Gamescom 2017: Endlich Kulturgut!

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Gamescom 2017: Endlich Kulturgut!

Kommentare zum Artikel: 40

Offiziell sind sie das seit neun Jahren: Computerspiele als Kulturgut. Nach harten Diskussionen hat der Deutsche Kulturrat die Gamesbranche 2008 als Mitglied aufgenommen und ihr damit auch ein kulturpolitisches Gewicht gegeben. Begründung: Die Branche sei Auftraggeber für unterschiedlichste Künstler von Designern über Drehbuchautoren bis zu Komponisten.

Was der Deutsche Kulturrat danach erlebte, würde man heute Shitstorm nennen. Doch von dieser Debatte ist nicht viel übrig. Es gibt weiter die Warnung vor exzessivem Spielen, zur Gamescom, noch einmal wiederholt von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Es gibt Kritik an Gewalt in Computerspielen – wobei es die auch in der Literatur, im Film und in der darstellenden Kunst gibt. Die Debatte um „Killerspiele“ und Verbote bestimmter Spiele aber spielt zurzeit gar keine Rolle mehr.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats Olaf Zimmermann findet dafür deutliche Worte: „Kaum jemand zweifelt mehr an, dass Computerspiele selbstverständlich Kulturgut sind. Und manche Perlen unter den Computerspielen sind sogar Kunstwerke. Der zehnjährige Kampf für Computerspiele als Kulturgut war erfolgreich.“ Wenn es eine Erkenntnis der Gamescom in diesem Jahr gibt, dann diese: Noch nie konnten sich Gamer und Entwickler so anerkannt fühlen wie in diesem Jahr.

Peter Smits von PietSmiet, Colin Gäbel von den Rocket Beans und LeFloid sprechen mit Peter Tauber (CDU), Hubertus Heil (SPD), Matthias Höhn (DIE LINKE), Michael Kellner (Bündnis 90/Die Grünen) und Nicola Beer (FDP) über Förderung für die Gamesbranche, E-Sport und Medienbildung.

Was von der Eröffnung der Gamescom durch Bundeskanzlerin Angela Merkel („Wir sind bei der Förderung von Entwicklern digitaler Spiele noch nicht an der Spitze. Dahin müssen wir aber wollen.“) und den Versprechen der Politiker, die Förderung deutlich auszubauen, übrig bleibt, wird die Zeit nach dem Wahlkampf zeigen. Wichtig wäre es – für einen Industriezweig, der mehr Umsatz macht als Film- und Musikbranche zusammen.

Was bleibt ansonsten von der Messe? Ein paar Dinge:

Erstens: Die Gamescom ist zu voll. Noch vor dem ersten Publikumstag waren die Tagestickets ausverkauft. Für Gamescom-Besucher ist das nichts Neues: Zwischen 11 und 17 Uhr geht auf der Messe fast gar nichts. Da schieben sich die Massen hin und her, und wer einen Slot erwischen will, um Spiele zu testen, wartet zum Teil drei Stunden lang. Das ist Jahr für Jahr frustrierend, aber es gäbe nur zwei Lösungen: ein größeres Messegelände und damit der Weggang aus Köln – oder weniger Besucher.

Zweitens: Virtual Reality fehlen die Inhalte. Schon im vergangen Jahr galten VR-Brillen für Gamer als das nächste große Ding. Dieses Jahr: dieselben Stände, dieselben Brillen, dieselben Inhalte. Die Technik scheint mir – insbesondere mit der HTC Vive – erst einmal ausentwickelt. Doch die wirklich guten Spiele fehlen. Deren Entwickler wiederum kritisieren im persönlichen Gespräch die noch immer zu teure Technik. Und so stagniert der Markt zurzeit ein wenig, weil es zu wenige Kaufanreize gibt.

HTC Vive

Die HTC Vive ist für Gamer zurzeit zwar eine der teuersten, aber auch eine der spannendsten Brillen, weil sie es möglich macht, sich in der virtuellen Welt nicht nur umzusehen, sondern sich darin auch hin- und herzubewegen.

Drittens: Die Nintendo Switch ist angekommen. Die neue Konsole dürfte bei Nintendo dafür sorgen, dass man den Flop mit der Wii U schnell wieder vergisst. „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ wurde ja zum Teil schon als „Meisterwerk“ bezeichnet. Das neue „Super Mario Odyssey“ hat nun in fünf Kategorien den Gamescom Award gewonnen – unter anderem als bestes Spiel. Besucher waren auch von anderen Spielen auf der Konsole überzeugt. Nintendo scheint es also tatsächlich gelungen zu sein, die Switch als Alternative zur übermächtigen PlayStation und zur Xbox zu positionieren.

Viertens: Es fehlten die Highlights. Auch nach der Gamescom fällt es mir schwer, ein wirkliches Highlight herauszusuchen. Die Gamesbranche erfasst ein ähnlicher Fortsetzungswahn, wie wir ihn schon aus der Kino-Industrie und zuletzt auch aus dem Seriengeschäft kennen. Ich hatte kurz die Gelegenheit, mit Microsoft-Studios-Managerin Shannon Loftis zu sprechen – und auch die räumte ein, dass ein ordentlicher Teil der Impulse für neue Spielideen heute aus der Ecke der Indiegames kommt.

Fünftens: Im Retrotrend steckt noch viel Musik. Eine der spannendsten Messehallen auch in diesem Jahr: die Retrohalle 10.2. Atari, Amiga, Arcade-Automaten, SEGA, Nintendo, C64 – wer die frühen Tage des Gamings erlebt hat, konnte sich allein hier völlig verlieren. Diese Halle hat gezeigt, wie viel sich noch aus dem Retrotrend rausholen lässt – auch über die Neuauflage der NES und die geplanten Retroversionen von SNES, Atari 2600 und SEGA Genesis hinaus, die im kommenden Monat auf den Markt kommen sollen.

SNES-Neuauflage

Retro ist Trumpf: Nach der Neuauflage des NES im vergangenen Jahr versucht es Nintendo in diesem Jahr mit einer Miniversion des SNES – und es wird nicht die einzige Retrokonsole bleiben.

Ansonsten fällt es schwer, eine allgemeine Bilanz dieser Messe zu ziehen. Wir sind mitten in einer interessanten und herausfordernden Entwicklung. Und die Gamesbranche in Deutschland kann diese durchaus selbstbewusst angehen – wenn selbst die Bundeskanzlerin ihr eine „hohe gesellschaftliche Bedeutung“ beimisst. We’ve come a long way.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem „bösen Internet“ stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

40 Kommentare

  1. Toller Beitrag! Wurde ja auch Zeit, dass unsere Games endlich als Kulturgut gelten. Bezüglich der Location in Köln kann ich dir nur beipflichten: Das ist hoffnungslos überfüllt dort…Ich war da vor ein paar Jahren. Spaß gemacht hats trotzdem :)

  2. Peter Collignon am

    Was haben Egoshooter und andere sinnlosen Spiele mit Kultur zu tun? Unkultur hätte ich verstanden.

      • Dennis Horn am

        @SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie die Blogregeln und vermeiden Sie ständige Wiederholungen in Ihren Kommentaren.

  3. Hashimoto am

    Ich würde auch gerne etwas zum Thema Gamescom sagen & zu vielen Kommentaren.
    1. Politik und Gamescom geht gar nicht, dass man so etwas zulässt und die Menschen zum Wählen animiert – finde ich ganz übel. Auch Politik und Kirchentag hatten wir schon – das selbe -> ganz übel, geht gar nicht.
    2. Wichtige Fragen wurden gar nicht gestellt, ich denke jedem ist sein Leben & seine Freiheit etwas Wert, aber die Politik schafft diese im Moment ab, die Frage wer Schuld an der Beschneidung unserer Menschenrechte hat, besonders über Digitaler-Kommunikation wäre wohl hier Thema No.1 : Wann wird der Personalausweis mit Gesichtserkennung und Option mit Fingerdruck & dazu die Datenbank endlich abgeschafft und Spionage,Abhörung, Überwachung der Regierung und Behörden gegen das eigene Volk usw. warum gibt es hier nicht in den Grundrechten ein Verbot gegen solchen Menschenrechtsverletzungen & wie solche Anti-Demokratischen Erlasse überhaupt an das Bundesverfassungsgericht vorbei kommen können, wie auch gegen Online-Wahlen die super leicht zu manipulieren sind usw…, warum noch immer in der Politik für Drohnen, Abschaffung das Bargeldes und noch mehr digitaler Überwachung gegen Demokratie und Menschenrechte gepusht wird.
    Darum verstehe ich in erster Linie gar nicht warum diese Leute überhaupt auf der Gamescom sein dürfen und Wahlkampf betreiben dürfen.
    3. Ich war einige Jahre Pro-Gamer und unterstütze voll & ganz Spiele wie Call of Duty und Battlefield oder wie einige spöttisch sagen Ballerspiele, dies sind neben Rennsimulationen, Spiele mit sehr großem Realismus und Spiele die man Professionell auf sehr hohem Niveau spielen kann, darum richtet sich auch alles was Grafik und Fortschritt in Unterhaltungssoftware angeht an solchen Spiele, die das Maximum leisten, wie auch der Größte Teil aller Pro-Gamer. Es gibt viele die ihre Zeit niemals mit Mario, Zelda usw. verschwenden würde, da solche Spiele bei weiten zu wenig Anspruch an den Spieler oder besser gesagt dem E-Sportler stellen. Wenn sich hier jemand Sorgen um Ballerspiele macht, aber sich keine Sorgen über unsere Zukunft mit gewollten Kampfdrohnen und totaler Digitaler Überwachung, der lebt fern ab der Realität und nicht der Spielsüchtige oder E-Sportler und dies ist keine Behauptung, keine Ansichtssache, sondern ist wissenschaftlich klar nachzuvollziehen.
    4. Unterhaltungstechnik und Digitale Spiele sind zu unserer Kultur geworden & in sehr vielen anderen Ländern, weltweit kann man sagen, dies kann man einfach nicht leugnen, der Mensch entwickelt sich weiter, damit auch seine Kultur, dies kann man nicht aufhalten und das ist auch gut so. Es ist aber sehr schade und es geht gar nicht das sich unsere Kultur digital weiterentwickelt, aber unsere Demokratie / Menschenrechte / Freiheitsrechte sich durch Digitalisierung zurückentwickeln & jeder dabei nur zuschaut und selbst Unterstützer davon auch noch zu Wort kommen lässt, wie hier auf der Gamescom.

    • Dennis Horn am

      @Hashimoto: Ich finde es interessant, dass Sie schreiben, dass Politik und gamescom überhaupt nicht zusammengehen, sich in Ihrem Kommentar aber – auch auf Spiele bezogen – sehr politisch äußern. Politik ist doch Teil des gesellschaftlichen Lebens und demokratischen Diskurses. Ich verstehe gewisse Bauchschmerzen, weil man den Verdacht haben könnte, dass die Politik die gamescom im Wahlkampf instrumentalisiert. Aus Perspektive der Gamesbranche, der Entwickler, der Spieler freue ich mich aber über die Wahrnehmung und hoffe, dass nach der gamescom etwas davon bleibt.

      Die Themen, die Sie ansprechen, sind enorm wichtig. Ich bin mir aber nicht sicher, ob sie im Rahmen einer Computerspielemesse in der Breite überhaupt besprochen werden sollten. Das Gaming hat Randaspekte – dazu gehören Datenschutz, Privatsphäre und Breitbandausbau. Aber ich sehe die Gefahr, dass man sich verzettelt, wenn man versucht, auf dem Kongress einer gamescom auch solche Fragen zu klären.

  4. bittere pille am

    Das will ich auch haben!

    Was Sie hier machen, lieber Herr Horn, ist großartig, und sollte als Vorbild auch für tagesschau.de wirken.
    Ein Journalist, der die Diskussion seiner Beiträge selber und öffentlich moderiert, Fragen stellt und beantwortet, und Auswüchse eindämmt ohne dabei gleich die ganze Diskussion zu zerschießen. So könnte politischer Diskurs wieder Spaß machen. Leider finde ich als Gamer die Gamescom weit weniger interessant denn TTIP und Bankenrettung als Bürger, und muss mich stattdessen mit anonymen Moderatoren und deren intransparenten Freigaberichtlinien (ich vermute, sie haben viel mit der zeitlichen Nähe zur Mittagspause zu tun) herumschlagen.

    Ein angenehmer Nebeneffekt scheint dabei zu sein, dass ein Großteil der Falschbehauptungen bereits von Ihnen richtiggestellt/kommentiert sind, weil Sie sich mit dem entsprechenden Thema auskennen, während die anonymen Moderatoren auf Tagesschau.de zu offensichtlich für sie fremde Themen viele „Alternative Fakten“ zulassen, die man dann als aufgeklärter Bürger und so kurz vor der Wahl kaum unkommentiert stehenlassen kann.

    Kurz: Wenn so gute Arbeit/Moderation bei eher belanglosen (entschuldigung) Themen im WDR möglich ist, müsste es doch erst recht bei politisch und gesellschaftlich brisanten Diskussionen in der ARD gehen.

    • Dennis Horn am

      @bittere pille: Wow. Vielen herzlichen Dank für das Lob – mich freut das sehr, weil ich das, was Sie beschreiben, als wichtigen Teil meiner Arbeit begreife. Ich denke darüber nach, das zum Anlass zu nehmen, in Digitalistan einmal etwas ausführlicher über die Moderation von Kommentaren zu schreiben; vielleicht komme ich schon in der kommenden Woche dazu.

  5. ustdigital am

    Ich kann die jungen Menschen durchaus verstehen, auch ich war einst einer von Ihnen und habe an eine bzw. meine „schöne“ virtuelle Welt geglaubt. Es ist so spannend, aufregend und voller Möglichkeiten. Ich werde zum Helden, romantischem Retter der Unterdrückten oder zum knallhartem Typ ohne Skrupel. Die Sache hat aber einen entscheidenden Haken. Schalter aus dann Held weg! – das Leben geht aber weiter. Pauschale Kritik ist aber auch bei Computerspielen genau so falsch wie diese neue Definition von Kultur. Kultur setzt wohl ein voraus. , sie muss in der realen Welt replizierbar sein. Das aber können Computerspiele nicht. Masse ist nicht gleich Kultur und Kommerz ist nicht gleich Qualität.

    • Dennis Horn am

      @ustdigital: War Kultur nicht immer schon so, dass die verschwindet, sobald man das Buch zuklappt, das Theater verlässt, den Fernseher ausschaltet – und nun das Spiel beendet?

  6. Karl Kinhar R. II am

    Obwohl die Statistik jährliche Zuwächse beim Kauf von Games zeigt, finde ich die Games werden immer schlechter! So ab 2006 begann die Kommerzialisierung und das Rezeptkuchen-Anwenden, Copy and Paste, und alles auf billig. Die Strategie und das Spielgefühl, das berühmte Tiefgründige findet genauso weniger statt wie das Teamplay. Den Verfall des Teamplay muss man auch der Mach-Art der Spiele zuschreiben, den Vorbildcharakter von Games, die man auf den Markt bringt. Die Leute gewöhnen sich dran und denken nur noch an abstruse Bestenlisten. Sicher eine gute Kompensation für ein autarkes Ich, das in dieser modernen Gesellschaft ja gar nicht mehr entstehen darf. Man mag mich jetzt verurteilen, aber so sehe ich das. Ich kaufe immer weniger Spiele, sie enttäuschen, man erkennt einfach das wiederkehrende Strickmuster, die Games sind bald durch und man will sie gar nicht mehr zuende spielen, nachdem man die berühmte Hauptmission durch hat. Diese Hauptmission im Singleplayer wird auch nicht mehr gewürdigt, weil man nur noch Multiplayer macht – was aufgrund von Cheatern aber auch immer weniger Fun macht. Auf Battlefield 3 oder 4 kannst du nicht mehr gut spielen, weil da schmeissen die dich raus. Sei brav und spamme LVG, dann hassen sie dich zwar, aber wirst nicht gekickt oder gebannt.

  7. Dennis Horn am

    @Platz: Wir haben Ihren Kommentar gelöscht. Bitte beachten Sie die Blogregeln und kommentieren Sie zum Thema des jeweiligen Blogartikels.

  8. Bin seit Jahren nicht mehr auf er Gamescom gewesen. Zu voll und weil Köln,

    Sie woanders hin zu verlegen, wäre mehr als angebracht.

  9. Andreas Buntrock am

    Wichtiger als Gewaltspiele wäre, angesichts von Folgekosten von jährlich 60 Millarden € für die Behandlung von Erkrankungen, die aus Übergewicht resultieren (Seniorenunion) die Motivation von Bewegungsmuffeln. Beim heutigen Stand der Technik kann ich mir für den Einsatz auf Fahrrad-und Ruderergometern, Stepp-Geräten und Laufbändern durchaus eine in eine Reality – Virtualy – Brille integrierte Software vorstellen, in der ein/e attraktive/r, verschwitzte/r Sportler/in alles aus sich herausholt. Über einen Kopfhörer könnte er/sie auch sprachlich motivieren. Etwa für eine depressiven, übergewichtigen, schwulen Politiker könnte das gerade das richtige sein. Die Geräte liessen sich sowohl in Fitesscentern, Sportvereinen als auch zu Hause einsetzen.

    • Nathaniel am

      Seniorenunion als Folge von Gewaltspielen? Ich glaub hier haben wir es mit einer ganz anderen Art von „Spätfolgen“ zu tun. Zu viel staatliches Fernsehen. Das führt zu Denkverschlackungen und im schlimmsten Fall zu einem mentalen „AfD Infarkt“. Verordne täglich 1h Minecraft zocken um dem präventiv vorzubeugen aber Finger weg vom TNT!
      ~Dr. Mario

      • Andreas Buntrock am

        Die Seniorenunnion habe ich als Quelle der Behauptung, die jährlichen Folgekosten von Bewegungsmangel betragen 60 Millarden € in Klammern gesetzt. Leider darf ich auf der Internetseite des WDR keine Links setzen. Ich habe nicht behauptet, das die Seniorenunion Folge von Gewaltspielen ist.

        • Dennis Horn am

          @Andreas Buntrock: Wenn wir jetzt zu sehr aufs Thema Übergewicht eingehen, führt uns das so weit vom Thema des Blogartikels weg, aber grundsätzlich: Setzen Sie gern auch Links; Kommentare mit Links müssen durch uns dann nur noch freigegeben werden, sie sind hier nicht komplett verboten.

          • Andreas Buntrock am

            Der Link lautet http://www.seniorenunion.de/... . Es steht in einer der Pressemitteilungen. Ich habe leider nicht die Zeit, es aufwändig genau heraus zu suchen, es ist einige Jahre her. Der Zusammenhang zwischen Bewegungsmangel und Übergewicht dürfte auch allgemein bekannt und unstrittig sein.

            Ich glaube, das Thema ist gewahrt. In einem – zugegebenermassen weiterem Sinne – ist doch solche Motivationssoftware auch den Videospielen zuzuordnen. Oder?

          • Dennis Horn am

            @Andreas Buntrock: Insofern ist er gewahrt, das stimmt :). Danke für die Ergänzung!

    • Dennis Horn am

      @Andreas Buntrock: Ich finde ja, man muss Diskussionsthemen nicht gegeneinander ausspielen. Alle haben ihre Wichtigkeit – auch wenn ich Ihnen natürlich zustimme, dass Übergewichtigkeit in unserer Gesellschaft vermutlich tatsächlich ein größeres Problem darstellt als eine exzessive Nutzung von Computerspielen.

  10. Ja sehr schön und dann nehmen wir wieder Geld in den Händen um die vielen Spielsüchtigen von ihrer „Sucht“ ins normale leben zurückzuführen damit sie verstehen, dass es noch etwas anderes gibt wie „spielen“ aber nicht so schlimm gehört ja jetzt zur „Kultur“.

    • Grandloser am

      Werter Sepp, der Großteil der ca. 30 Mio. Gamer in Deutschland ist nicht süchtiger als der Rest. Nur weil Allkohol anerkannter ist? Oder Fußball oder Fressen. Sie leben deutlich ein Vorurteil welches aus Unkenntnis der Materie basiert. Schade.

      • „Sie leben deutlich ein Vorurteil welches aus Unkenntnis der Materie basiert. Schade.“

        Ach ja dann leben in meinem Bekannten Kreis nur Vorurteile die ständig mit dem Headset durch die Wohnung laufen…..und auf normale akustische Geräusche wie die einfache Türklingel nicht mehr Reagieren selbst Telefon Anrufe sind mitunter nicht möglich weil man fast rund um die Uhr ja in seiner Spielwelt lebt aber das sind dann wohl alles Vorurteile.

        • Dennis Horn am

          @sepp: Das ist vor allem persönliche Empirie, aus der sich in der Tat auch Vorurteile bilden können.

  11. Keilstein am

    Da unsere (westliche) Kultur sowie so nur auf Unterwerfung und Zerstörung aufbaut ist die Seeligsprechung nur konsequent.

    • Dennis Horn am

      @Keilstein: Können Sie das näher ausführen? Computerspiele sind nicht nur „Ballerspiele“ – das zeigt aus meiner Sicht allein „Super Mario Odyssey“ als auf dieser gamescom meistbeachtetes Spiel.

  12. Nathaniel am

    Waffen, Krieg, Waffen. Da gabs doch bestimmt noch mehr zu sehen aber man hat ja einen Auftrag was für ein Bild man uns von Spielen vermitteln muss. Und auf Merkels Zuspruch kann man getrost verzichten. „Wenns der Industrie nutzt ist es gut“. Und wenns nur Spaß macht? Menschen einander näher bringt? Man einfach eine gute Zeit hat? Zählt das nichts mehr in unserem Land? Wenn man schon Werbung machen muss von unserer „Hightech-ehemals Neuland Kanzlerin“ erwarte ich wenigstens auch mal ein kritisches Wort zu ihren verqueren Ansichten in Sachen „Spaß“.

    • Dennis Horn am

      @Nathaniel: Ich verstehe nicht ganz, was und wen Sie warum kritisieren möchten. Den Artikel? Die Bundeskanzlerin? Wer hat aus Ihrer Sicht einen Auftrag, ein bestimmtes Bild von Spielen zu vermitteln? Wer genau kann warum auf Merkels Zuspruch verzichten? Wer sagt, dass es nichts mehr zählt, Spaß zu haben, Menschen näher zu kommen, einfach eine gute Zeit zu haben? Warum stufen Sie die Erwähnung der Rede der Bundeskanzlerin als Werbung für sie ein? Wo genau hat die Bundeskanzlerin verquere Ansichten in Sachen Spaß?

  13. nuckelavee am

    Ich fand die GamesCon besser, als sie noch in Leipzig stattfand. Aber das konnte Köln ja offenbar nicht ertragen.

          • nuckelavee am

            Die Messe lief in Leipzig sehr gut. Es war eine erfolgreiche Veranstaltung. Das, was Sie „Konkurrenz“ nennen, ist nichts anderes als missgünstiges Preisdumping zur Erhöhung der eigenen Auslastung und Wichtigkeit. Es war ja beileibe nicht die erste Veranstaltung, die nach Köln geholt wurde. Und die ewige Leier von „für viele Besucher ist die Anreise nach Köln einfacher als nach Leipzig“ ist abgedroschen und schäbig. Es war Klügelei, ganz einfach.

          • Dennis Horn am

            @nuckelavee: Die drei oder vier Male, die ich bisher in Leipzig war, fand ich die Anreise auch nicht sonderlich einfach. Zu den anderen Vorwürfen: Woran genau machen Sie das fest, dass es Preisdumping und/oder Klüngelei waren? Und kann man es der Koelnmesse zum Vorwurf machen, die eigene Auslastung und Wichtigkeit steigern zu wollen? Es handelt sich um ein Unternehmen – das ist doch nichts anderes als sein Daseinszweck, oder?

  14. Toll. Die Kanzlerin erklärt die virtuelle Spiele-Welt zum Kulturgut.
    Nur, dass das benötigte Internet immer noch in der Leistung hinterher „hinkt“….
    Ach, ich habe für einen kurzen Moment vergessen, dass ja Wahlkampf ist und man gern
    Geschenke verteilt, die nach der Wahl eh wieder ins „Vergess-Körbchen“ wandern.
    Die Jugend mit der Aufwertung von Ballerspielen zum Kulturgut parteiwählerisch eventuell zu interessieren, ist schon mehr wie fraglich, wenn man 24std. nicht die Finger vom neuen Kulturgut lassen und „daddelt“ bis der Arzt kommt. Aber bis dahin ist die Kanzlerin garantiert auf einer anderen Veranstaltung und wertet ein neues Kulturgut…..

    • Dennis Horn am

      @Gerhard: Nicht die Bundeskanzlerin hat Computerspiele zum Kulturgut erklärt, sondern der Deutsche Kulturrat, und zwar schon vor neun Jahren. Zur Verallgemeinerung, Computerspiele bestünden nur aus „Ballerspielen“, hat er sich auch geäußert, ich genauso; aber ich bin mir gerade nicht sicher, ob Sie das vor Ihrem Kommentar aufmerksam genug gelesen haben.

      • Wenn PC Spiele Kulturgut sind, warum sind sie dann in Deutschland immer noch Zensiert und Geschnitten?

        Kulturgüter dürfen nicht Zensiert oder gar aus dem Zusammenhang gerissen werden. Es gilt hier der Wille des jeweiligen Künstlers! Er wird sich schon etwas dabei gedacht haben!

        Gegen Zensur!!!

        • Dennis Horn am

          @Mr. X: Die Entscheidung, was Kulturgut ist und was nicht, trifft der Deutsche Kulturrat – und sie wird unabhängig davon getroffen, was zensiert, indiziert oder verboten wird. Die BPjM beispielsweise hat ja auch Werke anderer Kulturgüter auf den Index gesetzt.

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