Edward Snowdens erstes Musikvideo

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Edward Snowdens erstes Musikvideo

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Überwachung immer und überall – wer wüsste nicht spätestens seit den Enthüllungen von Edward Snowden, dass es genau so ist. Doch länger schon hat es keine neuen Enthüllungen mehr gegeben. Klar, ist schließlich auch schon eine Weile her, dass Edward Snowden Zugriff auf die Systeme der NSA hatte. Alle wirklich relevanten Fakten sind mittlerweile ausgewertet. Doch nun hat Edward Snowden gemeinsam mit dem Techno-Produzenten Jean-Michel Jarre ein Musikvideo namens „Exit“ herausgebracht.

Richtig gelesen: Ein Musikvideo. Besonders schön anzuhören ist der Song nicht, dafür ist aber das Musikvideo wirklich sehenswert. Man sieht eine schnelle Abfolge von Abhör- und Belauschungssituationen. Auf diese Weise entsteht ein Beklommenheitsgefühl. Hackeratmosphäre – das sollen die ästhetischen Bilder wohl vermitteln. Die unterschwellige Botschaft ist klar: Fühlt Euch bloß nicht sicher. Egal wo Ihr lebt, egal was Ihr macht – Ihr werdet immer und überall überwacht und ausgespäht.

Schon seit Wochen war bekannt, dass Jean-Michel Jarre ein Interview mit Edward Snowden geführt hat und an einem gemeinsamen Video arbeitet. In der Mitte des Musikvideos kommt Snowden auch zu Wort. Eher untypisch für ein Musikvideo, das macht „Exit“ eher zu einem PR-Video. Und es macht Edward Snowden endgültig zu einem Popstar, schließlich wird er nicht nüchtern und sachlich präsentiert, sondern auch erscheint in ästhetisierten Bildern. Das alles ist wirklich nicht schlecht gemacht – aber eben Popkultur.

Die Geschichte hinter dem Musikvideo „Exit“

„And if you don’t stand up – who will?“ lautet die zentrale Frage von „Exit“. Der Zuschauer soll sich auflehnen gegen die ständige und allumfassende Überwachung. Es geht Edward Snowden um Privatsphäre im Internet und generell, um die Verhinderung eines globalen Überwachungsstaats. Edward Snowden ist also immer noch ein Mahner, auch drei Jahre nach den ersten Enthüllungen. Er wendet heute nur andere Methoden an.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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