Empfehlenswerte Doku: Die Cleaners machen den Dreck weg

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Empfehlenswerte Doku: Die Cleaners machen den Dreck weg

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Facebook, YouTube, Twitter und Co. sind heute für viele zu einer Art seelischen Müllkippe verkommen. Im Schatten der Anonymität hauen manche in die Öffentlichkeit, was immer ihnen einfällt. Einige, um zu schockieren oder manipulieren, andere, weil sie krank sind. Texte, Bilder, Videos – das Spektrum des Grauens ist groß. Ob blanke Wut, Aufruf zur Gewalt, Volksverhetzung, Pornografie, Brutalität, Perversion oder Terror: Die sogenannten Sozialen Netzwerke werden jeden Tag geflutet mit unerträglichen Inhalten.

Szene des Dokumentarfilms "The Cleaners" (undatierte Filmszene); Rechte: dpa/Picutre Alliance

Szene des Dokumentarfilms “The Cleaners” (undatierte Filmszene)

Irgendjemand muss sich das alles anschauen

Wir alle wissen, wie unzureichend die Filtermechanismen funktionieren. Die Netze sind voll mit Unrat jeder Art – und damit meine ich nicht nur Enthauptungsvideos, sondern auch alles andere, das in öffentlich zugänglichen Medien nichts zu suchen hat. Während Nacktheit absurd konsequent gefiltert wird. Bis ins Groteske hinein (Stichwort: Facebook blockiert weltberühmte Kunstwerke, weil sie nackte Menschen zeigen) schaffen es viele andere Inhalte problemlos, sichtbar zu sein – und zu bleiben.

Nacktheit können Filterprogramme vergleichsweise leicht und zuverlässig erkennen – das meiste andere aber nicht. Wenn wir bei Facebook, YouTube und Co. einen Inhalt als “unangemessen” melden, per Fingertipp oder Klick, dann müssen sich Menschen das anschauen. Menschen! Sie entscheiden, ob Inhalte anstößig sind oder nicht. Klick. Anstößig, Klick. OK. Klick. Pervers. Klick. Niedlich.

https://www.youtube.com/watch?v=1h7-JyQ-JR4

Trailer für den Dokumentarfilm “The Cleaners”

Empfehlenswerter Dokumantarfilm

Es sind “Cleaner”, die im Auftrag der US-Megakonzerne den seelischen Unrat anschauen (müssen). Tag für Tag. Stundenlang. Den ganzen Tag bekommen sie Dinge zu sehen, die verstörend sein können – wie es so schön heißt -, wenn wir sie nur einmal kurz sehen. Die Cleaner sehen so etwas den ganzen Tag. Es sind natürlich keine hochbezahlten Uni-Absolventen in Kalifornien oder Hipster in Berlin, die diesen Job eledigen, sondern gering bezahlte Clickworker aus Indien und vor allem Manila.

Die beeindrucknde, fesselnde und auch bedrückende Dokumentation Im Schatten der Netzwelt: The Cleaners läuft heute Abend (28.08.2018) bei Arte um 21.50 Uhr, kann aber bis zum 3. September auch in der ARTE-Mediathek gesehen werden. Ich kann nur jedem empfehlen, sich die Dokumentation anzuschauen. Denn wer die Sozialen Netzwerke nutzt, der ist auch für diese Menschen mitverantwortlich, die im wahrsten Sinne des Wortes die Drecksarbeit machen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

3 Kommentare

  1. Hallo Freund, ich bin so glücklich, dass ich endlich meinen Kredit von einem echten Kreditgeber, Herrn Richard Kenneth, bekommen habe. Ich bin so gesegnet, dass ich endlich gekommen bin
    was ich gesucht habe, mailen Sie ihm auch, wenn Sie einen Kredit benötigen über: richardloancompany4@gmail.com

  2. Hallo, Sie haben da Recht. Die Doku wurde aber gedreht, als es solche Jobs in NRW noch nicht gab – und natürlich sind die Jobs in Manila besonders prekär, in jeder Hinsicht.

  3. Hallo Herr Schieb,
    danke für den Tipp, es war wirklich ein interessanter Film. Wobei die Konzentration auf Manila vom eigentlichen Thema deutlich ablenkt. Schließlich sitzen solche “gering bezahlten Clickworker” auch in NRW und moderieren deutschsprachigen Content – im Auftrag von Facebook, natürlich nicht als Angestellte von Facebook. Und auch die Löschung nach Gefühl statt nach Rechtslage gibt es hier genauso – Stichwort Netzwerkdurchsetzungsgesetz. Vielleicht sollte der WDR eine Fortsetzung drehen (lassen).
    Gruß
    Dietmar

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