#GOA2020: Was im Netz wichtig ist

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#GOA2020: Was im Netz wichtig ist

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Einmal im Jahr wird in Köln der Grimme Online Award (GOA) verliehen. Damit zeichnet das Grimme-Institut herausragende deutschsprachige Online-Angebote aus: Webseiten, Blogs, Plattformen, manchmal Social-Media-Streams oder Youtuber.

In diesem Jahr gab es den Preis bereits zum 20. Mal – allerdings coronabedingt ohne große Gala. Stattdessen: eine Online-Gala als Live-Stream, gestaltet wie eine Talk-Runde – mit Preispatinnen und Preispaten als Gästen.

Ohne Gala und After Show – aber trotzdem spannend

Das nimmt dem Ganzen die Eleganz und Feierlichkeit. Doch Nominierte und Preisträger dürfen sich trotzdem freuen. Denn der Grimme Online Award zeichnet nur besonders gute und hochwertige Angebote aus. Einige sind schon populär, andere könnten noch mehr Aufmerksamkeit vertragen. Es gab diesmal acht Preise in vier Kategorien – und einen Publikumspreis.

Gewonnen hat zum Beispiel – und das völlig verdient – der Corona Update Podcast mit dem Virologen Christian Drosten vom NDR. Selten war Wissenschaft so wichtig wie unter Corona. Der Podcast liefert schnell, präzise und verständliche Informationen.

Ernsthaftigkeit – und seriöse Inhalte gegen Fake-News, das war dieses Jahr der Trend beim GOA. Gewonnen hat zum Beispiel auch Karakaya Talk. Ein Format des WDR, der für den “funk”-Kanal auf Youtube produziert wurde. Die Gastgeberin spricht mit ihren Gästen – vornehmlich “People of Colour” – über wichtige Themen, die nur selten in den traditionellen Medien eine Rolle spielen. Schade für Fans: Im Augenblick werden keine neuen Episoden produziert.

Ernsthaft, hintergründig und dokumentarisch

Gleich mehrere ausgezeichnete Angebote lassen sich als ernsthaft und dokumentarisch bezeichnen: Im NSU Watch zum Beispiel sind alle Prozesstage des NSU-Prozesses akribisch dokumentiert. Außerdem gibt es jede Menge Hintergründiges und aktuelle Meldungen über Terror von Rechts.

RomArchive beschäftigt sich mit Geschichte und Kultur der Sinti und Roma – und will mit “Vorurteilen aufräumen”. Allerdings wenig differenziert: Auf Probleme geht das Angebot nicht ein, ganz so, als gäbe es keine. Eigensinn im Bruderland erzählt die Geschichte über Vietnamesen in der DDR – und macht das bildstark, lehrreich und unterhaltsam.

Der wohl populärste Preisträger ist in diesem Jahr Youtuber Rezo mit seinem Video “Die Zerstörung der CDU”. Keine Frage: verdient. Ist es Rezo doch gelungen, mit einem einzigen, wirklich sehr gut recherchierten, unterhaltsamen und druckvollen Video eine riesige Debatte loszutreten. Er hat den jungen Menschen eine Stimme gegeben. “Respekt dafür!”, sagte auch Preispate Michael Mittermaier.

Alle Preisträger des Grimme Online Award 2020 findet Ihr hier.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

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