IFA 2017: Fundstücke und Skurriles

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IFA 2017: Fundstücke und Skurriles

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Schlauere Haushaltsgeräte, brillantere Fernseher, bessere Smartphones – natürlich sind sie die Hauptthemen der IFA. Was aber trotzdem nicht fehlen darf, ist der Blick auf das, was sich hier in Berlin sonst noch finden lässt: die kleinen Fundstücke und Skurrilitäten der Messe. All die Dinge, die vielleicht beeindrucken, bei denen man sich aber auch schnell fragt: Warum!?

Die recht außergewöhnlichen Fernseher der IFA haben wir in Digitalistan und im ARD Morgenmagazin schon vorgestellt. Der außergewöhnlichste aber ist wohl ein Prototyp von Panasonic: ein transparenter Fernseher. Dabei handelt es sich um eine einfache Glasfläche, aus der auf Knopfdruck ein Monitor in Ultra-HD-Auflösung wird. „Intelligentes Glas“ nennt der Hersteller das dann.

Einen Termin für die Markteinführung gibt es noch nicht, und ich bin mir nicht sicher, ob es dafür am Ende wirklich einen großen Markt geben wird. Beeindruckend aber ist das Gerät, und Panasonic will mit der Technik vor allem auch Unternehmen ansprechen, die damit zum Beispiel interaktive Werbeflächen in Schaufenstern oder Glastüren schaffen könnten.

Elektrisches Skateboard

Zusammen mit Justus Kliss, der im ARD Morgenmagazin ein elektrisches Skateboard gefahren hat – gesteuert per Controller in der Hand.

Das wohl unsinnigste Gerät, das mir heute unter die Füße gekommen ist, war aber ein elektrisches Skateboard der Firma SoFlow. Das Board gibt es in drei Ausführungen. Kosten: von 300 bis 1.000 Euro. Ausgerüstet mit einem Joystickcontroller für die Hand, kann man darauf fahren, ohne sich ständig mit dem Fuß abstoßen zu müssen. Das führte bei meinen Versuchen allerdings auch dazu, dass ich wesentlich wackeliger auf dem Board stand, als sonst. Und wofür man ein solches Gerät braucht: keine Ahnung.

Tinnefpotenzial hat außerdem die „BT Disco“ von Terratec: ein Bluetooth-Lautsprecher mit eingebauter Lasershow – die sich im Takt der Musik bewegen kann, die der Nutzer auf den akkubetriebenen Lautsprecher überträgt. „So fliegen die Projektionen zum Beat der Musik durch den Raum und strahlen Wände sowie Decke an“, heißt es in der Pressemitteilung. Der Beat der Musik ist allerdings nur wahrnehmbar, wenn man sich dabei nicht zu laut verhält, und die Projektionen strahlen auch nur, wenn es etwas dunkler ist. 80 Euro kostet der Spaß – die man sich eher sparen kann.

Ähnlich geht es mir mit dem intelligenten Sonnenschirm „Sunflower“. Das „Gerät“ der Firma ShadeCraft bringt zwar ein bisschen Bequemlichkeit mit, indem es sich je nach Sonnenstand selbst öffnet und ausrichtet – und sich über Solarzellen auch selbst auflädt. Es klinkt sich per WLAN oder Bluetooth aber auch ins Heimnetzwerk ein, lässt sich mit dem Smartphone verbinden, hat eine Überwachungskamera, Boxen und Stimmungslicht an Bord und lässt sich per Sprache steuern. Am Ende ein bisschen viel für einen Sonnenschirm, zumal man mit Geräten, die speziell für diese Aufgaben hergestellt wurden, mit Sicherheit etwas besser fährt.

„Der „Sunflower“, hier im Werbevideo des Herstellers ShadeCraft: ein intelligenter Sonnenschirm, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll – der Preis ist noch nicht bekannt.“

Es ist manchmal verrückt, welche Geräte die Entwicklung so „abwirft“. Wirklich haben muss man davon nichts, und zum Teil werfen Produkte wie der intelligente Sonnenschirm auch noch einmal die Frage auf, ob wirklich jedes einzelne Gerät eine Verbindung ins Internet braucht – oder damit nicht zu einem möglichen gewaltigen Sicherheitsproblem beiträgt.

Über den Autor

Dennis Horn, offline geboren 1981 in Köln, arbeitet als Experte für Digitalthemen in der ARD und moderiert im Deutschlandradio. Er hofft, dass eines Tages die Angst vor dem "bösen Internet" stirbt, und wünscht sich mehr Spaß am Netz und weniger Hysterie.

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