Google weiß, wo Du bist und warst

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Google weiß, wo Du bist und warst

Kommentare zum Artikel: 7

Wir alle wissen es insgeheim, doch nur die wenigsten sprechen es laut aus – oder ziehen gar Konsequenzen daraus: Das Smartphone in unserer Tasche eignet sich perfekt, um Bewegungsprofile zu erstellen. Denn nicht mal wir selbst wissen so genau, wann wir wo waren, wie die großen Onlinedienste – allen voran Google. Google kann einem Android-Nutzer sagen, wo er Silvester verbracht hat, in welchem Laden die neuen Schuhe gekauft wurden und wie lange er mit Freunden in der Kneipe war. Google Maps macht das auch.

Android merkt sich konsequent die Standorte; Reche: Pixabay

Android merkt sich konsequent die Standorte

Android-Nutzer unter Komplettüberwachung

Das ist keine Übertreibung: Wer ein Android-Smartphone nutzt – und das sind mittlerweile über zwei Milliarden Menschen weltweit -, den versorgt Google im wahrsten Sinne des Wortes ununterbrochen mit sehr persönlichen Standortdaten. Android-Nutzer können das selbst überprüfen: Der sogenannte Standortverlauf zeigt in einer Chronologie, wo man gewesen ist – und wie lange. Die Daten werden gespeichert und auf Wunsch jederzeit zur Verfügung gestellt.

“Bei mir nicht!”, wird der ein oder andere User entgegnen. “Ich schalte den Standortverlauf nämlich ab!” OK, wer das macht, stellt sicher, dass die weiterhin ununterbrochen übermittelten Standortdaten (zumindest offiziell) nicht mehr gespeichert werden. Doch Google weiß trotzdem, wo wir sind. Zumindest, wenn wir das Smartphone nicht nur zum Telefonieren benutzen – und wer macht das schon?

https://vimeo.com/236402338

Auch das geht: Bewegungsprofile aus Fotos erstellen

Tracking lässt sich abschalten

Denn sobald Google-Dienste verwendet werden, ob Suchmaschine, Maps, Translator, Sprachassistent oder YouTube – und wer Chrome benutzt, bei dem sowieso so ziemlich alles -, werden weiterhin Standortdaten übertragen. Im Google Dashboard kann man das nachschauen: Hier ist genau verzeichnet, was man gesucht oder welche Videos man sich angeschaut hat – und auch wo. Ja: Auch wo! Das sind zwar weniger Daten als mit aktiviertem Standortverrlauf, aber garantiert genügend, um ein Bewegungsprofil zu erstellen.

Wer verhindern möchte, dass Google die Standortdaten verarbeitet, der muss in die Account-Einstellungen bei Google gehen und dort den Menüpunkt Google-Konto > Daten und Personalisierung > Web- und App-Aktivitäten aufrufen. Hier lässt sich einstellen, ob Google die Standortdaten verarbeiten darf. Wer die Option deaktiviert, stellt sicher, dass die Standortdaten nicht mehr gespeichert und ausgewertet werden.

Allerdings sind die in der Vergangenheit bereits eingesammelten Daten noch vorhanden. Wer die auch noch löschen möchte, muss die Unterseite Meine Aktivitäten aufrufen und dort in der linken Spalte Aktivitäten löschen nach auswählen.

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

7 Kommentare

  1. Hallo,

    weil Google mich kennt, habe ich meinen Standortverlauf aktiviert. Monatlich bekomme ich eine hübsche Statistik, wo ich überall war. Schön ist das auch nach dem Urlaub, die gesamte Strecke kann ich sehen, alle besuchten Sehenswürdigkeiten oder auch Restaurants. Und local Guide bin ich auch noch. Google stellt eine funktionierende Infrastruktur zur Verfügung – natürlich mit Gewinnabsichten. Google und Co. sind nicht gemeinwohlorientiert – Dafür müssten “wir” Geld in die Hand nehmen um selbst eine neutrale Struktur zu schaffen. Server, Programmierer u.s.w kosten Geld, und da ist dann keiner mehr dabei. Ich spende z.B. für Wikipedia, damit da das Licht nicht ausgeht.

    Übrigens auf der Hardwareseite ist die geschlossene Gesellschaft fast da. Da dürfen dann alle nur noch in den Sandkästen der Großen spielen.

    ich wollte doch nicht meckern, verdammt.

    viele Grüße

    Uwe

  2. Hallo Freund, ich bin so glücklich, dass ich endlich meinen Kredit von einem echten Kreditgeber, Herrn Richard Kenneth, bekommen habe. Ich bin so gesegnet, dass ich endlich gekommen bin
    was ich gesucht habe, mailen Sie ihm auch, wenn Sie einen Kredit benötigen über: richardloancompany4@gmail.com

  3. Hatte das schon länger so eingestellt.
    Wobei das nicht heißt, dass nicht trotzdem getrackt wird. Schließlich registriert Googlemaps sogar, wo man sich befindet ohne GPS nur über die Handynetzortung.

  4. P. Gedoehns am

    Gut finde ich, dass Herr Schieb einigen Leuten die Augen öffnet. Solche kritischen Beiträge gehören in ÖR-Medien und rechtfertigen den Rundfunkbeitrag. Vielen Dank, Herr Schieb.
    Ich selber beschäftige mich schon lange mit diesem Thema und auch mit ähnlichen Dingen und besitze aus Überzeugung kein Smartphone, bin nicht bei Facebook, kaufe nicht bei Amazon und befrage auch keinen Sprachcomputer wie Siri oder Alexa. Kritisches Hinterfragen ist wirklich jedem Bürger zu empfehlen. Dieser Aufwand (Smartphone, Smarthome, Facebook, Google etc. etc.) wird nicht zur Belustigung der Menschen betrieben, sondern es steckt sehr viel mehr dahinter.
    Es gibt Möglichkeiten, dem zu entfliehen. Man muss nur wollen und dann suchen.

  5. Some Dude am

    Komisch ich kann keinerlei Daten über mich finden was diesen Standortverlauf angeht.
    Liegt wahrscheinlich daran das ich eingestellt habe, das der Standortverlauf aus sein soll.
    Was wiederum dem widerspricht was hier geschrieben wird.
    An sich schalte ich die GPS nur ein wenn ich ein Navigationssystem Nutze.
    Ach und ich bin IMMER mit der Neusten Android Version unterwegs (derzeit Android Pie / 9) Anderseits habe ich damit das Problem, das bei Verlust mein Gerät nicht gefunden werden kann =(

  6. Holger Ringle am

    Danke Herr Schieb, dass Sie immer wieder auf Datenfallen und ungezügelte Sammelwut aufmerksam machen. Allerdings behindern sich Medien auch hin und wieder selbst. “Spiegel online” erklärte mir vor kurzem, wo ich den Untermenüs meines Browsers suchen müsste, um keine Adblockmeldung zu erhalten. Obwohl ich keinen Adblocker installiert habe, werde ich nämlich bei manchen Presseseiten abgewiesen. Das würde an den Einstellungen des Firefox liegen… Da hab ich geantwortet: tut mir leid! Andere Websites funktionieren einwandfrei. Ich bastle hier doch nicht in den Einstellungen rum, nur weil Spiegel & Co. sich derart “abschotten”.

    Grüße, Holger Ringle

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