E-Scooter – alle Argumente der Technologiekritik auf einen Haufen

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E-Scooter – alle Argumente der Technologiekritik auf einen Haufen

Kommentare zum Artikel: 31

Vor rund zehn Jahren hat Kathrin Passig einen ganz wunderbaren Artikel geschrieben: “Standardsituationen der Technologiekritik” – eine Liste klassischer Reflexe und Argumente, die immer wieder auftauchen, wenn neue Technologien groß werden: Wozu soll das gut sein? Wer braucht denn das? Das ist doch höchstens etwas für privilegierte Minderheiten! Das geht bestimmt wieder weg! Verändern wird sich dadurch nichts! Und überhaupt: Was macht denn diese Technik mit uns? Bestimmt nichts Gutes!

Es ist erstaunlich, wie sehr fast alle Reflexe und Argumente aus dieser Liste auch in der Diskussion um E-Scooter auftauchen – eine Beobachtung, die Sandra Wiegard gemacht hat, als ich bei Twitter angekündigt hatte, dass Jörg Schieb und ich uns auch in unserem Podcast COSMO TECH mit E-Scootern befassen werden.

Da wäre allein der erste Reflex: Wofür soll das überhaupt gut sein? Man könne doch auch zu Fuß gehen, die letzten Meter, wofür brauche man da denn E-Scooter, es gehe doch auch so!? Kathrin Passig schreibt dazu: “Wenn es zur Entstehung des Lebens schon Kulturkritiker gegeben hätte, dann hätten sie geschrieben: Leben – what is it good for? Es ging doch bisher auch so.”

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COSMO TECH: Der Hype um die E-Roller

Oder: Wer will denn das? Stephan Karkowsky zum Beispiel legte sich in einem Kommentar für WDR 4 fest: Das einzige Argument für E-Scooter sei die junge Kollegin, die zur Arbeit jogge und mit E-Scooter neben ihm im Aufzug nicht mehr so stinken würde. “Braucht die Welt elektrische Tretroller?”, fragt er sich – die Tatsache ignorierend, dass am Ende die Menschen, die E-Scooter nutzen, darüber entscheiden, ob “die Welt” sie braucht.

Und so geht es weiter: “Die Einzigen, die das wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten”, heißt eins der klassischen Argumente. Beim E-Scooter lautet es dann: Nur Menschen in der Stadt könnten sich die Miete leisten – die also, denen eh überall Busse und Bahnen zur Verfügung stehen. Dabei ist ja gar nicht gesagt, dass es so bleibt – und dass E-Scooter eines Tages nicht auch außerhalb der Innenstadt angeboten werden.

Es ist, wie Sascha Lobo es schreibt: “Das Geschimpfe der Leute, das mediale Getöse, die politischen Wirren um E-Scooter sind nichts als Gewohnheitsposen der Gegenwehr.” Und vielleicht lohnt es sich, abzuwarten, bis sich dieses Getöse und diese Wirren lösen. Dann sind auch die klassischen Reflexe und Argumente der Technologiekritik durch – und wir sehen alle klarer, wie sehr E-Scooter die Mobilität in den Städten wirklich voranbringen.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

31 Kommentare

  1. Schöner Beitrag, ich glaube der Siegeszug der E-Scooter ist nicht mehr aufzuhalten. Ich fände es jedoch gut wenn schärfere Regeln bzgl. der Straßenverkehrsregeln gemacht werden denn ich bin schon ein paar mal fast umgefahren worden von einem E-Scooter auf dem Bordstein.

  2. Ich vermute Mal,dass alle diese merkwürdigen Dinge auf dieser Welt nur passieren,damit die Medien und die Presse was zu erzählen haben.Genau diese Leute sollen verrecken.Ein Müllberg wird dadurch im Meer verfrachtet und hinterlassen.Wie kann man nur für sowas blechen?!

    Sind die von allen guten Geistern verlassen worden?Menschen werden kränker, ärmer,dicker, dümmer.Hier wird gesäubert und aussortiert ohne Ende.

  3. Für Fußgänger ist der Fußweg,
    für Radfahrer der Radweg und
    für Motorfahrzeuge die Straße.
    Nach meiner Ansicht sind Fahrräder mit Motor unter Mofa oder Moped einzuordnen; ich sehe schon da keinen Grund den Elektromotor anders als den Verbrennungsmotor zu behandeln. Ein E-Scooter ist nichts anderes als ein Motorfahrzeug, das in der Bauform an einen Roller für Kinder erinnert. Wo soll da ein Grund für Sonderbehandlung sein?
    Es ist ein Spaßfahrzeug und das wäre ja auch in Ordnung, wenn niemand sonst damit gefährdet wird. In wie weit man Risiken für sich selbst eingehen will ist die eigene Entscheidung. Unter dem Gesichtspunkt Umwelt wäre nur ein E-Scooter ohne Batterien akzeptabel, also ein Scooter ohne „E“, also ein Roller. Ist das alte Klapprad ist völlig aus der Mode?

    • Dennis Horn am

      @Lin Ux: Warum ist der E-Scooter “ein Spaßfahrzeug”? Das ist erst einmal nur Ihre Einstufung, oder? Sie ignoriert nämlich die intensive Nutzung in einigen Großstädten außerhalb Deutschlands, in denen der anfängliche Hype vorbei ist und E-Scooter zum alltäglichen Verkehrsmix gehören.

      Zum Punkt, für Motorfahrzeuge sei die Straße da: Man durfte auch bisher mit Motorfahrzeugen zum Teil den Radweg nutzen, siehe § 2 StVO: “Außerhalb geschlossener Ortschaften darf man mit Mofas und E-Bikes Radwege benutzen.”

  4. Eine interessante und richtige Betrachtungsweise von Technologien, die allerdings nicht auf jede neue Technologie anwendbar ist. Und ich denke, auch nicht auf E-Roller. Sie sind unsicher (kleine Räder), sie sind schlecht für die Umwelt (Akkus), und einfach überflüssig, wenn man bedenkt, dass Mieträder seit einer Weile in der überall in der Gegend rumstehen (oder fahren). Wozu dann noch E-Roller mit ihren o.g. Nachteilen?

    • Dennis Horn am

      @Thor: Siehe Argument eins der Standardsituationen der Technnologiekritik: “What the hell is it good for?”. Sie haben nicht ausschließlich Nachteile, sie haben auch Vorteile, zum Beispiel dass sie schnell sind und dass man sich nicht anstrengen muss, um sie zu fahren.

    • Das kann ich nicht erkennen. Ich lese hier mehrheitlich sehr sachliche und fundierte Kritik und weniger irgendwelche reinen “Gewohnheitsposen der Gegenwehr”, wie sie oben kritisiert werden.

      Die steigenden Unfallzahlen, die Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern und die ökologische Fragwürdigkeit sind ganz reale Probleme (die im Übrigen auch von niemandem ernsthaft bestritten werden) und haben wenig mit “gewohnheitsmäßiger Technologiekritik” zu tun. Um sich davon zu überzeugen, brauchen Sie sich doch nur die Erfahrungen und Auswirkungen in den Ländern anzuschauen, in denen solche Scooter schon länger auf den Straßen, Wegen oder wo auch immer herumfahren.

      Genau DAS ist übrigens etwas, das ich viel schlimmer finde: Der absolute Unwille hierzulande, aus den Erfahrungen anderer (Länder) zu lernen, mit dem rein gewohnheitsmäßigen und superpauschalen Argument, das sei “hierzulande so nicht umsetzbar”. DARAN sollte man mal arbeiten!

      • Old Gamer am

        Also ich lese hier “gab es bisher nicht, muss es jetzt auch nicht geben” in verschiedensten Variationen. Aber keiner ist von den Dingern wirklich begeistert.
        Natürlich muss man die die nicht toll finden, aber hat schon mal jemand gesehen, auf welche Geschwindigkeiten eine Gruppe Kids ihre Tretroller beschleunigen kann?
        Wenn Akkus so umweltschädlich sind, wieso sind die in E-Bikes OK? Oder in Elektroautos?
        Ich bezweifele aber auch, ob sich die E-Tretroller durchsetzen werden. Haftpflichtversicherung und Nummernschild wird so einige Interessierte eher abhalten.

      • Dennis Horn am

        @shaboo: Sachliche und fundierte Kritik an E-Scootern ist sehr wichtig; wir gehen darauf im Podcast ein, der im Artikel verlinkt ist. Das Verkehrsverhalten der Fahrerinnen und Fahrer ist ein Thema, die Nachhaltigkeit und auch die Frage, ob E-Scooter denn nun wirklich unsere Mobilität retten oder welche Voraussetzungen dafür zusätzlich erfüllt sein müssten.

        Tatsächlich sehe ich in den Kommentaren aber schon eine Reihe von “Gewohnheitsposen der Gegenwehr”, und ich bin der Ansicht, dass diese für die Diskussion nicht so recht zielführend sind.

        “Steigende Unfallzahlen” sind bisher übrigens nicht belegt; auch darauf gehen wir im Podcast ausführlich ein und weisen unter anderem darauf hin, dass die Polizei bisher keine Kategorie in ihrer Unfallstatistik hat, über die sie Unfälle mit E-Scootern erfasst. Konflikte mit anderen Verkehrsteilnehmern gibt es, aber vielleicht liegen sie auch daran, dass das Thema einfach neu ist; ich nenne im Podcast die Konflikte zwischen Skifahrern und Snowboardern als Beispiel. Und die Erfahrungen und Auswirkungen in den Ländern, in denen E-Scooter schon länger gefahren werden, sind nicht ausschließlich schlecht.

  5. Peter Wackel am

    Mich nerven E-Scooter.Nicht alle aber einige.Viele Fahrer kennen weder die Verkehrsvorschriften für E-Scooter bzw. missachten diese, parken ihre Fahrzeug selten dämlich und hinterlassen bei mir den Eindruck das nach Fahrtantritt die Welt um sie versinkt und man sich in einem Vergnügungspark wähnt.

    • Dennis Horn am

      @Peter Wackel: Ist das nicht etwas, das Autofahrerinnen auch regelmäßig Fahrradfahrern vorwerfen und Fahrradfahrerinnen regelmäßig Autofahrern? Und nerven dann die E-Scooter oder deren Fahrerinnen und Fahrer?

  6. Klaus Lohmann am

    Es gäbe diesen Riesenbohei überhaupt nicht, wenn nicht jeder Medienfuzzi ungefragt seine 5 Wörtchen Kritiker-Bashing gegen andere Medienfuzzis absondern muss, die wiederum ihre 5 Wörtchen Technik-Bashing absondern müssen. Diese Teile sind Kinderspielzeug, gefährlich im Verkehr, Punkt. Der Rest ist Geschäftemacherei und ein alberner Marketing-Sandkasten unter vielen, also in spätestens 3 Jahren im Mülleimer der “Dinge, die die Welt niemals brauchte” verschwunden. Wann gibt es Scooter mit Einkaufskörben für Bierkästen?? Ach nee, das wären dann ja eBikes…

    • Dennis Horn am

      @Klaus Lohmann: Wir sprechen uns dann vielleicht in drei Jahren noch einmal; bis dahin halte ich das für eine steile These. Ansonsten verspreche ich, Sie jetzt vor jedem Blogartikel zu fragen, ob er denn in Ordnung ist, damit ich als Medienfuzzi hier nichts mehr ungefragt veröffentliche. ;)

      (Zum Thema “Kinderspielzeug” und “gefährlich” habe ich weiter oben als Antwort auf “shaboo” ungefragt noch ein paar Worte geschrieben.)

  7. Immer_kritisch_bleiben! am

    Der Horn’sche Artikel liest sich ganz so, als solle hier pauschal kritisches Hinschauen und skeptisches Nachdenken verunglimpft werden:
    Was, bitte, ist denn so schlimm daran, zu hinterfragen, wozu etwas denn gut sein solle?
    Ich finde das allemal viel, viel besser als das kritiklose, blinde Annehmen von allem, nur weil es neu ist – und neuerdings: Alles ist gut, WEIL es digital ist!
    DAS kann es doch nicht sein!
    Da wird ja nicht einmal hingeschaut, geschweige überlegt und rational entschieden, ob man etwas WIRKLICH BRAUCHT!
    Da reicht es, daß es schön neu ist und die profitgierigen Hersteller einem vorgaukeln, es erleichtere das Leben – man läßt sich einlullen, und erst Jahre später kriegt man mit, welche verheerenden Folgen etwas hat – für einen selbst, für die Gesellschaft, für die Umwelt …
    Zum Glück gibt es ja mittlerweile Büros für Technikfolgenabschätzung, z.B. beim Deutschen Bundestag, die genau das tun, wovon Herr Horn abrät:
    Kritisch hinschauen – kritisch hinterfragen – und DANN entscheiden: “Anschaffen oder nicht?”

    • Schöner Beitrag, denn man sollte etwas von allen Seiten betrachten, das für und wider.
      Und nur weil man selbst kein Verständnis für etwas hat, muss man nicht zwingend annehmen das es dann niemand braucht. Offen sein für die Position der anderen.
      Schön ist der Klassiker in einer Diskussion die Position des jeweils anderen einnehmen zu müssen und entsprechend ein Plädoyer für die andere Meinung zu halten. Wenn wirklich ernsthaft angewendet ist die Methode sehr erhellend.

    • Dennis Horn am

      @Immer_kritisch_bleiben!: Zum Vorwurf, es werde nicht einmal hingeschaut, ob man etwas wirklich brauche, verweise ich auf Argument zwei der Standardsituationen der Technologiekritik: Wer braucht denn das?

      Abgesehen davon sind E-Scooter – bis auf die Verwaltung per App – übrigens nicht “digital”. Man kann real auf ihnen stehen und sich fortbewegen. Ihre Dauerkritik gegen alles Digitale hier im Blog greift an der Stelle nicht so ganz.

      • Immer_kritisch_bleiben! am

        @Dennis Horn: “Abgesehen davon sind E-Scooter – bis auf die Verwaltung per App – übrigens nicht “digital”.”
        Mag sein, aber “die Verwaltung per App” reicht ja schon, um SEHR kritisch hinzuschauen und zu hinterfragen, siehe nur den Digitalistan-Artikel Ihres einzig verbliebenen digitalkritischen Kollegen Jörg Schieb vom 17.07.2019: “E-Scooter – Die neue Datensammelmaschine”
        Allein das zeigt doch schon, daß es viel sinnvoller ist, stets kritisch hinzuschauen und zu hinterfragen als völlig kritiklos die Digitalisierung noch der letzen Lebenbereiche hinzunehmen: Das ist doch krank…

        • Dennis Horn am

          @Immer_kritisch_bleiben!: Die Digitalisierung lässt sich nicht verhindern. Wer seine Energie wie Sie darauf verwendet, “die Digitalisierung noch der letzten Lebensbereiche” zu verhindern, dem fehlt es an Energie, die Digitalisierung in unserem Sinne zu gestalten – und dazu ist kritisches Hinterfragen in der Tat wichtig. Das tun Jörg Schieb und ich in Sachen E-Scooter übrigens gemeinsam in COSMO TECH; der Podcast ist im Artikel verlinkt.

          • Immer_kritisch_bleiben! am

            @Dennis Horn: Wo, bitte, habe ich von “verhindern” geschrieben?
            Will ich doch gar nicht. Vieles finde ich außerordentlich positiv, z.B. in der Medizin oder daß ich nicht mehr umständlich in Bibliotheken recherchieren muß, sondern das vom Schreibtisch aus tun kann.
            Und wie Sie sehen, bediene ich mich ja auch in Digitalistan der Vorzüge der Digitalisierung.
            Ich plädiere NUR dafür – das allerdings nachdrücklich – , daß wir alle und die politischen und sonstigen Entscheider*innen z.B. durch Technologiefolgenabschätzung endlich einmal VORHER kritisch hinschauen, EHE wir etwas anschaffen und nutzen, das uns dann über kurz oder lang schwer auf die Füße fällt, wie es uns z.B. mit dem Privat-PKW gegangen ist bzw. geht, der auch einen Wahnsinns-Hype als Inbegriff individueller Freiheit hatte – und jetzt erst fangen wir an an zu begreifen, daß die Masenmotorisierung uns unsere Lebensgrundlagen kosten wird, wenn wir so weiter fahren…
            Ähnlich ist beispielsweise allen Menschen, die noch hinschauen und nachdenken, klar, daß die grassierende Smartphonepidemie eine echte Pestilenz ist, die immer mehr Menschen in die Sucht treibt, verblödet und manipuliert, daß es nur so eine Art hat, echte menschliche Kommunikation und echtes menschliches Miteinander zu zersetzen begonnen hat und bereits zu schlimmem Analphabetentum führt (als Korrektor von jährlich mehreren hundert Klausuren Studierender weiß ich, wovon ich rede!) – und das, obwohl kein Mensch ein Smartphone wirklich braucht (außer natürlich den Profiteuren in den Datengangsterkonzeren der asozialen Netzwerke , z.B.):
            DARÜBER hätte man VORHER äußerst kritisch nachdenken und forschen sollen – na ja, jetzt tut man es ja, und vielleicht kann man wenigstens die heute noch kleinen Kinder vor dem Smartphone retten und die geplante Überschwemmung schon der Grundschulen mit dieser Seuche noch stoppen ebenso wie hoffentlich die Überschwemmung der Schulen mit der Tablet-/PC/Notebook-Seuche: Nur das Lesen echter Bücher entwickelt das Gehirn wirklich…
            Und was diese Elektroroller angeht, so liegt m.E. auf der Hand, daß die auch kein Mensch wirklich braucht und sie mehr Schaden anrichten als Nutzen bringen – um das zu realisieren, muß man doch kein Technologieschlechtmacher sein, sondern nur – ein KRITISCHER HINSCHAUER!

          • Dennis Horn am

            @Immer_kritisch_bleiben!: Zum Thema Smartphones haben wir an anderer Stelle in Digitalistan hinreichend diskutiert. Um eine fruchtbare Diskussion für alle Nutzerinnen und Nutzer zu ermöglichen, beachten Sie bitte unsere Blogregeln, bleiben Sie beim Thema des Beitrags und vermeiden Sie ständige Wiederholungen des immer gleichen Inhalts.

  8. Ich denke es geht bei neuen Technologien auch um alte Gewohnheiten, bzw. deren Abwesenheit bei jüngeren.
    Es ist schwer Gewohnheiten abzulegen und sich auf neues einzulassen. Und mit den innewohnenden Gewohnheiten lebt es sich meist auch ganz ok, sonst hätte man sie nicht.
    Sprich diejenigen mit Gewohnheiten und Schwierigkeiten diese zu ändern, lassen sich eher nicht auf neue Technologien ein.
    Diejenigen ohne Gewohnheiten sind am ehesten zu Begeistern.
    Doch sobald jemand 10 Jahr E-Scooter fährt, und dann kommt das Air-Hover Board oder was auch immer, dann soll man mal dessen Kommentare hören. Was für ein Quatsch, braucht doch niemend so ein Air-Hover Board, geht mit dem E-Scooter doch ganz Prima ….

    • Dennis Horn am

      @Matt: Das ist aus meiner Sicht definitiv ein treffender Punkt. Aber dann finde ich ja: Warum die Mühe machen und in dieser Form argumentieren – wenn es am Ende doch nur um die eigenen Gewohnheiten und gar nicht um die E-Scooter selbst geht.

  9. Für mich hat die Kritik wenig mit Technologiefeindlichkeit zu tun. Der E-Scooter konkurriert eben nicht mit umweltschädlicheren Technologien wie dem Auto, sondern eher mit umweltfreundlicheren Alternativen wie dem Fahrrad, dem guten alten Fußgängertum oder gegebenenfalls auch dem ÖPNV. Ökologisch ist das Ganze also eher als Rückschritt denn als Fortschritt zu bewerten.

    • Dennis Horn am

      @shaboo: Ich empfehle das Interview mit Arne Fellermann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, das Sie im Podcast hören können, der im Artikel verlinkt ist. Er sieht zwar auch die Gefahr, die Sie beschreiben, blickt da aber selbst als Umweltschützer etwas differenzierter drauf und sagt, dass E-Scooter unter gewissen Voraussetzungen doch auch ein Fortschritt sein können.

    • Dennis Horn am

      @H.Mayer: Jein. Ich empfehle das Interview mit Arne Fellermann vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, das Sie im Podcast hören können, der im Artikel verlinkt ist. Als Umweltschützer blickt er da etwas differenzierter drauf und hält E-Scooter nicht per se für eine schlechte Idee – wenn gewisse Voraussetzungen erfüllt sind.

    • Jürgen Herzog am

      Hallo Herr Horn,
      es wäre hilfreich gewesen, hätten Sie beim zitierten Artikel von Kathrin Passig einmal weitergeklickt (auf den “weniger fehlerhaften” Beitrag) und dann weitergelesen, wären Sie u.a. auf folgende Passage gestoßen:

      “Als ich diese vielen schönen Zitate gefunden hatte, dachte ich, ich hätte was rausgefunden über schlechte Argumente gegen das Neue. Ich dachte, man könnte dem hohen Alter und der ständigen Wiederkehr dieser Argumente direkt entnehmen, dass es sich dabei um Unfug handeln muss. Aber dass viele falsche Vorhersagen existieren, beweist allein noch gar nichts.

      Ich habe einige Zeit gebraucht, um überhaupt zu merken, dass es auch falsche optimistische Vorhersagen gibt. Die lustigen, weil falschen pessimistischen Vorhersagen sind relativ leicht zu finden, das Netz ist voll damit. Dass ich die falschen optimistischen Vorhersagen erst so spät gefunden habe, ist kein Zufall, man findet sie viel seltener. Aber warum ist das so?”

      Dann wäre an dieser Stelle auch eine wirklich grundlegende Debatte über Umgang und Gestaltung von Veränderungen möglich gewesen. Schade.
      Beste
      J. Herzog

      • Dennis Horn am

        @Jürgen Herzog: Ich habe nicht gesagt, dass es nicht auch falsche optimistische Vorhersagen gibt. Vielleicht hören Sie einmal den kompletten Podcast?

  10. Abgesehen von dieser, wie so oft, hysterisch geführten “Kultur-” bzw. “Technologiefeindlichkeitsdebatte”, sieht es schlichtweg komisch aus, wenn ein augenscheinlich er- bzw. ausgewachsener Mensch sich auf einem elektrifizierten Kinderspielzeug fortbewegt. So komisch etwa, wie Zirkusschimpansen in der Manege, die auf den Teilen kreischend um ballbalancierende Elefanten herumfahren.
    Wie auch immer: Hauptsache, irgendwie “hip” auf der (klimaschonenden?) Welle mit-reiten/-scootern, egal wie absurd man dabei auch ausschauen mag, gell? Jeder nach seiner Façon …
    Allerdings: ein ca. zwei Zentner schwerer Irokese auf ‘nem Mini-E-Scooter? Erstklassiges Fotomotiv für “Gewohnheitsposen”; sogar ganz ohne Gegenwehr oder wie meine Großmutter zu sagen pflegte: “Ein Bild für die Götter!”. ;)

    • Dennis Horn am

      @Hardy: Das klingt mir sehr nach Argument acht aus den Standardsituationen der Technologiekritik, nämlich den Fragen nach der Etikette. Vielleicht müssen wir uns an den Anblick einfach gewöhnen? ;)

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