Etappensieg der Künstlichen Intelligenz (KI)

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Etappensieg der Künstlichen Intelligenz (KI)

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Wer beherrscht eigentlich wen: Der Mensch den Computer – oder umgekehrt? Die Frage kann man sich ganz allgemein stellen, etwa wenn wir uns immer wieder Unzulänglichkeiten von Software gefallen lassen. Doch das sind die allgemeinen, man könnte auch sagen alltäglichen Kämpfe zwischen Mensch und Maschine. Interessanter sind Situationen, wo Menschen ganz bewusst und gezielt gegen Computer antreten, etwa bei Brettspielen.

Bis vor kurzem ist es noch keinem Computerprogramm gelungen, den Weltmeister im Brettspiel „Go“ zu schlagen. Vorbei: Jetzt ist es einem System namens AlphaGo gelungen, einen der besten Go-Spieler der Welt in die Knie zu zwingen. Der Profispieler und dreifacher europäische Go-Meister Fan Hui musste sich geschlagen geben. Zum ersten Mal spielt ein Computer besser „Go“ als der Mensch.

Brettspiele - Go; Rechte: dpa/Picture Alliance

Erst in Schach besiegt, jetzt auch „Go“

Beim Schach ist dieser Durchbruch bereits 1996 gelungen: Der Schachcomputer Deep Blue gewann zuerst ein Match und einige Monate später sogar eine komplette Partie gegen den damaligen Schachweltmeister Garri Kasparow. Nur bei dem in Asien so beliebten Brettspiel Go konnte der Mensch sich bislang behaupten. Doch den Entwicklern bei Deepmind, einem Tochterunternehmen von Google, ist gelungen, was man eigentlich erst in zehn Jahren erwartet hätte: Das von den Wissenschaftlern bei Deepmind entwickelte neuronale Netzwerk – oder besser: die Kombination aus zwei neuronalen Netzwerken – spielt schlauer, schneller und besser „Go“ als der Mensch.

„Go“ galt bislang als letzte Bastion für den Menschen. Eine Art Heiliger Gral für alle, die sich mit Künstlicher Intelligenz (KI) beschäftigen. Wer „Go“ knacken kann, eins der komplexesten Brettspiele der Welt, der kann auch noch ganz andere Ziele erreichen. Während das Schachfeld aus 8×8 Feldern besteht, setzt sich das „Go“-Spielfeld aus 19×19 Feldern zusammen. Außerdem können viel mehr Steine aufs Spielfeld gelangen als beim Schach. Es gibt mehr mögliche Konstellationen auf dem Spielfeld als Atome im gesamten Universum. Derart komplex also, dass es jede Vorstellungskraft sprengt.

Die Macher von Deepmind erklären, wie komplex die Anforderungen an die KI-Software sind – und wie sie gewonnen haben:

Erst beim Schach besiegt, jetzt auch „Go“

Gelungen ist dieser Coup durch das Zusammenbinden zweier neuronaler Netzwerke. Ein neuronales Netzwerk ist eine Art selbstlernendes System: Die Forscher haben das System zunächst mit 30 Millionen Spielzügen von „Go“-Profis gefüttert und dann das System immer wieder gegen sich selbst spielen lassen. Dabei konnte das System die Stärken und Schwächen bestimmter Strategien und Spielzüge erlernen – und dann später beim Spiel gegen den Menschen von dieser Erfahrung profitieren.

Doch jetzt nur nicht zu früh gefreut: Das „Go“-Superbrain wird es nicht so schnell als Smartphone-App geben. Denn es braucht rund 1.000 Prozessoren und 200 weitere Grafikkarten als Rechenhilfe, um AlphaGo zu ermöglichen. Ein Hardwareaufwand, den sich beileibe nicht jeder leisten kann. Trotzdem ist das Ergebnis der Forscher ein Durchbruch: Es stehen nun neue Methoden bereit, um Probleme zu lösen. Künstliche Intelligenz kann nicht nur zum Spielen benutzt werden, sondern auch, um komplexe Fragen in der Wissenschaft zu beantworten.

Digitalistan-Blogger Jörg Schieb erklärt, wie AlphaGo einen Go-Profi besiegt – und fragt sich, ob das Einfluss auf Digitale Assistenten wie Siro oder Cortana hat:

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

1 Kommentar

  1. Was die KI anbelangt, gibt es ein riesiges Problem. Ich befürchte, das die Roboter den Menschen aus vielen Gründen töten wird. Mir fallen in meiner momentanen Gegenwart einige Gründe ein: Der erste Fehler und der tödlichste: Ihn intelligent zu machen und ihn Gefühlszensoren mithilfe von Chips einzuimplantieren. Der Roboter würde sich nur provoziert fühlen (wenn er in Unrecht liegt) und tötet, weil er sich verletzt fühlt und weil er sensibel ist. Oder er geht (fährt?) durch die Straßen, oder fliegt durch die Lüfte, begegnet einem Menschen und fragt ihn: Was guckst du blöd, du Mensch? Und erledigt ihn. Das Brettspiel mit dem Chinesen ist ein Paradebeispiel:
    Wenn der Roboter nicht gewinnt, ist er beleidigt und was tut er dann mit dem Chinesen? Ihm mit dem Brett erledigen . . .weil er sich fragen wird: Ich bin doch intelligent!! Wieso habe ich dann verloren? Und haut dem Chinesen mithilfe des Bretts die Birne kaputt. . . .

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