DSGVO: Her mit meinen Daten!

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DSGVO: Her mit meinen Daten!

Kommentare zum Artikel: 5

Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), die am Freitag nun endgültig in Kraft tritt, gibt uns Nutzern zusätzliche Rechte. So haben wir zum Beispiel das Recht zu erfahren, welche Daten ein Onlinedienst oder Unternehmen über uns gespeichert hat. Innerhalb von 30 Tagen müssen wir eine Auskunft bekommen. Klar, dass die meisten Anbieter diesen Vorgang nun automatisieren, damit nicht unnötig viel Arbeit entsteht. Noch vor einigen Jahren musste der Österreicher Max Schrems vor Gericht klagen, um diese Auskunft zu bekommen – jetzt ist sie rechtlich verankert.

Logos von Linediensten und SOM; Rechte WDR/Schieb

Gespeicherte Daten von über 100 Onlinediensten abrufen

mydatarequest holt bequem Auskunft ein

Aber wie erfährt man von Facebook, Twitter, Tinder oder Amazon, welche Daten dort gespeichert sind? Ein neuer Onlinedienst macht es einem besonders einfach: mydatarequest.com beschreibt für mittlerweile mehr als hundert Onlinedienste und Apps, wie genau man vorgehen muss, um die gespeicherten Daten abzurufen. Sofern die Onlinedienste bereits eine automatische Funktion vorgesehen haben, gibt es einen direkten Link. Nur klicken – und seine digitale “Akte” abrufen.

Hat das Unternehmen oder die App noch keine solche Automatik vorgesehen: auch nicht schlimm. In diesem Fall bietet mydatarequest.com einen vorgefertigten, in englischer Sprache formulierten Text, den man direkt an das zuständige Unternehmen senden kann, um sein Auskunftsbegehren zu formulieren. Als Nutzer fragt man also höflich, aber rechtskonform an, welche Daten gespeichert sind. Da alle in der EU ansässigen Unternehmen zur Auskunft verpflichtet sind, solltet Ihr relativ schnell Antwort bekommen.

https://vimeo.com/271844773

Praktischer Service, der weltweit funktioniert

mydatarequest.com  bietet diesen Service aber nicht wegen der DSGVO an – und auch nicht nur für Nutzer in der EU, sondern weltweit und für jeden. Ein guter Ansatz. Denn wer im großen Stil Daten erhebt und speichert, sollte sich besser daran gewöhnen, Rechenschaft abzulegen. Unsere Daten gehören uns – und wenn wir sie freundlicherweise teilen, dann haben wir auch ein Recht auf Auskunft und Löschung.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

5 Kommentare

  1. Roland S am

    Sehr geehrter Herr Schieb, hallo WDR,

    wie kommt man denn als nicht Kunde von Facebook und co. an die ggf. dort gespeicherten Daten heran?
    Ich gehe davon aus, das dort Daten über mich vorliegen, da die Funktion zum Abgleich des eigenen Adressbuchs mit Sicherheit auch von Leuten genutzt wurde, bei denen ich im Adressbuch eingetragen bin.
    Die Facebook “internen Links” helfen mir hier nicht weiter.

  2. Hilbert Jacqueline am

    Ein pflege Dienst bringt mir meine Tabletten und kam heute mit einer einverständniserklärung zur Aufnahme und Speicherung Personen bezogene Daten laut bdsg und eu-dsgvo, 2018.soll ich unterschreiben oder nicht? Bisher klappte die tablettengabe auch ohne diese Einverständnis Erklärung!

  3. Richter, G am

    Blöd nur dass es nicht in der jeweiligen Muttersprache ist

    P.S. Um den Kommentar zu senden muss man der Speicherung und Verarbeitung seiner Daten zustimmen. Dies ist eineunlautere Knebelung.

    Hiermit widerrufe ich die Zustimmung bin nicht einverstanden mit der Speicherung und Verarbeitung meiner Daten!!

    • Norbertus am

      Hallo Herr/Frau Richter.
      Es ist in der Praxis nicht möglich, der Speicherung von persönlichen Daten, wenn dies von einem Gesetzt ( z.B. dem Medienges., dem Meldeges., o.ä. ) zu widersprechen. Erst nach Ablauf aller gesetzlichen Fristen können diese Daten wieder gelöscht werden.
      Und Datenverarbeitung ist nach DSGVO auch etwas iritierend definiert: so ist z.B. das sammeln von Visitenkarten durcheinander in einem Schuhkarton noch keine Datenverarbeitung, wenn ich sie aber nach Namen alphabethisch sortiere, ist es Datenverarbeitung. Auch wenn ich Namen und Anschrift abschreibe und dabei auf einen Briefumschlag übertrage ist das Datenverarbeitung nach DSGVO.
      Allerdings entspricht es nicht der DSGVO, wenn auf dieser Webseite dem/der Nutzer/-in nicht erklärt wird, worin die Datenverarbeitung dieses Blogs besteht. Und jeder Datenverarbeitung, die nicht gesetzl. zwingend bzw. unbedingt für diese Kommentarfunktion benötigt wird, muss der/die Nutzer/-in einzeln zustimmen können, oder dies eben lassen dürfen.

      • Norbertus am

        Ich muss meinen letzten Kommentar korrigieren.
        Ich habe die Datenschutzerklärung nun doch gefunden.

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