Elon Musk: „Künstliche Intelligenz = gefährlicher als Atomwaffen“

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Elon Musk: „Künstliche Intelligenz = gefährlicher als Atomwaffen“

Kommentare zum Artikel: 5

Elon Musk ist wohl das, was man eine „Rampensau“ nennt. Steht er erst mal im Rampenlicht, läuft er zur Höchstform auf. Mal verkauft er seine Ideen und Produkte, derzeit vor allem das Elektroauto Tesla oder sein Raumfahrtunternehmen SpaceX. Oder er äußert sich zu Themen, die gerade gar nicht sein Geschäft sind. Derzeit am liebsten zum Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI). Die sei „viel gefährlicher als Atomwaffen“, gab Musk auf der SXSW-Konferenz in Texas zum Besten.

KI gibt es nicht nur in Robotern, sondern immer öfter in unserem Alltag

Musk fordert Aufsichtsbehörde für KI

Musk ist durchaus auch selbst im Bereich KI unterwegs – allerdings ist das weder sein Steckenpferd, noch seine Kernkompetenz. Es lohnt sich aber dennoch, über seine mahnenden Worte nachzudenken. Denn ansonsten wird in Forschung, Wissenschaft und vor allem Industrie über Künstliche Intelligenz immer nur in den höchsten Tönen gesprochen. Zu Unrecht. Zweifellos birgt KI ein enormes Potenzial. Aber wie bei allem, was Möglichkeiten bietet, droht auch hier Missbrauch. Denn wer will sicherstellen, dass KI nur für „gute“ Zwecke eingesetzt wird, wenn sich niemand diese KI anschauen kann?

Musk fordert deshalb – sehr untypisch für einen US-Amerikaner – eine Regulierung von KI. Quasi eine Behörde, die sich anschaut, was ein KI-System denn überhaupt macht, welcher Zweck verfolgt wird und welche Risiken drohen. Eine vollkommen angemessene Forderung. Denn jeder, der sich mit KI beschäftigt, weiß: KI-Systeme sind schwer bis gar nicht zu beherrschen. Es ist immer schwer zu sagen, wie sie sich entwickeln. Und erst recht, welchem Zweck sie dienen. Wenn KI-Systeme Lösungen für medizinische Probleme finden: Wunderbar. Wenn sie helfen, Konsumenten noch stärker zu durchleuchten: Alarmglocken!

https://www.youtube.com/watch?v=kzlUyrccbos

Elon Musk warnt auf der South by Southwest Conference & Festivals in Austin, Texas, vor KI

Verbraucherschützer fordern mehr Transparenz

Dazu passt, dass sich auch Verbraucherschützer mittlerweile des Themas annehmen. In Berlin wurde nun mehr Transparenz bei KI-Systemen gefordert. Es gehe nicht an, dass KI über die Vergabe von Bankkrediten entscheide, Fahrzeuge autonom steuere oder uns beim Onlineshopping beobachte, ohne dass wir davon wüssten. In der Tat: Niemand von uns weiß, wann KI zum Einsatz kommt. Niemand kennt den Zweck. Und schon gar nicht die Algorithmen. Auf jeder Nudelpackung muss alles bis in Kleinste deklariert werden – KI-Systeme operieren im Verborgenen.

Es geht nicht darum, die Angst vor KI anzuheizen. Es geht allerdings darum, die Chancen und Risiken abzuwägen. Transparenz ist fast immer richtig und gut. Doch wie Onlinedienste arbeiten, welche Systeme zum Einsatz kommen, nach welchen Mustern Entscheidungen gefällt werden – der Verbraucher erfährt nichts, kann weder zustimmen noch ablehnen. Das kann definitiv nicht so bleiben, denn es führt zwangsweise in eine Diktatur der Algorithmen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

5 Kommentare

  1. Beim Thema KI wäre eine umfassende Regulierung tatsächlich angeraten. Ich bezweifle nur, dass sie umsetzbar ist. Die andere Strategie in Bezug auf KI-Risiken, die von vielen Akteuren aktuell vertreten wird, ist nämlich Transparenz. Die zugrundeliegende Software ist frei verfügbar und jeder kann zuhause seine eigenen neuronalen Netzwerke trainieren. Da die Rechenleistung, auch von Heimcomputern aller Art, weiter enorm steigen dürfte, stellt jeder Benutzer perspektivisch ein potentielles Risiko da. Nicht jeder kann in den eigenen vier Wänden eine Atombombe bauen. Selbst wenn man in Zukunft alle Teile mit einem 3D-Drucker in höchster Präzision herstellen könnte, fehlt immer noch das spaltbare Material. Aber eine KI besteht nur aus Code.

  2. Tina Abel am

    Den Artikel hätte ich wahrscheinlich gar nicht gelesen, wenn in der Überschrift nicht „A.I.“ gestanden hätte und ich mich nicht gefragt hätte, wieso Einfluss auf. Atomwaffen.

  3. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Sehr geehrter Herr Schieb:
    Hiermit möchte ich Ihnen ein großes Kompliment machen und ein großes Lob dafür zollen, daß Sie immer wieder auch die kritischen, bedenklichen, gefährlichen und bedrohlichen Aspekte der Digitalisierung – von Überwachungs- bis Suchtgefahr – aufgreifen und veranschaulichen.
    Leider kann man das nicht von sämtlichen Digitalistan- Autorinnen und – autoren sagen, von denen doch einige in ihren Artikeln bedenkliche Tendenzen zu Apologetik bis hin zur regelrechten „Vergottung“ alles Digitalen aufweisen.
    Um so wichtiger ist es, daß bitte IHRE Artikel so bleiben wie bisher: Wahrnehmend, hinschauend, aAufmerksam, kritisch und , wo nötig, warnend.
    Danke.

    • JA, neu sind aber die Forderungen, Kontrolle auszuüben – und auch erste Forderungen diesbezüglich sogar bei den Verbraucherschützern. Das finde ich eine interessante Entwicklung.

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