Firefox, wie cool!

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Firefox, wie cool!

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Man könnte denken, es ist egal, mit welchem Browser man online geht. Doch es ist nicht egal. Jeder Browser hat andere Qualitäten, andere Stärken – und Schwächen. Der eine Browser kann besonders schnell „rendern“, also Webseiten anzeigen, der andere legt größeren Wert auf Datenschutz als die anderen, wieder ein anderer bietet ein Höchstmaß an Flexibilität – indem Add-Ons oder Plugins installiert werden können. Kein Browser schafft es, in allen Disziplinen zu punkten.

Firefox Quantum: Die neueste Version kann endlich wieder punkten; Rechte: Mozilla

Firefox Quantum: Die neueste Version kann endlich wieder punkten

Firefox will Marktanteile zurückholen

Lange Zeit war uns Deutschen der Firefox-Browser von Mozilla am sympathischsten. Schnell, sicher, flexibel – und anders als Internet Explorer (Microsoft), Safari (Apple) oder Chrome (Google) nicht zu einem der großen Onlineriesen gehörend. Allein das hat für Vertrauen gesorgt. Doch in den letzten Jahren konnte Firefox irgendwie nicht mehr so recht punkten: Microsoft, Apple und vor allem Google haben ihre Browser gehegt und gepflegt, immer besser gemacht und wurden mit wachsenden Marktanteilen belohnt.

Obwohl Google Chrome nicht gerade datensparsam ist und jede Menge Daten an doe Google-Zentrale funkt (wie sich jeder im Google Dashboard überzeugen kann), hat es Google geschafft, mit seinem Chrome den populären Firefox vom Thron zu stoßen. Enttäuschung kann auch Fans zu Ex-Fans machen. Doch mit seiner neuen Version 57, Codename Quantum, ist den Entwicklern der Mozilla Foundation tatsächlich Bemerkenswertes gelungen: Plötzlich reden wieder alle von Firefox. Viele probieren es aus. Und merken: Die neue Version schließt auf, kann mit doppeltem Tempo punkten, bietet mehr Komfort und Sicherheit, effektiverer Umgang mit dem Speicher. Endlich wieder ein Browser auf Augenhöhe.

Einziges Problem: Die Add-Ons

Einziges Handicap sind die Add-Ons. Weil auch in diesem Bereich einiges neu entwickelt wurde, lassen sich nicht mehr alle Add-Ons benutzen. Von den bisher 20.000 Erweiterungen lassen sich „nur noch“ etwa 6.000 verwenden, der Rest ist inkompatibel. Manchmal muss man alte Zöpfe abschneiden. Apple macht so etwas ganz lässig und verzichtet in seinem iPhone einfach auf einem Klinkenstecker für den Kopfhörer. Wenn Firefox aus guten Gründen etwas ändert, wird viel gestöhnt. Klar, wenn einzelne liebgewonnene Add-Ons nicht mehr funktionieren wollen. Aber: Man bekommt dafür eine Menge.

Früher oder später werden die Lücken sicher geschlossen, die derzeit vereinzelt durch nicht mehr kompatible Add-Ons entstehen mögen. Die Entwickler müssen ihre Erweiterungen „nur“ an den neuen technologischen Standards orientieren. Freizeitprogrammierer brauchen dafür erfahrungsgemäß mehr Zeit als Profis. Aber wo ein Bedarf ist, da entstehen auch Add-Ons. Es ist zu begrüßen, dass Firefox noch mal mächtig aufgemotzt wurde. Eben, damit es eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Google Chrome gibt. Und die gibt es jetzt wieder.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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