Wir brauchen eine Anti-Fake-Behörde – und andere Ideen gegen problematische Inhalte

https://blog.wdr.de/digitalistan/facebook-kommentar-fake-faelschung-geruecht/

Wir brauchen eine Anti-Fake-Behörde – und andere Ideen gegen problematische Inhalte

Kommentare zum Artikel: 79

Mir fehlt noch ein Wort für die Schwemme an Gerüchten, Misstrauen und Paranoia, die wir gerade erleben. Kommentarkrise? Filterblasenkrieg? Netzradikalisierung? Sicher bin mich mir nur, dass wir ein ernsthaftes gesellschaftliches Problem haben. Und gefühlt sitzt dieses Problem wesentlich tiefer als jede einzelne politische Debatte zurzeit.

Letzte Woche war so ein Moment, der meinen Eindruck noch einmal unterstrichen hat. Eine Bekannte hat in einer WhatsApp-Gruppe den Screenshot eines Facebook-Beitrags geteilt, in dem es um angebliche Überfälle durch Ausländer auf Frauen in Dormagen geht. Die Frauen hätten in zwei Fällen versucht, die Polizei zu alarmieren, seien aber abgewiesen worden, weil „keine Zeit“ für solche Einsätze sei.

Facebook-Screenshot

Ausländer, die Autofahrerinnen ausrauben? Laut Polizei hat es diese Vorfälle so nicht gegeben.

Der Beitrag zeugt von Ortskenntnis. Es war wohl wirklich jemand aus Dormagen, der ihn verfasst hat. Beim Lesen aber stolperte ich über das Wort „Ausländer“. Mein Reflex: Ist es für die Warnung vor solchen Überfällen überhaupt nötig, zu sagen, dass es Ausländer gewesen sein sollen? Woher mein Reflex kommt, war zuletzt auch oft Thema in der Diskussion um die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof zu Silvester – es liegt am entsprechenden Passus zur Berichterstattung über Straftaten im Pressekodex.

Es gibt weitere Fragen, die der Beitrag aufwirft: Kann es technisch überhaupt sein, dass jemand per Handy die 110 wählt und niemand rangeht? Würde die Polizei mich nach einem Überfall wirklich mit einem „Keine Zeit!“ barsch zurückweisen? Oder könnte es nicht einfach jemanden geben, der ein Interesse daran hat, mit einer solchen Geschichte den Hass gegen Ausländer weiter zu schüren? Und tatsächlich: Die Polizei ist den im Beitrag erwähnten Vorfällen nachgegangen – sie waren frei erfunden.

Meine Bekannte, die den Facebook-Beitrag geteilt hat, arbeitet als Psychologin. Sie ist studiert, eloquent, intelligent. Selbst Sascha Lobo würde sie nicht „dumm“ nennen – für mich ist sie sogar der beste Beleg dafür, dass es keine Frage des Bildungsgrads ist, ob Menschen Gerüchte, Misstrauen und Paranoia weiter befeuern. Dass es kein „Wir“ und „Die“ geben darf. Sondern dass die Gefahr besteht, dass wir alle solche Fehler machen. Dass wir alle vergiftete Inhalte teilen. Dass wir alle damit nur noch mehr Öl ins Feuer gießen, weil wir die Dinge im entscheidenden Moment nicht genug hinterfragen.

Fünf Ideen gegen Gerüchte, Misstrauen und Falschmeldungen

Richard Allen

Er hat schon umgedacht: Facebooks Politikdirektor für Europa, Richard Allen, hat die Bertelsmann-Tochter Arvato damit beauftragt, gemeldete Kommentare nun auch von Berlin aus zu prüfen. Hunderte neue Mitarbeiter sollen dafür eingestellt werden.

Wie können wir das Problem angehen, dass sich Hetze, Gerüchte und Fälschungen ungehindert verbreiten? Ein Ansatz war mit Sicherheit die heftige Kritik an Facebook, wenn es um Hasskommentare geht. Sie hat schon zu einem Umdenken geführt. Ich bezweifele aber, dass eine bessere Kontrolle der gemeldeten Kommentare und die Gegenrede allein ausreichen. Ein paar Ideen für weitere Instrumente:

Erstens: Newsfeeds und Algorithmen müssen neu gedacht werden. Christian Stöcker beschreibt in „Radikal dank Facebook“, wie der Algorithmus gesellschaftliche Extreme fördert – und wie sich Unternehmen wie Google oder Facebook immer wieder dagegen wehren, als Medienunternehmen bezeichnet zu werden. Das mag einen guten Grund haben: Medien werden meistens reguliert, während sich in sozialen Netzwerken Hass und Lügen Bahn brechen – oft ohne Konsequenzen für deren Urheber.

Das muss sich ändern. Facebook muss zum Beispiel seine immer noch schwammigen Gemeinschaftsstandards überarbeiten. Denn es bringt nichts, Hunderte neue Mitarbeiter der Bertelsmann-Tochter Arvato in Zukunft von Berlin aus gemeldete Beiträge und Kommentare kontrollieren zu lassen, wenn die Gemeinschaftsstandards Bedrohungen gegen ganze Gruppen oder Hassbotschaften gegen Flüchtlinge nach wie vor erlauben.

Facebook stellt außerdem einen so wesentlichen Teil der Kommunikationsinfrastruktur, dass mir eine breitere Debatte über den Algorithmus und dessen Regeln sinnvoll erscheint, im schlimmsten Fall auch über eine mögliche Regulierung auf europäischer Ebene. Denn Facebook ruft zwar zur Gegenrede auf – das ist aber nur Symbolpolitik, wenn der Algorithmus uns gleichzeitig weiter in unseren Filterblasen isoliert.

Platon

Schon der griechische Philosoph Platon wusste, wie man richtig diskutiert – was ein schlüssiges Argument ist und was nicht, spielt für viele Nutzer in sozialen Netzwerken heute nicht immer eine Rolle.

Zweitens: Medienkompetenz für alle. In Kommentarspalten merkt man schnell, wie schlecht es um die Diskussions- und Medienkompetenz vieler Nutzer bestellt ist. Da werden Bericht und Kommentar miteinander verwechselt. Da wird mit Meinungen statt Fakten diskutiert. Da werden Inhalte geteilt, ohne sie auf ihre Plausibilität zu checken.

Ich habe schon in der Schule gelernt, wie man diskutiert: These (Behauptung, Urteil, Bewertung, Empfehlung), Argument (Begründung), Stützung (Beispiel, Beleg, Zitat, Erläuterung, Analogie), Folgerung. Journalistische Regeln wie das Zweiquellenprinzip waren dagegen kein Thema im Unterricht. Für das, was mir nun in sozialen Netzwerken begegnet, bin ich vor allem durch meinen Beruf als Journalist gewappnet.

Medienkompetenz bedeutet heute, dass in den Schulen nicht mehr nur das Diskutieren gelehrt werden muss, sondern auch journalistische Kompetenzen: Zweiquellenprinzip, Quellenverifikation, Onlinerecherche. Und für alle, die den Schulalltag schon längst hinter sich haben, ist es unter anderem Bildungsauftrag der Medien. Wir haben in dieser Woche zum Beispiel in einem Fernsehbeitrag für die Servicezeit erklärt, mit welchen Werkzeugen sich gefälschte Fotos und Videos in sozialen Netzwerken enttarnen lassen.

Drittens: Wir brauchen eine Anti-Fake-Behörde. Sie könnte gut ausgestattet, schnell und selbst auf regionaler Ebene Falschmeldungen enttarnen. „Behörde“ klingt so schön griffig, deshalb steht es auch in der Überschrift. „Agentur“, „Verein“, „Institut“ oder „Zentrum“ täten es genauso – es gilt: je staatsferner und unabhängiger, desto besser.

https://www.youtube.com/watch?v=7auo-6_uvL0

Die Falschmeldung eines russischen Nachrichtensenders sorgte für große Aufregung und wütende Kommentare im Netz: Ein 13-jähriges Mädchen sei von Flüchtlingen vergewaltigt worden, die Polizei habe nichts unternommen. Vor allem Russlanddeutsche glaubten dieser Meldung und demonstrierten bundesweit gegen Flüchtlinge.

Eine solche Einrichtung gibt es in Ansätzen sogar: Die Macher von „mimikama“ checken in einer bemerkenswerten Sisyphusarbeit Facebook-Beiträge auf ihren Wahrheitsgehalt. Unter einem besseren Namen, der auch klar transportiert, welch wichtige Arbeit dort geleistet wird, würden vielleicht auch mehr Nutzer auf das Angebot aufmerksam.

Viertens: ein digitaler Aufstand der Anständigen. Hetze, Falschmeldungen und andere zweifelhafte Inhalte lasse ich nicht nur in persönlichen Gesprächen, sondern auch in meinem Newsfeed oder in Kommentaren hier im Blog nicht unwidersprochen stehen. Ich nehme mir seit Wochen viel Zeit zur Gegenrede. Was darüber hinaus gegen die Gemeinschaftsstandards von Facebook verstößt (oder verstoßen sollte), melde ich.

Was aus meiner Sicht noch zu selten passiert, sind Strafanzeigen gegen Nutzer, deren Beiträge oder Kommentare nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt, sondern schlicht strafbar sind. Viele Nutzer belassen es dabei, diese Inhalte an Facebook zu melden – die Gemeinschaftsstandards haben mit dem Strafrecht allerdings nichts zu tun. Es gibt die Möglichkeit der Online-Strafanzeige, und sie sollte genutzt werden.

Fünftens: Medien müssen transparent arbeiten. Für mich ist das der entscheidende Weg, dem Vorwurf entgegenzutreten, es gäbe eine „von oben gesteuerte“ „Lügenpresse“. Viele Medien arbeiten auch schon dagegen an: Das moma lädt Pegidisten ein. Der Kölner Stadt-Anzeiger erklärt, warum er einen Straftäter verpixelt. Die Süddeutsche Zeitung erläutert, warum viele Medien erst so spät über die sexuellen Übergriffe am Kölner Hauptbahnhof zu Silvester berichtet haben – um nur einige Beispiele zu nennen.

Lügenpresse-Schild

„Lügenpresse“ – so absurd der Vorwurf ist, so sehr müssen Medien versuchen, ihn zu entkräften.

Wir brauchen mehr davon. Wir brauchen Medien, die ihre Recherchen offen legen, soweit es geht. Wir brauchen Journalisten, die den Dialog suchen und wissen, dass die Arbeit erst dann beginnt, wenn die eigenen Beiträge veröffentlicht sind. Wir brauchen eine ordentliche Fehlerkultur – allerdings auch das Verständnis, dass Fehler nicht auszuschließen sind. Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler. Auch im Journalismus.

Was wir nicht brauchen, sind Medien, die zurücktrollen. DIE WELT zum Beispiel hat es mit ihren Antworten auf Nutzerkommentare zu – wie ich finde – zweifelhaftem Ruhm gebracht. Die Fanseite für den vermeintlichen Social-Media-Praktikanten sorgt zwar für viele Lacher. Ich halte es aber für einen großen Fehler, einfach „zurückzuschießen“ – das verschärft den Ton und ist im Zweifelsfall nur ein weiterer Beitrag zum „Wir“ und „Die“.

Es gibt keine einfachen Lösungen für das gesellschaftliche Problem, dem wir gerade gegenüberstehen. Aber vielleicht wäre es sinnvoll, langsam damit zu beginnen, überhaupt über Lösungen zu diskutieren.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

79 Kommentare

  1. Sharon Stone am

    WOW Dr. Madani hat es wieder getan !! ,, Ich dachte nie, dass ich wieder lächeln werde, Mein Mann verließ mich mit zwei Kindern für 3 Jahre, Alle Anstrengungen, ihn zurückzubringen, scheiterten und ich war verzweifelt, ihn wieder nach Hause zu bringen Ich dachte, Ich werde ihn noch nicht sehen, bis ich einen Mann namens Dr. Madani auf Facebook traf, der mir von einer Zauberrolle namens Dr. Madani erzählte, er gab mir seine E-Mail-Adresse und Handy-Nummer und ich kontaktierte ihn und er versicherte mir, dass innerhalb des Raumes Von 4-5 Tagen mein Mann kommt zu mir zurück, ich fühle mich glücklich, schon als ich das von ihm hatte In weniger als 3days mein Mann kam zurück begann betteln um Vergebung sagen, es ist die Teufel Arbeit, war ich so überrascht von diesem Wunder , Weil es einfach zu real, um real zu sein Ich weiß, so viele Dame sind da draußen mit dem gleichen Problem von mir, aber ich sage Ihnen heute, dass es kein Problem ohne eine Lösung, brauchen Sie Hilfe in Ihrem akademischen, Förderung in Ihrer Arbeit Ort sind mit jeder Krankheit Kontakt Dr MADANI heute über Dr.kadkiamadani@gmail.com oder sein Telefon über +2348138624813. Ja er ist ein großer Mann … Dank noch einmal ..

  2. Wir brauchen keine Kontrolle. Was wir brauchen sind Nutzer die erkennen auf was sie sich mit den sogenannten „social“ Media einlassen. Facebook, Twitter, Instagram und Co. sind für mich ein absolutes Tabu.
    Wenn die alle verschwinden ist Ruhe im Busch.

    • Dennis Horn am

      @Windjob: Das Problem daran ist: Sie werden nicht verschwinden. Es ist den einzelnen Nutzern natürlich freigestellt, Mitglied in sozialen Netzwerken zu werden oder nicht. Aber für Dinge, die nicht verschwinden werden, gilt es aus meiner Sicht, einen Umgang zu finden.

  3. Be. Sorgt am

    Guten Tag Herr Horn,

    ich kann Ihnen bei Ihren Ausführungen nur zustimmen und denke auch, das es sich um ein erhebliches, -nicht zu unterschätzendes-, gesellschaftliches Problem handelt.
    Ich beobachte diese Entwicklung jetzt schon eine ganze Weile und stelle fest, dass die Auswirkungen der Filterblasen immer deutlicher zum Vorschein kommen. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, das in Zeiten ohne größere gesellschaftliche Auseinandersetzungen wie wir sie dieser Tage erleben, dieses Phänomen eher nebensächlich und unbeachtet blieb. Es ist aber schon länger zu beobachten und genau dieser Umstand ist es auch, das wir diesen Effekt -erst jetzt, in unruhigeren Zeiten, so drastisch wahrnehmen. Will sagen, -entwickelt hat sich das schon länger, jetzt bekommen wir es aber eben auch deutlich zu spüren.

    Dabei ist nicht nur Facebook zu betrachten sondern, -wenngleich etwas eingeschränkter-, auch Google als größte Suchmaschine. Wenn dort Aufgrund der vorherigen „Interessen“, plötzlich unseriöse Meldungen einen höheren Stellenwert durch bessere Platzierung bekommen, kann man von einer sehr problematischen Entwicklung sprechen.
    Bei Google wage ich noch keine abschließende Bewertung, zumal es den Anschein erweckt, das sich die wenigsten überhaupt, nach einer der unzähligen „Facebook-Fakes“ dazu bemüßigt sehen, einfach mal eine Suchanfrage zu starten. Vielleicht stützt dies aber auch genau meine Befürchtungen, falls diese Leute es doch machen:)

    Bei Facebook bin ich mir aber mittlerweile sicher ein gravierendes Problem vorzufinden und möchte Ihren Überlegungen noch einen nicht unerheblichen Aspekt hinzufügen.
    Es wird bei der Diskussion über die „Gegenrede“ gerne vergessen, das die Admins einer Facebook Seite die Möglichkeit haben jemanden zu sperren und dessen Beiträge zu löschen. Das System der „Gegenrede“ wie es Facebook propagiert ist damit am Ende. Man kann einfach nicht mehr widersprechen.
    Das ist einer der Gründe warum sich z.B. auf der PEGIDA Facebook Seite nur wenig Widerspruch findet und Fakes weitgehend unaufgeklärt bleiben. Während meiner kurzen Verweildauer auf dieser Seite (ich wurde recht zügig gesperrt) erreichten mich Nachrichten von anderen Usern die sich für mein Engagement bedankt haben, sich darüber beklagten nicht mehr eingreifen zu können und schon zum Zuschauer degradiert wurden. Es hat also einen Grund, warum dort so wenig Einspruch zu finden ist.

    Diese Tatsache, -die Möglichkeit der Admins User zu sperren(welche man aber natürlich auch nicht nehmen kann)- verstärkt den Effekt der „Echokammer“ und macht daraus geradezu einen „Echobunker“. Es stärkt auch die Filterblase da sie nicht mehr so sehr durch nicht gewünschte äußere Einflüsse gestört werden kann und sorgt dafür, das die Leute wirklich anfangen alles zu glauben und sie sich in ihrer Gemeinschaft nur noch Gegenseitig beweihräuchern, da es schließlich keinen nennenswerten Widerspruch gibt.
    Sie radikalisieren sich eben auch Gegenseitig, so das selbst Geschichten über Flüchtlinge, die Kinder bei lebendigen Leib essen, plötzlich als durchaus mögliche Meldung durchgeht. Das ist natürlich ein extrem Beispiel, aber diese Entwicklung ist erschreckend.
    Die Algorithmen bei Facebook sorgen dann dafür, das man auch möglichst viele dieser gewünschten „Informationen“ der eigenen „Interessen“ bekommt.

    Es kommt eben stark darauf an, welche Freunde man bei Facebook hat, was so „gefällt“ oder wo man auch nur hinklickt. Fluch und Segen zugleich.

    Bei „Freunden“, die sich bei Facebook nur gegenseitig mit ihrem Mittagessen und Katzenfotos beglücken, ist das kein Problem, zumindest nicht für die Gesellschaft:)

    Wenn man dort aber nur noch Flüchtlingshetze serviert bekommt, mit den neusten „rapefugees not welcome“ news und sich niemand mehr findet der dort einschreitet, dann wird es irgendwann richtig gefährlich und es brennt die nächste Flüchtlingsunterkunft.

    Das Ihre Bekannte nun auch Opfer dieser Desinformationen geworden ist, hat etwas mit der schieren Menge an Blödsinn zu tun der durch Facebook wandert, Ziel ist es schließlich, genügend Leute zunächst zu verunsichern und das Interesse zu wecken, das klappt natürlich nicht bei jedem und Ihre Bekannte hatte das Glück unter ihren „Freunden“ Leute wie Sie zu haben, die solche Fakes auch schnell erkennen.
    Wenn man aber ohnehin schon sehr, sehr „besorgt“ ist, wird man diese Meldungen als Bestätigung seiner schon vorhandenen Meinung ansehen und ab da, -geht es nur noch im Kreis herum. Die Algorithmen fangen an zu greifen.
    Man könnte auch sagen: Die „besorgten Bürger“ generieren sich ihre Probleme aus ihrer eigenen Verunsicherung, sie lassen sich eben so gerne verunsichern und deswegen werden auch immer wieder neue Fake-Storys erfunden. Ein Teufelskreis.

    Leider kann man denen das irgendwann nicht mehr mitteilen, denn das wäre ja eine -LÜGE! und Leute wie Sie kann dieses Filterblasensystem der Extremisten überhaupt nicht gebrauchen, Sie sollen gefälligst in Ihrer eigenen Blase bleiben und den „Gegner“ nicht stören, höchstens können Sie dort ein bißchen rumpöbeln damit sich der Mob kurz auf Sie stürzen kann und die Stimmung anheizt, versuchen sie aber nicht fundierte Kritik zu äußern und PEGIDA auf ihre Widersprüche hinzuweisen z.B. wieso sie ihr 19 Punkte Positionspapier noch nicht geändert haben.

    Wir erinnern uns:
    1. „Pegida ist für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen und politisch
    oder religiös Verfolgten. Das ist Menschenpflicht!“

    Zum Vergleich die jetzige Forderung, übrigens auch an erster Stelle:

    1. „Wir fordern einen sofortigen Aufnahmestopp für Zuwanderer und
    Asylanten, d.h. wir fordern ein Asyl-Notstandsgesetz – Aus! Ende!
    Schluss!“

    Das Positionspapier haben sie aber nicht geändert, es ist weiterhin auf ihrer Seite.

    Menschenpflicht? War wohl nichts. Diese Gruppierung hat sich rasant radikalisiert und mittlerweile sind alle Hemmungen gefallen. Nun wird sie auch das nicht mehr interessieren.
    Warum sich aber Menschen die ständig „LÜGENPRESSE““ brüllen vor einem „PI-News“ Plakat versammeln, dessen Blog noch nicht einmal ein Impressum hat und auch Fake-Meldungen einfach ohne Korrektur stehen lässt, wird man wohl mit Rationalität nicht mehr erklären können und ein Teil dieses seltsamen Rätsels sein.

    Ich empfehle außerdem diesen Artikel:

    http://www.zeit.de/kultur/2015-10/percy-hoven-pegida-limonow

    Man beachte das Plakat hinter Herrn Bachmann und Proebstl.

    Die Demagogen unserer Zeit haben einen Hebel gefunden und wissen ihn bei dieser turbulenten Stimmung auch zu nutzen.

    Übrigens, der User „Rüdiger“ am 30.01.2016 wollte sie wahrscheinlich durch das Teletext Bild darauf hinweisen, das es im höchsten Maß tendenziös ist, wenn das ZDF von „Entsetzen über Handgranaten-Wurf“ berichtet und darunter die Meldung von Frau „Petry: Notfalls Waffen einsetzen“ steht. Solchen Leuten kann man es nicht recht machen.

    Gruß,
    Be. Sorgt

    • „Dies hat sicherlich auch damit zu tun, das in Zeiten ohne größere gesellschaftliche Auseinandersetzungen wie wir sie dieser Tage erleben, ….“

      Ursache?
      Verursacher?
      Die Gesellschaft oder etwa die vorherrschende Berichterstattung?

      „Das ist einer der Gründe warum sich z.B. auf der PEGIDA Facebook Seite nur wenig Widerspruch findet und Fakes weitgehend unaufgeklärt bleiben. Während meiner kurzen Verweildauer auf dieser Seite (ich wurde recht zügig gesperrt) erreichten mich Nachrichten von anderen Usern die sich für mein Engagement bedankt haben, sich darüber beklagten nicht mehr eingreifen zu können und schon zum Zuschauer degradiert wurden. Es hat also einen Grund, warum dort so wenig Einspruch zu finden ist…..“

      Versuchen Sie doch mal das Gleiche auf anderen Seiten…z.B. dem WDR.
      :D

      „Warum sich aber Menschen die ständig „LÜGENPRESSE““ brüllen vor einem „PI-News“ Plakat versammeln, dessen Blog noch nicht einmal ein Impressum hat und auch Fake-Meldungen einfach ohne Korrektur stehen lässt, wird man wohl mit Rationalität nicht mehr erklären können und ein Teil dieses seltsamen Rätsels sein.“

      Ein bischen viel Verallgemeinerung, finden Sie nicht?

      „Ich empfehle außerdem diesen Artikel: ….“

      Na, ausgerechnet die „Zeit“ als Beweis für Bildzeitungsparolen anzuführen, ist jetzt nicht sehr intelligent.

      „Übrigens, der User „Rüdiger“ am 30.01.2016 wollte sie wahrscheinlich durch das Teletext Bild darauf hinweisen, das es im höchsten Maß tendenziös ist, wenn das ZDF von „Entsetzen über Handgranaten-Wurf“ berichtet und darunter die Meldung von Frau „Petry: Notfalls Waffen einsetzen“ steht.“

      Darunter steht auch noch was von Waffen.
      Immerhin haben sie das, im Gegensatz zum blasenbewohnenden Threadersteller was gemerkt.

      Das
      „Solchen Leuten kann man es nicht recht machen.“
      dann aber daraus zu folgern, statt weltweite Empörung zu mimen, zeigt, daß sich in der gleichen Blase wie Herr Horn befinden und zieht ihren ganzen wohlformulierten Text auf den letzten Drücker doch noch ins Bedeutungslose.

      Ein Texter von vielen, die sich einfach nur weigern, ihre Meinung der Realität anzupassen.

      • Be. Sorgt am

        „Ursache?
        Verursacher?
        Die Gesellschaft oder etwa die vorherrschende Berichterstattung?“

        Ich hatte das bereits erläutert, die Leute verunsichern sich durch „Fake-News“ im Grunde nur selbst, dann gehen sie auf die Suche nach Ihrer gefühlten „Wahrheit“ und die wird ihnen dann natürlich auch geliefert.
        Es gibt genügend, die auch die krudesten Theorien noch bedienen, da gibt es verschiedene Abstufungen, angefangen bei sogenannten „alternativen Medien“ von denen es sicherlich auch halbwegs seriöse gibt. Wobei man sich auch dort immer fragen sollte; woher diese denn ihre „Wahrheit“ nehmen, spielt da eventuell auch Interesse oder gar eine Ideologie mit? Es gibt unzählige „wir liefern euch die absolute Wahrheit“ Blog´s, deren Schwachsinn kaum noch zu ertragen ist.

        Interessant ist auch das die Presse immer nur dann eine „LÜGENPRESSE“ ist, wenn nicht die eigene, -so hart erarbeitete-Meinung vertreten wird, ansonsten wird sie auch gerne mal als Beleg verlinkt. Das ist einigermaßen -grotesk.

        Sie schrieben:
        „Versuchen Sie doch mal das Gleiche auf anderen Seiten…z.B. dem WDR.“

        Das soll jetzt ein Scherz sein, oder? In den Kommentarspalten gibt es genügend „Lügenpresse“ Schreihälse. Üben sie doch mal richtige Kritik z.B am WDR, dann werden wir ja sehen was davon übrig bleibt. Legen sie Programmbeschwerde ein, wenn Ihnen etwas nicht passt, -ja- das geht, dann MÜSSEN sich sogar Leute damit befassen, versuchen Sie das mal bei einem „Wahrheitsblog“, viel Spaß.
        Leider wird dieses Mittel auch gerade extrem ausgenutzt, und die Leute müssen den größten Quatsch bearbeiten.

        Zitat:
        „Ein bischen viel Verallgemeinerung, finden Sie nicht?“

        Nein, finde ich nicht.
        Man applaudiert dort einer Tatjana Festerling, die sich in ihrer
        fürchterlichen Fäkalsprache nicht zu schade ist, auch noch den
        allergrößten Schwachsinn zu erzählen und stimmt dann gemeinschaftlich in den Chor der „LÜGENPRESSE“ Brüller ein.
        Das ganze während Frau Festerling und Co. auf einer Bühne stehen, auf der im Hintergrund ein Plakat mit Werbung für die rechte Qualitätspresse „pi-news.net“ hängt.
        Es gibt mittlerweile nur noch zwei mögliche Erklärungen für PEGIDA Unterstützer.
        Entweder, -man ist sich völlig bewusst, was für Typen man dort unterstützt oder -man begreift nicht, mit wem man sich dort gemein macht und für was man sich gerade instrumentalisieren lässt. Beides ist sehr traurig.

        Man muß sich das nochmal verdeutlichen, da stehen Leute vor einem „PI-News“ Plakat und erzählen etwas von „LÜGENPRESSE“

        Hanebüchen.

        Na, ausgerechnet die „Zeit“ als Beweis für Bildzeitungsparolen anzuführen, ist jetzt nicht sehr intelligent.

        Das war auch nicht als Beweis für Bildzeitungsparolen gemeint. Lesen sie den Artikel nochmal. Vielleicht fällt Ihnen etwas auf.
        Ein Hinweis wäre: „Die Illusionen der Anderen“

        Zitat von Ihnen:
        „…dann aber daraus zu folgern, statt weltweite Empörung zu mimen, zeigt, daß sich in der gleichen Blase wie Herr Horn befinden und zieht ihren ganzen wohlformulierten Text auf den letzten Drücker doch noch ins Bedeutungslose.“

        Weswegen sollte ich jetzt noch genau „weltweite Empörung mimen“? Weil dort ein Newsticker zu sehen ist, der sich ständig ändert? Ja, klar.

        Sie können meinen Text gerne bedeutungslos finden, das ist ihr gutes Recht. Sie dürfen Ihre Meinung, -hier beim WDR- sogar schreiben. Verblüffend, nicht wahr?

        Zitat:
        „Ein Texter von vielen, die sich einfach nur weigern, ihre Meinung der Realität anzupassen.“

        Sie hingegen, -machen Ihre Meinung zu Ihrer Realität.
        Wie das funktioniert, konnten Sie eigentlich gerade nachlesen.

      • @Thomas: Sie schreiben: „Versuchen Sie doch mal das Gleiche auf anderen Seiten…z.B. dem WDR.“ Ich weiß nicht, ob Ihnen das bewusst ist, aber: Sie befinden sich hier im Angebot des WDR.

  4. Zum Thema:
    deutschlandfunk.de/medienquartett-bitte-nicht-stoeren-hauptstadtjournalisten.1301.de.html?dram:article_id=343058
    bzw.
    ondemand-mp3.dradio.de/file/dradio/2016/01/29/dlf_20160129_1915_db5a681a.mp3

    Wer sich die ganze, hochinteressante Diskussion nicht anhören kann oder möchte, dem sei ein Einstieg ab Minute 27:40 empfohlen und bei Minute 28:24 mal ganz genau hinzuhören.

    • @Hardy: Das klingt alles wundervoll aufklärerisch, was Wolfgang Herles dort sagt. Allerdings zeugt es für mich vor allem von seiner eigenen Unkenntnis: Herles zitiert, was bereits seit 1991 für jeden offen nachvollziehbar als gesetzlicher Auftrag im ZDF-Staatsvertrag festgehalten ist. Das kann man kritisieren – eine Verschwörung, die so oft gewittert wird, sehe ich da aber nicht.

      Woher der Kurzschluss stammt, dass damit automatisch Berichterstattung im Sinne der Regierung verbunden ist, wird mir nicht klar, zumal Herles für seine Anschuldigungen konkrete Belege schuldig bleibt.

      • Zu Punkt 5 (Medientransparenz) Ihrer Ausführungen:
        „Maischberger“, 27.01.2016, „Tabupartei AfD – Deutschland auf dem Weg nach rechts?“
        Nachzusehen: youtube.com/watch?v=cAqmzPFXLo4
        Bei Minute 56:16 zieht Augstein ein A4-Blatt aus dem Jacket.
        Bei Minute 56:30 ist der Inhalt des A4-Blattes lesbar: Schlagzeile „Kosovaren schlitzen Schweizer auf“; ein einfacher SCHWARZ-WEISS-Ausdruck.
        Bei Minute 56:37 wird exakt diese Schlagzeile in die Studiokulisse hinter Augstein eingeblendet, allerdings in FARBE und mit anderem Hintergrund; somit kein Capture, das vielleicht von der Studiokamera hätte eingefangen werden können, sondern ein separates Farbbild.
        Das heißt: dem Verantwortlichen für die Hintergrundeinblendung blieben exakt 7 (SIEBEN!) Sekunden Zeit, sich die passende Schlagzeile zu „ergooglen“, abzuspeichern, zu formatieren und im Studio zu präsentieren!
        Ein redaktionelles Wunderkind hinter den Kulissen? Oder lag die Schlagzeile der
        Redaktion vielleicht doch schon vor, weil Augstein im Vorfeld der Sendung eine „kleine Andeutung“ über seinen Zettel und die Kosovaren gemacht hat und das Thema auch einige Minuten im weiteren Verlauf der Sendung einnimmt?
        Oder wurde die Schlagzeile im Nachhinein eingeblendet? Dürfte aber nicht sein, denn
        „Maischberger“ wird zwar nicht live gesendet, aber Maischberger sagt selbst: „Wir senden grundsätzlich so, wie aufgezeichnet wurde, mit allen Fehlern. Das sind wir unseren Gästen und unseren Zuschauern schuldig.“
        (Quelle: sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/34532 )

        Auf mich jedoch, wirkte es (zwischen Maischberger-Augstein-Redaktion) abgesprochen und parteiisch, mit dem Zweck, einen politisch „unangenehmen“ Gesprächsgast publikumswirksam zu diskreditieren – fernab von einer fairen, neutralen, geschweige denn transparenten Moderation!

        • @Hardy: Bei Fernsehsendungen führen Moderatoren und Redaktion Vorgespräche mit allen Diskutanten – allein deshalb, damit Moderatoren vorher wissen, wie Gesprächspartner zu einzelnen Aspekten stehen. In diesen Vorgesprächen wird möglicherweise auch abgeklopft, was man von den Mitdiskutanten so hält – und da mag Jakob Augstein schon frühzeitig gesagt haben, dass ihm zu Roger Köppel ein konkreter Artikel einfällt. Das heißt aber nicht, dass mit Roger Köppel kein solches Vorgespräch stattfand – insofern kann ich nicht erkennen, was daran parteiisch sein soll.

  5. Ich will (und kann) nicht behaupten, dass alle Facebook-Nutzer dumme Menschen sind. Ich stelle aber mal die These auf, dass ein großer Teil der Nutzer seinen Verstand abschaltet, wenn er FB einschaltet. Nur so können Fake-Nachrichten und Parolen in windeseile verteilt werden.
    Herr, lass es Hirn regnen!

  6. Gesetzgebung gegen absichtliche Falschmeldungen, den Pressekodex durch Strafrecht stärken, Bürger/Leser dazu bringen sich Medienkompetenz anzueignen, Skepsis beibringen.

    Die schlimmste Idee hier ist wohl eine zentrale Authorität für Wahrheit. Dann sagt so eine Behörde plötzlich, dass am Platz des himmlischen Friedens niemals etwas passiert ist, und weil das ja die oberste Authorität für Wahrheit, a.k.a. DPA, ist, glaubt das natürlich jeder ungefragt.

    • Dennis Horn am

      @Lisa: Bitte noch einmal lesen. Es geht nicht um eine „zentrale Autorität für Wahrheit“ – bloß nicht! Eher um ein „gut ausgestattetes mimikama“.

      • Der Kommentar war eher so gemeint, dass es die zentrale Authorität für Wahrheit ja bereits gibt, denn was die dpa sagt, das schreibt so praktisch jeder Journalist ungefragt ab.
        Medienkompetenz brauchen schließlich nicht nur die Leser, sondern auch die Journalisten.

        • Dennis Horn am

          @Lisa: Nunja. Es gibt auch andere Nachrichtenagenturen als nur die dpa und viele Berichte ohne dpa-Grundlage. Die dpa ist abgesehen davon sozusagen eine Gemeinschaftsredaktion ihrer Gesellschafter und Kunden. Insofern halte ich „Abschreiben“ an dieser Stelle für einen falschen Ausdruck.

          • Klaus Lohmann am

            Die dpa ist mittlerweile zu einer der schlimmsten Tendenz-Verbreiter des Pressewesens verkommen. Das war ja auch der Grund, warum zwischenzeitlich viele Medienhäuser u.A. zur afp gewechselt hatten. Wer sich heute nach gewissen „Preisanpassungen“ wieder auf die dpa-Quatschmeldungen verlässt – wie z.B. der mit dem WDR in NRW ja gern verbandelnde Funke-Verlag – produziert ebenso Quatsch und tendenziös-peinliche „News“ ohne Recherche und Fakten.

  7. Sebastian am

    Hallo Herr Horn,

    beim lesen der Antworten von „leser“ und „Thomas“ habe ich den Eindruck, dass Ihr verwendeter Begriff der „Filterblase“ nicht richtig verstanden wird bzw. ob ich dieses richtig verstehe. Vielleicht können Sie dieses nochmals konkretisieren. Aus meiner Sicht meinen Sie damit die u.a. bei Facebook hinterlegte Systematik, dass die im Internet angezeigten Inhalte mittlerweile auf Basis der vorherigen Inhalte gefiltert werden.
    Kurz: Ich informiere mich auf bspw. focus.de über vegane Ernährung und erhalte dadurch zukünftig vermehrt ähnliche Inhalte. Diese wiederum beeinflussen meine Wahrnehmung bezüglich dieses Themas oder überhaupt der Bedeutung des Themas im Verhältnis zu anderen Thmen.

    • Dennis Horn am

      @Sebastian: Gemeint ist der Begriff „Filterblase“ in dem Sinne, in dem Eli Pariser ihn in die Diskussion eingebracht hat, also so, wie Sie es beschreiben: Algorithmen berechnen, was mich vermutlich interessieren wird – und zeigen mir deshalb mit der Zeit nur noch mir genehme Inhalte an.

  8. Was mich immer wieder verwundert ist das alle auf einmal so überrascht sind. Ich habe durch Interesse und Studium schon sehr lange mit Diskussionen rund um Gentechnik zu tun. Dadurch gab es auch oft (Diskussions-)Kontakte zu PETA Anhängern und einer „Natur ist heilig“ Fraktion von Homöopathen und Ähnlichen. In diesen Kreisen spielt der Wahrheitsgehalt der Anekdoten keine Rolle. Gesellschaftlich sind diese Gruppen trotzdem hoch anerkannt. Das sich eine solche Reaktion nun gegen Leute richtet die sich nicht wehren können und nicht gegen große Firmen oder Ähnliches ist widerlich und bedauerlich aber meiner Meinung nach nicht sonderlich überraschend.
    Es ist lediglich das gesellschaftliche Ausmaß das neu ist und das diesmal nicht die „Guten“ die PR Hoheit haben. Bei TTIP zeigt sich aber auch wieder wie schnell und gerne Querfronten eröffnet werden und auch absurde Gerüchte als Argumente dienen wenn es der Sache nützt. Selbstreflexion gab es da keine.
    Der größte wissenschaftliche Skandal in Europa in diesem Jahrtausend war wahrscheinlich die Seralini Studie. (Die Plagiatsskandale betreffen die Wissenschaft nur sehr indirekt) Trotzdem schaffte diese Studie es wahnsinnige Aufmerksamkeit zu erlangen weil viele das Ergebnis glauben wollten.
    Es ist gut das sich dieser wir glauben was wir wollen Problematik endlich einmal angenommen wird. Aber mein Gefühl ist es das es eher verlogen ist und man am liebsten „die sollen glauben was wir wollen“ erreichen würde. Die Lüge über den Toten am Lageso scheint ja auch so ein Fall zu sein.
    Früher hatte ich immer mal gehofft das sich diese Betroffenheits und Emotionskultur mal gegen ihre Instrumentalisierer wendet. Das es jetzt allerdings bei diesem Thema der Fall ist verdirbt mir sämtliche Schadenfreude. Die Gefahr die hier von den Aufwieglern ausgeht ist viel zu groß.

    • Dennis Horn am

      @Spoing: Überraschend ist das nicht, da gebe ich Ihnen völlig recht. Das Phänomen, das Sie beschreiben, hat aus meiner Sicht nun aber zum ersten Mal die Macht, die Gesellschaft auseinander driften zu lassen – und das ist dann schon eine neue Qualität.

    • Sorry dies sollte als Antowrt zu meinem beitrag erscheinen Moderation bitte ggf. Löschen oder Verschieben :(

  9. das ist schon eine ziemliche bankrotterklräung.

    wieder mal wird völlig unkritisch die grundrechtseinschränkung (zur erinnerung, rede- und meinungsfreiheit reichen _sehr_ weit, und andersherum gibt es auch noch die informationsfreiheit) durch FB begrüsst und ihre verschärfung gefordert, nur weil der autor sein volksempfinden für gesünder hält (und wer FB benutzt und dem dann gleich vorwirft, in einer filterblase gefangen zu sein, hat sich eh selbst schachmatt gesetzt).
    die hardcore-äusserungen mögen, wenn FB in vorauseilendem gehorsam anfängt zu zensieren, wohl aus dem blickfeld verschwinden, aber solche erzählungen wie oben im screenshot sind damit nicht zu fassen (nicht, dass das nicht auch versucht werden wird, solange das volksempfinden das wünscht).
    dass bei der ganzen veranstaltung ohne jeden rekurs zensur ausgübt wird, spielt offb keine rolle: wenn so ein beitrag erstmal weg ist, wird er kaum wiederkommen, ob zulässig oder nicht — die kriterien der „zulässigkeit“ sind nirgendwo definiert und eine anzeige wird erst recht zur einschüchterung beitragen. denn wenn lange später ein gericht so eine klage abweist (auf polizei oder staatsanwaltschaft sollte man nicht rechnen), ist der schaden schon längst da und der poster wird sich gut überlegen, ob die grundrechte das alles wert waren …
    angesichts der ggw illiberalen hysterie wird sowieso eher mehr als weniger gelöscht werden. damit wird der dumme spruch vom internet als „rechtsfreiem raum“ in ganz anderer weise wirklichkeit. in der machart erinnert das fatal an vdLeyens einstmaligen „kinderschutz“-filter: es ändert nix, aber man sieht es halt nicht mehr.

    zum anderen: die „Anti-Fake-Behörde“. sowas von einem journalisten, noch dazu von einem Ö/R, ist schlicht entlarvend. wenn irgendwas, so wird doch eben diese leistung, die jetzt von dritter stelle erbracht werden soll, als genuine existenzberechtigung, nein, -notwendigkeit des „qualitäts-“ und gebührenfinazierten journalismus heruntergebetet (und muss für die GEZ und das leistungschutzrecht als begründung herhalten).
    wenn der autor also so etwas fordert, erklärt er unmissverständlich, dass seine branche in ihren ureigensten aufgabengebieten versagt.
    beachtlich.

    und was den „aufstand der anständigen betrifft“: wer entscheidet, wer anständig ist? und wohin dieser „aufstand“ führen soll? es gibt so einige prominente, die vorher mit widerlichst populistischen äusserungen aufgefallen sind und jetzt auf einmal als leuchtende vorbilder erscheine, nur weil sie zufällig im richtigen moment das gewünschte von sich gegeben haben.
    um heinz rudolf kunze zu paraphrasieren: ich bin dagegen, dafür sind mittlerweilen soviele, dass etliche darunter sind, mit denen ich ums verrecken nicht einer meinung sein kann.

    • Dennis Horn am

      @leser: Ich gebe Ihnen gern kurz Nachhilfe in rechtlichen Fragen. Erstens: Eingriffe von Facebook sind keine Einschränkung des Grundrechts auf Meinungsfreiheit, sondern schlicht Hausrecht des Anbieters. Zweitens: Die Meinungsfreiheit findet schon im Grundgesetz ihre Schranken, zum Beispiel durch das Strafgesetzbuch. Insofern sind die Kriterien der Zulässigkeit durchaus sehr exakt definiert. Drittens: Der Begriff „Zensur“ ist an dieser Stelle falsch, weil es sich bei Zensur um ein staatliches Mittel handelt.

      Zu Ihrer Kritik an der Idee zur Anti-Fake-Behörde: Sie überlesen, dass ich in den Punkten zwei und fünf alles andere tue, als die ureigensten Aufgaben unserer Branche von uns zu schieben.

      Und zuletzt: Angesichts von zum Teil strafbarem Hass, glasklarem Rassismus und die Atmosphäre vergiftenden Falschmeldungen finde ich relativ klar, was anständig ist und was nicht.

      • die eingriffe von FB sind schlicht ausdruck eines erheblichen drucks durch staatliche stellen, die mit FBs zweifellos legalen kritierien unzufrieden sind!
        dass es sich formal um hausrecht von FB handelt ändert nichts an der immensen staatlichen drohkulisse sowohl gegen FB als auch unbotmässige nutzer.

        da FB „sein hausrecht“ nur wegen des staatlichen druckes derart verschärft, ist ihr argument nur allzu offensichtlich unfug und zeugt eher von realitätsverweigerung.

        aus der gesamten diskussion um eben diese verschärfung ist sehr deutlich hervorgegangen, dass es eben gerade _keine_ anwendbare schranke des GG gibt! sonst wäre das nämlich gäönzlich unnötig gewesen, weil sich das sämtlichst mittels geltendem recht erledigen liesse.

        weil es aber in der masse gerade _nicht_ um justiziable äusserungen handelt, musste diese drohkulisse aufgebaut werden.

        dass sich unsere „qualitätsjournalisten“ nicht sonderlich um bürgerrechte kümmern, solange nur ihre berufsprivilegien gewahrt beleiben, ist den vergangen jahren seit 2001 im übermass gezeigt worden.

        trotzdem gilt: auch a***löcher haben anspruch auf grundrechtsschutz! und dummheit bekämpft man nicht mit zensur.

        • Dennis Horn am

          @leser: Welche staatlichen Stellen haben aus Ihrer Sicht eine Drohkulisse aufgebaut? Womit wurde gedroht? Inwiefern war dieser Druck illegitim?

          Ich kann da nämlich nicht ganz mitgehen. Erstens wird auch ein immenser Druck seitens der Nutzerschaft ausgeübt. Zweitens ging es meines Erachtens bisher nicht darum, dass Facebook schärfere Regeln aufstellen, sondern die Einhaltung der existierenden Regeln weniger schludrig überwachen soll. Meine Forderung ist vor allem eine Konkretisierung der Regeln, siehe https://blog.wdr.de/digitalistan/facebook_halt_sich_an_die_eige/.

          Darüber hinaus: Doch, es gibt eine anwendbare Schranke des Grundgesetzes, nämlich das Strafgesetzbuch. Ein relevanter Teil der Hasskommentare lässt sich zum Beispiel unter Volksverhetzung fassen und ist damit durchaus justiziabel. Solche Inhalte müssen gelöscht werden – Facebook allerdings kontrolliert nicht mit Blick aufs Strafgesetzbuch (was verständlich ist, denn Facebook ist kein Richter), sondern ausschließlich mit Blick auf die eigenen Gemeinschaftsstandards.

          Ihrem letzten Satz stimme ich zu (bis auf die schiefe Definition von Zensur, siehe oben) – gerade deshalb finde ich es übrigens schade, dass Sie sich auf meinen ersten Punkt versteifen, während es in den anderen Vorschlägen ja durchaus darum geht, „Dummheit“ mit anderen Dingen zu bekämpfen. Machen Sie ansonsten gern weitere Vorschläge – die Diskussion ist ja offen.

          • Dirk Moebius am

            Dann muß eben die Justiz sich durchringen, Urteile zu sprechen. Dann muß es eben den – natürlich aufwendigeren – Weg geben, den der Rechtsstaat vorsieht. Aber einfach ein „Mach das weg, nach /unserer/ Lesart widerspricht das /Deinen/ Standards“ hat keine Basis.
            Ebenso ein „Liebes Facebook, bitte konkretisiere Deine Regeln, und zwar so, wie ICH sie gern hätte“. Denn die gleiche Forderung könnten dann, mit gleichem Recht, auch andere stellen (ob das jetzt muslimische Verbände wären oder Kirchen, lasß ich mal offen).

    • Dennis Horn am

      @Flipper: Nein. Es gibt in diesem Blog keine Moderation vor Veröffentlichung der Kommentare. Ihr Kommentar ist im Spamfilter gelandet, vermutlich wegen der vielen Links darin. Ich habe ihn gerade dort rausgefischt und bitte um Verzeihung.

  10. M.J.Groenewold am

    Sehr geehrter Herr Horn,

    ich finde Ihren 5 Punkte Plan gut, aber ich glaube nicht das er Grundlegend etwas ändern würde. Nicht mehr jedenfalls.

    Viele Menschen können weder Diskutieren, noch Recherchieren. Eine zutreffende Analyse. Aber sehr viele von ihnen wollen es auch gar nicht. Sie wollen vielmehr ihren Emotionen freien lauf lassen und sich ganz ihren Vorurteilen hingeben.
    Das Fremde macht ihnen Angst und dieser Angst ist rational nur sehr schwer beizukommen.

    Es wäre natürlich generell zu begrüßen wenn unsere Schulen endlich zeitgemäßeren Unterricht bieten würden. Das Zweiquellenprinzip oder die Fähigkeit sich Wissen selbstständig und nach rationalen Gesichtspunkten anzueignen , das Interpretieren von Studien…. Alles wäre in dieser Welt äußerst nützlich.

    Die Umsetzung im föderalen Deutschland, dürfte sich aber als schwierig erweisen.

    Andere Dinge werden durchaus in der Schule vermittelt. Nur passen sehr viele Schüler nicht auf, oder vergessen vieles wieder. Wichtige Fakten die unseren Rechtsstaat betreffen etwa. Legislative, Judikative, Exekutive… Was ist legal (Einwanderung) oder Illegal. Die meisten Urteilen auch hier mehr nach Gefühl.

    Ich möchte als Beispiel die Wahlen in Polen und die Entmachtung des Verfassungsgerichtes anführen. Für erschreckend viele Menschen war und ist die Entmachtung des Verfassungsgerichtes völlig legitim. Es ist für sie der Wille der Wähler. Und in einer Demokratie entscheidet eben der Wähler. Mehr ist nicht hängengeblieben.
    In einem Land mit unserer Geschichte, ist das schon sehr traurig. Und unsere Geschichte ist ein Schwerpunkt in unseren Bildungsplänen.

    Ein anderer Aspekt ist das ökonomische Umfeld. Teil unserer Wirtschaftsreformen ist mehr Eigenverantwortung der Bürger. Die Altersvorsorge wurde privatisiert, Leistungen gestrichen, gekürzt und gestreckt. Viele Menschen haben deswegen meiner Meinung nach Angst. Angst vor Altersarmut. Angst vor dem Jobverlust. Angst vor ausfallenden Zähnen.

    Und jetzt kommen neue Wettbewerber. Die Kosten den Staat den Geld und die Menschen haben Angst davor, das Ihre Situation bald noch schlechter wird.

    Hinzu kommt ein immer schlanker werdender Staat. Polizeistellen werden gestrichen.
    Hierzu etwas persönliches. Wenn Sie einmal die Polizei in Hamburg am Wochenende brauchen, dann kann es unter Umständen ganz schön lange dauern bis sie einen Peterwagen sehen.

    In Ihrem 5 Punkte Plan fehlt einfach die Politik und die Ökonomie. Zwei wesentliche Aspekte, die zumindest in meinen Augen ein teil des Problems sind. Nehmen Sie nur mal TTIP, oder den Lobbyismus in Deutschland. Die Politik verspielt Glaubwürdigkeit. Jeden Tag. Dazu kommt noch die fehlende Opposition im Bundestag. Große Koalition eben.

    Was den Bildungsauftrag der Medien angeht…. Hier befürchte ich das solche Inhalte (Fernsehbeitrag Servicezeit) immer von den gleichen Menschen geschaut werden.

    Und gerade bei AFD und Pegida Anhängern ist der Vertrauensverlust (Lügenpresse) gegenüber den Medien wohl am größten.
    Leider gibt es dafür sogar rationale Gründe. Denn die Medien werden als Teil der Machtelite dieses Lands wahrgenommen. Als Interessenvertreter der Mächtigen.

    Und zum Teil sind sie das meiner Meinung nach auch (Stichwort Bertelsmannstiftung). Das ist weit Weg von „der Lügenpresse“ , reicht aber aus um die Glaubwürdigkeit und Integrität aller Journalisten zu beschädigen.

    MfG

    • Dennis Horn am

      @M.J.Groenewold: Ich verstehe Ihre Punkte und gebe Ihnen bei vielen Ihrer Zustandsbeschreibungen recht. Worüber ich mir zum Beispiel viele Gedanken mache, sind die Leute, die Sie zu Beginn Ihres Kommentars erwähnen: die „Verlorenen“. Vielleicht ist dort tatsächlich nichts mehr zu machen, außer durch Härte, wenn zum Beispiel Verstöße gegen das Strafrecht ins Spiel kommen.

      Aber ich hätte Bauchschmerzen dabei, mich von den von Ihnen genannten Punkten aufhalten zu lassen. Die perfekte Lösung, um allen gesellschaftlichen Gruppen gleich gut entgegen zu kommen, gibt es meines Erachtens auch nicht. Mir kommt zum Beispiel eine Gruppe oft zu kurz: die der Unentschiedenen. Die schweigende Masse, die sich anschaut, was zurzeit passiert, sich aber noch eine Meinung bilden muss. Auch für die wären die erwähnten Punkte wertvoll – und da wäre dann auch durchaus etwas zu erreichen.

      Kurz zu Ihrem Punkt zum Bildungsauftrag der Medien: Eine Chance bieten ja die sozialen Netzwerke – dort auch Menschen zu erreichen, die der WDR oder andere Sender über die klassischen Ausspielwege nicht erreicht.

      Was ich mir auf jeden Fall merke, sind die Punkte Politik und Ökonomie. Ich bin da erst einmal vom Idealismus getrieben, aber Sie haben recht: Nachhaltig wird es erst, wenn man auch solche Punkte berücksichtigt. Danke dafür!

    • Rüdiger am

      @M.J.Groenewold
      „Und gerade bei AFD und Pegida Anhängern ist der Vertrauensverlust (Lügenpresse) gegenüber den Medien wohl am größten.“

      Wissen Sie, umgekehrt wird ein Schuh draus.
      Fast alle, die dort aktiv sind, haben vorher irgendwann die immer größer werdenden Unstimmigkeiten zwischen erlebter und publizierter Realität feststellen müssen.
      Und nach vielen, meist unbeantworteten Mails an Redaktionen um Klarstellung oder Aufklärung, die irgendwie zu nichts führen, fängt man dann an, auf Distanz zu diesem ehemals als nahezu unfehlbar geltenden Medium zu gehen.
      Haben Sie aber erst einmal die Distanz, dann fallen Ihnen die Augen aus dem Kopf über den hanebüchenen Kram, der da zusammenpubliziert wird.
      Von da an ist es nur noch ein kleiner Schritt zur AFD.

      Das dann die hanebüchenen Publizierer gerne hätten, daß aus ihrer Sicht „problematische Inhalte“ verschwänden (am liebsten samt Verfasser), liegt doch auf der Hand.

      Das nannte man früher genau so, wie man es auch jetzt nennen sollte: Zensur!

      Was jetzt von einigen im Web an Gerüchtestreuerei abgezogen wird, gab es allerdings auch schon früher. Und das nannte sich dann „Bild“zeitung.
      Und selbst wir Hauptschüler haben in den 60ern gelernt, sie da liegen zu lassen, wo sie eben lag.
      Jedenfalls, wenn man den Kopf dafür hatte.
      Wenn nicht, dann hilft auch keine Behörde/Kommission/Wahrheitsgremium.

      Damals wie heute nicht.

      • Dennis Horn am

        @Rüdiger: Das ist mir alles zu mysteriös. Ich habe da ein paar Fragen:

        – Können Sie belegen, inwiefern es überhaupt Unstimmigkeiten zwischen erlebter und publizierter Realität gab? Inwiefern haben solche Unstimmigkeiten dann zugenommen? Gibt es dazu Zahlen?
        – Haben Sie sich persönlich an Redaktionen gewandt? An welche konkret? Welche haben nicht geantwortet? Um welche Fälle ging es beispielsweise?
        – Welcher hanebüchene Kram wird wo genau zusammenpubliziert?

        Zu Ihrer konkreten Kritik: Was „problematische Inhalte“ sind, beantwortet mein Text recht genau. Es geht erstens um strafrechtlich relevante Inhalte, zweitens um Inhalte, die nicht in Einklang mit den Gemeinschaftsstandards der sozialen Netzwerke stehen, drittens um nachweisbare Falschmeldungen. Sind solche Inhalte aus Ihrer Sicht also unproblematisch?

        Und auch für Sie der Hinweis: Zensur ist ein staatliches Mittel. Der Begriff ist im Zusammenhang mit dem Thema, das im Blogartikel besprochen wird, schlicht falsch.

        • Rüdiger am

          All diese Fragen können Sie Sich ganz leicht selbst beantworten. Ein paar Klicks reichen.
          Das schafften Millionen andere bisher doch auch mit entsprechendem Kenntnisgewinn.
          Man muß es natürlich auch wollen.
          Am Willen zur Kenntnisnahme scheint es allerdings bei Ihnen zu hapern, ohne jetzt beleidigend werden zu wollen.
          Sie leben da wirklich in einer Blase.
          Hätte ich nicht für möglich gehalten, daß es so was gibt.

          Nur mal so als Beispiel:
          „..die nicht in Einklang mit den Gemeinschaftsstandards der sozialen Netzwerke stehen..“

          Sie meinen jetzt genau die Standards, die u.a. unser H***prediger Maas im Web installieren möchte, damit nur noch willkommenskulturistische Folklore, aber keine Kritik mehr daran diskutiert werden darf?
          Gott bewahre!

          Machen Sie Sich nichts vor, Herr Horn; Zensur ist Zensur, egal, wie Sie das Kind nennen.
          Und wer den Knopf einmal unter den Fingern hat, wird bei jedem Löschvorgang gieriger und selbstgerechter.
          Daß die Politik und die Medien nach all den Diffamierungen jetzt doch immer mehr in die Deffensive geraten sind, ändert aber nichts daran, daß sie sich als Gesprächspartner für eine seriöse Diskussion dauerhaft disqualifiziert haben.
          Entsprechend gering wird ihr Einfluß auf die Zeit sein, die sich nach dem größten Problem anschließt, welches Deutschland seit dem dritten Reich zu stemmen hat.

          • Dennis Horn am

            @Rüdiger: Nein, so läuft das nicht. Sie haben Behauptungen aufgestellt und sind damit Belege schuldig. Wenn Sie die nicht liefern, bleiben es schlicht und einfach haltlose Behauptungen.

            Mit den Gemeinschaftsstandards meine ich die sehr klar gefasste Netiquette eines sozialen Netzwerks, für Facebook zum Beispiel unter https://www.facebook.com/communitystandards/ zu finden. Damit hat der Bundesjustizminister nichts zu tun – es handelt sich um das weltweit gültige Hausrecht des Netzwerks.

            Für die Behauptung, der Bundesjustizminister wolle Regeln „im Web installieren, damit nur noch willkommenskulturistische Folklore, aber keine Kritik mehr daran diskutiert werden darf“, sind Sie ebenfalls einen Beleg schuldig.

          • Rüdiger am

            Sie behaupten also ernsthaft, auf deutschen öffentlich-rechtlichen Medien gäbe es keine forciert verzerrende Berichterstattung?

          • @Rüdiger: Ich behaupte nichts, Sie behaupten etwas – und dafür braucht es wie in jeder Diskussion belastbare Belege, damit aus haltlosen Behauptungen schlüssige Argumente werden.

          • @Rüdiger: Bitte machen Sie klar, was Sie mir sagen möchten und welche Belege Sie dafür haben. Mir fehlt die Zeit fürs Rätselraten aufgrund irgendwelcher mysteriöser Andeutungen.

          • Rüdiger am

            Danke,
            das reicht als Antwort, um Sie einschätzen zu können.

            Sie werden nie ein guter Journalist; egal, wieviele Semester sie auf der Uni abgeleistet haben.
            Ihnen fehlt der Zugang zur Realität und zur Gedankenwelt der Leute, für die Journalisten gemeinhin schreiben.

            Nehmen Sie es sportlich, denn es ist nicht als Beleidigung gedacht.
            Aber ich werde keine Zeit mehr mit Ihren Ausführungen verschwenden.

  11. Hmm, also Behörde finde ich ziemlich schlecht, da wie im Artikel selbst erwähnt diese dann zu sehr staatsnah ist.

    Es ist wohl auch ein Zeitproblem, dass man sich nicht bei jeder Meldung selbst um eine intensive Recherche kümmern kann.
    Dieses hat man ja quasi outgesourct an die Medien, denen man vertraut. Tagesschau oder Zeitungen.
    Daher ist die Glaubwürdigkeit dieser Medien so wichtig.

    Ein unabhängiger Verein, der seinerseits diese Aufgabe der Recherche übernimmt, wäre durchaus sehr hilfreich, auch als Alternative und Kontrolle der anderen Medien.
    Das würde sicher vielen Leuten helfen.
    Am besten natürlich mehrere Vereine, die sich so gegenseitig kontrollieren.

    Leider ist es wohl so, dass man bei bestimmten Leuten, ähnlich wie bei Verschwörungstheorien, damit nicht ‚helfen‘ kann, so sehr man sich auch anstrengt.
    Im Notfall ist man für diese Leute dann halt ein Teil der ‚Verschwörung‘. Und mich würde nicht wundern, wenn sich für bestimmte Themen Gegen-Initiative gründen, die nur darauf aus sind, bestimmte Inhalte dieses ‚Anti-Fake-Vereins‘ zu widerlegen.

    Aber dagegen ist man wohl leider machtlos.

    Ein anderes Problem ist sicher, dass die Recherche in der Regel einige Zeit dauern wird. Bis dahin haben Falschmeldungen evtl. schon viel Unheil angerichtet.
    Aber auch da sehe ich keine Chance zur Abhilfe.

    Am besten, die Kinder in der Schule bekommen jeden Tag ein Jahr lang eine Falschmeldung präsentiert, die sie durch Recherche widerlegen sollen. Halt so lange, dass sie später reflexartig bestimmte Fragen automatisch stellen, wenn sie etwas lesen.

    • Dennis Horn am

      @Niels: Gegeninitiativen zu solchen Anti-Fake-Vereinen, die es sich zur Aufgabe machen, deren Inhalte noch einmal zu widerlegen, sind ein hochinteressanter Punkt – so weit hatte ich noch gar nicht gedacht. Und auch die Vereine, die sich gegenseitig kontrollieren müssten, sind ein Punkt – denn tatsächlich wäre eine der wichtigsten Fragen die, inwiefern eine breite Masse die Arbeit solcher Vereine überhaupt für glaubwürdig halten würde und überprüfen könnte. Danke für die Gedanken!

  12. Suchtfrei. am

    Nein, wir brauchen ganz sicher KEINE „Anti-Fake-Behörde“! Wir können die sog. „sozialen“, in Wahrheit aber nur noch ASOZIALEN NETZWERKE gleichsam mit ihren eigenen Mitteln schlagen: Mit marktwirtschaftlichen nämlich! Die ASOZIALEN NETZWERKE leben bekanntlich von KUNDINNEN UND KUNDEN bzw. von denjenigen DATEN, welche die Kundschaft unwissentlich bis wissentlich bis zur kompletten Entblößung preisgibt. Zögen sich also die Menschen aus den ASOZIALEN NETZWERKEN einfach zurück, wären nicht nur diese – Gott sei Dank! – schnell am Ende, sondern damit naturgemäß auch alle Hasserinnen, Hetzerinnen, Fakes und anderes Gesindel, das noch asozialer ist als die ASOZIALEN NETZWERKE selbst!
    Und es gibt Hoffnung: Ich lerne immer mehr Menschen kennen, auch und gerade junge unter den von mir unterrichteten Studierenden, die glaubhaft erklären, entweder von vornherein keinen Facebook-Account zu wollen oder aber, diesen gelöscht zu haben ( so weit die Facebook-Gangster ein „Löschen“ halt zulassen, heißt das).
    Und es gibt auch unter meinen Studierenden immer mehr, die erkennen, daß Smartphones und Co. inkl. der ASOZIALEN NETZWERKE nichts sind als SUCHTMITTEL, und daß die SUCHTKRANKEN ganz suchttypisch argumentieren: Das gebe es aber doch jetzt eben, und man könne sich ja „ohne“ mit niemandem mehr verabreden und alles sei doch so praktisch: „SUCHTALIBIS“ nennt die Suchtherapie derlei Rationalisierungen. Dabei „braucht“ man die Suchtphone und die ASOZIALEN NETZWERKE ungefähr genau so, wie man Crystal Meth, Heroin oder ein schlimmes Krebsgeschwür „braucht“.
    Also: Laßt uns all die ASOZIALEN NETZWERKE boykottieren, und jeder Mißstand und jeder Wildwuchs dort hätte schnell ein Ende! :-)

    • Dennis Horn am

      @Suchtfrei.: Sie missachten die vielen positiven Dinge, die soziale Netzwerke uns gebracht haben. Ich für meinen Teil möchte nicht darauf verzichten und kann Ihre Kritik in dieser Absolutheit auch nicht mittragen. Es gibt auch noch einen Graubereich zwischen „Bloß nicht nutzen!“ und „Sucht!“ – und ich habe den Eindruck, dass sich die meisten Nutzer in diesem Graubereich aufhalten.

      • Suchtfrei. am

        Sehr geehrter Herr Horn, ich freue mich, ernst genommen und einer Antwort für würdig befunden zu werden. Bitt erlauben Sie mir eine Replik:
        Sie werfen mir vor, „die vielen positiven Dinge, die soziale Netzwerke uns gebracht haben“, zu „missachten“.
        Nun: „Positive Dinge“ konnte ich bis zum heutigen Tage nicht wahrnehmen.
        Alles, was daran gerühmt wird wie zuvörderst Kommunikations- und Verabredungsmöglichkeiten, habe ich schon zeit meines Lebens auch ohne die asozialen Netzwerke getan und ich hatte zeit meines Lebens auch nicht das Gefühl, es fehle mir etwas: Ich habe alle meine Bekannten und Freundinnen und Freunde getroffen, und das sogar in Gestalt RICHTIGER Menschen und nicht in Form sich verflüchtigender Symbole aus elektrischen Impulsen auf Bildschirmchen.
        Ich habe zeit meines Lebens mit RICHTIGEN Menschen kommuniziert, und das in einer wirklich sehr PERSÖNLICHEN Weise, z.B. in meiner nur mir eigenen HANDSCHRIFT auf ausgesuchten Briefpapier und nicht über tote Maschinen.
        Ich habe zeit meines Lebens – ob brieflich, telephonisch, persönlich – immer wortwörtlich oder zumindest übertragen „von Angesicht zu Angesich“ oder „Mund zu Ohr“ kommuniziert und mit „offenem Visier“ und mich also nie einer nicht mehr überschaubaren Zahl anonymer Feiglinge gegenüber gesehen.
        Beziehungen waren in der Regel nicht beliebig und anders als heute per Mausklick risikolos herzustellen und risikolos wieder zu beenden: Verantwortung? Unbekannt und auch egal!
        Wahrhaft, menschliche, d.h. das Gegenüber wirklich wahrnehmende, mit allen (!) Sinnen aufnehmende, tiefgehende Beziehungen sind per Internet per se nicht möglich, und schon gar nicht in denjenigen Netzwerken, die das menschliche Miteinander genau aus diesen Gründen nicht nur nicht fördern, sondern zerstören, und die u.a. deshalb nur ASOZIAL sind, NIE aber „sozial“: Vgl. bitte auch zu diesem Aspekt Spitzer, Cyberkrank!, 2015, gleichsam S. 1 passim.
        Und: Wie kann es sein, daß immer mehr Menschen sich von einem toten Apparat, ihrem Suchtphone, ihr Handeln, ihr Unterlassen und ihren Tages- und: Nacht-! ablauf diktieren lassen?
        Wie zu erfahren ist, gibt es Menschen, die 60, 70, 100 mal am Tag ihr Handy „checken“ und es auch nachts nicht ausschalten: Sie könnten ja verpassen, daß ihnen ein „Freund“ gemailt hat, daß er er gerade mit Durchfall auf dem Klo sitzt.
        Damit nicht genug:
        Kein Geringerer als immerhin Werner Herzog hat jüngst geäußert, das gewaltige Ausmaß an DUMMHEIT in jenen asozialen Medien halte ihn davon ab, sich dort zu beteiligen.
        Dem kann ich mich nur anschließen, und MIR wäre es PEINLICH, wenn irgendjemand erführe, daß ich bei derlei mittäte…
        Des Weiteren: Es gibt keinerlei Sicherheit, weder für meine Daten noch vor Cybermobbing und dergleichen.
        Und nur unter Suchtaspekten (s.u.) kann nachvollzogen werden, daß und wie viele Menschen sich Tag für Tag in den ASOZIALEN NETZWERKEN splitternackt entblößen und von den asozialen Betreibern der asozialen Netzwerke als Ware, zu der sie sich gemacht haben, verhökern lassen.
        Letzter Aspekt:
        Selbstverständlich können heute keinerlei Zweifel mehr daran bestehen, daß Smartphones, Spiele und die ASOZIALEN NETZWERKE SUCHTMITTEL REINSTEN WASSERS sind, und zwar duchaus und sehr wohl im medizinischen-psychologischen Sinn.
        Und es kann ebenfalls keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei den Suchtkranken nicht etwa um eine Minderheit handelt, sondern daß füglich von einem Phänomen gesprochen werden kann, das auf eine regelrechte PANDEMIE hinausläuft.
        Ich finde nach wie vor, daß gerade Digitalistan-BloggerInnen hier eine Verantwortung haben, sich mit dem Suchtaspekt auseinanderzusetzen und gerade im „Digitalistan“ aufzuklären und Ausstiegshilfen anzubieten.
        (Ich weise nochmals hin auf http://www.internetsucht-hilfe-berlin.de/ ; http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/forschungsergebnisse.html ; Spitzer, Cyberkrank! ; te Wildt, Digital Junkies )
        Stattdessen gewinnt man den Eindruck, daß alles Digitale nebst Suchtphonen und den ASOZIALEN NETZWERKEN regelrecht vergottet werden.
        Ach, ja, zum guten Schluß:
        Wenn es so viele positive Aspekte gäbe, warum sehen Sie sich dann so häufig veranlaßt, auf übelste Mißstände aufmerksam zu machen wie in eben jenem Artikel, über den wir hier sprechen?
        Und selbst WENN man an den ASOZIALEN NETZWERKEN tatsächlich „positive Dinge“ entdecken könnte, so überwögen doch die ÜBLEN NACHTEILE so sehr, daß auch nur halbwegs fühlen und denken könnende Menschen sich mit Grausen abwenden sollten – sofern sie denn können und nicht an der „Internet-Suchtphone-Facebook-NADEL“ hängen….
        Aber – immerhin und Gott sei Dank! – ist eine Gegenbewegung namens Digital Detox im Entstehen, wenn es auch schon ziemlich schade und schlimm und traurig ist, daß Seminare zur „Handy-Entwöhnung“ angeboten werden und das Angebot nachgefragt wird..
        Wie auch immer: Ich bleibe clean und überwiegend offline, und ganz sicher werde ich mich an der Hochschule, an der ich lehre, für Suchprävention und Hilfeangebote einsetzen, ehe noch mehr junge Leute an ihrer Online- und Smartphonesucht zu Grunde zu gehen drohen und sich in den ASOZIALEN NETZWERKEN zum Affen machen lassen…

      • Suchtfrei. am

        WAS hat der WDR-Zensur an meiner u.a. Replik an Herrn Horn nicht gepaßt? Daß ich ASOZIAL nenne, was ASOZIAL ist – nämlich die Netwerke und Medien? Oder fühlt sich im Zensurbüro jemand ertappt als SUCHTKRANK? Das hat ja niemand gern, sollte aber die solchermaßen Ge-, weil Betroffenen gemahnen, daß es Zeit ist, sich Hilfe zu suchen…!
        Und: Schrieb hier nicht jemand von den Bloggenden, es gäbe hier keine Zensur….?
        Vielleicht war’s ja ein Versehen, deshalb hier meine Replik an Herrn Horn noch einmal:
        Sehr geehrter Herr Horn, ich freue mich, ernst genommen und einer Antwort für würdig befunden zu werden. Bitt erlauben Sie mir eine Replik:
        Sie werfen mir vor, „die vielen positiven Dinge, die soziale Netzwerke uns gebracht haben“, zu „missachten“.
        Nun: „Positive Dinge“ konnte ich bis zum heutigen Tage nicht wahrnehmen.
        Alles, was daran gerühmt wird wie zuvörderst Kommunikations- und Verabredungsmöglichkeiten, habe ich schon zeit meines Lebens auch ohne die asozialen Netzwerke getan und ich hatte zeit meines Lebens auch nicht das Gefühl, es fehle mir etwas: Ich habe alle meine Bekannten und Freundinnen und Freunde getroffen, und das sogar in Gestalt RICHTIGER Menschen und nicht in Form sich verflüchtigender Symbole aus elektrischen Impulsen auf Bildschirmchen.
        Ich habe zeit meines Lebens mit RICHTIGEN Menschen kommuniziert, und das in einer wirklich sehr PERSÖNLICHEN Weise, z.B. in meiner nur mir eigenen HANDSCHRIFT auf ausgesuchten Briefpapier und nicht über tote Maschinen.
        Ich habe zeit meines Lebens – ob brieflich, telephonisch, persönlich – immer wortwörtlich oder zumindest übertragen „von Angesicht zu Angesich“ oder „Mund zu Ohr“ kommuniziert und mit „offenem Visier“ und mich also nie einer nicht mehr überschaubaren Zahl anonymer Feiglinge gegenüber gesehen.
        Beziehungen waren in der Regel nicht beliebig und anders als heute per Mausklick risikolos herzustellen und risikolos wieder zu beenden: Verantwortung? Unbekannt und auch egal!
        Wahrhaft, menschliche, d.h. das Gegenüber wirklich wahrnehmende, mit allen (!) Sinnen aufnehmende, tiefgehende Beziehungen sind per Internet per se nicht möglich, und schon gar nicht in denjenigen Netzwerken, die das menschliche Miteinander genau aus diesen Gründen nicht nur nicht fördern, sondern zerstören, und die u.a. deshalb nur ASOZIAL sind, NIE aber „sozial“: Vgl. bitte auch zu diesem Aspekt Spitzer, Cyberkrank!, 2015, gleichsam S. 1 passim.
        Und: Wie kann es sein, daß immer mehr Menschen sich von einem toten Apparat, ihrem Suchtphone, ihr Handeln, ihr Unterlassen und ihren Tages- und: Nacht-! ablauf diktieren lassen?
        Wie zu erfahren ist, gibt es Menschen, die 60, 70, 100 mal am Tag ihr Handy „checken“ und es auch nachts nicht ausschalten: Sie könnten ja verpassen, daß ihnen ein „Freund“ gemailt hat, daß er er gerade mit Durchfall auf dem Klo sitzt.
        Damit nicht genug:
        Kein Geringerer als immerhin Werner Herzog hat jüngst geäußert, das gewaltige Ausmaß an DUMMHEIT in jenen asozialen Medien halte ihn davon ab, sich dort zu beteiligen.
        Dem kann ich mich nur anschließen, und MIR wäre es PEINLICH, wenn irgendjemand erführe, daß ich bei derlei mittäte…
        Des Weiteren: Es gibt keinerlei Sicherheit, weder für meine Daten noch vor Cybermobbing und dergleichen.
        Und nur unter Suchtaspekten (s.u.) kann nachvollzogen werden, daß und wie viele Menschen sich Tag für Tag in den ASOZIALEN NETZWERKEN splitternackt entblößen und von den asozialen Betreibern der asozialen Netzwerke als Ware, zu der sie sich gemacht haben, verhökern lassen.
        Letzter Aspekt:
        Selbstverständlich können heute keinerlei Zweifel mehr daran bestehen, daß Smartphones, Spiele und die ASOZIALEN NETZWERKE SUCHTMITTEL REINSTEN WASSERS sind, und zwar duchaus und sehr wohl im medizinischen-psychologischen Sinn.
        Und es kann ebenfalls keinem Zweifel unterliegen, daß es sich bei den Suchtkranken nicht etwa um eine Minderheit handelt, sondern daß füglich von einem Phänomen gesprochen werden kann, das auf eine regelrechte PANDEMIE hinausläuft.
        Ich finde nach wie vor, daß gerade Digitalistan-BloggerInnen hier eine Verantwortung haben, sich mit dem Suchtaspekt auseinanderzusetzen und gerade im „Digitalistan“ aufzuklären und Ausstiegshilfen anzubieten.
        (Ich weise nochmals hin auf http://www.internetsucht-hilfe-berlin.de/ ; http://www.fv-medienabhaengigkeit.de/forschungsergebnisse.html ; Spitzer, Cyberkrank! ;
        te Wildt, Digital Junkies )
        Stattdessen gewinnt man den Eindruck, daß alles Digitale nebst Suchtphonen und den ASOZIALEN NETZWERKEN regelrecht vergottet werden.
        Ach, ja, zum guten Schluß:
        Wenn es so viele positive Aspekte gäbe, warum sehen Sie sich dann so häufig veranlaßt, auf übelste Mißstände aufmerksam zu machen wie in eben jenem Artikel, über den wir hier sprechen?
        Und selbst WENN man an den ASOZIALEN NETZWERKEN tatsächlich „positive Dinge“ entdecken könnte, so überwögen doch die ÜBLEN NACHTEILE so sehr, daß auch nur halbwegs fühlen und denken könnende Menschen sich mit Grausen abwenden sollten – sofern sie denn können und nicht an der „Internet-Suchtphone-Facebook-NADEL“ hängen….
        Aber – immerhin und Gott sei Dank! – ist eine Gegenbewegung namens Digital Detox im Entstehen, wenn es auch schon ziemlich schade und schlimm und traurig ist, daß Seminare zur „Handy-Entwöhnung“ angeboten werden und das Angebot nachgefragt wird..
        Wie auch immer: Ich bleibe clean und überwiegend offline, und ganz sicher werde ich mich an der Hochschule, an der ich lehre, für Suchprävention und Hilfeangebote einsetzen, ehe noch mehr junge Leute an ihrer Online- und Smartphonesucht zu Grunde zu gehen drohen und sich in den ASOZIALEN NETZWERKEN zum Affen machen lassen…p://www.fv-medienabhaengigkeit.de/forschungsergebnisse.html ; Spitzer, Cyberkrank! ; te Wildt, Digital Junkies )
        Stattdessen gewinnt man den Eindruck, daß alles Digitale nebst Suchtphonen und den ASOZIALEN NETZWERKEN regelrecht vergottet werden.
        Ach, ja, zum guten Schluß:
        Wenn es so viele positive Aspekte gäbe, warum sehen Sie sich dann so häufig veranlaßt, auf übelste Mißstände aufmerksam zu machen wie in eben jenem Artikel, über den wir hier sprechen?
        Und selbst WENN man an den ASOZIALEN NETZWERKEN tatsächlich „positive Dinge“ entdecken könnte, so überwögen doch die ÜBLEN NACHTEILE so sehr, daß auch nur halbwegs fühlen und denken könnende Menschen sich mit Grausen abwenden sollten – sofern sie denn können und nicht an der „Internet-Suchtphone-Facebook-NADEL“ hängen….

      • Suchtfrei. am

        Hallo? Ist da jemand?
        2 Versuche, meine Replik an Herrn Horn zu placieren, scheiterten mit der Fehlermeldung, ich hätte dasselbe doch wohl schon einmal „gepostet“, wie das wohl auf Neudeutsch heißt.
        In WAHRHEIT ist „dasselbe“ aber KEIN MAL hier erschienen: WO ist es und WARUM darf es nicht erscheinen…?!
        Ich dachte, hier GÄBE es keine Zensur°

        • Dennis Horn am

          @Suchtfrei.: Ich fände es für die Diskussion ja allgemein förderlich, mehr Gedanken in die Wortwahl zu stecken und verbal etwas abzurüsten.

          Beginnen wir mit dem Begriff „Zensur“. Es handelt sich dabei um ein staatliches Mittel – er ist hier also nicht ganz so treffend. Was Sie meinen, ist eine Moderation der Kommentare. Diese findet in Digitalistan nicht statt. Es gibt allerdings, wie ich es an anderer Stelle in den Kommentaren auf dieser Seite schon erwähnt habe, eine Art Spamfilter, der aktiv wird, wenn Nutzer überdurchschnittlich viele Links in ihre Kommentare aufnehmen, schlicht deshalb, weil der WDR als Anbieter dieses Blogs darauf achten muss, wohin diese Links führen – Links zu direkten Kaufaufforderungen sind uns zum Beispiel durch die Negativliste des Rundfunkstaatsvertrags verboten, weshalb wir sie auch aus Ihrem Kommentar löschen mussten. Wir als Autoren geben die Kommentare, die im Spamfilter landen, händisch frei – wir sind aber nicht rund um die Uhr mit diesem Blog beschäftigt. Haben Sie deshalb bitte Verständnis, wenn es einmal länger dauert, sobald Sie Links in Ihre Kommentare aufnehmen. Solange hier nicht Grenzen des strafrechtlich Relevanten oder der Netiquette überschritten werden, schalten wir alle Kommentare frei.

          Nun zu Ihrem Kommentar, und auch da störe ich mich an einer Begrifflichkeit, nämlich der der „asozialen Netzwerke“, die nicht wahrer wird, wenn man sie in ausschließlich in Großbuchstaben eingibt.

          Dass Sie positive Effekte sozialer Netzwerke bis heute nicht wahrgenommen haben, glaube ich Ihnen – vielleicht, weil soziale Netzwerke für Sie persönlich kein Problem lösen, keine Lücke füllen, keine Funktion übernehmen können. Sie sagen ja selbst, Ihnen fehle nichts. An dieser Stelle müsste die Diskussion aus meiner Sicht schon beendet sein: Jeder sollte doch ganz einfach die Wege gehen und die Kommunikationsmittel nutzen, die für ihn selbst die besten sind. Wenn das bei Ihnen die „klassische Wege der Kommunikation“ sind und Sie Ihre Freunde, Bekannten, Familienmitglieder oder wen auch immer so zuverlässig erreichen – wunderbar.

          Was ich nicht verstehen kann, ist eine Abwertung per se. Ich kann Ihnen unzählige Vorteile nennen, die soziale Netzwerke für mich persönlich haben: zu Menschen in einem Rhythmus Kontakt halten zu können, zu denen es vorher nicht möglich war, weil sie zum Beispiel im Ausland leben. Asynchron kommunizieren zu können, weil es dem Berufsleben vieler von uns heute etwas entgegenkommt. Gruppenkommunikation mit ganzen Freundeskreisen betreiben zu können. Menschen nach Jahren noch erreichen zu können, deren Kontaktdaten man in einer analogen Zeit nicht mehr gehabt hätte. Es sind nur einige Beispiele.

          Was digitale Kommunikation oder ein Dasein in sozialen Netzwerken nicht zwingend bedeutet: Unverbindlichkeit, Anonymität, seltenere Begegnungen persönlicher Art, das Entblößen des eigenen Leben oder ausschließliche Banalitäten, wie Sie sie in Ihrem Kommentar auch beispielhaft aufführen – mal abgesehen davon, dass die Frage, was für mich banal ist oder nicht, letztendlich nur eine Person bewerten kann: ich selbst. Ich zumindest maße mir nicht an, Kommunikation anderer Menschen in Form und Inhalt zu bewerten.

          Am anderen Ende sitzen übrigens auch noch immer „richtige Menschen“ im „echten Leben“ – ich empfehle dazu den Blogartikel „Das Internet IST das echte Leben“: https://blog.wdr.de/digitalistan/internet-realitaet-echtes-leben/. Und dass Kommunikation automatisch schlechter ist, nur weil sie digital geschieht – das möchte ich doch stark in Abrede stellen. Auch am Telefon oder im persönlichen Gespräch erzählen sich unendlich viele Menschen unendlich viel Unsinn.

          Das heißt alles nicht, dass es keine Herausforderungen gibt, die mit der digitalen Kommunikation einhergehen. Sie sprechen selbst Smartphonesucht an, über die ich für den WDR auch schon berichtet habe: http://www1.wdr.de/fernsehen/ratgeber/servicezeit/sendungen/boesesinternet102.html. Die Wissenschaftler definieren Sucht dabei vor allem über die Frage, wie häufig wir pro Tag das Smartphone checken – und die Zahlen sind tatsächlich erschreckend hoch. Zu denselben Studien gehört aber auch, dass die Zeit, wie lange wir das Smartphone pro Tag zusammengerechnet nutzen, selbst in einer Höhe von mehreren Stunden nichts über eine mögliche Sucht aussagt – dieses Untersuchungsergebnis wird gern unterschlagen, weil es nicht ganz so apokalyptisch daherkommt.

          Wie kommen wir dem bei? Doch bestimmt nicht, indem wir unsere Smartphones wegwerfen und nicht mehr digital kommunizieren. Das ist ja, was der von Ihnen erwähnte Manfred Spitzer auch so gern postuliert – und es ist völliger Unsinn. Über diese kruden, populistischen und weltfremden Thesen haben wir beide ja schon einmal unter https://blog.wdr.de/digitalistan/twitter-beginnt-das-spiel-mit-dem-feuer-und-schafft-die-140-zeichen-grenze-ab/ diskutiert.

          Sie fragen mich zum Abschluss Ihres Kommentars: „Wenn es so viele positive Aspekte gäbe, warum sehen Sie sich dann so häufig veranlaßt, auf übelste Mißstände aufmerksam zu machen wie in eben jenem Artikel, über den wir hier sprechen?“

          Lassen Sie mich Ihnen eine ähnlich absolute Frage stellen: Wenn es nur negative Aspekte gibt, wenn in digitaler Kommunikation so viel belangloser Müll geteilt wird, wenn das persönliche Gespräch so wertvoll ist wie nichts anderes, warum sehen Sie sich dann so häufig veranlasst, hier zu kommentieren, und rufen nicht einfach die WDR Hotline an oder schreiben uns einen Brief?

  13. Warum nenen wir die Anti-Fake-Behörde nicht „Ministerium für Wahrheit“? Das klingt positiv und im Endeffekt hätte sie doch genau diese Aufgabe, oder?

    • Dennis Horn am

      @Stefan: Bloß nicht. Bitte lesen Sie den entsprechenden Abschnitt, in dem hoffentlich sehr deutlich wird, dass es mir eher um eine Art „gut ausgestattetes mimikama“ geht.

  14. Dirk Moebius am

    Sehr geehrter Herr Horn,
    ich habe ein Problem – weniger mit dem Inhalt des Artikels selber als mit der „problematischen“ Ueberschrift.
    „Problematische Inhalte“ ist IMHO so ein Begriff, der seinerseits die Diskussion verunklart. Entweder Aussagen sind rechtswidrig – oder sie sind es eben nicht. Im Zweifel klaert das der Gesetzliche Richter. „Problematisch“ aber ist schwer subjektiv und allzu haeufig laeuft es auf „ich hab da nichts Kinkretes gegen in der Hand, aber ich moechte, dass das weggeht“ hinaus. Wenn wir erst einmal jedem die Handhabe geben, aus einem Bauchgefuehl heraus gegen jedwedes missliebige vorzugehen, dann bekommen wir ein Wohlfuehl-Katzenbilder-Kindernet, in dem wir auch keinerlei Anstoesse zum Selberdenken mehr finden werden.

    • Dennis Horn am

      @Dirk Moebius: Ich gebe Ihnen recht. Zur Situation, die Sie am Ende Ihres Kommentars beschreiben, darf es selbstverständlich nicht kommen.

      Die Bezeichnung „problematische Inhalte“ habe ich vor allem deshalb gewählt, weil es für mich nicht nur um strafrechtlich relevante Inhalte geht, sondern auch um solche, die nicht den Gemeinschaftsstandards einzelner sozialer Netzwerke wie Facebook entsprechen oder bei denen es sich schlicht um Falschmeldungen handelt. Beide Fälle haben nicht zwingend strafrechtliche Relevanz, dennoch vergiften solche Inhalte die Atmosphäre.

      So klar umrissen: Fällt Ihnen eine bessere Bezeichnung ein? Ich wäre selbst glücklich darüber. Danke aber in jedem Fall für den Kommentar – beim nächsten Mal kaue ich mit Sicherheit noch ein paar Minuten mehr drauf rum.

      • Dirk Moebius am

        Hallo,
        ich glaube, ich habe schon verstanden, was Sie im Grunde damit meinen. Aber eben grade diese Dimension von „das vergiftet die Atmosphaere“ oder „das war jetzt nicht hilfreich“ erscheint mir gefaehrlich (ein bisschen wie der Weg zur Hoelle, der mit den beruehhmten Guten Vorsaetzen gepflastert ist). Wenn ein deMaiziere grundlos Terrorwarnungen streut, wenn ein Seehofer in die Naehe von Mikrofonen kommt, wenn irgendeine Pegida-Dumpfbacke Mist schreibt, dann ist das alles laestig, eklig, gut verzichtbar. Und jeder und jede ist gut beraten, sich selber so viel Medienkompetenz anzueignen, geistigen Unrat auch zu erkennen.
        Aber eine Behoerde, ein Verein, ein $WHATEVER, das mit so schwammiger Begrifflichkeit darueber entscheidet, welche Ansichten jetzt publiziert und welche geloescht werden, moeglichst noch rundfunkratsaehnlich besetzt aus Kirchen, Parteien und Gewerkschaften, das waere der Tod jeder offenen Debatte.

        • Dennis Horn am

          @Dirk Moebius: Was geht und was nicht, ist aber doch gar nicht schwammig gefasst. Es sind ja drei Punkte, um die es geht. Erstens das Strafrecht – da sind wir uns vermutlich einig. Zweitens die Gemeinschaftsstandards der sozialen Netzwerke, vor allem von Facebook – die sind schlicht Hausrecht und sehr klar gefasst, damit sich Facebook beim Löschen von Inhalten auch keine Willkür vorwerfen lassen kann. Drittens nachweisbare Falschmeldungen – der vielleicht schwächste Punkt, den wir auch weglassen können, weil sich ein Teil dieser Falschmeldungen auch unter den Straftatbestand der Volksverhetzung fassen lässt.

          Ich unterschreibe alles, was Sie schreiben. Es darf nicht sein, dass ein „Das vergiftet die Atmosphäre!“ allein als Argument herangezogen wird, Inhalte zu löschen.

          • Dirk Moebius am

            Aber genau Punkt Zwei und Drei sind ja die „problematischen“
            Zu Zwo: momentan macht die Regierung – Maas, deMaiziere – Druck auf Facebook & Co., ihre „Standards“ an die Befindlichkeiten deutscher Politik anzupassen. Da geht es also von offiziell-politischer Seite darum, Facebook eben eine Liste mitzugeben mit Dingen, die nicht (oder nicht offensichtlich) strafbar sind, aber trotzdem zu verschwinden haben – eben das, was Maas & Co. für „problematisch“ halten.
            Zu Drei: wie gehen $WIR dann mit offiziellen Falschmeldungen – wie diesen (IMHO nicht zufälligen) „Fehl“alarmen von Hannover oder München um? Wie mit der unterschiedlichen Behandlung von Falschmeldungen, die gezielt von der Seite der Politik gestreut werden und denen, die von Kritikern dieser Politik kommen?

            Ich verstehe ja, was Sie stört (glaube ich), aber ich halte Ihren Lösungsansatz für zu anfällig für politische Agenden.

          • Dennis Horn am

            @Dirk Moebius: Die zentrale Forderung des Bundesjustizministers war meines Erachtens nicht, die Facebook-Gemeinschaftsstandards an Befindlichkeiten deutscher Politik anzupassen. Das halte ich auch für so gut wie nicht durchsetzbar, weil es sich um ein weltweit gültiges Regelwerk handelt. Dem Bundesjustizminister ging es vor allem darum, die bestehenden Gemeinschaftsstandards besser durchzusetzen – schneller und konsequenter. Da sehe ich nichts Verwerfliches dran, denn das Regelwerk hatte zu diesem Zeitpunkt ja schon Bestand und wurde von Facebook selbst entwickelt.

            Meine Forderung der Konkretisierung dieser Gemeinschaftsstandards – siehe https://blog.wdr.de/digitalistan/facebook_halt_sich_an_die_eige/ – betrifft vor allem zwei Punkte:

            – Bedrohungen sollten aus meiner Sicht nicht nur geahndet werden, wenn sie sich gegen Einzelpersonen richten, sondern auch, wenn sie sich gegen konkret gefasste Gruppen wenden.

            – Die Liste der geschützten Gruppen, gegen die sich keine Hassbotschaften richten dürfen, ist mit „Rasse, Ethnizität, nationale Herkunft, religiöse Zugehörigkeit“ (und anderen Gruppen, die mit diesem Thema nichts zu tun haben) insofern schwammig gefasst, als dass sie keine Flüchtlinge abdeckt.

            Halten Sie diese beiden Forderungen einer Konkretisierung für ungerechtfertigt oder öffnen sie die Tür zur Willkür? Ich denke: nein.

            Zum Punkt der Falschmeldungen: Solange es sich dabei nicht um strafrechtlich relevante Inhalte handelt, geht es mir nicht um ein Löschen dieser Inhalte, sondern um eine Stelle, die man sich als besser ausgestattetes mimikama vorstellen kann, die solche Falschmeldungen enttarnt. Dabei ist aus meiner Sicht die Unabhängigkeit dieser Stelle der wichtigste Faktor – das heißt, es geht hier um Falschmeldungen jeglicher Art, die sich belastbar enttarnen lassen.

            Kurzum: Mir liegt – wie Ihnen – sehr viel daran, dass keiner dieser Punkte zu Willkür führt.

  15. Ein Erfolg der „Lügenpressen“-Vorwürfe ist nun der, daß die bislang eher Unaufmerksamen unter uns die Machenschaften der Medien stärker in Augenschein genommen haben und diese, nach dem immer weiter steigendenden Druck der öffentlichen Meinung daraufhin nun langsam, aber immer schneller zurückrudern müssen. Das ist doch positiv.
    Die Öffentlich-Rechtlichen sowie sämtliche Druckerzeugnisse haben ja mittlerweile katastrophale Umfrageergebnisse in Sachen Objektivität und Ausgewogenheit.

    Das nun in der Folge viele Nutzer im Web eine „Gegenöffentlichkeit“ zu schaffen versuchen, ist nicht schön, aber letztlich nur die Konsequenz aus der beschämenden Berichterstattung in den Mainstreamportalen der letzten Monate.
    Da sollte man Ursache und Wirkung nicht verwechseln.
    Die Vorlage kam ja von den Regierungstreuen.

    Allerdings ist die Büchse der Pandora jetzt geöffnet und niemand weiß, wie sich das alles weiter entwickeln wird.
    Aber dieser Zustand ist ohne Not und mit voller Absicht herbeigeführt worden.
    Mein Mitleid mit den Betroffenen ist drum nicht mal im Ansatz vorhanden.

  16. Freundin?Oder doch nur“gute Bekannte“?Merke,auch“intelligente Menschen“koennen Rassisten sein und da helfen keinerlei Argumente und schon gar keine“fake-Agentur“,die dann doch nur wieder unter „Luegenpresse“abgeheftet wird!Mit so einem Menschen koennte ich nie befreundet sein,denn irgendwann verraten sich solche durch ihre Auesserungen.Schulfach „Medienkompetenz“ist gut gemeint und auch wuenschenswert-hilft aber nicht gegen“Glaeubige“.

  17. Warum setzen Sie Ihre Ideen denn nicht in die Tat um, in dem Sie beispielsweise einen gemeinnützigen Verein gründen, Sponsoren begeistern, Ihre Kontakte in die Medienwelt nutzen sowie staatliche Unterstützung (Bundesjustizministerium) einfordern und einfach mal loslegen?

    • Dennis Horn am

      @Robert: Ich halte es für ein Totschlagargument, sämtliche Ideen, die man in eine Diskussion einbringt, auch zwingend selbst umsetzen zu müssen. Mit diesem Argument wird auch Kritik unmöglich, weil man jedem Kritiker entgegnen könnte, er solle es selbst erst einmal besser machen.

      • Wenn ich wirklich, ernsthaft und aus tiefstem Herzen auch nur etwas bewegen möchte (diesen Eindruck hinterließ Ihr Blogeintrag zumindest bei mir), dann ist „selbst machen und selbst anpacken!“ geboten!
        Meine Frage, die unmissverständlich als solche und nicht etwa als „Totschlagargument“ erkennbar sein dürfte, war ernst gemeint und Ihre Antwort, die eigentlich gar keine war, ist daher nicht nachvollziehbar.
        Schade, ich habe Sie offensichtlich überschätzt.
        Schönen Tag noch.

        • Dennis Horn am

          @Robert: Erstens habe ich die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen, meine fünf Ideen sind mit Sicherheit noch nicht formvollendet und konstruktive Kommentare für die Weiterentwicklung dieser Ideen gern gesehen.

          Zweitens haben Sie offenbar überlesen, dass ich die Ideen zwei, vier und fünf bereits aktiv umsetze.

          Drittens sehe ich in einigen Punkten auch den Staat gefordert.

          Und viertens ist aus meiner Sicht selbst machen und selbst anpacken eben nicht immer automatisch geboten, wenn man Vorschläge für etwas einbringt.

        • Allein mit diesem Artikel wurde doch schon jede Menge getan. Jeder auf seine Weise eben.
          Ich ‚Gegenrede‘ zB auf FB wo immer ich auf rechtes Gedankenschlecht treffe.

  18. Das Problem ist, dass der wichtigste Punkt nicht von heute auf morgen zu lösen ist, aber einen Großteil der Probleme ausmacht: Medienkompetenz für alle. Aus der Sicht eines Journalisten ist es erschreckend, wie wenig viele Leute auf zuverlässige Quellen geben. Bei technischen Geräten muss es ein Markenprodukt sein, bei Informationen ist das egal. Doch wie entwickelt man Medienkompetenz für Generationen, die keine Schule mehr von innen sehen werden?

    Ob eine Anti-Fake-Agentur mehr Glaubwürdigkeit besitzt als eine Behörde oder Journalisten, wäre herauszufinden. Wenn sie der Stiftung Warentest angegliedert wäre, könnte man ihr sogar einige Zuverlässigkeit attestieren, aber kommt man wirklich mit Fakten gegen Leute an, die an Gerüchte glauben wollen?

    Dasselbe Probleme habe ich auch mit Gegenrede. Höchst selten waren Nutzer wirklich in der Lage, ihre Argumente zu begründen und von ihren Hetzreden abzulassen. Argumente spielen für viele keine Rolle. Siehe Punkt 2.

    • Dennis Horn am

      @Stefan Fries: Das ist eine extrem wichtige Frage, finde ich: „Kommt man wirklich mit Fakten gegen Leute an, die an Gerüchte glauben wollen?“ Ich glaube ja, dass die aktuelle Diskussion fast ausschließlich mit Emotionen zu tun hat – und fast gar nicht mit Fakten. Schließlich gehen die Gespräche in den Kommentarspalten ja auch oft genau dann zu Ende, wenn man die betroffenen Nutzer nach belastbaren Argumenten fragt. Deshalb glaube ich, kommt man dem mit Fakten allein auch nicht bei. Eine Anti-Fake-Agentur kann höchstens eins von vielen verschiedenen Instrumenten sein.

      • Das glaube ich auch. Fakten stören nur bei der eigenen Meinung, die schon feststeht. Deswegen ist Nachfragen immer gut. Leider weiß man nicht, was ab der Stelle passiert, wo das Gegenüber nicht mehr antwortet.

  19. tl:dr

    Aber würde die Polizei nicht sagen das ist frei erfunden um es zu vertuschen das die „Hotline“ (110) nicht besetzt/ausgelastet war?

    LG

    • Dennis Horn am

      @Dieter: Da kehren Sie jetzt aber die Beweislast um. Bevor ich mir die Frage stelle, ob da nicht verschiedene Polizeidienststellen lügen, überprüfe ich doch erst einmal die Geschichte an sich. Dass zum Beispiel die 110 bei einem Anruf per Handy nicht erreichbar ist, ist technisch höchst unwahrscheinlich. Gäbe es die Ausländer-rauben-Frauen-aus-Masche wirklich, gäbe es außerdem weitere Berichte sowie Strafanzeigen – alles nicht vorhanden. Welches Motiv hätte die Polizei, das auch zu vertuschen? Für mich liegt die Beweislast auch bei den Nutzern, die solche Geschichten in die Welt setzen. Denn aus welchen Gründen sollte ich x-beliebigen und mir unbekannten Nutzern glauben, der Polizei aber nicht?

      • Hallo Hr. Horn,

        naja ich kenne persönlich z.B. ein Fall aus Irland dort ist ein Säugling aus dem Fenster gefallen, der Herr an der Notrufzentrale sagte den Eltern es steht kein krankenwagen zur verfügung sie mögen bitte das Kind selbst ins Krankenhaus fahren.

        Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen gewesen weil bei Polizei und Ambulanz massiv gekürzt wurde um den Euro Rettungsschirm verlassen zu könnnen.

        • Jan Berger am

          Hallo Herr Horn,

          bei Ihrem Beispiel aus Irland ist der Anrufer bei der Notrufzentrale aber durchgekommen, was bei der angeblichen „Ausländer-rauben-Frauen-aus“-Geschichte nicht der Fall gewesen sein soll. Aber wie wahrscheinlich ist es, dass a.) wirklich kein Beamter in der örtlichen Notrufzentrale am Telefon saß und b.) das rein zufällig nur bei diesen beiden Vorfällen kein Erreichen der Notrufzentrale möglich war.

          Auch ist bei diesem Fall sehr merkwürdig, dass erst die Nachbarin der Kommentatorin überfallen wird und dann auch noch eine Freundin, 1/2 Stunden nachdem sie bei der Kommentatorin zu Besuch war. Also entweder ein Riesenzufall oder es müssen sehr viele Frauen betroffen gewesen sein, dass die Wahrscheinlichkeit besteht, zwei davon zu kennen. Aber dann hätte die Polizei ja mehr Anzeigen bekommen.

          Mittlerweile habe ich schon viele solcher „Böse Ausländer“-Geschichten gelesen. Seltsamerweise, wie auch in diesem Fall, ist der Verfasser so einer Geschichte so gut wie nie die Person, die etwas gesehen oder gehört hat bzw. der etwas widerfahren ist. Die meisten Geschichten beginnen mit „Hab ich eben einem Bekannten einer Freundin erfahren“ wobei da die Personen und persönlichen Beziehungen frei austauschbar sind. Bei der letzten Geschichte wurden angeblich in Kieler Krankenhäusern Spermiogramme von Flüchtlingen angefertigt.

          Auch sind diese Geschichten immer ähnlich aufgebaut:

          a. Schockierende Tat durch Flüchtlinge/Ausländer
          b. Polizei oder Behörde kann nichts machen
          c. Polizei oder Behörde fordert betroffene zum Schweigen auf

          Auch treten derartige Ereignisse nicht selten gleichzeitig an verschiedenen Orten auf, mit genau dem gleichen Ablauf.

          An dieser Stelle halte ich es wie Jonathan Frakes in X-Factor: „Ist diese Geschichte wahr oder haben wir sie frei erfunden?“

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