Google will wissen, welche Werbung Du magst

https://blog.wdr.de/digitalistan/google-will-wissen-welche-werbung-du-magst/

Google will wissen, welche Werbung Du magst

Kommentare zum Artikel: 4

Man könnte den Eindruck haben, nicht Techniker oder Informatiker hätten das Internet erfunden (in Wahrheit waren es ja die Militärs), sondern die Werbeindustrie. Denn im Grunde ist das Internet der wahrgewordener Traum aller Werber: Hier finden sich rund um die Uhr Konsumenten, die den Werbetreibenden auch noch verraten, wofür sie sich gerade interessieren. Und die Werber können sehen, wie das Klickvolk auf die Werbung reagiert. Wunderbar!

Google ist Weltmeister in Sachen Onlinereklame. Niemand schaltet mehr Anzeigen im Netz, niemand verdient damit mehr und niemand beherrscht das Handwerk besser, die Interessen der User zu kennen. Jetzt bekommen Google-Nutzer eine Art Fragebogen gezeigt, weil Google seine Werbung noch genauer auf die persönlichen Bedürfnisse der Nutzer zuschneiden möchte.

googlelogo_color_272x92dp

Google-Anzeigen auf anderen Webseiten

Google zeigt uns nicht nur auf seinen eigenen Seiten Werbung, also in der Suchfunktion oder auf Seiten wie YouTube, sondern überall im Netz. Denn Google kooperiert mit zwei Millionen (!) Webseiten und beliefert diese mit Anzeigen. Damit diese Werbung möglichst optimal auf die Interessen des Betreffenden zugeschnitten sind, versucht Google, jeden einzelnen von uns möglichst gut kennenzulernen, etwa, indem Suchanfragen ausgewertet oder Interessen gespeichert werden.

Google macht jetzt transparent, was der Konzern über jeden einzelnen weiß und bietet die Möglichkeit zu entscheiden, welche Werbung man sehen möchte und welche nicht, unterteilt in diverse Kategorien wie „Eltern“, „Tanzen“ oder „Drucker“, also schon recht konkret. Man kann durch Klicken festlegen, ob Anzeigen aus diesen Kategorien gewünscht sind. Das wird dann im persönlichen Profil gespeichert und auf allen Geräten, die man nutzt, auch auf Mobilgeräten, berücksichtigt. Will man also partout keine Anzeigen zum Thema „Kinder und Kleinkinder“ mehr sehen, weil die eigenen Kinder dem Alter entwachsen sind, kann man das hier festlegen.

Man hilft Google also dabei, bei der Auswahl der Anzeigen sorgfältiger zu sein und wird dafür auch von Werbung verschont, die man nicht sehen möchte.

Anzeigen Kategorien; Rechte: Google/WDRDutzende Kategorien, aus denen man wählen kann

Was weiß Google alles über mich?

Google versucht, die User möglichst genau kennenzulernen, dagegen kann man wenig machen, wenn man Google-Dienste nutzt: auf direkten Google-Seiten wie YouTube, Google-Suche, Google Maps etc. Das neue Angebot bezieht sich auf Anzeigen außerhalb des dieses eigenen Google-Angebots, also Webseiten von Dritten, etwa Zeitungen, die aber Google-Anzeigen einbinden. Jeder kann und muss selbst entscheiden, ob er die Fragen beantworten möchte und ob er die Möglichkeit nutzen möchte, sein Profil zu schärfen.

Da ist Google sowieso schon immer auskunftsfreudiger gewesen als andere Onlinedienste. Im Google Dashboard kann man genau sehen, welche Google-Dienste man verwendet und welche Daten dadurch anfallen. Das hat Google jetzt noch mal verfeinert. Unter MyActivity von Google kann man ganz konkret nachsehen, was man in den Google-Diensten so gemacht hat: Welche Suchbegriffe habe ich eingegeben, welche Videos habe ich mir angeschaut, welche Webseiten aufgerufen …

MyActivity auf Google, Rechte: GoogleDetaillierte Übersicht über alle Aktivitäten auf Google und in Google-Diensten

Das ist teilweise spooky, zu sehen, was Google alles über einen mitbekommt. Kann aber auch praktisch sein, um etwas wiederzufinden. Und: Man bekommt wenigstens mit, welche Daten Google erhebt, kann jeden einzelnen Eintrag auch löschen, wenn man möchte. Das ist eine Transparenz, die andere Onlinedienste so nicht bieten. Macht aber auch das Ausmaß deutlich, in dem Google und Co. über uns an Daten sammeln.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung „Angeklickt“ in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

4 Kommentare

  1. Welche Werbung ich mag? Hmm, da muß ich aber lange überlegen.
    Welche Werbung mag man schon: … So unauffällig wie möglich, also am besten 1×1 Pixel mit Werbezeitdauer im Picosekundenbereich auf meinem Dritt-Display im Keller :-)

  2. Ich sag nur ein Hoch auf Firefox mit Adblocker,Flash und scriptblocker.dazu eine Firewall,keine Cookies zulassen und modifizierte HOSTS Datei,und schon wissen Google,und die Werbemafia gar nix von mir,und ich tue mir auch nicht deren Müll an.

    ;)

  3. An die Werbeindustrie!Ihr müsst bei Sendepausen darauf achten,die Weltbevölkerung nicht mit Industriemüll zu verarschen.Seid ehrlich und konsequent.Älteren Menschen provoziert und terrorisiert ihr und vertreibt ihr aus ihren bescheidenen vier Wänden. Ist das ein Ansporn, um uns aus der Reserve zu locken???

Einen Kommentar schicken

Die mit * gekennzeichneten Felder müssen ausgefüllt werden.

Um Ihren Kommentar zu versenden, beantworten Sie bitte die folgende Frage: *

Top