“Ich finde, ich habe einen guten Job gemacht.” – Rezo auf der re:publica

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“Ich finde, ich habe einen guten Job gemacht.” – Rezo auf der re:publica

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Ein Jahr ist es her, dass Rezo mit einem YouTube-Video das politische Berlin auf den Kopf gestellt hat. “Ein Jahr Zerstörung der CDU und die Folgen” hieß eine der ersten Sessions der digitalen re:publica – in diesem Jahr coronabedingt als Onlineversion.

Welche Folgen das Video hatte, in dem Rezo die Politik der CDU auseinandernimmt, kam im re:publica-Gespräch am Ende aber kaum zur Sprache – zumindest nicht, wenn es um die politischen Folgen geht. Vielleicht liegt es daran, dass sich Rezo gar nicht so sehr als politischer YouTuber sieht – und erst recht nicht als Blogger oder Journalist.

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Das nämlich dürfte die interessanteste Erkenntnis aus dem Gespräch sein: dass Rezo sich selbst vor allem als Künstler bezeichnet. “Wie lebt es sich so als Projektionsfläche?”, fragt ihn re:publica-Macher Markus Beckedahl. “Ich find’s ganz funny”, antwortet Rezo – und liefert damit auch eine Erklärung dafür, warum so viel Kritik von ihm abperlt.

Ein Beispiel dafür: die zum Teil hyperventilierenden Reaktionen auf die Tatsache, dass Rezo den Nannen-Preis gewonnen hat – einen der renommiertesten Journalistenpreise also. “Die Leute in der Pressebubble triggert das manchmal, dass ich in deren Bubble auch eine Aufmerksamkeit kriege, obwohl ich eigentlich so viel Quatsch mache”, sagt Rezo im re:publica-Gespräch. Für ihn selbst sei das “eigentlich sehr unterhaltsam.”

Rezo also: der Künstler, der kurz mal eben die Filterblasen wechselt – von der “Billo-Shit-Unterhaltung” in seinem YouTube-Kanal rüber in die große Politik, weiter in den Journalismus und wieder zurück zu YouTube. Was sagt es über sein Werk als Künstler aus, was ihm dabei gelingt – und was über seine Kritiker?

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Sein Video “Die Zerstörung der CDU” sieht er heute als Zufallserfolg. “Zu dem Zeitpunkt war eine starke Energie in der Luft”, sagt er: die Klimadebatte, die Kritik an der Urheberrechtsreform und dann die “nicht so smarte” Reaktion der CDU. “Ich finde, ich habe einen guten Job gemacht. Aber das ist eben nur einer von vielen Gründen.”

Vielleicht dürfte es seine Kritiker also zumindest beruhigen, dass Rezo nicht plant, seine Erfolge zu wiederholen. “Den Druck habe ich nicht an mich rangelassen”, sagt er und bleibt da ganz Künstler: “Wenn ein Video gut läuft und ich damit happy bin, dann ist es immer eine Scheißidee, dasselbe noch mal zu machen.”

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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