Facebook will transparenter werden

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Facebook will transparenter werden

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Digitalistan-Leser stellen sich an dieser Stelle bitte einen Trommelwirbel vor, denn der König von Facebook hat bahnbrechende Neuerungen bekanntzugeben. Der New York Times hat Mark Zuckerberg jetzt verraten, dass Nutzer die Privatsphäreeinstellungen in Zukunft einfacher und bequemer als bisher einsehen und ändern können. Nicht über das halbe Netzwerk verteilt, in Dutzenden von Menüs und Optionen versteckt, sondern zentral auf einer Seite.

Facebook will künftig alle Sicherheitseinstellungen auf eine Seite packen; Rechte: Facebook

Facebook will künftig alle Sicherheitseinstellungen auf eine Seite packen

Nicht ganz freiwillig: Mehr Übersicht bei den Einstellungen

Ist das nicht wunderbar? Facebook ist so nett und macht alles übersichtlicher. Damit wir es künftig einfacher haben, wenn wir die Privatsphäreeinstellungen ändern wollen. Da Facebook ein Multimilliarden-Dollar-Konzern ist, muss man wohl davon ausgehen, dass all diese kleinen Einstellrädchen in der Vergangenheit mit purer Absicht so verstreut waren. Damit die User verzweifeln und aufgeben. Damit möglichst viele Daten umhergeistern.

„One of our biggest responsibilities is to protect data“, sagte CEO Mark Zuckerberg vergangene Woche der New York Times. ‚Unsere größte Verantwortung liegt darin, die Daten zu schützen.‘ Stimmt, das ist so – aber das war eigentlich von Anfang an so. Ich habe nicht den Eindruck, dass Mark Zuckerberg das wirklich verstanden hat. Vor acht Jahren nicht. Heute nicht. Und auch in Zukunft nicht. Er verändert nur dann was, wenn der Druck von außen unerträglich wird und nichts anderes mehr zulässt. Er tut das nicht aus Überzeugung, sondern weil anderenfalls gar nichts mehr geht.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht

Man wird auf der neuen Seite einstellen können, welche persönlichen Daten Facebook konkret speichert. Ein riesiger Schritt nach vorne ist das allerdings nicht. Das kann man jetzt auch schon einsehen und teilweise einstellen, nur eben gut versteckt. Neu ist, dass man in Zukunft auch sehen können soll, welche Art von Daten Apps sammeln.

Das Problem: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. “Die Plattform hat vergleichbare Versprechungen immer wieder gemacht“, sagt Zeynep Tufekci, Professorin an der University of North Carolina, die die Auswirkungen von Technologie auf die Gesellschaft untersucht. Zuckerberg hat auch 2010 schon mal behauptet: Alles verstanden. Totale Transparenz. Das Ergebnis kennen wir.

Abgesehen davon: Das meiste von dem, was Facebook über jeden einzelnen User weiß, bleibt weiter unsichtbar.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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