt.

    Was Datensammlung angeht, spielt Apple tatsächlich in einer anderen Liga als Google. Aber dafür gibt es andere, große Probleme: Vor allem ist das Ökosystem komplett in der Hand des Anbieters. Bei Android gibt es alternative App-Stores (auch wenn sie ehr ein Nischendasein führen), bei Apple nicht. Die Firma agiert als Gatekeeper und kontrolliert streng, was auf ihren Geräten läuft. (Die Käufer mögen sich zwar für Eigentümer der Geräte halten, aber wenn man sich die tatsächlichen Machtverhältnisse anschaut, ist diese Ansicht nicht vollständig gerechtfertigt.) Andernorts nennt man derartige Gatekeeper auch Zensoren.

    Diese Macht über das Ökosystem nutzt Apple auch aus, um politisch nicht gewollte Apps verschwinden zu lassen [1], App-Inhalte an die Vorstellungen des Unternehmens anzupassen [2] sowie Konkurrenzprodukte gar nicht erst auf das Telefon kommen zu lassen [3]. So regelmäßig auf die Datensammelei von Google und Facebook hingewiesen wird, so regelmäßig sollte auch auf diese Art der Einflussnahme eingegangen werden.

    [1] https://9to5mac.com/2015/09/30/drone-attack-reporting-app-removal/>
    [2] https://unthoughted.wordpress.com/2015/10/31/apple-verbietet-inhalte-vom-chaos-computer-club-auf-ihrer-plattform/
    [3] Firefox für iOS ist ein verkappter Safari, da Apple keine anderen Browser-Engines zulässt: https://www.theregister.co.uk/2015/09/04/mozilla_reveals_firefox_ios_preview_apple/

    • Dennis Horn am

      @Ralf: Das sind richtige und wichtige Punkte, in der Tat. Auch diese Punkte sollten Verbraucher – sofern sie für diese im Einzelfall von Relevanz sind – in ihre Kaufentscheidung einfließen lassen. Nur eine Anmerkung: Wer die strenge Kontrolle des Konzerns über das Ökosystem erwähnt, sollte aus meiner Sicht zumindest auch kurz den Vorteil erwähnen, dass iOS-Nutzer bisher in diesem walled garden recht sicher leben.

  7. Thema Windows: Klar, der aktuelle Marktanteil ist weniger als marginal. Er lag aber in Deutschland schonmal bei > 5%, in UK sogar > 10%.
    Ich werfe der Presse hier aber vor, auch unterdurchschnittlich wenig über die Entwicklungen und Neuvorstellungen bei Windows Phone und Windows Mobile berichtet zu haben. Oh, ein neues IPhone? Wochenlange Vorberichte. Ein neues Samsung Topmodell? Wird auch dauernd drüber geschrieben.
    Wurde dann ein neues Gerät der Lumia Reihe vorgestellt, war Schweigen im Walde, vielleicht mal ein kurzer Artikel dazu.
    Von den vielen Vorteilen eines Geräts mit Windows als OS mal ganz zu schweigen. Zu nennen wäre die Sicherheit, die Innovationen die es damals gab und einiges mehr (Kameraqualität zB).
    So kann sich ein mobiles Betriebssystem dann auch nicht wirklich durchsetzen…

    Wäre es dann von der Presse nicht so stiefmütterlich behandelt worden, sähen die Marktanteile sicher leicht anders aus.

    • Und seit wann genau ist es die Aufgabe der Presse, dafür zu sorgen, dass ein Produkt hohe Marktanteile erreicht?

  8. Mein kleiner Erfahrungsbericht ist, dass ich zwei iPhones habe, ein 5er, liegt nun als Reserve im Schrank, und ein 6s. Nutzen tu ich die Geräte etwa vier bis fünf Jahre, bis die neuere Software sie langsam werden lässt. Ich weiss dass ich mehr bezahlt habe als für ein vergleichbares Android-Gerät, bin aber mit dem Iphone sehr zufrieden, und habe schon viele Android-Nutzer über Android oder die jeweilige Marke die sie nutzen schimpfen hören, jedoch sind mir bis jetzt keine iphone-Nutzer über den Weg gelaufen, die über ihr Gerät meckern. Fazit – irgendetwas muss Apple wohl richtig machen.
    Ansonsten gilt – wie auch der lezte Absatz im Blogartikel auf australisch lauten würde – Shop around!

  9. Vielen Dank für diesen Beitrag, der wohl vielen Beißreflexgeplagten aus der Seele sprechen dürfte! Den allermeisten Käufern ist vollkommen klar, dass ihr iPhone in der Summe technisch nicht unbedingt besser ist als viele andere, teils sogar deutlich preiswertere Geräte. Dass man die Unverfrorenheit besitzt, sich so ein Ding TROTZDEM zu kaufen, scheint für den Rest der Welt eine unglaubliche Provokation darzustellen, auf die dann gefälligst auch entsprechend reagiert werden muss.

    Ich beispielsweise nutze nach wie vor mein sieben Jahre altes iPhone 4(!), werde mir demnächst ein neues 7, 8 oder X holen und plane auch dieses, vier oder fünf Jahre zu nutzen. Bei einer so langen Nutzungsdauer relativiert sich der hohe Anschaffungspreis schon ganz gewaltig, insbesondere in Kombination mit dem hohen Wiederverkaufswert von iPhones.

    Das Ding ist einfach zu bedienen, wird regelmäßig und über lange Zeit mit Betriebssystem-Updates versorgt, fühlt sich wertig an (für jemanden, der keine Handyhüllen nutzt, spielen auch Haptik und Materialien eine Rolle) und man muss sich kaum Sorgen um Sicherheitsaspekte machen. Zudem sind auch Displayqualität, Akkulaufzeit und Kamera auf dem Niveau der Hauptkonkurrenz. Das sind die einzigen Dinge, die für mich relevant sind und es interessiert mich überhaupt nicht, ob andere Geräte bei tausend anderen Features etwas oder auch viel mehr drauf haben.

    • Dennis Horn am

      @C.D.: Das ist ein echt wichtiger Punkt: die „softwareseitig geplante Obsoleszenz“. Ich nutze ja beide Systeme, weil ich das allein für meine Berichterstattung für wichtig halte. Und ich hatte zuletzt ein Nexus 5 im Einsatz und war entsetzt, als Google im vergangenen Jahr nach gerade einmal drei Jahren den Support beendet hat. Und dann kommt noch die extrem hohe Fragmentierung des Android-Systems durch Hersteller und Mobilfunkanbieter dazu. Die extrem hohe Marge bei Apple lässt mich zwar trotzdem schlucken, aber das ist tatsächlich ein Punkt.

  10. Ein wirklich guter Artikel.
    Aber es ist nunmal wie überall mittlerweile. Jeder der eine Meinung hat muss sie auch verbreiten. Und vor allem Menschen die so wenig über ein Thema nachdenken und mit Halbwissen glänzen wollen, sind die deren Kommentare man meist liest.

    Menschen die Nachdenken und sich beschäftigen schreiben solche „Argumente“ nicht ins Netz oder bereiten Sie – wie in diesem Artikel – wenigstens möglichst sachlich auf.

    Und davon ab… Was bringt mir eine 12TB WD HDD mit Helium wenn es mein größtes Hobby ist Spreadsheets über das Essverhalten meiner Frau zu erstellen. Ähnlich verhält es sich mit der Hardware in einem Smartphone, oder generell in einem Rechner. Warum soll ich ein Gerät mit 8 Kernen aufrüsten, wenn die Software die geschrieben wird für das System nur 2 benötigt. Das fällt doch schon fast unter die Totsünde der Völlerei.

    Ich bin iPhone Nutzer der ersten Stunde und die Geräte haben mir als Designer und Frontend-Entwickler immer beste Dienste erwiesen und stets dafür gesorgt, dass ich mehr oder weniger bequem ans Ziel gekommen bin. Zumal die Kombination aus drei Macs, zwei iPhones und zwei iPads bei uns im Haushalt wunderbar funktioniert.

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