Google stellt neue Pixel-Smartphones vor – und weitere Neuheiten der Produktshow

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Google stellt neue Pixel-Smartphones vor – und weitere Neuheiten der Produktshow

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Nach Samsung und Apple geht auch Google mit seinem Smartphone-Flaggschiff in eine neue Generation. Der Konzern hat in seiner Zentrale in Kalifornien das Pixel 2 vorgestellt. Mit den Größen der Smartphone-Branche kann es Google dabei nicht aufnehmen – der Marktanteil der eigenen Geräte ist zu gering. Trotzdem sind sie einen Blick wert, weil sie im Gegensatz zu denen anderer Hersteller ein unverfälschtes Android-System an Bord haben – und auch am schnellsten mit Updates versorgt werden. Sie zeigen also mit am besten, was das Google-Betriebssystem jeweils Neues kann.

Das 5 Zoll große Pixel 2 und das 6 Zoll große Pixel 2 XL sind dabei keine Unbekannten mehr: Schon in den Wochen vor der Produktvorstellung gab es eine Reihe von Leaks, so dass die Rahmendaten schon bekannt waren. Beide Geräte unterscheiden sich neben der Größe in ihrer Auflösung und der Akkuleistung. Das Pixel 2 kommt mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln und einer Akkuleistung von 2.700 mAh. Das größere Pixel 2 XL liefert 2.880 x 1.440 Pixel und eine Akkuleistung von 3.520 mAh.

Ansonsten betont Google, dass die technischen Daten und das Innenleben beider Geräte gleich sind: 64 oder 128 GB Speicher sind an Bord. Vorinstalliert ist Android 8.1. Mit der Schnellladefunktion kommen die Geräte laut Google nach 15 Minuten Laden auf sieben Stunden Saft. Eine Kopfhörerbuchse gibt es nicht. Ein Fingerabdruckscanner befindet sich auf der Rückseite. Google nutzt den freien Platz auf der Vorderseite im Gegensatz zu Samsung und Apple aber nicht für ein randloses Display – sondern für Lautsprecher.

Google Pixel 2

Das Pixel-2-Smartphone im Hands-on: Erste Tester berichten davon, dass das große Pixel 2 XL etwas besser in der Hand liege.

Vorinstallierte Musikdatenbank und Quetschfunktion

Außergewöhnlich an den Geräten sind vor allem drei Dinge. Erstens: Das Pixel 2 ist mit einer „Quetschfunktion“ ausgestattet. Wer es an den Seiten zusammendrückt, startet so den Sprachassistenten. Zweitens: Das Pixel 2 hat eine vorinstallierte Musikdatenbank und erkennt automatisch den Song, der zurzeit läuft – auch offline. Google will die Datenbank wöchentlich aktualisieren; enthalten seien „zehntausende Titel“. Drittens: Das Pixel 2 hat auf der Rückseite nur eine klassische Single-Kamera mit 12 Megapixeln verbaut – ungewöhnlich für Geräte dieser Klasse. Google betont aber, in Kombination mit Objektiv und Software sei die Kamera einzigartig. Die Frontkamera liefert 8 Megapixel.

Eine kleine Überraschung ist außerdem die Updategarantie, die Google verspricht: Der Konzern will das Pixel 2 drei Jahre lang auf dem aktuellen Stand halten. Bisher hatte Google die Updategarantien nur für zwei Jahre gegeben; drei Jahre lang wurden nur Sicherheitsupdates herausgegeben. Aus Sicht vieler Kunden dürfte auch bei drei Jahren noch viel Luft nach oben sein. Aber immerhin tut sich hier etwas – denn „softwareseitig geplante Obsoleszenz“ ist für viele Nutzer, die nicht bereit sind, sich alle zwei oder drei Jahre ein neues Smartphone zu leisten, vor allem in der Android-Welt ein Ärgernis.

Das Pixel 2 soll am 19. Oktober in den Handel kommen. Auch was die Preise angeht, bewegt es sich im High-end-Bereich: Das Gerät wird in der 64-GB-Variante 799 Euro kosten, in der 128-GB-Variante 909 Euro. Das Pixel 2 XL soll es ab Mitte November zu kaufen geben – mit 64 GB Speicher für 939 Euro, mit 128 GB für 1.049 Euro.

Google Home Max

Laut Google 20-fach so lauter Sound wie beim klassischen Google Home: der neue intelligente High-end-Lautsprecher Google Home Max.

Neue intelligente Lautsprecher – Google zieht mit Amazon gleich

Google hat im Rahmen seiner Produktshow außerdem ein paar weitere Geräte vorgestellt, die einen Blick wert sind. Zuletzt hatte schon Amazon die Palette seiner intelligenten Lautsprecher aufgestockt und weitere Versionen des Amazon Echo vorstellt. Google zieht jetzt nach: Der Google Home Mini kommt als Pendant zum Amazon Echo Dot mit schwächerem Sound, aber für günstigere 59 Euro.

Den Google Home Max soll es für 399 Dollar erst einmal nur in den USA zu kaufen geben. In dem Gehäuse steckt ein Tieftöner, der für 20-fach lauteren Sound sorgen soll als der klassische Google-Home-Lautsprecher, den es schon seit ein paar Monaten gibt. Für das Gerät hat Google außerdem eine „Smart-Sound“-Funktion vorgestellt, die den Klang nicht nur den Raumverhältnissen, sondern auch der Tageszeit, dem Umgebungsklang und dem Audioinhalt anpassen soll. Es wird spannend, zu sehen sein, wie sich diese Funktionen im Alltag beweisen – mit dem Google Home Max wird aber offensichtlich, wie viel Entwicklungspotenzial in den intelligenten Lautsprechern noch steckt.

Smarte Kamera und smarte Kopfhörer

Eine weitere zwar interessante, aber außergewöhnliche Entwicklung: die smarte Kamera Google Clips. Es handelt sich dabei um ein kleines Kästchen, das sich überall aufstellen oder anbringen lässt – und über maschinelles Lernen selbstständig die besten Momente für Fotos und Videoclips abpassen soll. Nutzer sollen die Kamera über die Zeit aber auch anlernen können, um ihr beizubringen, welche Momente die besten sind.

„Get creative“: Das Werbevideo für die Google-Clips-Kamera zeigt, wie sich die Kamera im Alltag einsetzen lässt.

Google betont, das Thema Privatsphäre habe bei der Entwicklung der Kamera eine große Rolle gespielt. Die Kamera sehe deshalb so aus, wie eine Kamera aussehen müsse – und sie leuchte, wenn sie eingeschaltet sei. Dass das Gerät für 249 Dollar erst einmal nur in den USA zu kaufen sein wird, könnte eine Vorsichtsmaßnahme sein. Vielleicht, um sich die Datenschutzdebatte in Europa zu ersparen. Vielleicht aber auch, weil nicht klar ist, wie groß der Markt zwischen den extrem guten Smartphone-Kameras für Laien und der Welt der Actioncams für anspruchsvolle Bilder überhaupt ist.

Spannender sind da die Google Pixel Buds: smarte Kopfhörer. Sie arbeiten eng mit dem Sprachassistenzsystem zusammen. Wer auf den rechten Kopfhörer drückt, startet damit den Google Assistant auf dem Smartphone und kann Sprachbefehle abgeben. Möglich wird damit auch eine Liveübersetzung in 40 verschiedene Sprachen, die dann vom Smartphone abgegeben wird – eine der zurzeit wohl spannendsten Zukunftstechniken. Mit den Pixel Buds sollen sich Nutzer außerdem weitere Inhalte vom Smartphone ausgeben lassen können, zum Beispiel Nachrichten oder Navigationsansagen. Die Hörer inklusive Ladeschalte sollen für 179 Euro ab November erhältlich sein.

Mit seiner Produktshow ist Google vor allem mit der Konkurrenz gleichgezogen: mit den Smartphones von Samsung und Apple, mit den intelligenten Lautsprechern von Amazon und mit kleineren Entwicklungen auf dem Kamera- und Kopfhörermarkt. Schön, dass es mit einigen kleinen Ideen am Pixel 2 oder der intelligenten Google-Clips-Kamera noch ein paar außergewöhnliche Ideen zu sehen gab. Die großen Überraschungen gibt es im Markt, den die großen Techkonzerne unter sich aufteilen, mittlerweile aber kaum noch.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

2 Kommentare

  1. 3 Jahre Updates als Neuerung für Smartphones, die ab 799€ kosten, Respekt!
    Das ist übrigens das, was Leute bei der Preisgestaltung von Apple nicht begreifen. Ja, die neuesten Geräte kosten da auch ab 799€, alle Welt zieht darüber her, ABER: Man hat 5 JAHRE UPDATES!

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