Fünf Fotos für Facebook

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Fünf Fotos für Facebook

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Probieren wir es doch einfach mal aus. Das ist ein digitaler Kettenbrief. Schicke fünf liebe Worte mit fünf verschiedenen Anfangsbuchstaben an fünf liebe Leute. Jedes Wort, das Du zurück bekommst, wird Dir Glück bringen. Ich nominiere Euch, liebe Julia, liebe Charlotte, lieber Manni, liebe Maren, lieber Alexi! Harmonie, Aufmerksamkeit, Gesundheit … und schon fange ich an zu überlegen: was wünsche ich diesen lieben Menschen denn eigentlich Gutes?

Kettenbriefe sind Zeitverschwendung. Nervig. Verteufelt. Sie drohen mir Böses sogar an, wenn ich sie zu unterbrechen wage. Dabei ist doch das einzig Böse, dass sie nie stimmen. Ich wäre schon längst Millionär, hätte die Welt gerettet und nie wieder eine Grippe bekommen, weil ich früher immer fleißig kopiert und weiter verteilt habe. Und jetzt? Stehe ich hier und muss wieder von vorne überlegen, ob ich mitmache oder nicht.

Fünf Kinderfotos in fünf Tagen

Die neueste Form von Kettenbrief ist digital und droht immerhin nicht mit Pech und bösen Geistern. Ich soll einfach fünf Fotos aus meinen Kindertagen posten, die älter sind als 15 Jahre. Am Anfang habe ich das vergilbte Treiben bei Facebook beobachtet, manche Fotos genauer angesehen und gelächelt. Und immer hatte ich das Gefühl, ich kann mich drücken. Bis meine urälteste Freundin Julia aus der Heimat mich nominierte. Sie veröffentlichte ein Bild aus unserer Zeit und bat mich, das auch zu tun.

Alte Zeiten neu verpackt

Alte Zeiten neu verpackt

Bisher habe ich mich geweigert, aber ich schaue mir die Bilder der anderen gerne an. Neuere Freunde mal im Kindesalter zu sehen, ist doch süß. Und wie oft setzt man sich schon zu Hause hin und kramt gemeinsam in Kisten? Julia findet die Foto-Idee auch gut: „Ich bin dann direkt von der Arbeit nach Hause und habe alte Alben rausgekramt und habe mich tierisch kaputt gelacht, was für Fotos da so sind, habe sie abfotografiert und ein paar Leute, die mit drauf sind, habe ich nominiert.“ Eigentlich mag Julia keine Kettenbriefe. Aber die Aktion „Fünf Kinderfotos in fünf Tagen“ findet sie lustig. „Da tauchen Fotos wieder auf, die man gar nicht mehr auf dem Schirm hatte, oder noch nie gesehen hat.“ Und das kann doch durchaus unterhaltsam sein.

Ähnlich geht es Charlotte aus Köln. Sie ist auch Teil der Foto-Kette geworden. Ihre Mutter hat ihren Hund Findus nominiert – der hat nämlich eine eigene Facebook-Seite und soll sich als Welpe zeigen.Gesagt, getan.

Findus mit zwei Jahren

Findus mit zwei Jahren

Klar, damit rettet man nicht die Welt, aber man tut auch niemandem weh, finden die meisten, die ich dazu gefragt habe. Natürlich sollte man die Rechte am Bild immer im Auge behalten. Aber Familie und Freunde lassen sich oft besser um Erlaubnis bitten, als Prominente oder Comic-Figuren, die ja auch schon Inhalt diverser Facebook-Fotoaktionen waren. Dann doch lieber „fünf Kinderfotos in fünf Tagen“ – oder eben was eigenes. Mal sehen, ob meine guten Wünsche meine Freunde auf diesem Wege erreichen.

Über den Autor

Anita Horn lebt gesund. Statt Schoko-Cookies gibt es Web-Cookies, statt Cheesebites vom Bäcker bevorzugt sie kalorienfreie Kilobites und Pop-Ups statt Popcorn. Anitas Themen: Reise, Unterhaltung und Sport – der stärkt die Abwehrkräfte. Ihr eigenes Antivirenprogramm.

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