DuckDuckGo Go Go

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DuckDuckGo Go Go

Kommentare zum Artikel: 9

Wir Menschen sind bequem, deshalb nutzen wir immer wieder dieselben Suchmaschinen. Weil wir sie kennen. Oder weil sie im Browser voreingestellt sind. Google profitiert von diesem Mangel an Experimentierfreudigkeit am stärksten: Über 90% Marktanteil in Deutschland in 2015 – und das sogar mit steigender Tendenz. Das hat fast was von einem Monopol.

Dagegen kommt selbst ein Megakonzern wie Microsoft nicht an. Zwar kann Microsoft über Windows seine eigene Suchmaschine Bing prima vermarkten, trotzdem greifen die meisten Deutschen vertrauensvoll zu Google. Bing schafft es nur auf Platz zwei, weit abgeschlagen. Alle anderen Suchmaschinen sind unter ferner liefen. Doch eine Suchmaschine kann sich seit Jahren über steigende Nutzungszahlen freuen: DuckDuckGo. Die Snowden-Enthüllungen, das vom EuGH gekippte Safe Harbor Abkommen und die bei uns in Deutschland wieder eingeführte Vorratsdatenspeicherung hinterlassen ihre Spuren.

HomePage DuckDuckGo; Rechte: dpa/Picture Alliance

Wichgtigstes Feature: Anonymität

DuckDuckGo versteht sich als datensparsame Alternative zu den Klassikern Google, Bing, Yahoo und Co. DuckDuckGo verspricht nicht die besseren Suchergebnisse oder kürzere Reaktionszeiten, sondern hat einen anderen Trumpf im Ärmel: Anonymes Suchen. Die Suchmaschine mit der Ente im Logo durchforstet das Netz und liefert Ergebnisse, ohne Daten über den Suchenden zu speichern. Es werden keine Profile angefertigt, keine Cookies angelegt, keine IP-Adressen gespeichert, keine Daten weitergegeben. Das ist in der Tat ein Alleinstellungsmerkmal von DuckDuckGo.

Das hat DuckDuckGo enorme Wachstumsraten beschwert. DuckDuckGo gibt es seit 2008 und wächst seitdem langsam, aber stetig. Mittlerweile bringt es DuckDuckGo auf 12 Millionen Anfragen pro Tag (hier gibt’s genaue Statistiken). Über solche Zahlen kann Google zwar nur lachen. Dennoch: Es ist ein klarer Trend erkennbar, dass die Menschen ihre Privatsphäre schützen wollen. Immer mehr User wissen es zu schätzen, wenn eine Suchmaschine ihre Daten als unantastbar betrachtet und gar nicht erst den Versuch unternimmt, Daten über sie zu speichern. Natürlich spielen in diesem Zusammenhang die Snowden-Enthüllungen eine große Rolle. Seit Snowden ist DuckDuckGo etwas schneller gewachsen als vorher.

Statistik DuckDuckGo; Rechte: WDR/DuckDuckGo

Interessante Alternative mit weniger Funktionen

Fairerweise muss man natürlich sagen, dass DuckDuckGo in punkto Bedienkomfort und Funktionsumfang nicht unbedingt mit Google mithalten kann. Google berücksichtigt stärker lokale Bedürfnisse, unterscheidet besser nach deutschen und amerikanischen Inhalten. Aber immerhin: Mittlerweile kann man bei DuckDuckGo auch nach Bildern, Videos und Nachrichten suchen. Wikipedia-Einträge erscheinen besonders hervorgehoben. Man sollte DuckDuckGo durchaus öfter mal eine Chance geben. Wenn das Suchergebnis nicht befriedigend ist, kann man ja immer noch zu den Klassikern wechseln.

Und DuckDuckGo will noch besser werden: Die Macher kündigen im eigenen Blog an, im Laufe des Jahres weitere Funktionen einzuführen. Dann soll die alternative Suchmaschine auch mit Filtern für Zeit und Datum ausgerüstet werden, damit man gezielt nach Beiträgen oder Artikeln suchen kann, die in einer bestimmten Zeit veröffentlicht wurden. Außerdem soll auch die „Did you mean“-Funktion verbessert werden: Wenn nicht genau das gefunden werden konnte, was man eingetippt hat, sollen bessere Alternativen erscheinen. Das klingt und – und macht DuckDuckGo zumindest für Standardanfragen zu einer interessanten Alternative.

DuckDuckGo Privacy; Rechte: WDR/DuckDuckGo

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

9 Kommentare

  1. Hallo Jörg,
    spannender und interessanter Beitrag.
    Super Recherchearbeit zur Suchmaschine DuckDuckGo.

    Freue mich auf weitere Beiträge!

    Viele Grüße wünscht Dir kundentests.com.

  2. @Edward: „Ich habe die Ente getestet. Sie lieferte für mich keine befriedigenden Ergebnisse.“

    Sorry, aber wenn man nicht richtig suchen kann, bzw. keine vernünftigen Suchbegriffe eingibt, dann kann auch nichts befriedigendes dabei herauskommen. Ich habe mit Duckduckgo, oder bei Ixquick/Startpage immer alles gefunden, wonach ich gesucht habe. Etwas Mühe sollte man sich als Endnutzer mit seiner Suche schon machen.

    Auch sehr interessant ist zB die Suchmaschine Qwant.com aus Frankreich.

  3. Meine Empfehlung: Ixquick

    Hat jemand damit schlechte Erfahrungen gemacht? Würde mich wundern, nutze ich seit Jahren

    • Ich nutze seit Jahren ebenfalls Startpage und Ixquick. Kann ich nur empfehlen. Die Suchmaschinen erhielten auch das Europäische Datenschutz-Gütesiegel (EuroPriSe) .

  4. abgesehen von einer“sauberen“Suchmaschine ist zudem ein adblocker dringend angeraten,wie man an dieser Nachricht sehen kann: ***://***.engadget.com/2016/01/08/you-say-advertising-i-say-block-that-malware/

  5. Thomas B. am

    Ich benutze seit Jahren Startpage (.com) – auch auf dem Handy für mich die bessere Alternative zu DDG.

  6. Neben DDG ist auch die (relativ neue) Suchmaschine aus der Schweiz
    hulbee.com
    sehr zu empfehlen!
    Keinerlei Tracking, Profiling oder ähnlicher Nonsens!
    siehe: hulbee.com/privacy

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