Hack, Hack, Daten weg!

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Hack, Hack, Daten weg!

Kommentare zum Artikel: 8

Und es ist wieder passiert. Wieder wurden erfolgreich Netzwerke in Berlin angegriffen – und Daten geklaut. Diesmal war nicht der Bundestag betroffen, sondern sogar die Netzwerke der Regierung. Zum Beispiel das Auswärtige Amt. Wirklich überraschend kommen die Attacken nicht, denn es wird zwar unglaublich viel von “Digitalisierung” geredet – aber Ahnung hat davon kaum jemand in Berlin. Am kompetentesten ist Konstantin von Notz von den Grünen, den ich vor einer Weile mal zum Thema Zero-Day-Exploits interviewt habe und der wirklich über Sachkompetenz verfügt.

Hacker sind in Netzwerke der Bundesregierung eingedrungen; Rechte: dpa/Picture Alliance

Hacker sind in Netzwerke der Bundesregierung eingedrungen

Ein echter Schutz ist unmöglich

Es ist unmöglich, erklärt IT-Sicherheitsberater Sandro Gaycken im Tagesthemen-Interview, Datennetzwerke vor Zugriffen von außen zu schützen. Es herrsche ein “kalter Krieg”, Das glaube ich sofort. Hunderprozentigen Schutz kann man unmöglich garantieren. Mit dieser Erwartung wird zwar viel Geld verdient, aber eingelöst werden kann dieses vollmundige Versprechen kaum. Man denke nur an die erst kürzlich entdeckten Sicherheitslecks in den Prozessoren: Gegen solche Sicherheitslecks kann man bis zur Entdeckung erst mal gar nichs ausrichten.

Aber man könnte sich zumindest Mühe geben. Offensichtlich ist es um die Sicherheit der Datennetze in Bundestag und Bundesregierung nicht sonderlich gut bestellt. Und dabei geht es nicht nur um Technik und Software, sondern auch um Policies, also die Spielregeln, die alle beachten müssen. Liegen vertrauliche Dokumente auch nur auf irgend eine Weise übers Netz erreichbare Datenquellen, sind sie unsicher. Denn es gilt das eiserne Prinzip: Was möglich ist, das geschieht auch. Irgendwann.

https://vimeo.com/258044516

Konstantin von Notz mahnt: Wir brauchen mehr Sicherheit – nicht nur in Berlin

Regierung planlos: Auch wir sind ungeschützt

Das Tragische daran: Wenn eine Regierung keinen Plan hat, wie sie ihre eigenen Daten (und damit die des Volkes) angemessen schützen kann, hat sie erst recht keinen Plan, wie unsere Daten geschützt werden sollen und können. Dabei wäre es die Aufgabe der Regierung, uns zu schützen. Hacker sitzen meistens im Ausland – manchmal sind es auch Schnüffelbehörden wie die NSA, die uns ausspitzeln. Bedrohungen von außen abzuwehren ist eine der zentralen Aufgaben der Regierung. Kommt sie ihr nacht? Mitnichten!

Stattdessen wird lieber über “Digitalisierung” geredet, als enthielte sie nur Chancen. Auch hier ohne Plan – aber was die Risiken anbelangt, wird nicht mal drüber gesprochen. Das ist unglaublich arm – und leider auch extrem erschreckend, weil naiv und verantwortungslos. Politiker würden es “Versäumnis” nennen, ich nenne es Verrat.

 

Über den Autor

Jörg Schieb ist Internetexperte und Netzkenner der ARD. Im WDR arbeitet er trimedial: für WDR Fernsehen, WDR Hörfunk und WDR.de. In seiner Sendung "Angeklickt" in der Aktuellen Stunde berichtet er seit 20 Jahren jede Woche über Netzthemen – immer mit Leidenschaft und leicht verständlich.

8 Kommentare

  1. hellina jully am

    Wenn du nach einem guten und echten Hacker suchst, der dir helfen kann, deinen Ehemann oder deine Ehefrau auszuspionieren, werde ich heute einen Allianz-Hacker vorschlagen. er ist wirklich gut darin, seinen Job zu machen, ich habe es schon einmal versucht und er hält sein Versprechen, weil ich mit seiner echten Hilfe herausfinden konnte, dass mein betrügerischer Ehemann mich betrog. Oh! Gott sei Dank konnte ich ihn total loswerden.
    zurück zur Geschichte meine Freunde, bitte, wenn Sie in die folgenden hacken wollen wie Facebook, WhatsApp, iCloud, Twitter, Instagrame, Snapchat, Skype und alle sozialen Median-Netzwerk. Bitte kontaktieren Sie ihn unter allianzhacker999@gmail.com

  2. P. Gedoehns am

    Wieder ein Grund dafür, dass ich die Anzahl von Benutzer-Registrierungen extrem gering halte und mich keinesfalls bei sogenannten sozialen Netzwerken, aber auch nicht Google, Amazon o.ä. anmelden werde. Mein Perso ist für nichts freigeschaltet, ich bezahle ausschließlich bar oder mit SEPA, werde niemals Smart-Home und auch keine Daten-Cloud nutzen, ich werde mein Auto weiterin selber fahren und auch kein Smartphone besitzen.
    Digitalisierung ist bis zu einem gewissen Maß in Ordnung, sie darf nur nicht übertrieben werden, da sie nicht nur mit totaler Kontrolle der Menschen zu tun hat, sondern mit einer immer einfacheren, aber auch immer gefährlicheren Angreifbarkeit.
    Viele Dinge, die als bequem, praktisch oder sogenanntes Must have angepriesen werden, bringen gewaltige Nebenwirkungen und Gefahren mit sich. Da ein echter Schutz unmöglich ist, wie im Artikel erklärt wurde, sollte jeder für sich entscheiden, wie weit er in diesem gruseligen Spiel mitspielen will. Meine Entscheidungen sind jedenfalls gefallen.

    • SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

      Wiederum kann ich Ihnen nur voll zustimmen (mit der einzigen Ausnahme des Punktes “Auto”, weil ich selbst schon vor 20 Jahren mir mein Auto vom Hals geschafft habe und wahrnehme, daß Autos ähnlich wie Smartphones vielfach als Suchtmittel benutzt werden, so daß wir es oft mit multitoxischen Menschen zu tun haben – aber das ist im vorliegenden Zusammenhang nur am Rande interessant):
      Ebenso wie Sie schrecken mich Nachrichten wie die im Artikel aufbereitete nur noch mehr davon ab, mir jemals ein Smartphone zuzulegen oder jemals einen “Account” in einem der ASOZIALEN Netzwerke.
      Ich tätige auch keinerlei Onlinekäufe, sondern schaue im Internet nach Ware, die mich interessiert – und kaufe die dann im stationären Einzelhandel (ich habe mir sagen lassen, das heiße “Amazon bashing” ;-) ).
      Onlinebanking kommt mir selbstverständlich gleichfalls nicht ins Haus.
      Abgesehen von allen Gefahren ist es mir auch nach wie vor lieber, in Geschäften und in meiner Bank mit lebendigen Menschen zu tun zu haben.
      Menschen wie Sie und ich müssen nur bald wahrscheinlich aufpassen, daß wir nicht deswegen unter Generalverdacht geraten, weil es “uns nicht gibt” (so allen Ernstes regelrecht entsetzt eine Studentin zu mir: “Herr… es GIBT Sie ja gar nicht!” – Gemeint war, daß ich im Internet nicht auffindbar bin…!)

      • P. Gedoehns am

        Bezüglich Auto sind wir unterschiedlicher Meinung, im Gegensatz zum Thema “Vernetzte Welt” und der daraus resultierenden totalen Kontrolle, der gewollten Verblödung und der leichteren Angreifbarkeit.
        Ohne die die Hintergründe zu beleuchten. finde ich es rein technisch gesehen belustigend, wie aktuell auf das private Netzwerk der NRW-Umweltministerin zugegriffen wurde. WLAN und Smart-TV haben den Hackern Tor und Tür geöffnet.
        Sollen sich die Leute mal brav Smart-TV´s und Alexa ins Haus holen, ihren Kühlschrank mit dem Bring-Dienst vernetzen und das Licht per App steuern. Ich bin gespannt, wann auch die Aktivität in Ehebetten ausgelesen werden kann …

  3. SUCHTFREI_UND_UNABHÄNGIG am

    Wofür ist dieser Hack ein Beweis?
    Hierfür:
    Mit der tunnelblickartigen Digitalgläubigkeit und Internetvergottung manövrieren wir uns in eine ähnliche Sackgasse hinein wie mit der jahrzehntelangen Automobilsuchtpandemie…. :-(((
    Quod erat demonstrandum oder besser: Vae victis!

  4. Pessimistin am

    Ich habe den Eindruck: Wenn es Hackern gelingt, das ganze Internet lahmzulegen – jedenfalls weite Teile davon (ist das unmöglich???) – , dann geht schon “heute” die Welt unter…

  5. “Wenn eine Regierung keinen Plan hat, wie sie ihre eigenen Daten (und damit die des VOLKES) angemessen schützen kann, […]. Politiker würden es „Versäumnis“ nennen, ich nenne es VERRAT.”
    ……………….
    Treffend umschrieben, Herr Schieb!
    Verrat am Volk, heißt Volksverrat.
    Wer (s)ein Volk verrät, ist ein Volksverräter.
    “Volksverräter” war 2016 noch “Unwort des Jahres”.
    Zwar in anderem Kontext (Salzgitter-Stinkefinger-Gabriel), aber ein Verrat bleibt nun mal ein Verrat!
    Wie schnell sich doch die Zeiten im digitalen Neuland wandeln und umso beruhigender zu wissen, dass wir z. B. unser wehrhaftes BSI haben. Wie heißt es auf deren Website:
    “Das BSI als DIE nationale Cyber-Sicherheitsbehörde GESTALTET InformationsSICHERHEIT in der Digitalisierung durch PRÄVENTION, Detektion und Reaktion für STAAT, Wirtschaft UND GESELLSCHAFT.”
    q.e.d.

  6. bred&games am

    Richtig, die in Berlin haben keine Ahnung – und davon ganz viel.
    Genauso wie EX-Minister/EU Komissar Dobrindt und Oettinger – 2 echte IT-Kanonen…
    Trotzdem sind beide auf der Leiter weiter nach oben gefallen. Von diesen “Netzwerken” bzw. Seilschaften verstehen die meisten Politiker etwas…

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