Google sperrt Huawei aus

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Google sperrt Huawei aus

Kommentare zum Artikel: 18

Handelskrieg? Der Begriff scheint nicht mehr übertrieben für den derzeit eskalierenden Handelsstreit zwischen den USA und China.

Erst vor wenigen Tagen hat US-Präsident Donald Trump per Dekret den Telekommunikationsnotstand ausgerufen. Damit wollte der US-Präsident vor allem den chinesischen Hersteller Huawei treffen. Mit Erfolg: Google hat die Kooperation mit Huawei jetzt erst mal stillgelegt. Google liefert keine Hard- und Software mehr an Huawei aus. Smartphones von Huawei lassen sich erst mal weiter mehr oder weniger ohne Einschränkung weiter nutzen.

Huawei muss künftig ohne Google Android auskommen; Rechte: WDR/Schieb

Huawei muss künftig ohne Google Android auskommen

Zugriff auf den Play Store und Play Store Protect (Sicherheitsfunktion innerhalb des App-Stores) bleibt bestehen, twittert Google. Sicherheit-Updates, die Google regelmäßig für Android veröffentlicht, will Huawei selbst bereit stellen, wie das Unternehmen bekannt gibt. Allerding können die Chinesen das erst, wenn Google die Updates als OpenSource veröffentlicht hat. Größere Updates von Android, also komplett neue Versionen, wird es auf bereits im Einsatz befindlichen Geräten vermutlich eher nicht geben.

Huawei muss künftig ohne Google Maps und GMail auskommen

Das verunsichert viele Nutzer. Huawei ist mittlerweile der zweitgrößte Hersteller von Smartphones weltweit. Nach Samsung – und vor Apple.

Künftige Geräte der Marke Huawei müssen sogar komplett ohne Google auskommen. Sie werden von Google-Diensten wie Play Store und Play Services, aber auch von Google Maps und GMail ausgeschlossen. Das macht den Einsatz von Google auf künftigen Huawei-Geräten völlig sinnlos. Huawei wird daher mit einem eigenen mobilen Betriebssystem auf den Markt kommen müssen, sofern weiter Smartphones verkauft werden sollen (wovon auszugehen ist).

Für alle, die bereits ein Huawei-Gerät besitzen (die nicht zuletzt aufgrund ihrer guten Kamera sehr beliebt sind), ist das – wenn auch nicht gleich, so doch auf Dauer – eine durchaus folgenreiche Entscheidung. Google kann man da wohl kaum einen Vorwurf machen, da ein Dekret des Präsidenten diese Maßnahme regelrecht erzwingt.

https://vimeo.com/337330890

Die Folgen für Huawei-Kunden sind nicht ohne

Der Handelskrieg weitet sich aus

Huawei kritisch zu sehen ist durchaus nachvollziehbar. Auch, ob Huawei als Ausstatter für 5G in Frage kommt, wird diskutiert. Nun sind also auch die Mobilgeräte dran. Wenn Huawei seinen Quellcode offen legt, kann das Unternehmen auch künftig mit Software von Google versorgt werden. Auf diese Weise will man Spionage ausschließen.

Allerdings ist unfair, nur mit Huawei derart kritisch umzugehen. Im Grunde wäre generell mehr OpenSource wünschenswert, damit auch die Hard- und Software von US-Konzernen transparent ist. Denn wer wollte ausschließen, dass auch hier Daten abfließen? Android ist größtenteils OpenSource – Apples iOS aber nicht.

Der Handelskrieg könnte sich ausweiten. Was, wenn die Chinesen beschließen sollten, keine Geräte mehr für US-Konzerne zu bauen? Apple könnte seinen Verkauf praktisch komplett einstellen – und zwar von einem Augenblick auf den anderen.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

18 Kommentare

  1. Off_Leiner am

    Wenn ich das alles so lese, bin ich doch – ein weiteres Mal – heilfroh, daß ich mich alledem überhaupt keine Probleme habe und auch nie haben werde, weil ich konsequent das Smartphone (besser: Suchtphone) komplett verweigere.
    So können mir auch Android, Huawei und Ähnliches komplett gestohlen bleiben: Ohne alle diese Sucht-, Verblödung-, Überwachungs- und Manipulationsmittel geht es mir, als einem “Nicht-Getriebenen” und glücklich Cleanen und Abstinenten VIEL besser als mit diesem ganzen epidemischen Mist – den, seien wir mal ehrlich, kein Mensch wirklich “braucht”

  2. Eher Spionagekrieg als Handelskrieg; die NSA stört sich an Konkurrenz in ihrem „Geschäft“. @„Was, wenn die Chinesen beschließen sollten, keine Geräte mehr für US-Konzerne zu bauen?“ Lohndumping über Produktionsverlagerung ins Ausland würde nicht mehr funktionieren; das liegt genau auf der Linie von Trump. Mit etwas weniger Weltoffenheit könnten auch wir besser Lohndumping und Spionage aussperren, oder zumindest verteuern.

  3. Kommt mir gerade recht, wollte mich sowieso von allem Google Kram trennen. Hoffe Huawei kommt mit einem eigenen konkurrenzfähigem OS für smartphones raus -ansonsten werde Ich auf xiaomi umsteigen. Apple würde Ich noch nicht einmal geschenkt nehmen.

    • Klasse Entscheidung! Ich habe noch nie verstanden, wie man sich zum Sklaven chinesischer Firmen machen kann, die Industriespionage etc. betreiben.

      Meine Meinung: Finger weg von China-Phones! Warum? Natürlich kann der chinesische Staat diese Firmen verpflichten, Vollzugriff auf seine Geräte zu gewähren und damit auf Sie und Ihre Daten! Und das bekommen Sie noch nicht einmal mit! Glauben Sie, das wird mit einem chinesischen Betriebssystem besser!? Traurige, aber typisch Deutsche Verblendung…

      Zu Recht gibt es Sanktionen! Scheinbar ist unsere deutsche Politik aber davon überzeugt, sich lieber dem chinesischen Hegemon zu unterwerfen (siehe 5G-Ausbau und Netztechnik in Deutschland), anstatt den langjährig Verbündeten USA beizustehen, die unser Land befreiten, mit wider nach vorne gebracht haben und uns später noch vor der Sowjetunion beschützten…

  4. Apple Endgeräte werden von einem Taiwanesischen Hersteller in China hergestellt. Taiwan ist ein enger verbündeter der USA und deren CEO Terry Guo stellt sich gerade zu Wahl zum Präsidenten von der Republic of China (Taiwan). Die Produktion könnten auch einfach in andere Länder ausgelagert werden da die meisten verbauten Teile nicht chinesisch sind. Das würde gleichzeitig mehrere hunderttausend jobs in der Region Guangdong mitsichziehen in einer Zeit wo viele Fabriken in der Region Jobs verlagern oder komplett abbauen. Dieses Szenario ist nicht unbedingt wünschenswert für die Regierung in Peking, die ihre legitimation hauptsächlich mit der guten Wirtschaftslage und militärischen Stärke rechtfertigt. Der Autor hat wie immer wenig Ahnung von der Sachlage. Oder details sind heutzutage im Qualitätsmedium WDR nicht mehr wichtig. Mit besten Grüssen aus China.

  5. J. Bömermann am

    Ganz erstaunlich: Es beginnt damit, dass einem Konzern übergroße Staatsnähe vorgeworfen wird. Und dass damit Politik Einfluss auf Zugang zum Netz nehmen kann. Und dann bewahrheitet sich das auf diese Weise. Das hätte sich kein Kabarettist ausdenken können.

  6. Hans Meier am

    Huawei könnte zwangsweise ein eigenes Smartphone-Betriebssystem entwickeln.
    Damit würde google sich selbst einen Bärendienst erweisen und ein neuer Mitbewerber
    würde in Konkurrenz zu google entstehen.
    Aber google wollte android ja selbst in den nächsten Jahren vom Markt nehmen und ein
    neues Betriebssystem für smartphones präsentieren.
    Und china ist für google auch ein grosser Markt.

    • Klaus Lohmann am

      Hatte hier zwar grad einen Link auf einen Artikel mit der Bestätigung gepostet, dass Huawei im Zuge des Trump’schen Wahnsinns schon ein neues OS entwickelt, aber solche Links sind anscheinend im kleinen WDR-Universum verpönt?

  7. Habe wochenlang überlegt welches Smartphone ich mir heute kaufen soll. Gestern Abend dann die Nachricht das Google Huawei nicht mehr supportet. Wollte mir eins von Huawei holen Preis/Leistung top.

    Welche alternativen gibt es?

    • Klaus Lohmann am

      Wer nicht ständig die neueste Android-Version benötigt (weil die neuen Funktionen ja meist nur im kosmetischen Bereich angesiedelt sind), der bleibt schlauerweise bei Huawei/Honor. Der P30 pro-Preis purzelt in nächster Zeit gewaltig, wird trotzdem mit allen notwendigen Sicherheitsupdates versorgt werden und muss auch bei GooglePlay keine Nachteile – für die jeweilige Android-Version – fürchten. Insofern erzählt ein Herr Schieb im TV momentan dummes Zeug.

  8. “Apple könnte seinen Verkauf praktisch komplett einstellen – und zwar von einem Augenblick auf den anderen.”.
    Was diesem Konzern, der sich seit Jahren “weltmeisterlich”* im Steuervermeiden präsentiert, auch mehr als nur zu gönnen wäre. Ausgleichende Gerechtigkeit, im Volksmund.
    * sueddeutsche.de/wirtschaft/apple-steuern-eu-irland-1.4024640

    • Klaus Lohmann am

      Wer wie die EU im internationalen Warenverkehr Doppelt- und Dreifach-Besteuerungen zugunsten von EU-Ländern zulässt, darf sich nicht wundern, wenn globale Konzerne den Mittelfinger zeigen. Aber “Gerechtigkeit” war ja schon immer mehr eine Frage der Intelligenz und nicht der populistischen Schreierei.

      • Puuuh – knapp daneben mit der schlaffen Populismuskeule. Legen Sie sich wieder hin und nach einer guten Mütze Schlaf, treffen Sie bestimmt auch wieder besser, Mr. Intelligent. ;)

      • Und wer steckt Ihrer Meinung nach hinter der Nicht harmonisierten Steuerpolitik der EU? Wer regiert in DE und EU eigentlich?

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