Digitale Assistenten im Alltag

https://blog.wdr.de/digitalistan/digitale-assistenten-im-alltag/

Digitale Assistenten im Alltag

Kommentare zum Artikel: 1

So genannte „Künstliche Intelligenz“ (KI) ist derzeit das heiße Thema im Silicon Valley. Google tüftelt an Lösungen, Facebook forscht mit Nachdruck in diesem Bereich und auch Apple entwickelt seine Ideen weiter. Microsoft scheint sich hier besonders viel vorgenommen zu haben. Das Unternehmen  stellt gerade eine Neuheit nach der anderen vor, die alle mit Künstlicher Intelligenz zu tun haben. Es gibt neue Lösungen für Konsumenten, Unternehmen und Entwickler. Aktuelles Beispiel: Ein Netzwerklautsprecher von Harman/Kardon, der an Amazon Echo erinnert – aber deutlich mehr können soll.

Der Roboter «Apollo» aus Tübingen: Doch KI gibt es nicht nur in Robotern

Offene Schnittstelle: Jeder kann Lösungen entwickeln

Amazon Echo ist ein WLAN-Lautsprecher, den man sich in die Wohnung stellt, der Musik abspielen und Fragen beantworten kann. Eine Art digitaler Assistent, der dem User Rede und Antwort steht, auch ohne Smartphone, Tablet oder PC. Der nun angekündigte Lautsprecher von Harman funktioniert grundsätzlich ganz ähnlich. Das Besondere daran ist aber, dass nicht Microsoft den Zauber-Lautsprecher baut, sondern eben Harman/Kardon. Und das nicht im Auftrag von Microsoft, sondern weil es jeder kann. Denn Microsoft hat ein Cortana Devices SDK vorgestellt. Eine Entwicklungsumgebung für alle, die Cortana-Geräte bauen wollen.

Microsoft stellt also eine Lösung zur Verfügung, die jeder nutzen kann, der solche Geräte bauen möchte. Jeder kann den digitalen Assistenten Cortana verwenden. Der nun angekündigte WLAN-Lautsprecher ist nur das erste Device – weitere werden folgen. Schon ist von IoT-Geräten (Internet of Things) die Rede, die auf Cortana setzen. Allzu „intelligent“ müssen die Geräte nicht sein, da Cortana nicht in den Geräten läuft, sondern auf Servern. Die Daten werden per Internet übertragen: Das, was gesprochen wird – und die Ergebnisse, die Cortana zurückliefert.

Netzwerklautsprecher mit Cortana: Reagiert auf Zuruf – und soll immer schlauer werden

Assistenten sollen immer schlauer werden

Selbst die Großen der Branche haben gemerkt, dass sie allein nicht weiter kommen. Nicht nur Microsoft hat seinen Assistenten Cortana für andere geöffnet: Seit einigen Tagen können Entwickler auch Lösungen für den Google Assitant entwickeln. Derzeit allerdings nur für den ebenfalls smarten Lautsprecher Google Home, den es in Deutschland noch nicht gibt (und der im Augenblick nur Englisch spricht). Doch schon bald sollen auch die Assistenten im Smartphone Pixel oder im Messenger Allo für Drittanbieter nutzbar sein.

Amazon hat seinen Assistenten Alexa von Anfang an offen konzipiert, so dass Dritte Lösungen dafür entwickeln können. Es gibt derzeit rund 4.000 so genannte „Skills“. Erweiterungen, die mit Alexa laufen. Kostenlose und kostenpflichtige Anwendungen, die im Amazon-Lautsprecher Echo laufen und die Sprachfähigkeiten des Systems nutzen. Die gute Nachricht für alle, die bereits Skills für Echo entwickelt haben: Diese Skills sollen sich mit wenigen Handgriffen auch auf das Cortana-System von Microsoft übertragen lassen.

Da kommt gerade mächtig etwas in Bewegung: Die Digitalen Assistenten von Google, Microsoft, Amazon, Apple und Facebook werden zu den neuen Schaltstellen. Wir Konsumenten kommunizieren nicht mehr mit einem Betriebssystem wie Windows, macOS, Linux, iOS oder Android, sondern mit Digitalen Assistenten. Hier starten wir Anwendungen, hier hinterlassen wir Daten, hier regeln wir alles. Die Bedeutung von Betriebssystemen ist im Schwinden begriffen – die von Digitalen Assistenten nimmt von nun an dramatisch zu.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. DAß diese digitalen Assistenten immer besser funktionieren, ist unbestritten.
    Woran man aber denken sollte…
    Die persönlichen Butler und Dienstmädchen sind keine mehr oder weniger verschwiegenen Menschen.
    Das sind riesige, sündhaft teure Rechner. Die mit teuer bezahlter Software laufen.
    Und das geschieht analog zu „echten“ Assistenten auch nicht „umsonst“.

    Hey Cortana,
    Anwalt anrufen. Scheidung klarmachen.

    Hey Cotana,
    Frau anrufen. Bescheid sagen, daß ihr Mann jetzt mit der Sekretärin…
    bitte keine Namen nennen…

    Hey Cortana,
    meine Lieblingsmusik bitte. Auf die Boxen im Schlafzimmer…

    Werden bezahlt. Und wenn nicht in € oder $… dann eben mit Daten.

    Cortana ruft gerade beim Chef an. Hat In meinem Namen gekündigt. Und gleich einen Nachfolger vorgewschlagen… ;-) ;-)

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage: *

Top