Gegen das Vergessen: Fotos gehören auf Papier

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Gegen das Vergessen: Fotos gehören auf Papier

Kommentare zum Artikel: 7

Wir knipsen und fotografieren heute, was das Zeug hält. Digital, versteht sich. Mit dem Smartphone (oder: den Smartphones), dem Tablet, der Action-Cam, der 360-Grad-Kamera, mit der Drohne, der digitalen Spiegelreflexkamera und vielen anderen Geräten. Ist kinderleicht und macht viel Freude. Allerdings ärgere ich mich immer häufiger, dass ich bestimmte Aufnahmen nicht wiederfinde. Kein Wunder: Mindestens 20 SD-Karten fliegen herum, jede Software speichert die importieren Fotos woanders, ich nutze verschiedene Cloud-Dienste. Mit einem Wort: Chaos!

Fotos in der Cloud verwalten - hier: flickr; Rechte: WDR/Schieb

Fotos in der Cloud verwalten, hier: flickr

Das Risiko des Vergessens ist hoch

Damals war eben doch manches besser. Da hat man seine (teuer entstandenen) Negative sorgfältig aufbewahrt und gezielt Abzüge bestellt – von den Fotos, die einem besonders gut gefallen haben. Diese Bilder wurden dann oft mit viel Liebe ins Ablum geklebt. Für die Ewigkeit. Und heute? Auf den Auslöser gedrückt ist schnell… Wir fotografieren hundertmal mehr als früher. Aber was machen wir mit den Bildern? Wenn sie nicht gleich in den Sozialen Medien gepostet werden, ist das Risiko des endgültigen Vergessens sehr hoch.

Doch den Aufnahmen droht nicht nur Vergessen, sondern auch Verschwinden. Denn selbst wenn wir die (gelungenen) Aufnahmen zum Beispiel auf einer externen Festplatte speichern: Kein Datenträger hält ewig. Früher oder später verschwinden die gespeicherten Daten einfach. Bei Festplatten muss man spätestens nach zwei bis zehn Jahren mit Löschung rechnen. Bei gebrannten CDs und DVDs nach fünf bis zehn Jahren. USB-Sticks halten 30 Jahre. Wenn dann unsere Bildformate noch gelesen werden können..

https://vimeo.com/272925039

Jörg Schieb früher: Alte Fotos auf Papier halten ewig

Besonders langlebig: Papier

Der langlebigste und vielseitigste “Datenträger” ist – Papier! Fotos auf Papier halten ohne weiteres 100 Jahre und mehr. Es braucht auch kein Passwort, um dranzukommen. So bleiben Fotoaufnahmen in der Familie, selbst wenn etwas passiert. All das haben Digitalfotos nicht zu bieten.

Deshalb habe ich mir jetzt angewöhnt, wichtige Fotos doppelt zu sichern: in der Cloud und auf externen Festplatten. Die Zugangsdaten sind hinterlegt. Und: Ich erstelle regelmäßig Fotobücher. Das macht Spaß – und ist wirklich etwas, was man sich lange anschauen kann. Ganz ohne Display. Wunderbar.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Kommentare

  1. Schade – zu oberflächlich. Eben mal einige Clouds angerissen, das wars.

    Alles gleich hochladen???? OK, die Mobilfunk Tarife haben nun mehr Volumen inclusive – aber die Kamera Auflösungen sind so was von gestiegen, da kommt fast jedes Mobilfunk Kontingent an seine Grenzen.

    Greifbare Vorschläge zum Vorgehen? recht schwach – ok, wenn man nur so wenig Zeit hat, ist es schwierig.

    Was ganz fehlt: Organisation!
    Wer – wie die meisten – viele Fotos hat, muss sich was überlegen, wie er die organisiert. Das ist nicht ganz trivial, das Schlimmste: Man müsste sich selber an seine Organisation halten.

  2. Wolfgang am

    Die Auflistung der verschiedenen Speichermedien ist interessant. Für die Langzeitspeicherung fehlt aber ein wichtiges Medium. Die M-Disk oder Millenium Disk. Gibt es als DVD und Blu-ray. Soll die Daten 1000 Jahre !!! halten und erfüllt militärische Normen. Ist nur unwesentlich teurer, braucht aber einen Brenner der diesen Typ unterstüzt. Abspielen geht mit jedem Laufwerk.

  3. Cooler Artikel! Speichere all meine Bilder immer auf einer externen Festplatte die ich mir extra dafür besorgt habe. Zudem noch in einer Cloud, falls das Teil mal abrauchen sollte :)
    LG

  4. Hitoshi Hashimoto am

    Mich hätte interessiert, wie man Fotos *einschließlich* Metadaten wie Bild-Beschriftung/-Kommentare in der Cloud speichert. Die mir bekannten Cloud-Dienste (iClould, Google, etc.) speichern nämlich keine Metadaten wie Kommentare zu Fotos. Diese ganze Zusatzinformation (wer, was, wo, etc.) ist damit futsch. Lösungsvorschläge/Ideen von Lesern?

  5. Andriane am

    Ich bin sprachlos, nur nehmen die analogen fotos viel platz weg, versuchen sie mal 90.000 fotos abziehen zu lassen, alleine was das kostet!

    • Leider hat das ja mit dem sprachlos doch nicht geklappt.
      Nochmal langsam: Es geht hier nicht um 90.000 belanglose Ausschnitte aus einem kurzen Lebensbereich. Hier wird von Bildern gesprochen, die einen Wert haben. Und nein, kein Geld wert ist hierbei gemeint sondern der besondere Erinnerungswert. Da bleibt schonmal nicht mehr ganz soviel übrig… das ist dann aber besonders Wert aufgedruckt zu werden.

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