Dr. Apple Watch: Noch mehr Gesundheitsdaten

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Dr. Apple Watch: Noch mehr Gesundheitsdaten

Kommentare zum Artikel: 9

Ist es nur ein leichtes Schnarchen – oder Symptom für ein größeres Problem, vielleicht sogar obstruktive Schlafapnoe? Die neue Apple Watch Series 6, die Apple vergangene Nacht (15.09.2o20) in einer der wohl schnellsten und kürzesten Online-Shows (und das nur online, ohne Applaudierende) präsentiert hat, kann dabei helfen, die Antwort zu liefern. Denn wie erwartet hat Apple seiner Watch 6 nun ein weiteres Messinstrument spendiert: ein Pulsoxymeter.

Apple Watch Series 6: Kann auch Sauerstoffgehalt messen; Rechte: WDR/Schieb

Apple Watch Series 6: Kann auch Sauerstoffgehalt messen

Pulsoxymeter: Wie viel Sauerstoff ist im Blut?

Pulsoxymeter? Klingt nicht eben sexy – und kommt aus der Welt der Medizin. Denn ein Pulsoxymeter misst den Sauerstoffgehalt im Blut. Der sollte bei 93 bis 99% liegen, das ist der Normbereich. Fällt der Spiegel darunter, kann das zu ernsthaften Schwierigkeiten führen. Die Watch 6 kann diesen Wert innerhalb von 15 Sekunden ermitteln. Mit Hilfe entsprechender Sensoren, direkt am Handgelenk. Die Apple Watch ist nicht die erste Smartwatch, die das kann – aber natürlich die erste, die das auch konsequent nutzt.

Apple baut seine Watch weiter aus zum perfekten Instrument für alle, die auf Fitness und Gesundheit achten. Wer gerne Sport macht, findet in der Apple Watch jede Menge ausgetüftelter Funktionen. Und es werden noch mehr, da Apple – erst mal nur in den USA – ein neues Abo namens Fitness+ startet. Hier können sich Apple-Kunden für 10 Dollar im Monat oder 80 Dopllar im Jahr mit Musik und Fitness-Videos anleiten lassen. Home-Fitness: Das liegt nicht zuletzt durch Corona derzeit voll im Trend.

Die neue Apple Watch sorgt sich noch mehr um Fitness und Gesundheit

Gesundheit und Fitness im Blick

Aber auch, wer schlicht seine Gesundheit im Blick halten will, ist mit einer Apple Watch gut bedient. Den Puls misst die Watch schon lange. Auch lässt sich jederzeit ein 1-Kanal-EKG erstellen – das selbst Kardiologen zu schätzen wissen. Nun kommt mit dem Pulsoxymeter eine weitere Messfunktion dazu, die es erlaubt, etwa den Schlaf zu überwachen: Puls, Bewegungen und Sauerstoffgehalt – kann die Uhr alles in der Nacht protokollieren. Das erspart dem ein oder anderen eine Nacht im Schlaflabor.

Worüber Apple natürlich nicht redet, sind die Daten, die dabei anfallen. Es kommt immer mehr dazu. Nun also auch noch der Sauerstoffgehalt.

Und die Daten? Gefahr von Missbrauch wächst

Darüber hinaus führt Apple eine “Familienkonfiguration” ein. Jede Apple Watch ab Series 4 lässt sich künftig von einem “Chef” einrichten und überwachen, etwa die Watch der Kids – oder der Senioren in der Familie. Die Watch meldet dann die Gesundheitsdaten – oder auch den Aufenthaltsort. Eltern könnten kontrollieren, wo sich ihre Kinder aufhalten.

So praktisch viele der neuen Funktionen anmuten: Es gibt auch die Gefahr des Missbrauchs. Innerhalb der Familie. Und grundsätzlich. Darüber wird zu reden sein.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

9 Kommentare

  1. Das ist ja wirklich interessant, dass die Apple Watch zwischen Schnarchen und Schlafapnoe unterscheiden kann. Da kann man wirklich gespannt sein, was die Zukunft noch für weitere Entwicklungen bringt.

  2. Hans-Paul Broschart am

    Wau Holland (CCC) hat es mal so gesagt:
    “Private Daten schützen, öffentliche Daten nutzen!”

    Damit ist eigentlich alles gesagt – private Daten werden (datensparsam) erst gar nicht erhoben, und wenn doch, dann stehen sie unter einem starken Schutz. Was dann nicht geht, ist die missbräuchliche Auswertung z.B. von Corona-Kontaktlisten durch die Polizei für Bagatelldelikten, die ausdrücklich von der Nutzung solcher Daten ausgeschlossen waren. Da wächst das Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Polizei, dazu bedarf es noch nicht mal Nazis bei den Polizisten.

    Umgekehrt ist es nicht akzeptabel, das die Daten den Deutschen Bahn, einem Staatsunternehmen, das uns allen gehört, über kaputte Boardrestaurants zum Staatsgeheimnis erhoben werden. Warum ist der Bundesverkehrsminister Scheuer immer noch im Amt?

  3. Daten-Ratten. Mehr ist dazu nicht zu sagen. Die tatsächlichen Folgen dieser ständigen Schnüffelei werden diejenigen, die nur Luft zwischen den Ohren haben, erst merken, wenn es zu spät ist. Wenn die überhaupt noch etwas merken.
    Alles, was praktisch kostenlos sein soll, ist niemals umsonst.

  4. Wie alles ist die Auswirkung solch einer Technik abwägungssache.

    Das Risiko des Missbrauchs sehr abstrakt und derzeit, exakt heute, ein persönlicher Schaden nicht fühlbar.

    Die Chance der Lebensrettung bei z.B. Schlaganfall und Herzinfarkt konkret und der Nutzen persönlich immens.

    Das dürfte für viele sehr interessant sein, bzw. werden.

    • Wie bei allen Sachen steht erstmal der Vorteil im Vordergrund: egal ob Atombombe oder Erfindung von Plastik. Heute würden viele Menschen gerne drauf verzichten.

    • Das Risiko eines Missbrauchs, gerade in der Familie oder Partnerschaften, ist wesentlich höher, als Sie offensichtlich bisher in Ihrer Umgebung erlebt haben – viele werden Sie darum beneiden. Schon vor Jahren berichteten mir Schülerinnen (Berufsschule, volljährig), dass Handys in ihrer Umgebung genutzt würden, um ihren Bewegungsradius zu kontrollieren. Auch Stalkerware ist ein größeres Problem, als allgemein wahrgenommen wird (als Empfehlung: beim 36c3 gab es min einen entsprechenden Vortrag) – in dieser Hinsicht haben die oben beschrieben Funktionen viel bösartiges Potential.

      • Da haben Sie wohl recht, je nach individueller Situation und sozialen Umfeld, können die Kosten (der Missbrauch) als auch der Nutzen sehr unterschiedlich sein.

        So Ihr Beispiel von Schülerinnen einer Berufsschule. Für ältere Menschen, kann ich mir vorstellen, könnten dagegen solche Geräte und verbundene Dienstleistungen lebensverlängernd sein.

        So oder so scheint der verantwortungsvolle Umgang seitens der Hersteller aber auch der Endkunden eine Herausforderung

  5. Natürlich werden die Daten missbraucht werden. Das sicherste ist, diese Technik garnicht erst zu nutzen. Gekoppelt mit Regierungsdaten, der Krankenkasse und ähnlichem lassen sich wunderbare neue “Geschäftsmodelle” entwickeln.

    • Finales Ziel und das letzte Highlight eines jeden, fitnessappgesteuerten Users (m/w/d) wird bzw. muss sein, während des letzten Atemzuges und beim letzten Blick auf die Smartwatch, immer noch durchgängig grüne Werte in die Cloud zu übermitteln: alles richtig gemacht, ein Leben lang! Dieses ultimative Glücksgefühl/Feature im Geschäftsmodell, wird jeglichen, potentiellen Datenmissbrauch weit überflügeln und denselben daher der Unbedenklichkeit zuführen. ;)

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