Jetzt ist sie da, die DSGVO

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Jetzt ist sie da, die DSGVO

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Wortgebilde wie “Datenschutzgrundverordnung” oder Abkürzungen wie DSGVO können sich wohl nur Politiker ausdenken. Doch in diesem Fall profitieren wir Nutzer davon. Denn die neue Verordnung stellt klar: Unsere Daten gehören uns. Personenbezogene Daten sind kein Freiwild mehr für Soziale Netzwerke, Onlineshops und datenverarbeitende Konzerne.

Klar, auch wenn die DSGVO in Kraft ist, leben wir nicht gleich in einer Idealwelt. Natürlich werden auch in Zukunft Daten erhoben und gespeichert. Das darf aber nicht mehr so hemmungslos erfolgen wie bisher. Denn: Wir müssen aufgeklärt werden. Und wir müssen dem ausdrücklich zustimmen.

Datenschutz soll danke DSGVO gestärkt werden; Rechte: dpa/Picture Alliance

Datenschutz soll danke DSGVO gestärkt werden

Ohne Zustimmung keine Daten

Allerdings führt die DSGVO derzeit zu regelrechten Klick-Orgien. Ständig müssen wir Häkchen machen. Ja, klar, okay – die Betreiber wollen halt auf Nummer sicher gehen. Früher haben wir kilometerlange AGBs nicht durchgelesen und abgenickt, heute machen wir dasselbe mit unentwegt aufpoppenden Erläuterungen. Trotzdem ist das besser. Die Taschenlampen-App auf dem Smartphone beispielsweise darf nun keine Kontaktdaten mehr auslesen, weil das für den Betrieb der App nicht erforderlich ist.

Außerdem haben wir seit heute ein Recht darauf, zu erfahren, welche Daten über uns gespeichert sind. Jeder muss die Auskunft erteilen. Vor einigen Jahren musste man dazu noch vor Gericht ziehen. Auch können wir verlangen, dass Daten gelöscht werden. Und wir können Daten mitnehmen: zum Beispiel unsere Kontakte von einem Mail-Dienst zum anderen, unsere Fotos von einem Anbieter zum nächsten.

Politik hätte Ausnahmen formulieren müssen

Verrücktheiten in der DSGVO gibt es auch. Etwa, dass nun auch jedes Foto als “Datenerhebung” verstanden wird – und grundsätzlich ein schriftliches Einverständnis aller abgebildeten Leute voraussetzt. Was absolut realitätsfern ist und Profi- wie Hobbyfotografen in den Wahnsinn treibt. Und sicher noch die Gerichte beschäftigen wird.

Dennoch: Gut, dass es die Datenschutzgrundverordnung gibt. So manchen großen Datenskandal – und da gab es viele – hätte es vielleicht niemals gegeben, hätten wir die DSGVO schon früher gehabt. Und hätte Facebook sich trotzdem so verantwortungslos verhalten wie jüngst, hätte es nicht nur mahnende Worte, sondern etliche Milliarden Dollar Strafe gehagelt.

Trotzdem gibt es nicht nur Anlass zum Jubel. Denn auf der einen Seite ist die Datenschutzgrundverordnung zwar richtig und wichtig, aber eben auch nur ein Schritt in die richtige Richtung. Zu viele Aspekte bleiben außen vor, vor allem was Datenethik, Big Data und Künstliche Intelligenz betrifft.

Und: Die Kleinen werden zu hart angegangen: Blogger, Vereine, Mini-Onlineshops, Handwerksbetriebe, Arztpraxen, Schulklassen – auch sie müssen die neuen Regeln befolgen. Hier hätte die Politik Ausnahmen formulieren müssen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

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  3. “Denn die neue Verordnung stellt klar: Unsere Daten gehören uns. Personenbezogene Daten sind kein Freiwild mehr für Soziale Netzwerke, Onlineshops und datenverarbeitende Konzerne.”
    .
    Glauben Sie jetzt nicht wirklich, oder?
    Zitat(*): “… Der Hamburgische Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit Johannes Caspar sorgte 2016 durch einen Beschluss des Oberlandesgerichts Hamburg dafür, dass zwischen Facebook und WhatsApp kein Austausch von Daten deutscher User mehr stattfinden durfte.
    Aufgrund der neuen Datenschutzgrundverordnung ist dieses Urteil allerdings nun nicht mehr durchsetzbar und Facebook daher berechtigt, die Daten mit seinem Tochterunternehmen zu teilen. Denn durch die neue Verordnung ist ab sofort Irland für solche Entscheidungen zuständig. Somit führt die neue Regelung, die an sich mehr Schutz für User-Daten mit sich bringen soll, dazu, dass nun WhatsApp-User die Daten von Nutzern automatisch mit Facebook teilt – auch wenn sie auf dem sozialen Netzwerk gar nicht präsent sind. Die einzige Möglichkeit die Datenweitergabe zu verhindern, ist die Löschung des WhatsApp-Accounts.” … .
    (*)Quelle: com-magazin.de/news/whatsapp/whatsapp-teilt-deutsche-user-daten-facebook-1540971.html
    Siehe dazu auch, wie gestern schon erwähnt:
    golem.de/news/trotz-dsgvo-whatsapp-teilt-nun-massenhaft-nutzerdaten-mit-facebook-1805-134528.html

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