Fünf Jahre nach Edward Snowden – und nix passiert

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Fünf Jahre nach Edward Snowden – und nix passiert

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Die einen hassen ihn, weil er in ihren Augen nichts weiter ist als ein schändlicher Vaterlandsverräter. Die anderen verehren ihn, weil er als Whistleblower der Öffentlichkeit tiefe Einblicke in einen Überwachungsapparat ermöglicht hat – auf Kosten seiner eigenen Sicherheit und seiner Freiheit. Denn sobald Edward Snowden einen Fuß auf amerikanischen Boden setzt, wird er inhaftiert.

Edward Snowden

Whistleblower Edward Snowden hat die NSA-Affäre ins Rollen gebracht

Snowden riskiert sein Leben – und (fast) nichts ändert sich

Keine Frage: Edward Snowden hat die Welt verändert. Dank ihm, der früher als Systemadministrator bei einem Unternehmen gearbeitet hat, das für die NSA Daten auswertet, wissen wir, welche unfassbare Macht die NSA ist und hat. Eine Monster-Schnüffelbehörde, der unfassbare Ressourcen zur Verfügung stehen und die ohne jede rechtsstaatliche Kontrolle agiert. Seit fünf Jahren haben wir Klarheit, mit welchen Mitteln die National Security Agency vorgeht. Wie skrupellos die Behörde ist. Kurz: Der Versuch von Kontrolle total.

Die NSA belauscht alle Menschen auf der Welt. Egal wo sie wohnen, egal wo sie sich aufhalten, ob Freund oder Feind. In den von Edward Snowden veröffentlichten Dokumenten sind die gigantischen Überwachungsprojekte detailliert aufgeführt. Dank Snowden wissen wir, dass auch das Handy der Kanzlerin überwacht, die deutsche Regierung bespitzelt, die deutschen Botschaften belauscht, die EU-Kommission in Brüssel abgehört wurden. Als wäre es das Normalste der Welt.

Wir bleiben ungeschützt: Trauriges Bild der deutschen Regierung

Ein unglaublicher Vorgang, vor allem unter Freunden. Doch die Antwort der Bundesregierung? Sie hat mehr oder weniger nur müde mit den Schultern gezuckt. Empörung sieht anders aus. Ein In-die-Schranken-Weisen erst recht. Zwar gibt es seit 2014 im Deutschen Bundestag einen NSA-Untersuchungsausschuss, doch der kommt nur mühsam voran – unter anderem, weil die Bundesregierung blockt. Es mangelt an jedem Interesse, die Affäre aufzuklären. Stattdessen wurden und werden die Bespitzelungen einfach ausgesessen – und die NSA-Machenschaften gebilligt. Unfassbar. Ein Verrat an allen Europäern.

Es ist kaum zu glauben, aber fünf Jahre nach Edward Snowdens Enthüllungen sind wir weder wesentlich schlauer, noch ist sichergestellt, dass sich derartige Schnüffelaktionen im großen Stil nicht wiederholen können. Die deutsche Regierung hat den Großangriff auf unsere Privatsphäre ungerührt weggesteckt. Keine große Sache offensichtlich für die deutsche Politik. Kein Wunder also, dass sich nicht viel geändert hat – und dass so viele Menschen es für normal halten, wenn ihre Daten ausspioniert werden.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

2 Kommentare

  1. Ich glaube die Datensammelei ist für die Illuminaten wichtig, damit sie wissen wem sie noch einen Chip in der rechten Hand aufdrücken können. Der Chip in der rechten Hand – das ist das Ziel der NWO.

  2. Also wenn das Bundesverwaltungsgericht keine Probleme mit der massenhaften, anlasslosen Überwachung am De Cix hat und sich darüber kaum jemand wundert, dann wundert mich sowieso nix mehr. Lasst uns auf die wichtigen Dinge konzentrieren, frei nach den 3 chinesischen Affen, bald ist doch wieder Fußball WM…
    Wenn interessiert denn schon die „Verfassung“ dieses Landes?
    Mfg

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